Mobilfunk Eltersdorf: Basisdemokratie muss scheitern (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Mittwoch, 24.11.2010, 01:29 (vor 3161 Tagen) @ physiker

... weil Herr W. hätte einige Wochen vor der Mast- Montage mit seinen Nachbarn reden können.

Was glauben Sie, was dann passiert wäre? Aus meiner Sicht arbeiten Mobilfunk-Sendemasten sich bald an das Negativ-Image eines AKWs heran, d.h. ein freundschaftliches Informationsgespräch unter Nachbarn ist mMn wegen irrationaler Spontanablehnung gar nicht mehr möglich, basisdemokratisches Entscheiden scheidet daher sowieso aus. Geht aber von AKWs zumindest theoretisch noch Lebensgefahr aus, ist es bei Sendemasten völlig anders, da sind noch nicht einmal vergleichsweise harmlose Befindlichkeitsstörungen objektiviert worden. Blieben also allein optische Gründe für eine Ablehnung übrig, davon aber reden die Eltersdorfer nicht. Womit ich sagen will: Aus meiner Sicht hatte W. keine Wahl, gegen ein nur "gefühltes" Risiko kannst du mit Sachargumenten nicht viel ausrichten. Da bringt es mehr, das Ding aufzustellen und in Betrieb zu nehmen und - zu warten. Wie bei den anderen 70'000 Sendemasten im Land werden die Leute nach anfänglicher Beklommenheit bald merken, dass sie nichts merken. Und dann heißt es: Game over und das Leben geht wieder den gewohnten Gang.

Das Ganze tritt so freilich nur dann ein, wenn nicht irgendwelche verdeckten Streitereien der Nachbarn über den Umweg des Sendemasten ausgetragen werden, derartige Einflussgrößen müssten dann, falls gewollt, tatsächlich auf der Ebene respektvoller Kommunikation ausgeräumt werden.

Wir wohnen jetzt seit fast zehn Jahren in unmittelbarer Nähe eines GSM/UMTS-Sendemasten, unsere Kinder sind mit ihm groß geworden, irgendwelche Auffälligkeiten kann ich aber "leider" nicht berichten, dabei haben wir auch noch mindesten vier andere Mobilfunk-Sendemasten im Blickfeld, DECT, etliche W-LANs, einen Rundfunksender des BR in Sichtweite, Energiesparlampen und überall mit Drehstrom gespeiste Nachtspeicheröfen. Befund? Noch immer gesund! Und sollte es einmal anders sein, wird es dafür mit Sicherheit noch zig andere Erklärungen geben ...

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Tags:
Mitbestimmung, Basisdemokratie, Betroffenheitsprinzip


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