Wortschwall: Stellungnahme weitaus länger als "Zeit"-Artikel (Medien)

H. Lamarr @, München, Donnerstag, 29.08.2013, 22:31 (vor 2299 Tagen) @ H. Lamarr

  • Diagnose-Funk plant einen Brennpunkt in vier Sprachen mit dem Arbeitstitel "Wir sind doch nicht blöd".

Gereicht hat es dann nur zu einer 8-seitigen Stellungnahme des Vereins in deutsch unter dem knöchern-schwulstigen Titel: Über die suggestive Wirkung des relativierenden Journalismus der ZEIT (PDF).

Diese Stellungnahme von Diagnose-Funk ist so üppig ausgefallen wie die Oberweite von Dolly Dollar. Wie üppig, das sollte sich jedoch erst heute herausstellen, nachdem "Die Zeit" den Artikel endlich online gestellt hat. Ich habe mir den Spaß erlaubt, Artikel und Stellungnahme zum Artikel dahingehend zu prüfen, wie viele Wörter sie haben. Das Ergebnis ist erstaunlich:

"Zeit"-Artikel "Verstrahlt - Der unsichtbare Feind": rund 2960 Wörter
Stellungnahme von Diagnose-Funk zum "Zeit"-Artikel: rund 4450 Wörter

[Hinweis: Die Druckausgabe des "Zeit"-Artikels ist länger, da dort der separate Artikel "Heimat im Funkloch" eingeschoben wurde. Da Diagnose-Funk auf diesen Einschub nicht weiter eingeht, ist der Vergleich oben zulässig].

Die wortreiche Stellungnahme des Anti-Mobilfunk-Vereins übertrifft den Textumfang des Artikels bei weitem!

Womit auch schon das Kernproblem dieses Vereins aus dem Schatten tritt: Wer keine überzeugenden Argumente hat, der muss viel um den heißen Brei herum reden. Das mögen die Leute nicht und deshalb ist die Außenwirkung des Vereins bescheiden. Dabei hat es schon etliche Warnungen gegeben: Der Verein gibt seine Verlautbarungen gerne als "Presse-Informationen" aus. Mir ist aus dem Stand freilich kein einziger Fall bekannt, dass so eine "Presse-Informationen" von Diagnose-Funk dann auch tatsächlich von einer halbwegs namhaften Zeitung gebracht wurde. Gesülze ist der sicherste Weg, Journalisten, die nicht müssen, dauerhaft zu vergraulen. Nur Dilettanten glauben, sie könnten mit ausufernder Quantität die Defizite in der Qualität ihrer Texte kaschieren.

[Vorsorglicher Hinweis für Frau W. aus O. in M.: Nein, ich habe die Wörter nicht per Hand gezählt, sondern diesen Job einer Textverarbeitung überlassen]

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!


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