Kaffeesatzleserei (Elektrosensibilität)

Fee, Freitag, 13.04.2007, 07:10 (vor 5221 Tagen) @ H. Lamarr

Richter hören sich bekanntlich die Argumente der Anklage und der Verteidigung an und urteilen dann. Wir kommen noch nicht einmal zu so einer fairen Gegenüberstellung von Argumenten, weil Sie jeden Zweifel an ES-Fallschilderungen als persönliche Beleidigung auffassen - so wirkt es jedenfalls auf mich.

Von den 30 ES, die ich persönlich kenne, kann ich jedenfalls von niemandem sagen, es sei ein unechter ES. Noch viel weniger lässt sich solches argumentativ per Internet feststellen. Im Gegenteil kann es ES geben mit noch relativ schwachen Symptomen, die diese nicht auf Elektrosmog zurückführen.

Ueberhaupt sollten allgemein auch die Menschen beruecksichtigt werden, die dieses masslose Aufruesten nicht wollen oder nicht vertragen.

Das hatten die amerikanischen Ureinwohner bestimmt auch mal so angedacht, bevor sie in tiefen Gebirgstälern - nein, pardon - in Reservaten gelandet sind.

Und das finden Sie gut so, dass es den ES auch so ergehen soll, dass sie bestenfalls noch in Reservaten und Gebirgstälern beschwerdefrei leben können.

Noch gleich etwas zu Ihrer Auesserung von den Antennen in den Wohngebieten, fuer ES ist entscheidend, welche Belastung, auch DECT, W-Lan und NF in ihren Schlafraeumen vorhanden ist.

Vor etwa einem Jahr hat Norbert Leitgeb im Rahmen seiner Epros-Studie geschrieben, dass die Funkfeldbelastung in Wohnungen durch aktive Handys aus Nachbarwohnungen überraschend hoch ist. Kein Wunder: Wenn die Masten weit weg stehen müssen Handys auf Maximalleistung schalten. Wer fordert: Masten raus aus Wohngebieten, der schadet in erster Linie Kindern, denn die haben nun mal fast alle Handys und wenn die Masten von den Eltern weit weg verbannt werden ...

Bei den Handys handelt es sich um eine kurzzeitige Belastung und für den Handy-Nutzer um eine eigenverantwortlich eingegangene. Jeder kann das Risiko selbst bestimmen, wie oft und wie lange er handytelefonieren will und ob er seinen Kindern in welchem Ausmass ein Handy erlauben soll.

Koennte sich evt. Doris fuer einen Sie ueberzeugenden Versuch mit echten bzw. unechten DECT bereiterklaeren.

Schlecht, denn Sie wohnt nicht in der Nähe. Außerdem müsste zuerst einmal ein von beiden Seiten akzeptiertes Testverfahren vereinbart werden. Mein letzter Versuch mit einer ES in diese Richtung ist erst kürzlich daran gescheitert ein beiderseits akzeptiertes Verfahren zu benennen.

Wie sieht es aus mit dem Leitgeb-Versuch? Auch würden mich nähere Angaben zum Verfahren der transkraniellen Magnetstimulation interessieren, die andere Reaktionen von sich als ES bezeichnenden Menschen gezeigt hat, ob dieses Verfahren schmerzhaft wäre, zu erhöhter Empfindlichkeit führen könnte und ob es einfach durchzuführen wäre.


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