Fall 78: Feigheit vor Sachargumenten zu 5G (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Samstag, 02.01.2021, 21:26 (vor 61 Tagen) @ H. Lamarr

Strangthema: 5G-Sender für Zuhause
Ausgangsposting: https://forum.gigaherz.ch/viewtopic.php?p=75953#p75953
Verfasser des Ausgangspostings: "Hans-U. Jakob" (unten Text rot)
Datum: 01.01.2021
Verfasser des Antwortpostings: "Erwin" (unten Text schwarz)
Kommentarlose Löschung des Antwortpostings?: Nein, Kommentar des Forum-Admins:
Lieber Erwin,
Sie haben sich in der Hausnummer geirrt. Hier ist nicht die Propagandamühle der Mobilfunkbetreiber. Wir wissen schon wie adaptive Antennen funktionieren. Auf ihre Belehrungen können wir gerne verzichten.

Nicht erschienenes Posting

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Ein Bild aus der Propagandaküche der Mobilfunk-Lobby, wie weitergeschwindelt werden soll. An Stelle einer bisherigen Sendeanlage, die ringsum nutzlos ihre Strahlung verteile, was übrigens auch nicht stimmt ...

Doch, bei der Mehrzahl üblicher Standorte mit drei Sektorantennen, insbesondere auf dem flachen Land – also bei der Flächenversorgung – ist das so. Dass in urbanen Gebieten der Versorgungskreis nicht immer rund ist, sondern wegen Abschattungen und Publikum-Hotspots Dellen und Beulen aufweist ist im Zusammenhang ziemlich unerheblich, entscheidend ist, dass jeder Teilnehmer im Umkreis mit etwa derselben Feldstärke versorgt wird – womit wir letztlich doch wieder beim Kreis sind.

... werde jetzt dank adaptivem 5G nur noch einzelne feine Datenstrahlen, sogenannte Datenbeams auf die Nutzer von Endgeräten abgeschossen.

Nicht "abgeschossen", sondern "ausgerichtet", Funkwellen sind ja keine Geschosse, die ein Mündungsrohr für immer verlassen und dann durch die Luft ins Ziel fliegen.

Und zwischen diesen dünnen Strahlen sei Ruhe.

Das ist falsch, meines Wissens nach hat auch kein Fachmann dies jemals behauptet. Richtig ist, abseits eines Datenbeams ist die Immission nicht Null, sondern gegenüber dem Zentrum des Datenbeams erheblich reduziert. Messungen in Frankreich haben gezeigt, dass beispielsweise in 120 Meter Entfernung von einer 5G-Antenne im Abstand von 20 Metern zum Zentrum eines Beams die Immission nur nur noch halb so stark ist.

Diese Darstellung ist eine schamlose Untertreibung. Denn in einem Kreissektor von 120°, welcher von einer Antenne zu bedienen ist, befinden sich nicht nur 1 User und auch nicht nur 9 User wie in diesem Bild vorgegaukelt wird, sondern bis zu 1200.

Es wäre sehr schön, würden Sie einmal die Quelle für Ihre 1200 User benennen, damit sich die Qualität dieser Behauptung beurteilen lässt. Eine Pauschalisierung auf max. 1200 User halte ich grundsätzlich für unangemessen, denn die Versorgungskapazität einer adaptiven 5G-Antenne hängt von mehreren Faktoren ab. Spontan fallen mir dazu ein: Bedientes Frequenzband, Typ der Antenne (Anzahl Elementarantennen) und von den Usern abgerufene Übertragungskapazität.

Und alle wollen gleichzeitig und möglichst in Echtzeit mit Daten versorgt werden.

Es ist ein unter Laien weit verbreiteter Irrtum, zu glauben, "Echtzeit" würde Null Verzögerung bedeuten. Wikipedia hilft. User, die nur telefonieren oder Videos gucken brauchen keine "Echtzeit", wie diese die Industrie z.B. zur Steuerung von Maschinenparks benötigt.

Weil längst nicht genügend Datenbeams zur Verfügung stehen um alle 1200 User gleichzeitig zu versorgen, müssen diese im Millisekundentakt nacheinander angesprungen werden.

Fachleute nennen dieses "Anspringen" von Usern TDMA (Time Division Multiple Access; Zeitmultiplex).

Dann ist der ganze 120°-Sektor randvoll mit extrem stark pulsierenden und herumrotierenden Datenbeams. Da ist rein nix mehr von Reduktionsfaktor.

Irrtum. Sie widerlegen sich selbst. Da ein Datenbeam für z.B. 64 User zu jedem beliebigen Zeitpunkt immer nur 1 User "anspringen" kann, sind 63 User zum selben Zeitpunkt nicht im Brennpunkt "ihres" Beams, werden also von diesem gar nicht oder nur abgeschwächt befeldet, je nachdem, wie weit sie vom momentan versorgten User entfernt sind. Gäbe es nur einen einzigen Datenbeam, jeder User würde nur während 1/64 eines Zeitintervalls voll befeldet. Wie Sie richtig sagen, gibt es jedoch mehrere Datenbeams, z.B. acht. Da kann es gut vorkommen, dass ein User hin und wieder zufällig auch in den Brennpunkt "fremder" Datenbeams gerät und für einen kurzen Moment stärker befeldet wird. Wie stark diese Befeldung genau ist kann niemand sagen, denn jeder User wird stets nur mit der Feldstärke "seines" Datenbeams versorgt, die er momentan benötigt. Heißt: Telefoniert ein User genügt wenig Feldstärke, streamt er ein Video benötigt er mehr Feldstärke. Das alles ändert nichts daran, jeder User unterliegt jede Sekunde einer stark schwankenden Feldimmission, die sehr wohl einen Reduktionsfaktor rechtfertigt, der allerdings nicht von einem Grundschüler berechnet werden kann, sondern nur mit komplizierten Methoden der Statistik. Auch GSM hatte übrigens schon einen Reduktionsfaktor vom Wert acht (bezogen aus User), weil wegen der TDMA-Versorgung aller Teilnehmer eines Kanals mit acht Zeitschlitzen die Sendeleistung von maximal 2 W nur während 1/8 eines Zeitintervalls abgerufen wurde, was zu einer effektiven Sendeleistung von 2:8 = maximal 250 mW führte.

Erwin verziehen sie sich besser wieder ins Märchenland der FMK oder FSM. Sie machen dort eine weit bessere Figur als bei uns. Wir sind auf ihren Lügenkampagnen gut vorbereitet!

Nicht ich bin es, der hier lügt.

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!


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