Hexenagger: Was damals geschah (Allgemein)

Radioburst, Sonntag, 24.11.2013, 22:37 (vor 2125 Tagen) @ Radioburst

[Posting verschoben am 25.11.12, 14:08 Uhr und Titel geändert. Absprung hier]


Als noch scharfe Kugeln pfiffen – Hexenagger

Zum möglichen von mir angesprochenem Neidmotiv in Eggersberg, hier in der Gegend eine regelrechte Volksseuche

Spatenpauli verwies im ursprünglichen Eingangstext auf Hexenagger, ein beschaulicher Ort im Schambachtal, wenige Kilometer von Eggersberg entfernt. Auch hier beherrscht ein höher gelegenes Schloss den Ort, einst Versteck der tragischen Agnes Bernauer, deren Schicksal noch heute rührt und das von Carl Orff in einem Singspiel von Weltruhm beklagt wird.

Vor ca. 10 Jahren spielte sich die gleiche Posse wie heute in Hexenagger ab, da im Schlossdach eine Mobilfunkanlage errichtet werden sollte. Doch damals ging es hoch her. Es war gerade die Zeit, als Bauer Altenweger aus Schnaitsee mit seinen kranken Kühen den flächendeckenden Ausbau der Anlagen verhindern wollte und sogar den Landtag beschäftigte. Militante Mobilfunkgegner aus ganz Bayern kamen zum Infoabend und machten Ramba-Zamba.
Ich armes Würsterl wollte sachliche Beiträge bringen. Oh, je! Nur knapp entging ich Prügel und musste regelrecht vorzeitig fliehen. Soweit ich mich erinnere war auch Markus Jodl da, der rücksichtslos behandelt wurde. Klitzing wurde nach Kelheim eingeladen, ich entlarvte ihn der Hochstapelei, doch auch da entging ich Prügel nur deshalb, weil ein Teil der Honoratioren anwesend war und man keinen Skandal riskierte.
Der Sender im Schloss zu Hexenagger wurde gebaut, irgendwann verloren die gequälten strahlenverseuchten Hexenaggerer das Interesse. Auch die schweren Leiden verschwanden, die Krebstoten wandelten wieder quicklebendig herum und der Schweinsbraten schmeckte genauso gut als vor dem Bau der Todeskanone in Schlossdach.
Wer nun aber glaubt, die Ruhe wäre auch eingekehrt, täuscht sich.
Der freundliche und gebildete Schlossbesitzer, Herr von Leichtfuß erschloss nun weitere Geldquellen: Ein wunderschöner Weihnachtsmarkt gehobener Klasse zog im Dezember bald Besucher aus dem gesamten Freistaat und wohl auch von weiter an. Im Sommer bildeten Ritterspiele einen Anziehungspunkt.
Das löste den alten Neid aus. Die Aufwiegelei funktionierte schnell. Überall gab es Beschwerden, ständig wurde das Landratsamt mit Anzeigen bombardiert.
Wertvolle Autos der Schlossbesitzers wurden zerkratzt.
Herr von Leichtfuß gab schließlich den Kampf gegen die Neider auf.

Nicht anders sehe ich heute einen großen Teil der Motivlage im Eggersberg.

(Der geneigte Leser möge mir meinen kleinen Ausflug in die Vergangenheit verzeihen und Spatenpauli hätte dazu gewiss noch bemerkenswerte Ergänzungen parat. Doch mehr dazu ein ander mal.)


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