Mobilfunkgegner warnen vor Gefahren von WLAN an Schulen (Allgemein)

diagnose:falsch, Donnerstag, 05.01.2017, 12:04 (vor 1046 Tagen)

Auf zu einem weiteren Gefecht? Nachdem an Schulen vermehrt WLAN zur Einbindung neuer Medien (Beamer, Tablets, Messtechnik) eingesetzt werden, holt uns die Mobilfunkdiskussion ein. Kritische Bemerkungen zum "neue Medien-Hype" sind sicherlich angebracht - pädagogisch verbessern neue Medien den Unterricht sicher nicht. Auch Spitzer hat mit vielen Einwänden sicher recht.

Allerdings wird von den Mobilfunkgegnern aus gesundheitlichen Gründen gegen die Technik gewettert. WLAN - so ein Argument - soll Kinder und Jugendliche gesundheitlich massiv schädigen.

An vorderster Front ein alter Bekannter der Szene, Hensinger, -leider darf dieser sogar bei wichtigen Verbänden wie dem Philologenverband PhV publizieren. http://www.phv-bw.de/Veroeffentlichung/Publikationen/GBW_2015_11/14-wlan.html

Im Internet gibt es bedauerlicher Weise eine Übermacht der Mobilfunkgegner - ängstliche Eltern und Lehrer müssen nicht lange suchen, bis sie Warnhinweise, Warnstudien usw. finden.

Die breite Öffentlichkeit erreicht Diagnose:funk nicht: es ist heute schwierig, kein WLAN zu verwenden. Ganze Städte bieten kostenfreie Netze an. Allerdings können die Gegner nachhaltig verunsichern und es bleibt immer eine Verunsicherung zurück: Setze ich mein Kind zusätzlich "schädlicher Strahlung" aus?

Ich bin dankbar für Unterstützung und rationale Gegenargumente.

- Wie "gefährlich" ist ein EMF, wenn 30 Schüler gleichzeitig mit einem Tablet arbeiten? Nach wie vielen Minuten WLAN Einsatz wird es denn ungesund?

- Welche neuen zentralen Studien in guter wissenschaftlicher Qualität geben eine nachvollziehbare Einschätzung von der Gefahr von EMF?

- Wie stehen denn die Ärzteverbände zu den Ärzteappellen der Mobilfunkgegner?

- Rät der Bayrische Landtag tatsächlich von WLAN an Schulen ab?

- Stimmt es, dass die Grenzwerte W/m² in Deutschland tatsächlich viel höher ist als in anderen Ländern?

Tags:
BUND, Diagnose-Funk, Landtag, Seilschaft, Netzwerk, Autodidakt, Philologenverband, Aerzteappell

30 Tablets im Klassenzimmer

Dr. Ratto, Donnerstag, 05.01.2017, 13:57 (vor 1046 Tagen) @ diagnose:falsch

- Wie "gefährlich" ist ein EMF, wenn 30 Schüler gleichzeitig mit einem Tablet arbeiten? Nach wie vielen Minuten WLAN Einsatz wird es denn ungesund?

Im Deutschen Mobilfunk Forschungsprogramm wurden zwei Projekte zu Exposition unter ähnlichen (aber nicht identischen) Szenarien durgeführt. Fazit: Die Exposition durch WLAN in typischen Szenarien (also nicht 30) ist sehr gering. Bei der Anwendung von vielen Handys in geschlossenen Räumen (Aufzug, Flugzeug, Auto) führt in erster Linie zur Exposition des Nutzers, andere Personen in der Nähe sind deutlich geringer exponiert. Das dürfte auch für 30 Tablets zutreffen. Ein Tablet hat eine deutlich geringere Sendeleistung als ein Handy, es müsste also noch wesentlich weniger sein. So ein EMF ist überhaupt nicht gefährlich, auch bei einer dauerhaften Nutzung nicht.

Bestimmung der Exposition bei Verwendung kabelloser Übermittlungsverfahren im Haushalt und Büro

"Die im Rahmen des Projekts durchgeführten Messungen und Berechnungen haben ergeben, dass die von DECT-, WLAN- und Bluetooth-Geräten in typischen Anwendungsszenarien verursachten Immissionen unter 0,1% der Referenzwerte der EU-Ratsempfehlung 1999/519/EG liegen. Hinsichtlich der Basisgrenzwerte haben Messungen der über 10 g gemittelten SAR Werten in einem homogen mit gewebesimulierender Flüssigkeit gefüllten, flachen Phantom bei extremer Nahfeldexposition durch WLAN- oder Bluetooth-Geräte zu maximalen Werten von unter 0,1 W/kg geführt. Numerische Simulationen unter Verwendung eines anatomischen Körpermodells ergaben ebenfalls maximale Werte von etwa 0,1 W/kg bei Kontakt zwischen Gerät und Körper. Zu berücksichtigen ist bei der exemplarisch untersuchten WLAN-PCMCIA Karte allerdings, dass diese die maximal erlaubte Sendeleistung von 100 mW EIRP nur etwa zur Hälfte ausnutzte."

Bestimmung der realen Exposition bei Handynutzung in teilgeschirmten Räumen im Vergleich zur Exposition unter günstigen Bedingungen im Freien

"Die durchgeführten numerischen Modellrechnungen haben ergeben, dass auch bei Betrieb mehrerer Handys in metallisch begrenzten bzw. teilgeschirmten Räumen (Pkw, Bus, Zug etc.) die empfohlenen Expositionsgrenzwerte bei Personen, die selbst nicht mobil telefonieren, nicht überschritten werden. Obwohl durch die reflektierende Umgebung und durch Signalüberlagerung lokal begrenzt Feldstärken in der Größenordnung einiger 10 V/m auftreten können, ist nicht mit der Überschreitung der SAR-Basisgrenzwerte (weder Ganz- noch Teilkörper SAR) zu rechnen. Die Berechnungen wurden als „worst-case“ Szenarien mit maximaler Sendeleistung der Mobiltelefone für GSM900, GSM1800 und UMTS durchgeführt. Es konnte weiterhin gezeigt werden, dass die maximale lokale Exposition (im Sinne der 10g gemittelten Teilkörper-SAR im Kopf) eines Handy-Nutzers hauptsächlich von seinem eigenen Handy verursacht wird. Für den Handynutzer stellt daher unter der Bedingung, dass alle Mobiltelefone mit gleicher maximaler Leistung senden (Leistungsregelung also vernachlässigt), das eigene Telefon die „fast ausschließliche relevante Ursache seiner Exposition dar“. Die zu Vergleichszwecken ebenfalls berechnete über den gesamten Kopf gemittelte SAR ist hingegen auch von der Anzahl und der Entfernung weiterer sendender Mobiltelefone in der Umgebung abhängig. Dies gilt für Mobilfunknutzer und für Nicht-Nutzer (Personen, die sich im gleichen Raum befinden, aber selbst nicht mobil telefonieren). Diese SAR Werte sind jedoch selbst unter ungünstigsten Annahmen, also sehr vielen gleichzeitig telefonierenden Personen im betrachteten Raum, immer geringer als die für Grenzwertbetrachtungen relevanten, über 10g gemittelten Werte. Für Nicht-Nutzer liegen die (nur) über den Kopf gemittelten Werte zudem bereits um mehr als einen Faktor 10 unter dem empfohlenen SAR-Grenzwert für Ganzkörper-Exposition, so dass auch diesbezüglich eine Überschreitung ausgeschlossen werden kann."

