6 % der Deutschen leiden unter Elektrosmog (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Sonntag, 08.02.2009, 13:32 (vor 3928 Tagen) @ H. Lamarr

K.o.-Argument: "In Deutschland reagieren laut einer Erhebung des Bundesamts für Strahlenschutz aus dem Jahr 2006 etwa 6 Prozent der Bevölkerung mit Krankheitssymptomen auf hochfrequente Strahlung, Tendenz steigend." (Quelle) Diese Behauptung taucht in mehr oder weniger abgewandelter Form - auch schon mal mit dem Wert 10 % - immer wieder einmal auf und wird gerne im Zusammenhang mit Schilderungen über Elektrosensibilität gebracht.

Die Tatsachen: In der genannten Erhebung (PDF) lässt sich die obige Aussage nicht finden. Das Wort "Krankheitssymptome" wird noch nicht einmal erwähnt.

Wie es sich tatsächlich verhält, ist in der Ergebung auf den Seiten 30/31 nachzulesen:

Frage 24: (an alle) „Machen Sie sich wegen möglicher gesundheitlicher Risiken durch elektromagnetische Felder, die von Mobilfunk-Sendeanlagen, Handys oder schnurlosen Telefonen oder anderen Quellen ausgehen, starke Sorgen, ziemliche Sorgen, wenig Sorgen oder gar keine Sorgen?“

Insgesamt bezeichnet sich eine Minderheit von 6 Prozent der Bevölkerung als stark besorgt wegen möglicher gesundheitlicher Risiken durch elektromagnetische Felder, weitere 14 Prozent als ziemlich besorgt. Gut die Hälfte ordnet sich selbst in die Kategorie „wenig besorgt“ ein und ein gutes Viertel bezeichnet sich schließlich als „gar nicht besorgt“.

Frage 27: (an alle) „Fühlen Sie sich durch elektromagnetische Felder von Mobilfunk-Sendeanlagen, Handys oder schnurlosen Telefonen oder anderen Quellen in Ihrer Gesundheit stark beeinträchtigt, ziemlich beeinträchtigt, wenig beeinträchtigt oder gar nicht beeinträchtigt?“

Im Hinblick auf eine mögliche gesundheitliche Beeinträchtigung durch elektromagnetische Felder gibt gut die Hälfte der Befragten an, „gar nicht“ bzw. weitere 36 Prozent, „wenig beeinträchtigt“ zu sein; 7 Prozent bezeichnen sich als „ziemlich“ und 2 Prozent als „stark beeinträchtigt“.

Ich hoffe der Unterschied zum K.o.-Argument ist jedem klar: Menschen, die sich selbst als besorgt sehen, wegen möglicher Gefahren des Mobilfunks, sind nicht automatisch Menschen, die unter Mobilfunkeinwirkung krank geworden sind! Gleiches gilt wenn sich jemand beeinträchtigt fühlt: dies heißt noch lange nicht, dass er es auch tatsächlich ist!

[Hinweis: Die Antworten zu Frage 27 enthalten einen Widerspruch, im Text werden 2 % als stark beeinträchtigt geführt, im zugehörigen Schaubild 3 %]


Selbst bei den Prozentwerten haben es die Urheber der Behauptung nicht so genau genommen, denn statt der genannten 6 Prozent vermeintlich Beeinträchtigte hätten sie bei sorgfältiger Recherche die 7 Prozent oder 7 + 2 Prozent (von Frage 27) nehmen müssen. Was allerdings nichts daran ändert, dass es sich hier lediglich um Selbstauskünfte (Meinungen) der Befragten handelt und nicht etwa um die wissenschaftlich exakt ermittelte tatsächliche Anzahl von Betroffenen.

Eine Stellungnahme des BfS zu den wie Mücken umherschwirrenden Zahlen über Elektrosensible in Deutschland findet sich hier.

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!


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