Murks und Mittelmaß: Mobilfunkkonzept Kirchheim (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Sonntag, 18.05.2014, 16:30 (vor 2035 Tagen) @ H. Lamarr

Die 12'000-Seelen-Gemeinde Kirchheim bei München hat auf Wunsch der örtlichen Bürgerinitiative ein "Mobilfunkkonzept" vom EMF Institut in Köln, Dr. Niessen, erstellen lassen, das vom Gemeinderat am 1.3.2010 mit 18:6 Stimmen beschlossen wurde. Warum ein Kölner zum Zuge kam und nicht der benachbart untergebrachte Verein "Umweltinstitut München", der solche ebenso profitablen wie überflüssigen Konzepte ebenfalls gerne ausarbeitet, ist leider nicht bekannt.

Egal wer den Auftrag erhalten hat, das Konzept ist in dieser Angelegenheit die erste sinnfreie Geldverschwendung in Kirchheim gewesen. Denn keine Gemeinde benötigt ein "Mobilfunkkonzept" seit klar ist, dass Mobilfunk-Sendemasten keiner Fliege etwas zuleide tun.

Ausgerechnet die Kirchheimer "Grünen" schimpften jedoch 2012:

Viel Geld wurde für Gutachter und Rechtsanwalt ausgegeben, viel Mühe und Zeit investiert: Alles für das Mobilfunk-Konzept der Gemeinde. Dieses versucht den Schutz Ihrer Gesundheit mit einer lückenlosen Versorgung und dem gesetzlich geregelten, legitimen Geschäftsinteresse der Mobilfunknetzbetreiber unter einen Hut zu bringen.
[...]
Jetzt aber haben wir den Salat: eine Mobilfunkantenne auf dem Gebäude Liebigstraße 5. Im Gewerbegebiet zwar, aber unweit von Wohnbebauung.

Murks und Mittelmaß müssen für Kirchheim der Vergangenheit angehören.

Ob dieses offensichtlichen Versagens des unnötigen Mobilfunkkonzepts bereitet ödp-Gemeinderat Dirl Ende 2012 den nächsten Angriff auf die Stadtkasse vor indem er vorschlägt: Sollten alle Mobilfunkbetreiber die Vorgaben des Mobilfunkkonzeptes der Gemeinde Kirchheim nicht akzeptieren, soll das bestehende Mobilfunkkonzept durch eine geeignete Bauleitplanung (Flächennutzungsplan – und Bebauungsplanänderung) rechtlich verbindlich umgesetzt werden.

Kommentar: Kirchheim hat Geld investiert in eine Immissionsprognose (EMF-Institut), in ein "Mobilfunkkonzept" (EMF-Institut) in Rechtsberatung (RA Sommer), in etliche Sitzungen zum Thema "Mobilfunk" und jetzt soll auch noch eine Bauleitplanung aufgegleist werden. Dies alles wegen der Wahnvorstellung (auch Geschäftsidee) einiger Weniger, die, ohne belastbare Argumente vorlegen zu können, der Behauptung nachhängen, Mobilfunk mache krank. Im Gegensatz dazu hat die Forschung das Thema "Sendemasten" zu den Akten gelegt und die WHO verkündet: "Bisherige Studien liefern keinen Hinweis, dass umweltbezogene Expositionen durch RF Felder [RF = radiofrequency, gemeint hier Mobilfunk], wie zum Beispiel von Basisstationen, das Risiko für Krebs oder irgendeine andere Krankheit erhöht." (Quelle)

[Admin: EM-Institut (falsch) geändert in EMF-Institut (richtig) am 13.07.2014]

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Tags:
Krötenwanderung, Bauleitplanung, Gutachten, EM-Institut, Sozialer Unfrieden, Mobilfunkkonzept, Anwalt, Immissionsprognose


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