Studienübersicht (Allgemein)

diagnose:falsch, Samstag, 07.01.2017, 18:36 (vor 1039 Tagen) @ Dr. Ratto

Sie haben 2015 einen Eintrag gepostet (s.u.). Gibt es bereits ein Update (bezüglich der WHO)? Die Klassifizierung in 2b macht mal wieder Probleme. Laien eben, aber diese sehr vehement.

Soweit der Post 2015:

International Agency for Research on Cancer (IARC) kommt 2011 zum Schluss, dass hochfrequente Felder von Handys (aber nicht Masten) möglicherweise krebserregend sind. Bei deren Sprachgebrauch heißt möglich, dass es nicht ausgeschlossen ist, da es vereinzelte Hinweise gibt. In die Kategorie "wahrscheinlich krebserregend" haben es die Felder nicht geschafft. In derselben Kategorie sind auch niederfrequente Magnetfelder, die von allen elektrischen Geräten im Haushalt sowie Stromleitungen ausgehen.
Die deutsche Strahlenschutzkommission (SSK) hat ihre Stellungnahme zu biologischen Auswirkungen des Mobilfunks (2011) vor allem auf den Ergebnissen des Deutschen Mobilfunk Forschungsprogramms begründet.
Der Health Council of the Netherlands hat zwei Bewertungen zu Mobilfunk und Krebs herausgegeben, eine über Humanstudien (2013) und eine über Tierstudien (2014).
Fazit: Es gibt kein nachgewiesenes Krebsrisiko, aber für Zeiträume über 13 Jahre fehlen Daten (die Technik ist nicht alt genug), deswegen kann man es nicht ausschließen. Das bedeutet dasselbe wie die Bewertung der IARC, ist für einen Laien aber wesentlich leichter zu verstehen.
Scientific Committee on Emerging and Newly Identified Health Risks (SCENIHR) hat im Januar 2015 die Opinion on Potential health effects of exposure to electromagnetic fields (EMF) veröffentlich. Hier sind alle biologischen und gesundheitlichen Auswirkungen berücksichtigt, nicht nur Krebs, und auch alle Frequenzbereiche
Der Schwedische Scientific Council on Electromagnetic Fields (SSM) hat 2015 eine Übersicht über gesundheitliche Auswirkungen aller Frequenzbereiche erstellt.
ICNIRP ist gerade dabei, die Grenzwertempfehlung zu Überarbeiten.
Die WHO ist gerade dabei, Environmental Health Criteria zu hochfrequenten Feldern zu aktualisieren. Die öffentliche Diskussion ist abgeschlossen, publiziert werden sie voraussichtlich 2016. Wie dabei vorgegangen wird und wer beteiligt ist, ist in dieser Präsentation dargestellt.
Es tut sich also was, es muss nicht jeder alles bis ins Detail verstehen. Besser, auf die WHO warten, und wenn schon nicht glauben, zumindest vertrauen.

Tags:
WHO, Klassifizierung, 2B


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