Nie realisierte "Vorsorgewerte" als Aufpeitschmittel (Allgemein)

Kuddel, Dienstag, 07.01.2014, 22:20 (vor 2136 Tagen) @ KlaKla
bearbeitet von Kuddel, Dienstag, 07.01.2014, 22:39

Das Immissionsgutachten ist Opium fürs Volk, kurzzeitig betört es die Sinne.

Ulrich-Raithel vom UI stellt lediglich Immissionen zur Diskussion, die erwartungsgemäß weit unterhalb des Grenzwertes liegen. So prognostiziert er z.B. in einer Höhe von 4 m einen Immissionswert von 2,1 V/m = 11 697 µW/m² im Freien.
Warum dieser Wert gefährlicher ist als 1,4 V/m = 5198 µW/m² kann er mMn nicht sachlich begründen. Nur eben Weniger ist mehr.

Der Laie weiss danach, der Grenzwert ist unterschritten und der Vorsorgewert überschritten.

Sehe ich auch so.

Die Gretchenfrage ist doch:
Welcher Wert wäre für die "Sprecher" der Mobilfunkgegner denn überhaupt akzeptabel, woraus wurde er abgeleitet und welche Stadt kann sich damit rühmen, diesen Vorsorgewert einzuhalten ?

Das Umweltinstitut München höchstselbst scheint ja den so genannten Vorsorgewert der Salzburger Resolution von 1mW/m² zu vertreten >(PDF)<.

Wiedersprüchlich ist dabei, daß die "Prognosewerte" des Umweltinstituts auf Vollauslastung hochgerechnete "worst-case" Annahmen sind, während realistische Meßwerte meistens Faktor 5...10 darunter liegen.
Die 1mW/m2 der Salzburger Resolution waren nie als hochgerechneter worst case "Prognosewert" gedacht, sondern die Vereinbarung der Stadt Salzburg mit den Providern lautete, dass dieser Wert bei einer MESSUNG nicht überschritten werden darf. (Details dazu auch >hier<)


Es ist also irreführend, bei den Ergebnissen der (stark überschätzenden) worst case Prognoserechnung die Meßlatte des Salzburger Milliwatts anzulegen.

Der eigentliche Knaller ist aber:
Dieser Vorsorgewert von 1mW/m2 wurde selbst in der Vorzeigestadt Salzburg "praktisch" überhaupt nie eingehalten, wie eine Messung 2005 ergab (40-fache Überschreitung) und das Land Salzburg selbst hat den Wert 2005 gekippt.
Z.B. auch auf der Seite >der Bürgerunion (=Österreichische "Grüne")< nachzulesen.

* An 8 der insgesamt 13 mittels Los ausgewählten Sendestandorte wird der Salzburger Beurteilungswert von 1 mW/m² um bis zu einem Faktor 40 überschritten.

Der Wert von 1 mW/m² entstand durch 500-fache Reduzierung einer bei Schlaflabor-Experimenten verwendeten Leistungs-flussdichte, bei welcher eine (umstrittene) Beeinflussung des menschlichen Schlafs gefunden wurde

..wobei wohl kaum jemand außerhalb seines Hauses schlafen wird...d.h. in der Praxis kommt noch die Dämpfung der Gebäudehülle als weiterer Sicherheitsfaktor dazu.

Die Bürgerinitiative in Eggersberg besteht also auf einem unrealistisch niedrigen "Vorsorgewert", zu dem es kein "reales" Vorzeigemodell gibt und welcher auch keine Wissenschaftlich begründbare Rechtfertigung hat.

http://www.izgmf.de/scripts/forum/index.php?id=49513

K

Tags:
Vorsorgewert, Oesterreich, Willkür, Salzburg, Immissionsgutachten, Ulrich, Umweltinstiut München


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