BW, Kißlegg (Waltershofen) (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Samstag, 08.04.2017, 17:50 (vor 864 Tagen) @ H. Lamarr

Auszug aus Schwäbische Zeitung vom 7. April 2017:

Der Bauantrag der Telekom, der den Bau eines Mobilfunkmastens in Sigrazhofen östlich der Autobahn vorsieht, sorgt in und um Waltershofen für Ärger. Einige Anwohner haben Einspruch gegen das Bauvorhaben erhoben. Sie kritisieren vor allem die Höhe des Mastes von nun 40 Metern. Auch sei im Vorfeld nicht ausreichend informiert worden. Zudem sehen sie die Notwendigkeit des Mastes an diesem Standort nicht.

Rückblick: Am 9. März hatte der Ortschaftsrat über den Bauantrag diskutiert, dort hatte es noch einige offene Fragen gegeben. Zum Beispiel, warum der Mast jetzt 40 Meter hoch werden soll und als Stahlgitter- statt als -betonmast gebaut werden soll. Mit diesen Fragen wurde die Entscheidung an den Gemeinderat weitergegeben. Weil diese Fragen noch nicht geklärt werden konnten, vertagte der Gemeinderat in seiner März-Sitzung den Tagesordnungspunkt. In der nächsten Sitzung am 12. April muss der Gemeinderat aber definitiv über den Bauantrag entscheiden, wie Bürgermeister Dieter Krattenmacher sagt. Denn die Zeit drängt. Die Gemeinde habe nur zwei Monate nach Eingang des Bauantrags Zeit, das gemeindliche Einvernehmen zu erteilen oder zu versagen, ansonsten gelte das Einvernehmen automatisch als erteilt. Die letztendliche Entscheidung trifft allerdings das Landratsamt als Bauaufsichtsbehörde.

Anita und Martin Riedle aus Leutkirch-Gebrazhofen sind gegen den geplanten Masten, auch weil Anita Riedles Vater Matthäus Spieß ein direkter Anwohner ist. [...] Außerdem sind Anita und Martin Riedle der Meinung, dass „in Sigrazhofen und Umgebung mehr als genügend Sendeleistung vom nahen Goppertshofen vorhanden ist“. Und sie ergänzen: „An diesem Standort besteht nachweislich und nachprüfbar kein Bedarf.“

Zum Funkmast an sich sagt Krattenmacher [Bürgermeister v. Kißlegg; Anm. Spatenpauli]: „Das ist keine Maßnahme der Ortschaft Waltershofen oder der Gemeinde Kißlegg.“ Es sei ein privilegiertes Bauvorhaben, über das am Ende das Landratsamt befinden müsse. Zum Vorwurf, dass kein Telekomvertreter vor Ort war, um Fragen zu beantworten, sagt der Bürgermeister: „Die Telekomvertreter sind nicht mehr bereit, weitere Gespräche zu führen.“ Schließlich habe der Bau eines Funkmastes in Waltershofen und an der A96 schon eine lange Vorgeschichte. Übrigens wurde das bisherige Genehmigungsverfahren für einen Standort beim ehemaligen Wasserhochbehälters, zwischen Autobahn und Wuhrmühleweiher, bisher nicht zum Abschluss gebracht. Der Bauantrag ruht derzeit.
[...]
Dass der Funkmast nun 40 statt wie vereinbart 30 Meter hoch werden soll, sei dem neuen Standort auf der Südostseite der Autobahn geschuldet. „Die höhere Bauausführung ergibt sich aus dem circa acht bis zehn Meter tiefer gelegenen Stockelbereich des geplanten Mastens gegenüber dem Standort auf der Nordwestseite der Autobahnbrücke“, heißt es in der Sitzungsvorlage. Wie die Telekom jetzt auf den gegenüberliegenden Standort gekommen ist, kann auch Krattenmacher nicht sagen. [...]

Zwei Einsprüche sind bei der Verwaltung eingegangen: zum einen von Walter und Elisabeth Frick sowie von Matthäus Spieß, dem Vater von Anita Riedle. In ihrem Einspruch sagt die Familie Frick, dass das betroffene Flurstück von ihr bewirtschaftet wird. „Durch die Errichtung des Mastens entsteht ein Hindernis, dass uns die maschinelle Bewirtschaftung der Fläche massiv erschwert“, heißt es darin. Und weiter: „Sinnvoller wäre es doch, das Funkloch zwischen Käferhofen und Gebrazhofen mit mehreren kleineren Masten in Autobahnnähe (z.B. auf staatlichen Flächen) zu überbrücken, satt einem „Monstermasten“ mitten in einer Wirtschaftsfläche.“ Auch „die nicht unerheblichen Gesundheitsgefahren für Mensch und Tier könnten durch die dadurch geringere Sendeleistung der einzelnen Masten reduziert werden“.

Auch wenn die Anwohner betonen, dass an dieser Stelle eine gute Funkversorgung gewährleistet sei, ist Krattenmacher der Meinung, dass ein Mobilfunkmast an der Autobahn notwendig ist. „Die Leute beschweren sich regelmäßig über schlechten Handyempfang.“ Es gebe viele Bereiche in Waltershofen, die unterversorgt seien. Auch an Widerstand von einzelnen Bürgern ist er schon gewöhnt. „Immer der, wo der Mast hinkommen soll, schlägt um sich.“ Er habe es aufgegeben zu vermitteln. [...]

Hintergrund
Telekom plant an der A 96 bei Waltershofen einen 50-Meter-Mobilfunkmast

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Tags:
Schwäbische, Baden-Württemberg, Gemeinde, Kißlegg


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