Eine aktuelle Studie aus der Schweiz (pdf, s. 7-8) zeigt, dass in Schulen mit WLAN höhere Feldstärken gemessen wurden ist als in Schulen ohne WLAN (Abb. 1). Die persönliche Exposition der Kinder stieg trotzdem nur geringfügig (Abb. 2)

Eine britische Studie, aus der mehrere Publikationen hervorgegangen sind, hat ebenfalls gezeigt, das die Exposition von Kindern infolge von WiFi (=WLAN) minimal ist: Exposure to electromagnetic fields from wireless computer networks (Wi-Fi) - report on results, September 2011
Die Exposition erreicht nur etwa 1% im Vergleich mit der Exposition durch ein Handy:
SAR in a child voxel phantom from exposure to wireless computer networks (Wi-Fi).

Tags:
Exposition, DMF, Bluetooth, WLan, Klassenzimmer, Tablets

WLAN an Schulen in Bayern 2016 ...

Trebron, Donnerstag, 05.01.2017, 14:19 (vor 1046 Tagen) @ diagnose:falsch

Spontan-Antwort, bevor Spatenpauli alles kompetent abräumt ;-):

<< - Rät der Bayrische Landtag tatsächlich von WLAN an Schulen ab? >>

Die Wirklichkeit 2016 am Beispiel der bayerischen Landeshauptstadt findet man hier:
http://www.sueddeutsche.de/muenchen/internet-wlan-ausbau-an-muenchens-schulen-kommt-kaum-voran-1.3136086

Die eher historische „Empfehlung“ aus 2009 findet man hier besprochen:
https://www.bayern.landtag.de/www/ElanTextAblage_WP16/Drucksachen/Schriftliche%20Anfragen/16_0002362.pdf
Da ist also in der Zwischenzeit schon manches Wasser die Isar runter und manche Maß durch bayerische Hälse geflossen ;-).

Meine Überlegung:
Warum den Fragenkatalog nicht dem Landesamt für Umweltschutz des eigenen Bundeslandes vorlegen?

Tags:
Landtag, Schule, WLan

WLAN an Schulen in Bayern 2016 ...

diagnose:falsch, Donnerstag, 05.01.2017, 14:34 (vor 1046 Tagen) @ Trebron

Danke! Das Landesamt für Umweltschutz übernimmt die Empfehlungen des BfS. Eigene Forschung wird hier nicht gemacht. Es gibt insgesamt wenig Personal um den ganzen Behauptungen entgegenzutreten. Außerdem denke ich, dass eine öffentliche Diskussion nicht nur von den MF-Gegnern geführt werden sollte, sondern auch von besonnenen Bürgern. Ich selbst hatte mit der MF-Gegner-Szene noch nichts am Hut, erst seit ich einen Vortrag gehört habe und mich auf weitere einstellen muss (besorgte Eltern, besorgte Kollegen, beschäftige ich mich intensiver mit diesem Thema. Und wie Sie alle wissen: das Netz ist bunt, sehr bunt und im postfaktischen Zeitalter entfalten Behauptungen ihre Wirkung, beeinflussen Abstimmungen und Wahlen.

WLAN an Schulen in Bayern 2016 ...

KlaKla, Donnerstag, 05.01.2017, 16:28 (vor 1046 Tagen) @ diagnose:falsch

...Und wie Sie alle wissen: das Netz ist bunt, sehr bunt und im postfaktischen Zeitalter entfalten Behauptungen ihre Wirkung, beeinflussen Abstimmungen und Wahlen.

Irrtum, so bunt ist das Netz nicht. Es sind immer die Gleichen, die in unterschiedlichen Vereien aktiv sind. So kommt es, dass Herr Hensinger mal als BUND-Mitglied seine Meinung vertritt mal als Diagnose-Funk Vertreter oder als BI-Mitglied. Er benutzt seine Verbindungen um eine Bühne zu erhalten. Hier nur ein paar Vereine, die dem Netzwerk angehören.

Mit Copy-Paste Meldungen wird eine Masse vorgetäuscht. Einige Wenige reichen um im Netz den Eindruck zu hinterlassen es sind viel. Beim Laien bleibt hängen, Wissenschaftler warnen, Ärzte warnen, Heilpraktiker warnen, Politiker warnen, der BUND warnt etc..
Mit unterschiedlichen Pseudonym werden unterschiedliche Kommentar verfasst.
Viele Petitionen, mit immer den gleichen unüberlegten Forderungen etc.
Im Hintergrund sind nur einige wenige, Puppenspieler am Werk, die noch ihre wahren Absichten verbergen.

--
Meine Meinungsäußerung

Tags:
Sockenpuppe, Anonym, Netzwerk, Trick, Multiplikator, Marionette, Spaltung, Puppenspieler

WLAN an Schulen in Bayern 2016 ...

H. Lamarr @, München, Donnerstag, 05.01.2017, 15:57 (vor 1046 Tagen) @ Trebron

Spontan-Antwort, bevor Spatenpauli alles kompetent abräumt ;-):

Schmeichler! Würden sich hier im Forum mehr Leute einfinden und gegen die Desinformation organisierter Mobilfunkgegner ankämpfen, müsste ich hier nicht zu allen Tages- und Nachtzeiten den Pausenclown geben. Obwohl: Es macht schon verdammt viel Spaß, Scheinriesen das Ventil zu öffnen.

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Wie Bayern seine organisierten Mobilfunkgegner los wurde

H. Lamarr @, München, Donnerstag, 05.01.2017, 22:07 (vor 1046 Tagen) @ Trebron

Die eher historische „Empfehlung“ aus 2009 findet man hier besprochen:
https://www.bayern.landtag.de/www/ElanTextAblage_WP16/Drucksachen/Schriftliche%20Anfragen/16_0002362.pdf

Zu dieser Anfrage von Dr. Hans Jürgen Fahn, Freie Wähler, ein paar Hintergrundinformationen, wie es dazu kommen konnte und wie die Geschichte weiter ging ...

