Haarbach: Bürgerinitiative drohte unverhohlen (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Donnerstag, 11.02.2016, 14:14 (vor 1316 Tagen) @ H. Lamarr

Auf der Website handywellen.de findet sich ein Bericht der Passauer Neue Presse (PNP) aus dem Jahr 2003, nachfolgend auszugsweise wiedergegeben:

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Funkstille im Streit um Sendemast

Bürgermeister will sich nach offenem Brief nicht mehr äußern - BI verweigert Informationen

Haarbach (br). In der Auseinandersetzung um den E-Plus-Mobilfunksender bei Riedertsham herrscht derzeit Funkstille. Bürgermeister Fritz Pflugbeil ist nach seinem offenen Brief an die Bevölkerung zu keiner weiteren Stellungnahme mehr bereit, die Sprecherin der Bürgerinitiative (BI), Marie-Antoinette de Contes [siehe auch hier; Anm. Spatenpauli], verweigert der PNP Informationen. Wie berichtet, hatte der Haarbacher Rathaus-Chef nach den Monate langen Anfeindungen seitens der Mobilfunkgegner keine andere Möglichkeit mehr gesehen, als in einem Rundschreiben an alle Haushalte die Situation aus seiner Sicht darzulegen. "Ich hoffe, dass endlich wieder Ruhe einkehrt in der Gemeinde", ist der sehnlichste Wunsch Pflugbeils. Immer wieder verweist der Bürgermeister darauf, dass ihm in der Angelegenheit - die umstrittene Sendeanlage ist bekanntlich unter zehn Meter hoch und damit genehmigungsfrei - die Hände gebunden seien. Erneuten Vorwürfen ist Pflugbeil ausgesetzt, nachdem die Verteilung der jüngsten Ausgabe des Gemeindeblattes mit einer von der "Bürgerinitiative Riedertsham/Haarbach" aufgegebenen Anzeige gestoppt worden ist. Das nicht veröffentlichte Inserat wollte Marie-Antoinette de Contes auf Anfrage der PNP nur dann heraus rücken, wenn sie alle künftigen Berichte in der Heimatzeitung über den Mobilfunkstreit vor deren Erscheinen zu Gesicht bekommt. Wie aus anderer Quelle zu erfahren war, deckt sich der Text weitgehend mit einer bereits am 25. Juni dieses Jahres in der PNP erschienenen Anzeige der Bürgerinitiative mit massiver Kritik an den Plänen von E-Plus, "sich in unserer Region zu etablieren" und dabei "verheerende gesundheitliche Folgen" für die Bevölkerung in Kauf zu nehmen. Davon abweichend heißt es in der aktuellen Version: "Sollte sich jedoch ein asozialer Grundstückseigentümer finden, der sein Dach/Grundstück zur Verfügung stellt, drohen ihm wegen der oben genannten Risiken Schadenersatzforderungen in einer Höhe, die ihn schnell ruinieren können." Zu dem finanziellen Schaden kämen dauerhafte Anfeindungen der gesamten Nachbarn, "die einem das Leben unerträglich machen können". Dies gelte übrigens auch für jeden, "der sich genauso asozial verhält, indem er einen Mobilfunkbetreiber bei der Standortsuche aktiv unterstützt", ist in dem Text des Inserats weiter zu lesen. Zu dem Nicht-Abdruck der Anzeige wollte Bürgermeister Pflugbeil keinen Kommentar abgeben. Nur so viel war dem Rathaus-Chef zu entlocken: "Ein Gemeindeblatt ist zur Information der Bevölkerung da und nicht zu Hetzkampagnen." Eine ganze Reihe von Bürgern habe sich inzwischen bei ihm dafür entschuldigt, sich in die Listen für das Bürgerbegehren gegen Mobilfunk in der Gemeinde eingetragen zu haben, fügt Pflugbeil hinzu. "Wir hätten nicht gedacht, dass das Ganze so unsachlich abläuft", zitiert er die Betroffenen.

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Kommentar: Die Mobilfunkgegner aus dem bayerischen Hinterland haben, weil so ungemein "sympathisch" im Auftreten, Langzeitwirkung. Kilometerweit vom Ort entfernt stehen gegenwärtig dort zwei Mobilfunk-Sendemasten. Doch jetzt ist es der Betreiber Vodafone, der in Riedertsham einen 25 Meter hohen Sendemast errichten will. Der Gemeinderat hat unter dem Eindruck des Theaters von 2003 den Bauantrag vorsorglich abgelehnt ...

Hintergrund
Brief des Bürgermeisters an die Gemeinde, 2003 (PDF, 4 Seiten)
Offener Brief von Frau de Contes an den Haarbacher Bürgermeister, 2003 (PDF, 10 Seiten)
Fall Griebl: Kuppe vedeckt Sender in Haarbach

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Tags:
BI, Mob, Hetze, Druck, Gemeinde, Einschüchterung


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