Rolle der MI und Rolle der Presse... (Forschung)

Doris @, Sonntag, 25.05.2008, 15:20 (vor 5364 Tagen) @ H. Lamarr

Hier ist nachzulesen, dass womöglich ein in Diensten der Mobilfunk-Industrie stehendes Kommissionsmitglied der Uni Wien den Verdacht der Fälschung von Studiendaten mit Nachdruck ins Licht der Öffentlichkeit gezogen hat.

Dasselbe Blatt, aus der Sie die o.g. Informationen bezogen haben, hat heute einen interessanten Artikel im Angebot, welche Rolle die Presse durch ihre Form der Berichterstattung spielt.

Qualität setzt sich eben durch. Editorix, ein Forum von und für Online-Journalisten, nahm sich gestern exemplarisch eine aktuelle Meldung vor. Und wer hätte das erwartet - die meisten schreiben einfach nur ab.


Es ging um zwei österreichische Handy-Studien, in die möglicherweise gefälschte Daten einflossen. Spiegel Online berichtete darüber mit der Überschrift "Studien über Gefahren der Handystrahlen gefälscht”. Und vergaß glatt zu erwähnen, dass es dazu zwei ganz unterschiedliche Darstellungen gibt. Eine vom heutigen Rektor einer Wiener Universität, die andere von dem für die Studie verantwortlichen Professor.

Wir ließen beide Seiten zu Wort kommen und informierten auch darüber, dass Professor Rüdiger die Vorwürfe weitgehend zurückwies. Und ließen nicht aus, dass der Rektor, der die Studien öffentlich als gefälscht darstellt, eine Kommission zur Begutachtung der Studien offenbar durch einen Juristen der Mobilfunk-Industrie leiten ließ. Es ist also eine Geschichte, bei der viele Fragen offen blieben, und die deshalb ein großes Fragezeichen verdiente.

Und nun kommt ins Spiel, was Editorix den Copy-und-Paste-Journalismus nennt. Da gebe es die einen, die fleißig Spiegel online lesen und einfach die betreffende SpOn-Meldung nacherzählen, die wiederum auf Meldungen österreichischer Medien basierte. Dazu gehörten unter anderem Golem, Verivox, Teltarif und PC-Welt. Golem habe sich immerhin noch bemüht, die von Agenturen angelieferte Meldung ein bisschen anzureichern. Nur zwei Publikationen machten es besser, wie die Nachrichtentester von Editorix befanden:

"Heise und der Inquirer hingegen haben es geschafft, sich die Original-Quellen herauszusuchen und formulieren ihre eigene Nachricht daraus. Völlig vorbeigegangen ist die Geschichte bis dato übrigens an Chip, Computerbild, ZDNet und so weiter.”

Und übrigens, so nebenbei erfährt man, dass es Elektrosensible auch in Santa Fe gibt und auch dass es denen dort nicht anders geht, wie hier auch ;-)


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