Die Freien Wähler meinten 2009 noch im Kielwasser der Bayerischen Landtagsgrünen auf den Anti-Mobilfunk-Zug aufspringen zu müssen. Irrtümlich hielten sie Mobilfunkgegner für ein nennenswertes Wählerpotenzial, um das man sich im eigenen Interesse kümmern müsste. Eine krasse Fehleinschätzung, die zu 100 Prozent auf das Konto der Schattenseiten des Internets geht, und auf die noch eine ganze Reihe anderer "Szenebeobachter" hereingefallen ist (z.B. ÖDP, Anbieter von Elektrosmog-Schutzprodukten, Wissenschaftler, Bürgerinitiativen ...). CSU-, FDP- und SPD-Fraktion mieden in Bayern von Anfang an praktisch jeden Kontakt zu organisierten Mobilfunkgegnern.

Der Grünen-Abgeordnete Dr. Martin Runge (ein nicht unsympathischer Unternehmensberater) hatte seit etwa 2003 jährliche öffentliche Anhörungen im Bayerischen Landtag veranstaltet und als Referenten jeden aus der Anti-Mobilfunk-Szene im Maximilianeum gehabt, der bei drei nicht auf den Bäumen war. Doch mit der Zeit verloren diese Anhörungen zunehmend an Strahlkraft, das BfS schickte ab 2008 keine Referenten mehr und 2011 zog sich Runge vom Posten des "mobilfunkpolitischen Sprechers" der Grünen zurück. Inzwischen gibt es diese Position bei den Landtagsgrünen überhaupt nicht mehr. Wie es dazu kam und die Grünen sich schließlich von der Desinformationsberieselung durch fachlich unqualifizierte aber gut organisierte Mobilfunkgegner freistrampeln konnten – bitte hier entlang.

Während die Grünen sich also langsam und unauffällig von der Mobilfunkgegnerei distanzierten, begannen die Freien Wähler (FW) damit, das sich vermeintlich auftuende Vakuum nun ihrerseits zu füllen. Bemerkbar war dies zunächst an einer Häufung der politischen Anfragen zum Thema an die Bayerische Landesregierung. Eine Zeitlang schien es tatsächlich so, die FW würden in die Fußstapfen der Grünen steigen und bayerisches Anti-Mobilfunktheater auf politischem Parkett weiterhin aufführen.

Doch dann kam es zu der denkwürdigen Kundgebung von Diagnose-Funk am 27.10.2012 vor der Münchener Feldherrnhalle. Der Verein hatte viele Wochen lang für diese Großkundgebung geworben und eine total überdimensionierte Rednertribüne inklusive Beschallungsanlage aufgebaut, um einer großen Menge von hunderten oder ein paar tausend Teilnehmern gerechnet zu werden. Doch es kam ganz anders: Die Redner, darunter ein ziemlich angepisster Dr. Fahn, sprachen lediglich vor einem Häuflein extra angereister organisierter Mobilfunkgegner. Alles weitere zu dieser demütigend verlaufenen Kundgebung des Stuttgarter Expeditionskorps in der Bayerischen Landeshauptstadt <hier>.

Nach der Megapleite vor der Feldherrnhalle, die den FW schonungslos vor Augen führten, dass den organisierten Mobilfunkgegnern jeder Rückhalt in der Bevölkerung fehlt, zogen sich ab 2013 auch die FW von den Mobilfunkgegnern zurück. Sichtbar wurde dies daran, dass die FW zum Thema "Risiko Mobilfunk" schlagartig keine Anfragen und Anträge mehr im Landtag einreichten, das Thema wurde mit spitzen Fingern zu den Akten gelegt. Und gut war's.

Das "Risiko Mobilfunk" spielt im Bayerischen Landtag inzwischen schon seit Jahren keinerlei Rolle mehr. Das Thema ist nach rund zehn Jahren Hexenjagd geradezu verpönt. Grüne und Freie Wähler leiden nicht darunter, sie nutzen die hinzugewonnene Zeit, um sich um andere Themen zu kümmern, etwa um den Verzicht auf einen verpflichtenden Sachkundenachweis für Tierhalter (FW), um Ermittlungen zu illegalen Ablagerungen im Schotterwerk Aub (Grüne), um die ökologischere Neuausrichtung der steuerlichen Förderung von Dienstwagen (Grüne) oder um nicht überzogene Minderungsziele bei Ammoniak (FW) und vieles andere mehr. Es gibt ja bekanntlich immer was zu tun.

Von Bayern enttäuscht, wendeten sich die organisierten Mobilfunkgegner einem neuen Opfer zu: Baden-Württemberg. Dort wiederholt sich jetzt der Zirkus. Voraussichtliches Erwachen der BaWüler aus diesem bösen Traum: 2022. Und wenn sie nicht gestorben sind, dann wandern die organisierten Mobilfunkgegner weiter, ich tippe mal auf Hessen :-).

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BI, Landtag, Baden-Württemberg, Hartenstein, Rückblick, Bayern, Runge, FW, Fahn

Freie Wähler wollen in Zügen Repeater ab Werk

H. Lamarr @, München, Samstag, 25.02.2017, 12:30 (vor 995 Tagen) @ H. Lamarr

Nach der Megapleite vor der Feldherrnhalle, die den FW schonungslos vor Augen führten, dass den organisierten Mobilfunkgegnern jeder Rückhalt in der Bevölkerung fehlt, zogen sich ab 2013 auch die FW von den Mobilfunkgegnern zurück. Sichtbar wurde dies daran, dass die FW zum Thema "Risiko Mobilfunk" schlagartig keine Anfragen und Anträge mehr im Landtag einreichten, das Thema wurde mit spitzen Fingern zu den Akten gelegt. Und gut war's.

Die Abkehr der Freien Wähler (FW) betrifft nur das Thema "Risiko Mobilfunk", nicht aber das Thema Mobilfunk. Auf dem Dampfer "Deutschland darf kein Mobilfunk-Entwicklungsland werden" sind die FW genauso unterwegs wie nahezu alle anderen nennenswerten Regierungs- und Oppositionsparteien. So kam es, dass die FW im Juni 2016 im Bayerischen Landtag folgendes beantragten:

Die Staatsregierung wird aufgefordert, bei Ausschreibungen durch die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG) den Einsatz von Signalverstärkern (Repeatern) in den Zügen verbindlich vorzuschreiben und in Zusammenarbeit mit den bereits verkehrenden Bahnunternehmen im bayerischen Schienenpersonennahverkehr die Nachrüstung der bereits im Einsatz befindlichen Wagen mit Repeatern voranzutreiben.

