Wie brachte das Umweltinstitut den Fuß in die Tür? (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Donnerstag, 05.12.2013, 01:34 (vor 2171 Tagen) @ Alexander Lerchl

Das Geld soll an das Umweltinstitut München gehen ...

Soso, an das Umweltinstitut München also. Irgendwas stimmt da aber nicht.
Nachfolgend die relevante Passage aus dem Zeitungsbericht:

Als Diskussionsgrundlage wollte Bauer eine geforderte Prognoseberechnung verstanden wissen, die den gesamten Ortsbereich einschliessen und vom Umweltinstitut München erstellt werden solle - auch wenn dieses nicht mit staatlichen Mitteln gefördert werde. Das Gremium folgte der vorgetragenen Argumentation und beschloss, auf Fördermittel in Höhe von 90 Prozent zu verzichten und das Umweltinstitut München mit der 6.900 Euro teuren Prognoseberechnung zu beauftragen.

Allem Anschein nach ist es Herr Bauer, der das Umweltinstitut, das eigentlich ein Verein ist, ins Spiel gebracht hat. Nur, das muss schon deutlich vor der Montags-Sitzung des Riedenburger Stadtrats (2. Dezember) gewesen sein. Denn zum Zeitpunkt der Sitzung lag offensichtlich bereits ein fix und fertig ausgearbeitetes Angebot des Umweltinstituts vor, wie sonst könnte ein Betrag von 6900 Euro beziffert werden?

Unklar ist, warum die Messung in Eggersberg so teuer ist, normalerweise verlangt das Umweltinstitut für Messungen an einem halben Dutzend Messpunkten weniger als halb so viel.

Warum aber wird von Bauer ausgerechnet das Umweltinstitut München vorgeschlagen, das nicht für EMF-Messungen akkreditiert ist und mit Herrn Ulrich-Raithel keinen studierten Elektrotechniker oder Biologen aufbietet, sondern jemanden schickt, der an einer Fachhochschule Physikalische Chemie studiert hat? Leider habe ich darauf keine Antwort, nur Spekulation: Möglicherweise erklärt sich der hohe Betrag für die Messung dadurch, dass eine Provisionszahlung einkalkuliert ist. Das wäre ja nichts Ungewöhnliches, dass jemand, der ein Geschäft vermittelt, eine Provision dafür bekommt. Doch wer könnte dieser Vermittler sein? Ich tippe mal auf einen der beiden ödp'ler, denn die waren schließlich als erste "Nothelfer" vor Ort und können nach der verpatzten Bundestagswahl im September, da haben sie nicht genug Stimmen geholt, um eine Wahlkampfkostenerstattung zu bekommen, jeden Cent gut gebrauchen. Ob dieser Verdacht zutrifft oder haltlos ist, wie werden es vermutlich nie erfahren. Tatsache ist, die bislang in Eggersberg angetretenen etablierten Mobilfunkgegner sind ein eingespieltes Team, das sich von Anti-Mobilfunk-Veranstaltungen her kennt, der Verdacht ist daher nicht frei aus der Luft gegriffen.

Alternativ könnte es mit dem hohen Betrag von 6900 Euro noch folgende Bewandtnis haben: Das Angebot gilt nicht nur für eine klassische Messung an x Messpunkten, sondern es versucht den Riedenburger Stadträten auch noch eine Immissionsprognose aufzuschwatzen. Erfahrungsgemäß kommen diese hübsch bunt eingefärbten Flurkarten bei Lokalpolitikern sehr gut an. Dass es bei den Grafiken an der Aussagekraft hapert, weil die Randbedingungen schwammig definiert sind, merkt keiner. Und wenn doch, hilft Einstein aus der Klemme: Alles ist relativ, auch die Immissionsprognosen des Umweltinstituts.

Randnotiz: Soviel mir bekannt ist, misst Herr Ulrich-Raithel nicht selbst, sondern beauftragt mit derartigen Messungen seit langem einen erfahrenen Messtechniker aus dem Chiemgau.

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Tags:
Filz, Baubiologe, Krötenwanderung, Vetternwirtschaft, Bündnis, Verein, Amigo-System, Haider, Umweltinstitut, Immissionsprognose, Elektriker, Vermittler, Chemiker


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