Bei Grenzwert 1 °C Temperaturerhöhung (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Sonntag, 02.01.2011, 17:46 (vor 3211 Tagen) @ H. Lamarr

Behauptung: Wer sich Mobilfunkfeldern am Grenzwert aussetzt, dessen Körper erwärmt sich um 1 °C. Unter anderem wird dies von dem Baubiologen Wolfgang Maes behauptet (PDF).

Wahrheit: Gesicherte biologische und gesundheitliche Wirkungen im Frequenzbereich von 10 MHz bis zu einigen GHz stimmen mit den Reaktionen auf einen Anstieg der Körpertemperatur um mehr als 1 °C überein. Dieser Temperaturanstieg ergibt sich aus der Exposition von Personen unter gemäßigten Umgebungsbedingungen durch eine Ganzkörper-SAR von ungefähr 4 W/kg während einer Zeit von 30 Minuten. Die durchschnittliche Ganzkörper-SAR von 0,4 W/kg wurde daher als Grenzwert gewählt, der einen angemessenen Schutz vor beruflich bedingter Exposition gewährleistet. Ein zusätzlicher Sicherheitsfaktor von 5 wird für die Exposition der Normalbevölkerung eingeführt, was einer durchschnittlichen Ganzkörper-SAR-Grenze von 0,08 W/kg entspricht.

Quelle: ICNIRP-EMF-Richtline (Seite 79)

Interpretation: Sendet eine Mobilfunk-Basisstation auf allen Kanälen mit maximaler Leistung und tun dies auch alle unmittelbar benachbarte Stationen, dann wird im ungünstigsten Fall, wenn jemand mitten im Hauptstrahl am Rand des Sicherheitsabstandes einer Basisstation steht (meist etwa 2 bis 10 Meter von den Antennen entfernt), die Person einer Ganzkörper-SAR von 0,08 W/kg ausgesetzt - eben dem maximal zulässigen Grenzwert. Selbst in dieser Extremsituation kommt es nach 30 Minuten jedoch nicht zu einer Temperaturerhöhung von 1 °C, die als Grenze von biologischer Unbedenklichkeit zur Schädlichkeit angesehen wird. Tatsächlich ist die Temperaturerhöhung weitaus geringer, denn der zulässige Grenzwert 0,08 W/kg liegt um den Faktor 50 unter der Ganzkörper-SAR von 4 W/kg, die ein Aufheizen um 1 °C bewirken kann. In realistischen Situationen, in denen sich unmittelbare Anwohner von Mobilfunk-Basisstationen wiederfinden, wird der zulässige Grenzwert von 0,08 W/kg in aller Regel um mehrere Zehnerpotenzen unterschritten, wer z.B. 100 Meter von einem üblichen Sendemasten entfernt ist, wird einer Ganzkörper-SAR von nur noch etwa 0,00001 W/kg ausgesetzt, das ist Faktor 8000 unter dem zulässigen Grenzwert.

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!


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