Ein aus meiner Sicht vernünftiger Antrag, der die Immission der Zugpassagiere verringert, die Verbindungsqualität bessert und die Akkulaufzeit der Smartphones verlängert. Der jedoch Anfang Februar 2017 vom zuständigen Ausschuss für für Wirtschaft und Medien, Infrastruktur, Bau und Verkehr, Energie und Technologie nur in einer pauschalisierten Form eine zustimmende Beschlussempfehlung bekam:

Die Staatsregierung wird aufgefordert, weiterhin darauf hinzuwirken, dass unter Beachtung der Ergebnisse der laufenden Pilotversuche möglichst bald ein mobiler Internetzugang in den Zügen des Schienennahverkehrs möglich ist.

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FW

Erfolg für Freie Wähler: Züge mit mobilem Internetzugang

H. Lamarr @, München, Mittwoch, 12.07.2017, 23:53 (vor 858 Tagen) @ H. Lamarr

Die Staatsregierung wird aufgefordert, weiterhin darauf hinzuwirken, dass unter Beachtung der Ergebnisse der laufenden Pilotversuche möglichst bald ein mobiler Internetzugang in den Zügen des Schienennahverkehrs möglich ist.

Der Antrag der Freien Wähler wurde in der obigen Form am 14.03.2017 vom Bayerischen Landtag angenommen (Drucksache 17/15958).

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Studienübersicht

Dr. Ratto, Donnerstag, 05.01.2017, 14:28 (vor 1046 Tagen) @ diagnose:falsch

- Welche neuen zentralen Studien in guter wissenschaftlicher Qualität geben eine nachvollziehbare Einschätzung von der Gefahr von EMF?

Da helfen einzelne Studien leider nicht, sondern nur umfangreiche Übersichtsarbeiten, die alle Aspekte berücksichtigen und nicht von Einzelpersonen, sondern von ganzen Teams von Wissenschaftlern erstellt wurden, die Kompetenzen in Medizin, Biologie, Epidemiologie und Physik bündeln. Wichtig ist auch, dass sie offenlegen ob und welche Qualitätskriterien sie bei der Auswahl und Bewertung einzelner Studien angewendet haben.

Hier einige Beispiele:

SCENIHR: Potential health effects of exposure to electromagnetic fields (EMF)

SSM: Recent Research on EMF and Health Risk

Health Council of the Netherlands:Mobile phones and cancer
Part 1: Epidemiology of tumours in the head
Part 2. Animal studies on carcinogenesis
Part 3. Update and overall conclusions from epidemiological and animal studies

Zu jedem gibt es auch eine verständliche Zusammenfassung.

Tags:
Fachtagung, Kompetenz, Transparenz

Studienübersicht

diagnose:falsch, Donnerstag, 05.01.2017, 14:36 (vor 1046 Tagen) @ Dr. Ratto

Super! Vielen Dank! Das alles hat schon viel geholfen. Es ist nur schade, dass die MF-Gegner sich so gut präsentieren und die eigentlichen Wissenschaftler mit ihren Studien kein Massenpublikum erreichen.

Studienübersicht

diagnose:falsch, Samstag, 07.01.2017, 15:10 (vor 1044 Tagen) @ Dr. Ratto

EMFscientist

H. Lamarr @, München, Samstag, 07.01.2017, 17:12 (vor 1044 Tagen) @ diagnose:falsch

Kennt jemand diese Organisation? EMFscientist

Gehört zur Alarmfraktion, ist bei uns nur 1-mal in Erscheinung getreten.

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Studienübersicht

diagnose:falsch, Samstag, 07.01.2017, 15:17 (vor 1044 Tagen) @ Dr. Ratto

Was ist von diesem Herren zu halten? Joel M. Moskowitz, Ph.D.

http://www.saferemr.com/
https://drive.google.com/file/d/0B14R6QNkmaXuUmZtWE5oQ0tBUG8/view

[Admin: Posting editiert (2. Link eingefügt) am 07.01.16, 17:00 Uhr]

Tags:
Moskowitz

NTP-Studie vs. W-Lan

H. Lamarr @, München, Samstag, 07.01.2017, 17:03 (vor 1044 Tagen) @ diagnose:falsch

Was ist von diesem Herren zu halten? Joel M. Moskowitz, Ph.D.

Aus meiner Sicht: Nichts. Ein typischer Alarmist.

https://drive.google.com/file/d/0B14R6QNkmaXuUmZtWE5oQ0tBUG8/view

In diesem Strang finden Sie unter dem Teilstrang NTP-Studie: Fachliche Bewertungen allgemeinverständliche Einschätzungen dieser Großstudie.

Generell sollten Sie bei der NTP-Studie jedoch beachten: Diese befeldete Tiere mindestens 19-fach und maximal 75-fach über Ganzkörper-Grenzwert! Das bedeutet: So werden Sie als Mensch nur dann befeldet, wenn ein Sendemast auf volle Leistung gestellt ist, Sie den Sicherheitsabstand von z.B. fünf Metern missachten, sich einer Antenne auf z.B. zwei Meter nähern und dort neun Stunden täglich über zwei Jahre hinweg ausharren.

Wer NTP mit W-Lan in Verbindung bringt, weiß nicht was er tut. Die maximal durch ein W-Lan-Endgerät verursachte Teilkörper-SAR (Direktkontakt zum Körper) beträgt 0,052 W/kg bis 0,8 W/kg, wobei der hohe Wert unter praxisfernen Bedingungen ermittelt wurde (Quelle). Diese Werte gelten für Teilkörperexposition (Nahfeld), wenn also nicht der gesamte Körper in ein Funkfeld getaucht ist, der zulässige Maximalwert ist 2 W/kg (Allgemeinbevölkerung, wer beruflich exponiert ist, z.B. Lehrer, muss im Job das Doppelte aushalten). Wird der gesamte Körper befeldet, wie bei den Tieren der NTP-Studie, gilt der um Faktor 25 strengere Ganzkörper-SAR-Wert 0,08 W/kg. Die NTP-Tiere wurden jedoch einer sehr starken Ganzkörperexposition von 1,5 W/kg bis 6 W/kg unterzogen. Dies sind Werte, die bei W-Lan noch nicht einmal bei Teilkörperexposition erreicht werden!

