Wie alles begann: Institut für Baubiologie, Rosenheim (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Sonntag, 09.07.2017, 09:57 (vor 778 Tagen) @ KlaKla

Auszug aus "Geschäfte mit der Angst – Baubiologie zwischen Anspruch und Wirklichkeit", Gerd Danielewski, Beton-Verlag, 2. Auflage, 1983

Der eingetragene Instituts-Verein
Die Idee, eine private Einrichtung hochtrabend „Institut“ zu nennen, ist in baubiologischen Kreisen nicht neu. In [13] kann nachgelesen werden, daß Professor Kritzinger vor vielen Jahren in der badischen Kleinstadt Achern ebenfalls ein „Institut für praktische Bioklimatik“ gegründet hatte [mit Google heute nicht mehr aufzufinden, Anm. Spatenpauli]. Die Öffentlichkeit verbindet mit Äußerungen eines solchen „Instituts“ leicht die Vorstellung von wissenschaftlicher Arbeit, vielleicht auch von Universitätsniveau. Wer wußte schon im Falle Achern, daß dieses „Institut“ die private Einrichtung eines Professors war, der seinen Titel für Verdienste als Wehrmachts-Ballistiker erhalten hatte.

Eine private Einrichtung
Das „Institut für Baubiologie e. V.“ ist in mancher Hinsicht eine Wiederholung des Vorbilds Achern. Erneut handelt es sich um eine private Einrichtung, einen eingetragenen Verein, dieses Mal von einem Fachhochschulprofessor für Holztechnik und Innenarchitektur geleitet. Solche Hintergründe werden in der Werbung für das Institut natürlich nie erwähnt. Resultat: eine zu Unrecht hohe Einschätzung des wissenschaftlichen Stellenwerts in den Medien und der Öffentlichkeit.
In der Wirtschaft übliche Bezeichnungen wie etwa „Forschungsinstitut der Zementindustrie“ oder „Institut für Ziegelforschung“ sind dagegen klar und zutreffend. Natürlich wird in solchen Instituten weitgehend unter Beschränkung auf das entsprechende Material geforscht. Dies ist kein Nachteil, solange objektiv gearbeitet und vor allem meß- und reproduzierbare Resultate erzielt und veröffentlicht werden. Der materialbezogene Sachverstand der in solchen Instituten tätigen Forscher wird auch außerhalb der eigenen Industrie - etwa bei den Bauaufsichtsbehörden - sehr geschätzt.
Im Düsseldorfer Institut der Zementindustrie beispielsweise sind mehr als 100 Mitarbeiter tätig, davon rund ein Viertel im wissenschaftlichen Bereich. Das „Institut für Baubiologie e. V.“ in der Rosenheimer Heilig-Geist-Straße Nr. 54 residiert in einer von mehreren Wohnungen eines Mietshauses.

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Das Gebäude Heilig-Geist-Straße 54 in Rosenheim beherbergt in einer seiner Wohnungen das Institut für Baubiologie e.V.

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Tags:
Medien, Blendwerk, Rutengeher, Laie, IBN, Schneider, Institut, Danielewski, Rosenheim, Hartmann


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