Neues von der Nationalen Kundgebung "Stop 5G" in Bern (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Sonntag, 05.05.2019, 16:38 (vor 220 Tagen) @ H. Lamarr

Gigaherz.ch, eigenen Angaben zufolge mit Abstand größter Anti-Mobilfunk-Verein der Schweiz, ist nicht mit im Boot.

Gigaherz-Präsident Jakob schreibt dazu auf eine Anfrage am 3. Mai in seinem Forum:

Als verantwortlicher für diese Demo zeichnet ein uns völlig unbekannter Einzelkämpfer aus Yverdon. Der Verein Gigaherz.ch wurde weder für die Mithilfe an der Organisation angefragt noch in irgendwie in die Organisation eigebunden. Nur kräftig in die Vereinskasse greifen hätten wir jetzt gegen den Schluss hin noch dürfen. Und möglicherweise nach der Demo für entstandene Schäden auch noch gleich ein zweites mal.
So geht das natürlich nicht. Da wo Gigaherz drauf steht, muss auch Gigaherz drin sein. Dann können wir für einen geordneten flotten Ablauf einer Veranstaltung und für sämtliche finanziellen Verpflichtungen garantieren. Da wo wir ausser zu bezahlen, nichts zu sagen haben, schreiben wir auch nicht einfach so unseren Namen drauf.
Das heisst jetzt noch lange nicht, dass andere Organisationen nicht fähig sind eine anständige Demo durchzuführen. Wir lassen uns das gerne einmal vorführen. Am 10.Mai ist Gelegenheit dazu. Wir wünschen gutes Gelingen.

Am 2. Mai schrieb ein anonymer Teilnehmer im selben Strang:

Zur Zeit werden die Vollzugshilfen bez. der vor Ostern beschlossen NISV-Änderungen ausgearbeitet. Der öffentliche Druck wird diese Ausgestaltung beeinflussen.

Diese Behauptung teile ich überhaupt nicht. Wäre ja noch schöner, wenn aufgehetzte Laien, die 5G nicht begreifen und schon gar nicht die komplexe Technik adaptiver Antennen, auf eine staatliche Verordnung großer Tragweite Einfluss hätten.

Deshalb ist es wichtig, dass möglichst viele an dieser Demo teilnehmen.

Wichtig ist eine große Teilnahme allein für die Veranstalter und die Anti-Mobilfunk-Szene, für sonst niemand - ausgenommen materielle und immaterielle Nutznießer der 5G-Hysterie. Wenn vernünftige Sachargumente fehlen, helfen auch 20'000 Teilnehmer nicht darüber hinweg. Wir kennen das von Petitionen: Diese werden (zumindest offiziell) allein nach ihrem Inhalt bewertet, nicht nach der Anzahl der Befürworter.

Ich verfüge über Insider wissen und weiss deshalb von was ich schreibe - Als Insider kann ich mich leider nicht namentlich outen, sonst war's dann mit Insider zu sein.

Selbstverständlich. Fragt sich nur, auf welchem Gebiet der Illuminierte glaubt, Insiderwissen zu haben.

Ich kann nur euch dringend dazu aufrufen, diese Demo mit voller Kraft zu unterstützen. Erscheinen dort nur gerade einmal 200 Kritiker, dann ist das ein politisches Zeichen, dass nur gerade ein paar Exoten etwas gegen einen uneingeschränkten 5G-Ausbau haben, 2'000 Demonstrierende setzen ein Zeichen und 20'000 Teilnehmer würde die Behörden und Politiker schocken.

Quatsch. Bestenfalls 20'000 Teilnehmer, mehr fasst der Waisenhausplatz nicht, sind 0,25 Prozent der Schweizer Bevölkerung. Die Sekte AZK könnte auf Weisung von Sektenchef Ivo Sasek davon etwa 3000 bis 5000 stellen. Behörden und Politiker werden sich davon kaum "schocken" lassen. Die einen werden versuchen politisches Kapital aus der Veranstaltung zu schlagen, die anderen werden sich wundern, wie viele "nützliche Idioten" die 5G-Hysterie hervorbringen kann.