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Tags:
Tierexperiment, NTP-Studie, Moskowitz, über Grenzwert

NTP-Studie vs. W-Lan

Dr. Ratto, Montag, 09.01.2017, 11:33 (vor 1042 Tagen) @ H. Lamarr

Diese Werte gelten für Teilkörperexposition (Nahfeld), wenn also nicht der gesamte Körper in ein Funkfeld getaucht ist, der zulässige Maximalwert ist 2 W/kg (Allgemeinbevölkerung, wer beruflich exponiert ist, z.B. Lehrer, muss im Job das Doppelte aushalten).

Der zulässige Maximalwert für die Allgemeinbevölkerung ist 2 W/kg im Kopf und Rumpf (zentrales Nervensystem = Hirn, Rückenmark) und 4 W/kg an den Extremitäten. Für beruflich Exponierte gelten 10 W/kg im Kopf und Rumpf, 20 W/kg an den Extremitäten. Das ist jede Menge! Betrifft z.B. auch Nutzer des digitalen Behördenfunks.

Verordnung zum Schutz der Beschäftigten vor Gefährdungen durch elektromagnetische Felder (Arbeitsschutzverordnung zu elektromagnetischen Feldern - EMFV)
(S. 18, Tab. A3.1)

Lehrer beruflich exponiert?

Trebron, Montag, 09.01.2017, 13:26 (vor 1042 Tagen) @ Dr. Ratto

Laien-Frage an Dr. Ratto:
Dr. Ratto schreibt:

Für beruflich Exponierte gelten 10 W/kg im Kopf und Rumpf, 20 W/kg an den Extremitäten. Das ist jede Menge! Betrifft z.B. auch Nutzer des digitalen Behördenfunks.

Was bedeutet das konkret für Lehrer? Meine Frau ist Lehrerin an einer kleinen Schule, an der die Kinder gelegentlich per WLAN ins Internet gehen. Sollte sie den Beruf besser aufgeben? Sollte ich mal nachsehen, ob sie nachts schon leuchtet?
Besten Dank für die Antwort vorab!

Lehrer beruflich exponiert?

Dr. Ratto, Montag, 09.01.2017, 14:26 (vor 1042 Tagen) @ Trebron

Sollte ich mal nachsehen, ob sie nachts schon leuchtet?

Das wäre eine ganz neue Art der Energieumwandlung! :yes: Wahrscheinlich leuchten die Kids auch schon.

Spaß beiseite, witzig ist das gar nicht. Man würde ja denken, beruflich exponiert sind diejenigen die mit Feldern aktiv und bewusst beruflich umgehen, wie HF Techniker, Radar Techniker, HF Schweißer, oder diejenigen die digitalen TETRA Funk für Behörden nutzen, und entsprechend über mögliche Risiken informiert sind. Dem ist nicht so:

In der Arbeitsschutzverordnung steht folgendes:
§ 1 Anwendungsbereich
(1) Diese Verordnung gilt zum Schutz der Beschäftigten bei der Arbeit vor tatsächlichen oder möglichen
Gefährdungen ihrer Gesundheit und Sicherheit durch Einwirkung von elektromagnetischen Feldern.
§ 2 Begriffsbestimmungen
(10) Beschäftigte sind Personen im Sinne des § 2 Absatz 2 des Arbeitsschutzgesetzes. Den Beschäftigten stehen folgende Personen gleich, sofern sie bei ihren Tätigkeiten elektromagnetischen Feldern ausgesetzt sein können:
1. Schülerinnen und Schüler,
2. Studierende und Praktikanten sowie
3. sonstige, insbesondere an wissenschaftlichen Einrichtungen tätige Personen.

Und im § 2 Absatz 2 des Arbeitsschutzgesetzes:
(2) Beschäftigte im Sinne dieses Gesetzes sind:
1. Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer,
2. die zu ihrer Berufsbildung Beschäftigten,
3. arbeitnehmerähnliche Personen im Sinne des § 5 Abs. 1 des Arbeitsgerichtsgesetzes, ausgenommen die in Heimarbeit Beschäftigten und die ihnen Gleichgestellten,
4. Beamtinnen und Beamte,
5. Richterinnen und Richter,
6. Soldatinnen und Soldaten,
7. die in Werkstätten für Behinderte Beschäftigten.

Lehrer beruflich exponiert wie Radartechniker?

Trebron, Montag, 09.01.2017, 21:26 (vor 1042 Tagen) @ Dr. Ratto

Hallo Dr. Ratto!
Erst mal besten Dank für die Aufklärung!
Ich habe auch gedacht, dass die höheren Grenzwerte für Antennenbauer und Radar-Techniker relevant sind. Und weiß jetzt, dass am Arbeitsplatz oder in der Schule einfach jede(r) Arbeitnehmer laut Arbeitsschutzverordnung die höheren Grenzwerte auszuhalten hat. Egal, ob da überhaupt was funkt …
Aber meine Frage ist immer noch diese: Wie relevant ist das denn für Schüler und Lehrkräfte? Kann ein simpler WLAN-Accespoint den Lehrer-Beruf zum schweren Risiko machen? Müssen Schulkinder schlimme Gefahren weit oberhalb der „normalen“ Grenzwerte aushalten? Am Arbeitsplatz, in der Schule ist man ja nur stundenweise, danach begibt man sich wieder in den Bereich des eigenen häuslichen „guten“ WLAN.

Lehrer beruflich exponiert wie Radartechniker?

Dr. Ratto, Dienstag, 10.01.2017, 08:39 (vor 1041 Tagen) @ Trebron

Wie relevant ist das denn für Schüler und Lehrkräfte? Kann ein simpler WLAN-Accespoint den Lehrer-Beruf zum schweren Risiko machen? Müssen Schulkinder schlimme Gefahren weit oberhalb der „normalen“ Grenzwerte aushalten? Am Arbeitsplatz, in der Schule ist man ja nur stundenweise, danach begibt man sich wieder in den Bereich des eigenen häuslichen „guten“ WLAN.

WLAN Geräte müssen das Produktsicherheitsgesetz und entsprechende Normen einhalten, die Sendeleistung, und damit auch die maximal mögliche Exposition, sind dadurch unabhängig von der Arbeitsschutzverordnung eingeschränkt. Das WLAN in der Schule ist dasselbe wie das zu Hause. Es ist vollkommen egal, ob Lehrer und Schüler am Wochenende privat WLAN vormittags und nachmittags nutzen, oder ob sie es an Arbeitstagen vormittags in der Schule und nachmittags zu Hause tun. Die Grenzwerte für die allgemeine Bevölkerung bleiben in beiden Fällen weit unterschritten und es gibt weder für Lehrer noch für Schüler irgendwelche erhöhten Risiken.

Lehrer beruflich exponiert wie Radartechniker?

