Irrtumswahrscheinlichkeit: Aha-Effekt (Medien)

H. Lamarr @, München, Donnerstag, 05.09.2013, 00:46 (vor 2290 Tagen) @ Trebron

Tut mir leid, dass ich das das nicht so gut rüber gebracht habe (daher auch mein Link auf Wikipedia, wo besser erklärt wird). Kuddel hat daher soeben auch aus der Wikipedia zitiert.

Nett von Ihnen "Trebron", ich hatte aber eher an Probleme auf der Empfängerseite gedacht ...

Ja, es geht um Irrtums-Wahrscheinlichkeit. Oder genauer um das Ausschließen von rein zufälligen Ergebnissen, etwa durch zufällig weniger gelungene Auswahl der Mitspieler (z.B. lauter schon etwas hinfällige Laborratten), geringe Fallzahlen oder ungenaue Messgeräte usw. Wenn die Messreihen der beiden mit einander verglichenen Werte (Haarausfall und Elektrosmog) mathematisch nur eine Signifikanz auf dem 90%-Niveau hergeben, dann ist die Folge, dass eine von zehn Studien auch einen positiven Zusammenhang aufzeigen wird, obwohl es keinen gibt. Die wenigen Studien mit positivem Ergebnis widerlegen nicht alle anderen, sondern bestätigen lediglich die Höhe der (eher geringen) Signifikanz der Ergebnisse. Damit lässt sich dann keine eigene Welt der „einzig wahren Lehre“ erschaffen. Insider können mit dieser Diskrepanz locker umgehen, weil die zum wissenschaftlichen Geschäft gehört. Laien frohlocken und sehen ihre möglicherweise etwas wirren Vorstellungen bestätigt und tun alle anderen Studien-Ergebnisse als industrie-finanziert und manipuliert ab.

Jetzt besser?

Muss wohl, wenn sogar ich es jetzt kapiert habe ;-).

Diese Betrachtungsweise für falschpositive Studien habe ich zuvor von keiner Seite gehört - und ich sperre jetzt schon seit zehn Jahren die Ohren nach EMF-Infos auf. Finde ich außerordentlich spannend, und ist ein weiteres Steinchen in dem Bild, das ordentliche Wissenschaft als Prozess kumulativer Wissensanhäufung zeigt. Science-Quickies werden da zwar notiert, regen aber niemanden so auf, wie Alarmstudien dies regelmäßig bei Mobilfunkgegnern schaffen.

Hier noch eine flotte Abhandlung zu der nicht ganz unbekannten These: Der Storch bringt die Babys zur Welt (p = 0.008). Eine Grafik in diesem PDF erinnert an die berühmt-berüchtigte EHS-Prognose von Oberfeld & Hallberg, der zufolge 2017 jeder zweite Mensch "elektrosensibel" ist.

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Tags:
Oberfeld, Hallberg


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