Ausbildung zum arbeitslosen Elektrosmog-Messtechniker (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Mittwoch, 21.12.2011, 23:50 (vor 2889 Tagen) @ H. Lamarr

Branche: Weiterbildung
Produkt: Lehrgang EMF-Messtechnik
Anbieter: Institut i-bmr, Salzburg
Nutzen: Potenzielles Umsatzplus für Lehrgangsteilnehmer, der Endverbraucher hat aus objektiver Sicht keinen Nutzen.

Beleg: "Ein neues und hochattraktives Geschäftsfeld eröffnet sich nun für die Absolventen der Ausbildung zum EMF-Messtechniker und Präventionsberater am Institut i-bmr Salzburg.

Immer wichtiger wird die fachgerechte Prävention und ganz besonders der Schutz vor Langzeitwirkungen von Feldeinflüssen niedriger und niedrigster Intensität. Technologien, die hoch- und niederfrequente Felder nutzen, werden immer mehr und die Sensibilisierung in der Bevölkerung steigt. Erst kürzlich (Mai 2011) stufte eine Arbeitsgruppe der WHO hochfrequente elektromagnetische Felder als "möglicherweise krebserregend" ein (WHO press release n° 208 31 May 2011, IARC classifies radiofrequency electromagnetic fields as possibly carcinogenic to humans). [...]"

Hintergrund: Die im obigen Textauszug aufgestellten Behauptungen von einer wachsenden Nachfrage nach Messungen sind zweifelhaft und nicht belegt. Wahrscheinlich ist eher das Gegenteil der Fall. Die am Bedarf vorbeigehende Überschwemmung des Marktes mit kostenpflichtig ausgebildeten "EMF-Messtechnikern" führt zu einem heftigen Wettbewerb um eine kleine Anzahl von Interessenten. In diesem Klima ist zu befürchten, dass die enttäuschten Absolventen dazu neigen, der "Sensibilisierung der Bevölkerung" mit Panikmache und angstschürenden Meldungen auf unseriöse Weise Vorschub zu leisten, in der Hoffnung auf Aufträge. Denkbar ist auch, dass zur besseren Entkopplung der Panikmache von den Nutznießern auf Verbandsebene sogenannte Astroturfer engagiert werden, die die schmutzige Arbeit, nämlich die Bevölkerung gegenüber Elektrosmog nachhaltig zu verunsichern, gegen Honorar leisten. Dem Ausbilder kann diese fatale Entwicklung egal sein, er profitiert von Bewerbern, die sich im guten Glauben an einen lukrativen Zusatzverdienst gegen Entgelt weiterbilden lassen ohne den Teufelskreis zu erkennen, in den sie mMn geraten sind. Denn das laute Trommeln, das eigentlich spröde Kunden zur Investitionsbereitschaft bringen soll, es lockt auch Glücksritter an, die den Lärm falsch deuten und glauben, als EMF-Messtechniker den schnellen Euro im großen Stil machen zu können.

Quelle: http://www.elektrojournal.at/ireds-117533.html
Datum: 21. Dezember 2011

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Tags:
Ausbildung, Weiterbildung


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