Trebron, Dienstag, 10.01.2017, 17:29 (vor 1041 Tagen) @ Dr. Ratto

Die Grenzwerte für die allgemeine Bevölkerung bleiben in beiden Fällen weit unterschritten und es gibt weder für Lehrer noch für Schüler irgendwelche erhöhten Risiken.

Danke! Auch für die Geduld.
Jetzt ist es auch mir klar. Und: Bei „weit unterschrittenen Grenzwerten“ braucht auch keine Grenzwert-Debatte weiter vertieft werden.
Jetzt brauche ich meiner Lehrer-Frau keinen Alu-Hut und keine Strahlenschutz-Wäsche als Dienstkleidung kaufen ;-).
Im Ernst: Dieser Strang ist ein nettes Beispiel dafür, wie Fach-Informationen bei Laien (bei mir!) ankommen. Der Profi sagt kurz und klar, was Sache ist. Der Laie, dem fachlicher Hintergrund und Fachsprache fehlen müssen, entnimmt eine ganz andere Information. Ich weiß, dass ich wenig weiß und frage daher nach. Andere gehen mit ihrem „Wissen“ gleich aufs Podium einer Bürgerinitiative … Gegen Honorar?

WLAN Exposition an Schulen

Dr. Ratto, Freitag, 13.01.2017, 11:38 (vor 1038 Tagen) @ Trebron

Bei „weit unterschrittenen Grenzwerten“ braucht auch keine Grenzwert-Debatte weiter vertieft werden.

Hierzu eine aktuelle Publikation:

Exposure to Radiofrequency Electromagnetic Fields From Wi-Fi in Australian Schools.

"The increasing use of Wi-Fi in schools and other places has given rise to public concern that the radiofrequency (RF) electromagnetic fields from Wi-Fi have the potential to adversely affect children. The current study measured typical and peak RF levels from Wi-Fi and other sources in 23 schools in Australia. All of the RF measurements were much lower than the reference levels recommended by international guidelines for protection against established health effects. The typical and peak RF levels from Wi-Fi in locations occupied by children in the classroom were of the order of 10-4 and 10-2% of the exposure guidelines, respectively. Typical RF levels in the classroom were similar between Wi-Fi and radio but higher than other sources. In the schoolyard typical RF levels were higher for radio, TV and mobile phone base stations compared to Wi-Fi. The results of this study showed that the typical RF exposure of children from Wi-Fi at school is very low and comparable or lower to other sources in the environment."

Kommentar: Ich sehe keinen Grund warum deutsches WLAN wesentlich höhere Expositionen verursachen sollte als australisches Wi-Fi. Während der Nutzung eines Tablets nah am Körper wird die Exposition der Kinder kurzfristig natürlich höher sein als die in der Publikation untersuchte Hintergrundexposition.

WLAN Exposition an Schulen

Kuddel, Freitag, 13.01.2017, 19:31 (vor 1038 Tagen) @ Dr. Ratto

Eine Überschreitung von SAR Grenzwerten mit WLAN Geräten (2,4GHz) , welche nach europäischer Norm (EN300328) zertifiziert sind, ist praktisch unmöglich.
Die EN300328 spezifiziert eine maximale EIRP von 100mW. Die der Antenne zugeführte Leistung liegt in der Regel mindestens Faktor 2 darunter (50mW) aufgrund des immer vorhandenen "Antennengewinns", welcher (lustigerweise) eine Reduzierung der abgestrahlten Leistung erzwingt, wenn das EIRP Limit eingehalten werden soll.
Weitere 30% der zugeführten Leistung werden in Wärme innerhalb der Antenne umgesetzt (Antennenwirkungsgrad).
Das WLAN kann aus technischen Gründen maximal 90% Sendezeit erreichen.
Bleiben also "worst-worst case" 32mW real abgestrahlte Leistung.

Selbst wenn man (rein hypothetisch) diese Leistung zu 100% in ein 10 gramm Gewebe-Voxel einbringen könnte, wäre das erzielbare SAR maximal 3,2Watt/kG.
Es ist aber praktisch nicht möglich, denn dazu müßte die Antenne direkt "im" Gewebe stecken. In der Praxis wird die Antenne immer einen Abstand von etlichen Millimetern zum Gewebe haben, wodurch weit mehr als die Hälfte der Leistung in die Luft "entweichen" kann und sich dort rapide über die Fläche (der gedachten Kugel um die Antenne) "verdünnt".
Einzig beim 5GHZ WLAN (bis zu 1 Watt EIRP nach EN301893) muss man sich mehr Gedanken machen. Diese Leistungs-Obergrenze wird aber "praktisch" insbesondere bei mobilen Geräten nur zu 10..20% ausgeschöpft, aus Rücksicht auf Akkulaufzeit, Geräteerwärmung und Kosten. So dass die SAR auch bei 5GHz WLAN Produkten in der Regel kein Thema ist.
Die 1Watt EIRP Grenze wird eigentlich nur von stationären Oberklassegeräten ausgeschöpft, die nicht nahe am Körper betrieben werden.

K

20 W/kg am Schülerknie zulässig?

H. Lamarr @, München, Montag, 09.01.2017, 23:38 (vor 1042 Tagen) @ Dr. Ratto

(10) Beschäftigte sind Personen im Sinne des § 2 Absatz 2 des Arbeitsschutzgesetzes. Den Beschäftigten stehen folgende Personen gleich, sofern sie bei ihren Tätigkeiten elektromagnetischen Feldern ausgesetzt sein können:
1. Schülerinnen und Schüler,

Ich bin ja bekanntlich etwas schwer von Begriff: Heißt das, dass ein Tablet, das ein Schüler in der Schule auf den Knien betreibt, rein theoretisch in den Knien eine SAR von maximal 20 W/kg bewirken darf, ohne dass dem eine gesetzliche Regelung (Verordnung) im Wege steht?

Und heißt dies auch, dass bei demselben Schüler dasselbe Tablet nur noch 4 W/kg in die Knie einbringen darf, wird das Tablet nicht in der Schule, sondern z.B. zuhause betrieben?

Ich frage nach, weil, wenn ich Sie richtig verstanden habe, die Grenzwertausschöpfung durch W-Lan noch viel geringer ist, als ich dachte.

Hinweis für die Herren Hensinger und Gutbier: Das geschilderte Szenario ist hypothetisch, ein für Europa zugelassenes Tablet mit W-Lan-Internetzugang ist auch bei direktem Körperkontakt bei weitem nicht imstande, die genannten extrem hohen SAR-Werte zu bewirken. Verwenden Sie diese Information von "Dr. Ratto" also nicht, um Laien unqualifiziert mit etwas zu verunsichern, was in der Realität niemals vorkommen wird. Sogar die direkte Berührung der Antenne eines W-Lan-Access-Points verursacht nur eine SAR von etwa 0,8 W/kg. Bei direktem Körperkontakt eines Tablets bewirkt bereits die Gehäusedicke des Geräts einen Abstand der Antenne von etwa 5 mm zum Körper.

