Messwerte klein, groß oder plemplem reden (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Donnerstag, 16.07.2009, 15:26 (vor 3781 Tagen) @ H. Lamarr

Das Problem: Messwerte sind für viele Teilnehmer in der Mobilfunkdebatte böhmische Dörfer. Nicht weiter schlimm, wenn diese Unkenntnis nicht dazu genutzt wird Leute zu manipulieren. Die Manipulation gilt dem Kleinreden von tatsächlich großen Messwerten oder aber dem Großreden von tatsächlich kleinen Messwerten. Welche Variante zur Anwendung kommt, hängt ganz von der Situation und der Absicht des Minipulators ab.

Die Bezugseinheit cm² bei der Nennung eines Leistungsflussdichte-Messwerts halte ich für einen der größten Stolpersteine im Weg von Sendemastengegnern. Es gibt auch keinerlei vernünftigen Grund, von der Basiseinheit m² auf cm² umzusteigen, es sei denn man ist es so aus alten Tagen gewohnt - oder man möchte desinformieren. Den Trick kennen wir hier im Forum inzwischen (fast) alle, er wird mal so mal so angewendet:

Kleinreden: Wer vortäuschen möchte, dass schon bei vermeintlich schwachen Funkfeldern Effekte gefunden wurden, der bedient sich bei Werten der Leistungsflussdichte der Bezugseinheit cm², um Werte künstlich um den Faktor 10'000 zu schrumpfen. Da werden dann aus 10 W/m² ruck-zuck 1 mW/cm². Und was passiert? Der Laie liest etwas von 1 mW, ein Wert, den er vom Hörensagen als allgegenwärtigen Belastungswert kennt - und schon klingeln ohne jeden Grund beim verängstigten Sendemastengegner, der vielleicht ein prima Literaturprofessor, Drucker oder Astrologe ist, die Alarmglocken. Ziel erreicht! Und das Schönste: Kleinredner können sich bei Vorwürfen immer damit rausreden, nominell sei an ihrer Desinformation ja nichts falsch.

Großreden: Wer, in Wahrheit kleinen Belastungswerten, eine bedrohliche Dimension geben möchte, der benutzt den Trick der Kleinredner in umgekehrter Richtung. Beispiel: Die beiden Werte 2250 nT und 2,25 µT sind identisch, sie unterscheiden sich kein bisschen in der Belastung, sondern nur in der Einheit. Praktziert wurde dies hier, es gibt jedoch zig Fundstellen für das beliebte Großreden von Belastungswerten. Logisch, dass unsere glorreichen Drei von oben bei 2250 nT mehr Angst kriegen als bei mickerigen 2,25 µT. Ziel erreicht! Und das Schönste: Großredner können sich bei Vorwürfen immer damit rausreden, nominell sei an ihrer Desinformation ja nichts falsch.

Hier ein paktisches Beispiel, wie das Großreden bei dem Messwert eines Tetra-Sendemasten funktioniert.

Plemplemreden: Geradezu absurd erscheint es, wenn die beiden Tricks gleichzeitig auf einen Messwert angewendet werden. Denn dann kommen sich gegenseitig kompensierende Kunstprodukte wie 100000 nW/cm² heraus, was nichts anderes ist als 1 W/m². Plemplemgeredete Messwerte sind mMn ein untrügliches Zeichen für a) Inkompetenz oder b) festen Manipulationswillen desjenigen, der damit in der Öffentlichkeit hausieren geht. Ziel erreicht? Kein Kommentar!

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!


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