Ich bin auch skeptisch, ob eine solche Demo nützlich für die Sache ist oder wegen geringer Teilnehmerzahl eher für die Sache schädlich sein wird - Die Demo wird es nun geben, jetzt bleibt uns nur, dieser zum Erfolg zu verhelfen.

Stimmt. Diagnose-Funk ist 2012 mit dem Versuch kläglich gescheitert, in München eine Großdemonstration von Funkgegnern zu organisieren. Ungefähr 100 Teilnehmer, davon mehr als die Hälfte aus der Szene, versammelten sich vor einer maßlos überdimensionierten Rednertribühne.

Ihr habt es mitzuverantworten, wie viele es schlussendlich werden auf dem Weisenhausplatz, auch ob ihr zukünftig ernster genommen werdet oder nur noch belächelt werden.

Das klingt schon fast wie Nötigung oder eine Drohung. Auch 20'000 Teilnehmer würden von allen belächelt, die über 5G besser Bescheid wissen, als die dort versammelten aufgeregten Wutbürger. Dennoch ist die Anzahl der Teilnehmer das mit Abstand Wichtigste bei dieser Veranstaltung, – aus soziologischer Sicht. Dort geschwungene Reden fachlicher Laien halte ich für belanglos, es fehlen die kompetenten Gegenstimmen. Da Veranstalter die Anzahl der Teilnehmer stets zu ihren Gunsten überschätzen, wäre es entzerrend, zusätzlich eine Schätzung von neutraler Seite zu haben.

Die Redner auf der Veranstaltung stehen inzwischen fest, wie einem weiteren Posting in dem verlinkten Strang zu entnehmen ist:

- Thomas Hardegger, Nationalrat SP und Initiator PGNIS (Parlamentarische Gruppe NIS)
- Sabine Glauser, Mitglied der Grünen Partei im Grossen Rat des Kantons Waadt
- Martin Zahnd, Vorstand im Verein «Schutz vor Strahlung»
- Peter Schlegel, Bürgerwelle Schweiz
- Olivier Bodenmann, Elektroingenieur an der EPFL, Experte für Elektrosmog
- Martin Vosseler, Arzt, Umweltschützer, Klimaaktivist
- Valérie, Designerin und Künstlerin, Elektrosensibel (EHS)

Olivier Bodenmann, der als "Elektroingenieur an der EPFL" vorgestellt wird (einziger E-technisch ausgebildeter Redner), ist, wie sollte es auch anders sein, natürlich nicht an der EPFL tätig (Eidgenössische Technische Hochschule Lausanne). Er hat dort vor langer Zeit lediglich E-Technik studiert und betätigt sich heute als selbständiger Profiteur irrationaler Ängste gegenüber Elektrosmog, indem er Beratung, Messung, Schirmung und dergleichen anbietet.

Die beiden Politiker unter den Rednern werden in ein paar Jahren verstummt sein. So wie die "Grünen" im Bayerischen Landtag, die nach etwa zehn fruchtlosen Jahren als Mobilfunkgegner auf Druck ihrer Jugendorganisation eine 180-Grad-Kehrtwende hinlegten und heute energische Verfechter der Forderung sind, 5G an jeder Milchkanne anzubieten.

Kurios finde ich in dem oben verlinkten Strang folgende Äußerung von Gigaherz-Vorständin Elisabeth Buchs:

Hoffen wir auf gutes Wetter, möglichst viele Teilnehmer/innen und dass keine Störenfriede auftauchen, wobei da Vorkehrungen getroffenen worden seien.

Ich behaupte, die Veranstaltung ist nicht bedeutend genug, um auch nur einen einzigen "Störenfried" aus dem Reservoir der mindestens 99,75 Prozent (schweigende Mehrheit) anzulocken. Es ist nur ein netter Wunschtraum, darauf zu hoffen, dass organisierte Störer die Versammlung verbissener Funkgegner durch gezielte Störmanöver aufwerten würden. Derartige Hoffnungen gehören seit jeher zu Gigaherz wie die Butter zum Brot.

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Tags:
Esoterik, AZK, Schlegel, Demo, Zahnd, Hardegger, 5G-Tea-Party, Bodenmann, Glauser


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