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

20 W/kg am Schülerknie zulässig!

Dr. Ratto, Dienstag, 10.01.2017, 09:05 (vor 1041 Tagen) @ H. Lamarr

Heißt das, dass ein Tablet, das ein Schüler in der Schule auf den Knien betreibt, rein theoretisch in den Knien eine SAR von maximal 20 W/kg bewirken darf, ohne dass dem eine gesetzliche Regelung (Verordnung) im Wege steht?

Die Verordnung würde dem nicht im Wege stehen. Aber Sie haben das unten vollkommen richtig erfasst - die Verordnung setzt das Produktsicherheitsgesetz und internationale EU weit gültige Normen, welche die maximal zulässige Sendeleistung einschränken, nicht automatisch außer Kraft. Werden diese eingehalten, erreicht man mit WLAN niemals auch nur 2 W/kg, auch nicht wenn man sich den WLAN Stick ins Knie bohrt, damit ist diese Diskussion obsolet.

Grundsätzlich sind laut Verordnung solche Expositionen zulässig. Hantieren Lehrer und Schüler z.B. im Physikunterricht, im Leistungskurs, oder bei Jugend Forscht mit Hochfrequenzgeräten, dürfen sie das bis zu der o.g. Exposition. Dann greifen allerdings auch die anderen Paragraphen der Verordnung - Gefährdungsbeurteilung durch den Arbeitgeber, Einhaltung von Auslöseschwellen, Verringerung der Exposition, Besondere Vorgaben für bestimmte Frequenzebereiche und Anwendungen, Unterweisung der Betroffenen, usw.

WLAN-Stick im Schülerknie ...

Trebron, Dienstag, 10.01.2017, 17:38 (vor 1041 Tagen) @ Dr. Ratto

… erreicht man mit WLAN niemals auch nur 2 W/kg, auch nicht wenn man sich den WLAN Stick ins Knie bohrt …

Nochmals danke! Diese Sprache hilft mir zum Verständnis.

Yakymenko et al

diagnose:falsch, Samstag, 14.01.2017, 15:18 (vor 1037 Tagen) @ Dr. Ratto

Was ist den von Yakymenko et al, Oxidative mechanisms of biological activity of low-intensity radiofrequency radiation (2015)zu halten? Habe schon einige kritische Töne im Netz gefunden. Die MF-Gegner verweisen immer wieder auf die "peer-reviewed" Studien, in denen es um negative Effekte hochfrequenter Strahlung durch WLAN ging. In 93 dieser Studien stellten die Autoren fest, dass EMF die Gesundheit schädigen. Mit Herrn Yakymenko hat sich das Forum schon beschäftigt, er scheint aber inzwischen DER Shooting Star geworden zu sein.

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Cuiusvis hominis est errare, nullius nisi insipientis in errore perseverare. - Marcus Tullius Cicero (106 - 43 v. Chr)

Yakymenko et al

KlaKla, Samstag, 14.01.2017, 18:00 (vor 1037 Tagen) @ diagnose:falsch

Die MF-Gegner verweisen immer wieder auf die "peer-reviewed" Studien, in denen es um negative Effekte hochfrequenter Strahlung durch WLAN ging. In 93 dieser Studien stellten die Autoren fest, dass EMF die Gesundheit schädigen. Mit Herrn Yakymenko hat sich das Forum schon beschäftigt, er scheint aber inzwischen DER Shooting Star geworden zu sein.

Du meinst wohl eher, dass was Mobilfunkgegner weiter tratschen. Die persönliche Meinung des gelernten Druckers Peter Hensinger. Siehe hier . Frag doch mal, die Leute was sie unter oxidativen Stress verstehen. Die meisten können das gar nicht erklären und verweisen nur auf Aussagen von anderen. Ich habe mal einen Vortrag von U. Warnke gehört. Nach 15 min. bin ich ausgestiegen und habe mir einen Kaffee geholt. Es war alles andere als verständlich. Auch meine lieben Mitstreiter konnten mir später nicht erklären was Herr Warnke mitzuteilen versuchte. Wir gaben uns mit einem Skript zufrieden denn Herr Warnke ist ja ein "angesehener Wissenschaftler". Natürlich wurde anfangs nicht hinterfragt, wo er angesehen ist. Und so was wie Diagnose-Funk gab es noch nicht. Wir haben noch selbst gedacht und uns kritisch mit dem was uns angeboten wurde auseinander gesetzt.

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Meine Meinungsäußerung

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Warnke, Oxidativer-Stress, Esoterik, Yakymenko

Yakymenko et al

Kuddel, Samstag, 14.01.2017, 21:55 (vor 1037 Tagen) @ diagnose:falsch

Was ist den von Yakymenko et al, Oxidative mechanisms of biological activity of low-intensity radiofrequency radiation (2015)zu halten?

Im Forum hatten wir uns schon >hier< und >hier< damit befasst

Von der "Studie" ist meiner Meinung nach nicht viel von zu halten, da es sich nicht einmal um eine richtige (Meta) Studie handelt, sondern lediglich um das Zeitschrifteneditorial eines nahezu unbekannten Wissenschaftlers, der sich selektiv 100 "Alarm-Studien" herausgepickt hat um zu untermauern, dass dringend weitere Forschung erforderlich sei. Man könnte mutmassen, das Forscherteam würde sich mit diesem Artikel gerne ins Spiel bringen und sucht Geldgeber.

Bei der Auswahl der Alarmstudien wird bezüglich Qualität nicht differenziert and das disqualifiziert in meinen Augen die Wissenschaftler Yakymenko et al.
Ernsthafte Wissenschaftler sollten doch eigentlich in der Lage sein, Spreu vom Weizen zu trennen, oder ?

In der Alarmliste finden sich alsdann:

Studien welche mit Expositionswerten weit jenseits gültiger Grenzwerte hantierten.
(Und damit will der Autor nun begründen, daß die aktuellen Grenzwerte zu hoch sind und weiterer Forschungsbedarf besteht ?)

Längst "überholte" Studien, deren Ergebnisse in Folgestudien nicht reproduziert werden konnten.

Fragwürdige "Studien" im Auftrag von Herstellern pflanzlicher Pharmaprodukte , mit dem vorangingen Ziel , ihren Ginko- Knoblauch- und Vitaminpillen eine irgendwie geartete positive "Wirksamkeit" zu bescheinigen.

