Jürgen Groschupp zitiert James Lin völlig falsch (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Mittwoch, 12.12.2018, 11:33 (vor 340 Tagen) @ KlaKla

Besonderes Gewicht erhält die Situation, indem Professor James Lin – ehemaliges Mitglied der ICNIRP, Legitimationsorgan der Mobilfunkindustrie – angesichts dieser Studienergebnisse folgende Worte findet: „Vielleicht ist es an der Zeit, die Situation vernünftig zu überdenken, zu revidieren und diese Richtlinien zu aktualisieren.“

Er meint damit wohl die Höherstufung in „krebserregend“.

Jürgen Groschupp zitiert James Lin falsch und zieht völlig falsche Schlüsse aus dessen verdreht wiedergegebenem Zitat.

Tatsächlich geschrieben hat James Lin am Ende seines Artikels "Clear Evidence of Cell-Phone RF Radiation Cancer Risk":

While complacencies abound for short-term exposure guidelines in terms of providing safety protection, an outstanding question persists concerning the adequacy of these guidelines for safe, long-term exposure to RF radiation at or below 1.6 or 2.0 W/kg. Perhaps the time has come to judiciously reassess, revise, and update these guidelines.

Verkürzt wiedergegeben sagt Lin also, vielleicht sei es jetzt an der Zeit, die Teilkörpergrenzwerte für Mobiltelefone (1,6 W/kg in den USA, 2,0 W/kg in Europa) sorgfältig neu zu bewerten, zu überarbeiten und zu aktualisieren. Wie entstellt Groschupp dieses Fazit Lins wiedergibt ist typisch für Mobilfunkgegner der ersten Generation. Er zitiert falsch, um Lin unzutreffend verdächtigen zu können, dieser wolle eine Hochstufung von EMF in die IARC-Gruppe "krebserregend". Purer Blödsinn. Noch dümmer ist die Vermischung des verdrehten Lin-Zitats mit Groschupps Forderung nach einem W-Lan-Verbot an Schulen. Dies zeigt, der Mann hat auch die inhaltliche Bedeutung der NTP-Studie in keiner Weise richtig verstanden.

Hintergrund
Den beiden schwäbischen Mobilfunkgegnern Jürgen Groschupp und Wolfgang Blüher hat die Welt aus meiner Sicht die Entstehung der sogenannten Kompetenzinitiative zu verdanken. Das kam so: Die beiden luden 2006 einige Mobilfunkgegner nach Bamberg ein, um dort das bundesweite "Netzwerk Risiko Mobilfunk" auszurufen und die "Bamberger Mobilfunk-Erklärung" zu verabschieden. Zwischen Groschupp und Blüher saß damals ein unscheinbarer und weithin unbekannter älterer Herr mit auf dem Podium, wie sich herausstellte war es der emeritierte Literaturprofessor Karl Richter aus dem Saarland. Doch das Netzwerk kam zu keiner Zeit in die Gänge, es litt vom ersten Tag an unter dem Dilettantismus seiner Antreiber und Mitglieder und löste sich spätestens 2012 unbeachtet auf. Angesichts der himmelschreienden Inkompetenz wendete sich Karl Richter schon früh von dem glücklosen Netzwerk ab und gründete 2007 mit der sogenannten Kompetenzinitiative im zweiten Anlauf etwas, wovon er glaubte, es wäre kompetenter als der erste Versuch. Auch dies erwies sich freilich schnell als Irrtum, wie hier im Forum vielfältig dokumentiert.

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!


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