Vor lauter Sendemasten rote Ohren (Allgemein)

Kuddel, Montag, 28. April 2014, 20:17 (vor 1328 Tagen) @ spatenpauli
bearbeitet von Kuddel, Montag, 28. April 2014, 20:39

Nun warten wir noch auf die Erklärung wie er durch Drücken auf den Markierungsknopf des Dosimeters auch den Blutdruck in die Höhe schnellen lässt, um den es letztendlich ging!

Vorschläge:

- Fünf Kniebeugen, Liegestützen oder Klimmzüge
- Kurzer Spurt über 10 Meter
- Handyattrappe auspacken und einschalten
- Blickkontakt zu einem Sendemasten aufbauen
- Sich einreden, dass um die Ecke ein dicker GSM/UMTS/LTE-Sendemast lauert
- 1-mal Treppe rauf und runter laufen
- Hyperventilieren
- 1 Stamperl Hochprozentigen kippen
- Nicht jugendfreie Hefte durchblättern
- [...]

Woher weiss die Dame denn, daß der Blutdruck in die Höhe schnellt ?

Bei uns im Haushalt haben wir ein Handgelenk-Blutdruckmessgerät der Marke "Scala" (ca 10..15 Jahre alt), welches bis zu 3 Meter Radius zu unserer DECT Basisstation den angezeigten Blutdruckwert um 20..50% hochschnellen läßt, reproduzierbar in kurz aufeinanderfolgenden Messungen:
=> In der Nähe der DECT Basis (1 Meter Entfernung) => zu hoher Blutdruck, z.B. 160:85,
=> in 3 Meter Entfernung, nur eine Minute später => normaler Blutdruck, z.B. 120:70

Die Ursache liegt in einer ungenügenden elektromagentischen Verträglichkeit des Blutdruckmessgeräts. Dieses verwendet ein hochempfindliches Elektret-Mikrofon, um die Lautstärke des Pulsschlages zu bewerten, während der Luftdruck in der Druck-Manschette abnimmt.
Die DECT Pulse werden in diesem Mikrofon (oder dem nachfolgenden Verstärker) demoduliert, der Auswerte-Prozessor vernimmt zusätzlich zum Pulsschlag ein "100 Hertz-Brummen", welches das Meßgerät "irritiert".

Die Beobachtung der Dame, daß an solchen Stellen, an welchen ihr Breitbandmessgerät hohe Werte anzeigt, auch der angezeigte Blutdruck zu hoch ist, kann also durchaus stimmen.
Allerdings ist ihr Blutdruck nicht "real" angestiegen, sondern das Meßgerät zeigt schlicht und ergreifend falsche Werte an, weil es nicht EMV-fest konstruiert ist.

Übrigens habe ich mir neulich ein Infrarot-Fieberthermometer angeschafft, bei welchem in der Bedienunganleitung explizit drinsteht, daß es nicht in der Nähe von Funk-Sendern betrieben werden soll (Mobiltelefon, WLAN,DECT), um Fehlmessungen zu vermeiden.
Auch hier liegt der Grund in der elektromagnetischen Verträglichkeit des Meßgerätes (nicht des Patienten!) .
Der Infrarot-Sensor liefert winzigste Ströme in Nanoampere-Bereich, welche zur Auswertung Millionenfach verstärkt werden müssen.
Verstärker bestehen aus Halbleitern, welche anfällig für unerwünschte Demodulationen sind. Demodulierte Funksignale sind ein potentieller Störfaktor bei allen hochempfindlichen Messgeräten, welche kleinste Spannungen verarbeiten müssen.

K

Tags:
Blutdruck, Blutdruckmessgerät, Infrarot


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