Online-Petitionen gegen 5G, endlose (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Dienstag, 02.04.2019, 11:49 (vor 108 Tagen) @ H. Lamarr

Auffällig bei den meisten Online-Petitionen gegen 5G ist: sie laufen unbefristet und der Petent ist anonym. Befristet sind allein die Petitionen auf der Plattform des Deutschen Bundstags und auf Open Petition. Die Endlosigkeit der anderen Petitionen aber ist sinnlos, da sich alle gegen den Start von 5G wenden oder explizit gegen die Versteigerung/Vergabe der 5G-Lizenzen. Wenn demnächst die Auktion in Mainz zuende ist, verlieren die Petitionen ihr Ziel aus den Augen, weiter munter mitgezeichnet werden kann trotzdem. Möglicherweise haben die unbefristeten Petitionen daher ganz andere Ziele, etwa ein verdeckter Intelligenztest an der Bevölkerung oder die Abschätzung des Marktpotenzials für Geschäftemacher, die mit der Angst vor Funk Umsatz machen wollen :-).

Noch schlimmer ist es bei der weltweit gegen 5G ausgeschriebenen Petition des "elektrosensiblen" Amerikaners Arthur Firstenberg. Diese (ebenfalls unbefristete) Petition auf einem selbst gebastelten und deshalb völlig unkontrollierbaren Webportal haben zehntausende unterschrieben, obwohl das Ziel außerordentlich nebulös beschrieben ist:

We urge governments and the public to read the Appeal carefully, and to act accordingly.

Ich stelle mir Kanzlerin Merkel vor, wie sie gelangweilt Däumchen drehend im Kanzleramt sitzt, dann ziellos im www umherstreift, zufällig die Ermahnung Firstenbergs liest und sich gehalten sieht, seinen dusseligen Bedenken gegen 5G auf Erden und im Weltraum Rechnung zu tragen. Ebenso gut könnte Firstenberg auch einen Rechtsanspruch auf Dummheit geltend machen. Dass mit Ernst Ulrich von Weizsäcker ein als seriös geltender Wissenschaftler diesen Appell unterschrieben hat ist weder wundersam noch empörend. Nach den Gesetzen der Statistik und der Wahrscheinlichkeitsbetrachtungen musste es passieren, dass bei gegenwärtig rund 63'000 Unterstützern (mindestens) einer dabei ist, der noch alle Latten am Zaun hat.

Firstenberg kann das alles egal sein, er freut sich über zehntausende Namen und E-Mail-Adressen 5G-Besorgter, die möglicherweise künftig in ihren Postfächern kommerzielle Angebote finden werden, wie sie sich am besten gegen die "mörderischen" Auswirkungen von 5G auf ihr Wohlbefinden schützen können. Andere Wirkungen sehe ich bei diesem Appell nicht.

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Tags:
Instrumentalisierung, Appell, Geschäftemacher, Petition, Bundesregierung, Lizenzvergabe, Firstenberg


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