Funkparanoia: Angst vor TV-Funkfernbedienung (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Samstag, 04.01.2020, 17:56 (vor 150 Tagen) @ H. Lamarr

Nachdem ich die Funk Gas und Wasserzähler (Smartmeter) im Keller abgeschirmt hatte, messe ich immer noch starke Funkimpulse alle 10 - 12sec. Nach langem suchen konnte ich feststellen das die Fernbedienung von der UPC TV Box diesen Impuls sendet. Unabhängig vom zustand der TV Box! sendet also wieder Tag und Nacht, 24 Stunden. Wenn ich nun die TV BOX einschalte beginnt auch diese Impulse zu senden um mit der Fernbedienung zu kommunizieren. Das Infrarotteil an der Fernbedienung wird nur für Lautstärke benutzt, der Rest ist Funk, Wlan oder Bluetooth. Soviel zum Feind in den eigenen 4 Wänden wo unsere Geräte oft stärker strahlen als die Mobilfunkantennen in der Nähe. Also wieder abschirmen, oder auf Internet und TV verzichten.

Quelle: https://forum.gigaherz.ch/viewtopic.php?p=73204#p73204
Jahr: 2020
Erzähler: Gigaherz-Forumteilnehmer "Jürg"

Kommentar: "Jürg" plagen irrationale Ängste, jenseits jeglichen technischen Verständnisses von Funkimpulsen. "Jürg" missachtet völlig, dass eine begründete Sorge vor Funkimpulsen eine quantitative Betrachtung der Impulse erfordert. Der tatsächlich starke Funkimpuls einer Radarantenne wäre gefährlich, der einer Funkfernbedienung aber ist harmloser als eine Stubenfliege. "Jürg" misst wahrscheinlich mit einem Messgerät für Laien und interpretiert die Messwertanzeige (Spitzwertmessung) falsch. Da "Jürg" nahezu keine quantitativen Angaben zu seiner Messung macht nehmen wir mal willkürlich an, der Funkimpuls, den die Fernbedienung alle zehn bis zwölf Sekunden sendet, habe einen Scheitelwert der elektrischen Feldstärke von 10 V/m und dauert nur 1 Millisekunde, damit die Batterie der Fernbedienung nicht schon nach einer Woche leer ist. "Jürg" fürchtet sich vor den 10 V/m, denn dieser Wert liegt deutlich über dem höchstzulässigen Schweizer Vorsorgewert von 6 V/m. Doch "Jürg" ist auf dem Holzweg. Denn er übersieht, dass die 10 V/m nicht ständig auf ihn einwirken, sondern nur alle paar Sekunden für die Dauer von 1/1000 Sekunde (1 Millisekunde). Die effektive "Strahlenbelastung" von Jürg ist daher nicht 10 V/m, sondern ...

Eeff = 10 V/m x √Tastgrad

Der Tastgrad wiederum ist der Quotient der Einschaltdauer t1=0,001 s (1 Millisekunde) zur Periodendauer des Pulses, die ich jetzt mal gemäß "Jürg"s Angaben bei 12 Sekunden verorte (t2=12 s). Trägt man die Werte ein ergibt die Quadratwurzel des Quotienten t1/t2 den dimensionslosen Wert 0,00912. Die auf "Jürg" einwirkende effektive Feldstärke Eeff ist dann 0,0912 V/m. Dieser Wert liegt weit (Faktor 43) unter dem tiefsten (strengsten) Schweizer Vorsorgewert von 4 V/m.

"Jürg" könnte nun den gezeigten Rechenweg mit realen Werten nachvollziehen und sich dann völlig entspannt vor seinen Fernseher setzen. Aller Voraussicht nach wird er das jedoch nicht tun, denn mein technisches Kauderwelsch wird bei ihm auf taube Ohren stoßen. Laie "Jürg" vertraut auf sein albernes "Messgerät", das ihm vielleicht mit einer rot-gelb-grün leuchtenden LED-Anzeige Gefahr meldet, wo in Wahrheit keine ist. Ergo wird "Jürg" sich erst dann sicher fühlen, wenn er seine Fernbedienung in Alufolie eingewickelt vor sich auf dem Tisch liegen sieht. Dass dies technisch vollendeter Blödsinn ist, er merkt es nicht. Auch mich würde es nicht die Bohne stören, würde "Jürg" seine unqualifizierten Bedenken nicht im Gigaherz-Forum in die Welt der Elektrosmog-Phobiker hinaus posaunen, statt sie für sich in seinem Kämmerlein zu behalten, wo sie hingehören.

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Tags:
Elektrochonder, Alarm, Fernbedienung


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