Kaffeesatzleserei (Elektrosensibilität)

H. Lamarr @, München, Montag, 09.04.2007, 23:30 (vor 5345 Tagen) @ Fee

Das Ergebnis in Oberammergau halte ich überhaupt nicht Null, die ES spüren einen Unterschied zu vorher, der sich für sie negativ auswirkt, dieser Unterschied fand sich auch, nicht bezüglich EDGE, aber bezüglich GPRS.

Ungeklärt ist die Frage: Haben die ES zuerst das 8,3-Hz-Ticken gehört und anschließend negativ reagiert oder haben sie zuerst negativ reagiert und haben erst dann in dem Ticken eine denkbare Ursache gefunden. Ersteres würde die ES für mich unglaubwürdig machen, zweiteres glaubwürdig. Wie wir inzwischen ja wissen, hat das Ticken jedoch nichts mit Edge zu tun, sondern mit GPRS (bei T-Mobile). So, und jetzt kommt wieder einer dieser Plausibilitätsbrüche in der Argumentation der ES: Wenn also alle ES in Oberammergau auf das neue Ticken gesammelt negativ reagieren, wieso reagieren dann im übrigen Bundesgebiet die ES nur an ganz wenigen Stellen, wobei hier auch noch zu argwöhnen ist, dass erst die Medienberichterstattung zur Infektion beigetragen hat? Die Neuparametrierung von GPRS (also mit Ticken) ist bei T-Mobile in Deutschland voll im Gange und an vielen Stellen bereits passiert. Dennoch gibt es keinen bundesweiten Aufschrei von ES. Warum nicht? Eine plausible Antwort: In Oberammergau wurde nur gute PR-Arbeit geleistet und das damals neuartige Ticken zu einem regelrechten Angstthema hochstilisiert, in dessen Sog auch andere Einheimische geraten sind. Tatsächlich aber gibt es überhaupt keine biologische Relevanz des Tickens! Haben auch Sie eine plausible Antwort?

Man sollte einmal das Kräfteverhältnis der Befürworterseite gegenüber der Gegner-Seite in Bezug auf Personal und Finanzen überdenken.

Fee, es ist doch klar, dass die Gegenseite uns finanziell haushoch überlegen ist. Diese Macht muss sie aber gar nicht einsetzen, weil wir Kritiker uns meiner Meinung nach viel zu oft unfreiwillig als "Mietmäuler" präsentieren, wobei die Phrasen, die da gedroschen werden, von einigen Frontleuten immer wieder neu gestreut werden und deshalb eine erstaunliche Lebensdauer haben. Erst kürzlich wollte mir ein Nachschub-Kritiker was "Gutes" tun und den unseligen Eiertest als neueste Sensation andrehen - vielleicht als Osterüberraschung. Bei sowas bin ich stets der Ohnmacht nahe weil ich merke, kein Quatsch kann blödsinnig genug sein, dass er nicht doch emsig weiterverbreitet wird. Also lassen Sie das Geld stecken, Hirn einschalten wäre 1000-mal besser! Denn nicht alles ist so leicht zu durchschauen wie der Eiertest. So habe ich z. B. lange gebraucht, um zu erkennen, dass die Pauschalforderung "Sender raus aus Wohngebieten" schädlich ist. Die Erkenntnis als solche ist banal, weil mit zwei Sätzen erklärbar. Eher beschämend ist, dass ich als Nachrichtentechniker dennoch so lange gebraucht habe, den Fehler in dieser pauschalen Forderung zu erkennen. Ich erkläre mir das mit dem wasserfallartigen Auftreten dieser Forderung und dass es eben merklich leichter ist, mit dem Strom zu schwimmen als dagegen.

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!


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