Fall 79: In ständiger Sorge, "psychiatrisiert" zu werden. (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Samstag, 16.01.2021, 00:30 (vor 48 Tagen) @ H. Lamarr

Strangthema: Fragebogen zur Mainzer EHS-Studie
Ausgangsposting: https://forum.gigaherz.ch/viewtopic.php?p=76044#p76044
Verfasser des Ausgangspostings: "Eva Weber" (unten Text rot)
Datum: 13.01.2021
Verfasser des Antwortpostings: "Erwin" (unten Text schwarz)
Kommentarlose Löschung des Antwortpostings?: Nein, Kommentar des Forum-Admins:
"Erwin", Sie sind in diesem Forum bis auf weiteres gesperrt! Wer will, kann Ihre Ansichten anderswo lesen.
Nicht erschienenes Posting

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Ich denke, dass Sie nun schon sehen können, dass es keine Kinderstudie war.

Stimmt, es war weder eine Kinderstudie noch wurde der Kinder-DIPS-Fragebogen verwendet. Es waren vielmehr die SKID-Fragebögen für Erwachsene, deren Fragen teils bis in die Kindheit der Befragten zurück reichen. Mit SKID-I lassen sich psychische Störungen diagnostizieren mit SKID-II Persönlichkeitsstörungen.

Meinung: Das Wesentliche war von Anfang an, betroffene Bürger auf die psychische Schiene zu schieben. Es ist das Einfachste, um eventueller Skepsis der Menschen gegenüber sich ständig weiter ausbreitenden, künstlichen gepulsten elektromagnetischen Feldern entgegen zu wirken.

Glücklicherweise hatten die 130 "elektrosensiblen" Teilnehmer der Mainzer Studie eine andere Meinung und beantworteten die Fragen.

Ergebnis: Psychische Störungen wurden bei den teilnehmenden "Elektrosensiblen" nur im einstelligen unteren Prozentbereich gefunden. Eine pauschale "Psychiatrisierung" "Elektrosensibler" steht damit auf wackligen Beinen.

Unauffällig waren "Elektrosensible" auch bei elf der zwölf geprüften Persönlichkeitsstörungen. Lediglich für die schizotypische Persönlichkeitsstörung ergab sich im Screening ein signifikanter Unterschied zwischen Elektrosensiblen und Kontrollen (18/131 vs. 2/101).

Menschen, die eine schizotypische Persönlichkeitsstörung haben, sind besonders empfindsam, ängstlich in Bezug auf Kontakte und Nähe zu anderen Menschen, sehr einsam, oft sehr kreativ, oft spirituell interessiert oder auch begabt, tiefgründig und oft, durchaus ungewollt sozial isoliert, neigen aber auch zu aktivem Rückzug. Häufig ist das Denken geprägt von seltsamen Überzeugungen und /oder magischen Inhalten. Die Sprache ist mitunter eigenwillig, das Verhalten exzentrisch oder schrullig. Schon früh in der Kindheit spürten und lernten sie nicht selten durch offene Ablehnung durch andere Kinder, dass sie 'anders' sind und weniger dazugehören.
Nach den erhobenen Befunden kann vermutet werden, dass Personen mit schizotypischer Persönlichkeitsstörung in der Gruppe der Elektrosensiblen relativ häufiger sind, exakte Prävalenzen lassen sich aber nicht angeben, da nur das Screening durchgeführt wurde.

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Kommentar: Die wahnhafte Sorge vor "Psychiatrisierung" wurde von Ex-Forumteilnehmer "wuff" gezielt als Popanz für "Elektrosensible" aufgebaut. Im konkreten Fall wurden die SKID-Fragebögen von den Studienautoren lediglich dazu verwendet, zu prüfen, ob die Studienteilnehmer u.a. psychische Auffälligkeiten oder Persönlichkeitsstörungen zeigten. Die Fragebögen sind ein standardisiertes klinisches Werkzeug für vergleichbare Diagnosen an beliebigen Personengruppen. Die Fragen sind deshalb nicht auf eine spezielle Zielgruppe (z.B. EHS) ausgerichtet. Dennoch betrachten einige EHS allein schon den Umstand, dass EHS diesbezüglich befragt werden, als Beleidigung. Eine unangemessene Reaktion und wahrscheinlich auch nur eine Schutzreaktion, um sich unerquicklichen Testergebnissen vorsorglich zu entziehen. Dabei zeigte die Mainzer Studie 2005, dass die Sorge von EHS, bei ihnen könnte ein psychischer "Knall" diagnostiziert werden, weitgehend unbegründet ist, nur ganz wenige EHS zeigten psychische Auffälligkeiten. Ähnlich sieht es bei Persönlichkeitsstörungen aus. Elf von zwölf gängigen Störungen treffen nicht auf EHS zu, allein die schizotypische Störung ist bei ihnen häufiger vertreten. Dieser für alle EHS entspannende Befund war nur möglich, weil die Studienteilnehmer dem "Psychiatrisierungsdogma" von EHS-Leitkühen und -hammeln keine Folge leisteten, sondern mit den Wissenschaftlern kooperierten.

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Tags:
Psychiatrisierung, Mainzer-Studie, Schizophrenie, Popanz, Persönlichkeitsstörung


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