Susi Sorglos missbraucht 5G-Fake-Petition auf WeACT (Allgemein)

Dorfreporter, Dienstag, 02.04.2019, 21:43 (vor 233 Tagen) @ H. Lamarr

Unter dem Decknamen Susi Sorglos habe ich die Probe aufs Exempel gemacht und die 5G-Fake-Petition von Andrea Haufler auf dem Portal WeACT manipuliert. Sich mit einem Phantasienamen und mit einer Wegwerf-E-Mail-Adresse dort unter die Mitzeichner zu mischen ist problemlos möglich und dauert keine zwei Minuten. Aus gutem Grund straft der Deutsche Bundestag solche Petitionen deshalb konsequent mit Missachtung.

Die Manipulation einer WeACT-Petition läuft mit drei Schritten:

1. Beschaffung einer Wegwerf-E-Mail-Adresse.
2. Petition mit dieser E-Mail-Adresse mitzeichnen.
3. Bestätigungsmail von WeACT quittieren.

Fertig!

Schritt 1: Beschaffung einer Wegwerf-E-Mail-Adresse

Anbieter von Wegwerf-E-Mail-Adressen gibt es viele. Funktioniert eine solche Adresse nicht (Bestätigungsmail von WeACT kommt nicht an) muss man es mit einen anderen Anbieter noch einmal versuchen. Ich hatte Erfolg mit dem Anbieter Byom. Dort kann man sofort ohne Registrierung innerhalb von Sekunden eine beliebige Wegwerf-E-Mail-Adresse samt Postfach einrichten, fix ist nur der Provider @byom.de, und das Postfach ist sofort für maximal sechs Stunden bereit, E-Mails zu empfangen. Ich entschied mich für die Adresse susi.sorglos@byom.de, ließ den Browser-Tab der Byom-Site offen und machte mich sodann mit einem zweiten Tab auf die Socken zur 5G-Petition bei WeACT.

[image]Bild 1: Die Eingabe der E-Mail-Adresse (susi.sorglos@byom.de) wird mit Klick auf die grüne Schaltfläche gültig. Nach max. sechs Stunden wird alles automatisch gelöscht.

Schritt 2: Petition mit dieser E-Mail-Adresse mitzeichnen

Auf der Petitionsseite wird lediglich Vorname (Susi), Nachname (Sorglos), E-Mail-Adresse (susi.sorglos@byom.de) und die Postleitzahl des Wohnorts abgefragt. Bei der PLZ darf man ebenfalls Phantasie walten lassen, Anregungen gibt es <hier>. Jetzt noch auf die Schaltfläche "Unterzeichnen" geklickt und auch Schritt 2 war nach wenigen Sekunden fertig ausgeführt. Nun kehrte ich zurück zum Browser-Tab der Byom-Site.

Schritt 3: Bestätigungsmail von WeACT quittieren

Dort angekommen klickte ich auf "Aktualisieren" und tatsächlich, das Postfach zeigte bereits die Bestätigungsmail von WeACT an. Üblicherweise muss man auf Bestätigungsmails etwas warten:

Hallo Susi Sorglos,
danke, dass Sie die Petition 'Aufruf zum Stop des 5G-Mobilfunknetz-Ausbaus' auf WeAct unterstützen wollen. Sie müssen nur noch Ihre Teilnahme durch einen Klick auf einen der nachfolgenden Links bestätigen. [...]

Link 1: Ich möchte teilnehmen und weiter informiert werden
Link 2: Ich möchte teilnehmen und keine Informationen erhalten

Ihre Bestätigung ist wichtig für das politische Gewicht dieser Aktion. Nur so können wir Ihre Teilnahme mitzählen.

Herzlichen Dank!

Mit dem "politischen Gewicht" der Aktion ist das allerdings so eine Sache, auf die ich weiter unten noch einmal zurück komme.

[image]Ich entschied mich für den Klick auf Link 2 (hier nicht verlinkt), kehrte wieder zurück zum Tab mit der Petitionsseite und aktualisierte diese mit Funktionstaste F5. Jetzt sah ich die rechte Säule des Layouts wie in Bild 2 gezeigt.

Bild 2: Nach Quittierung des Empfangs der Bestätigungsmail von WeACT ermöglicht die Petitionsseite die Eingabe eines Kommentars. Unten wird jetzt in Echtzeit angezeigt, dass Susi S. vor 4 Minuten die Petition mitgezeichnet hat. Diesen Service der Echtzeitanzeige bekommt aber nur der zu Gesicht, der die Petition mitgezeichnet hat. Alle anderen sehen nur Namen von Mitzeichnern, die vor Stunden oder Tagen teilgenommen haben.

Die Eingabe eines Kommentars ist freiwillig und keine Pflicht. Ich erlaubte mir den Spaßkommentar "Weil Petitionen gegen 5G völliger Blödsinn sind". Prompt wurde dieser Kommentar in der linken Layout-Säule im Abschnitt "Ich habe unterzeichnet, weil ..." auch angezeigt. Ein Wächter muss aber die Kommentare zeitnah sichten und von Unerwünschtem befreien, denn am nächsten Tag war mein Kommentar nicht mehr auffindbar.

Damit ist mein kleiner Ausflug auf die Petitionssite WeACT zuende. Eine Garantie, dass die Mitzeichnung mit einer Byom-E-Mail-Adresse auch morgen noch funktioniert gibt es nicht, denn Anbieter privater Petitionsplattformen können Wegwerf-E-Mail-Adressen eines Providers auch sperren.

Kommen wir noch einmal zurück zum versprochenen "politische Gewicht" einer Mitzeichnung auf WeACT. Dieses Gewicht wird mit dem Datenschutzhinweis am Fuß der Bestätigungsmail sogleich zum Leichtgewicht pulverisiert, denn außer Name und Wohnort bekommt der Petent von WeACT sonst keine Kontaktdaten ausgehändigt, die eine eindeutige Identifizierung eines Mitzeichners zulassen – was aber wichtig wäre, soll eine Petition politisch Gewicht haben. Soll sich der Deutsche Bundestag damit befassen, genügen Name und Wohnort nicht. Manipulationswillige aber haben es wegen der Einschränkung einfach, die Plattform WeACT mühelos zu missbrauchen.

Tags:
Zensur, Manipulation, Petition, Hintergrund, Transparenz


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