Laienstudien, durchgeführt von überzeugten Mobilfunkgegnern (Hausärzten, Heilpraktikern) publiziert in Heilpraktikermagazinen oder im Internet (statt wissenschaftlichen Fachjournalen).


Der Adressat dieser Pressemeldungen und Alarmstudienlisten sind in der Regel nicht etwa Wissenschaftler, sondern Laien, denen mit der imposanten Liste vorgegaukelt werden soll, "die Wissenschaft" sei sich völlig uneins ("gefühlte 50/50") und die Industrie und Politik würde aus Geldgier alarmierende Ergebnisse unterdrücken.

Kontroverse Diskussion zu Yakymenko et al auch im englischsprachigen Raum, z.B. >hier<


At this point Yakymenko’s hypothesis is still speculative, and there is no evidence to make claims for actual health effects. There is no problem with him publishing a review of the data and arguing for his hypothesis, but it is dubious behavior to send out a sensational press release declaring victory in a scientific debate because of your own review, and then linking your claims to scary health concerns.

K

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Science, Yakymenko

Yakymenko et al. zitieren Wolfgang Maes

H. Lamarr @, München, Sonntag, 15.01.2017, 00:23 (vor 1037 Tagen) @ Kuddel

Ernsthafte Wissenschaftler sollten doch eigentlich in der Lage sein, Spreu vom Weizen zu trennen, oder ?

Yakymenko et al. haben damit offensichtlich ihre liebe Not. Ich dachte ich sehe nicht richtig, als die gleich im ersten Absatz ihrer Arbeit Maes, 2005 zitieren mit der Erkenntnis:

Thus, the level of indoor background RFR in industrialized countries increased 5,000-fold from 1985 to 2005.

(In Industrienationen hat der Pegel der HF-Hintergrundstrahlung in Innenräumen von 1985 bis 2005 ums 5000-fache zugenommen).

Geht es hier etwa um ein Paper von A. Maes? Das ist eine belgische Wissenschaftlerin, von der das EMF-Portal derzeit 18 EMF-Studien kennt. Das wäre schon was. Und listigerweise zitieren Yakymenko et al. in ihrer Arbeit tatsächlich auch A. Maes. Doch "Maes, 2005" verweist nicht auf A. Maes, sondern auf W. Maes, genauer: Wolfgang Maes, Dieselmotor der deutschen Baubiologenszene, Miterfinder baubiologischer Richtwerte und ganz großer Zitierkünstler. Eines aber ist W. Maes unter Garantie nicht: Wissenschaftler, er hat mWn noch nicht einmal eine Hochschule oder Uni von innen gesehen. Und doch zitieren Yakymenko et al. den (vermeintlichen) Kollegen ganz ungeniert:

Maes, W. (2005). [Stress Caused by Electromagnetic Fields and Radiation) Neubeuern, Germany IBN

Eine Publikation mit dem Titel "Stress Caused by Electromagnetic Fields and Radiation" konnte ich allerdings nicht finden, und das Maes-Buch "Stress durch Strom und Strahlung" gibt es nur in deutsch.

Jetzt frage ich Sie: Wie um alles in der Welt kommt ein Ukrainischer Wissenschaftler dazu, die wilde Behauptung eines deutschen Baubiologen und notorischen Zitatverfälschers zu zitieren? Wenn Yakymenko deutsch beherrscht und ein seriöser Wissenschaftler ist, müsste er um Maes einen großen Bogen machen, damit nicht das passiert, was jetzt soeben passiert, dass ihm nämlich dieser zweifelhafte und mit einem haushohen Interessenkonflikt beladene Kontakt um die Ohren gehauen wird. Sich als Wissenschaftler auf W. Maes berufen ist für mich wie der nagelneue dicke Wagen, der auslieferbereit in der BMW-Welt auf seinen Käufer wartet, auf der Motorhaube jedoch einen langen und tiefen Kratzer hat. Man kann sich leicht vorstellen, wie der Kunde reagiert.

Der Fehler von Yakymenko et al., Wolfgang Maes als Quelle zu nennen, zeigt mir, dass diese Arbeitsgruppe bei der Recherche dem Selektionsmerkmal "Qualität der Quelle" keine große Bedeutung beigemessen hat. Ebenfalls negativ: Im Literaturverzeichnis der Arbeit tauchen einige der üblichen Verdächtigen auf, auf die Yakymenko besser verzichtet hätte. Und nicht zuletzt betrachte ich es als weiteres Indiz für mangelhafte Qualität, wenn der Anti-Mobilfunk-Verein Diagnose-Funk von einer Studie so begeistert ist, dass er diese, wie mit Yakymenko et al. geschehen, ins deutsche übersetzt. Da der Verein meiner Erfahrung nach auf die Verbreitung von Stuss abonniert ist, geraten Yakymenko et al. geradezu zwangsläufig in Verdacht. Eine ordentliche wissenschaftlich Bewertung der Arbeit aus Kiew ist dies natürlich nicht, bei 23 Seiten wüsste ich allerdings auch niemanden, der dies mal eben so leisten könnte. Vielleicht gibt es aber ein paar Indikatoren (Impact Factor der Zeitschrift, Anzahl der bisherigen Zitierungen ...), die mit geringem Aufwand eine Grobbeurteilung zulassen. Ansonsten würde ich auf die nächsten großen nationalen Reviews warten, wie Yakymenko et al. mit ihrer Übersichtsarbeit abschneiden. Frühere Arbeiten dieser Arbeitsgruppe fand ich in jüngeren Reviews (2015/2016) nicht, nur die SCENIHR-Review von 2015 erwähnt eine Arbeit von Yakymenko et al., 2013, in der wenig schmeichelhaften Abteilung "Literature identified but not cited". Was es damit auf sich hat? Das da:

In some areas where the literature is particularly scarce, it has been considered important to explain why the results of certain studies do not add useful information to the database. Identified reports that have not been considered in the Opinion are listed under the subheading “Literature identified but not cited” in the References section.

Noch vor Weihnachten hatte ich bei Igor Yakymenko nachgefragt, wie er denn zu der trüben Quelle "Stress Caused by Electromagnetic Fields and Radiation" gekommen sei und ob er mir dieses umwälzende Paper nicht freundlicherweise als PDF zur Verfügung stellen könnte. Antwort bekam ich nicht.

Hintergrund
Auf der Leitseite finden sich in der rechten Portalsäule unter der Überschrift Zitate gefälscht & verfälscht auch Links zu den schönsten Zitatfälschungen/-verfälschungen von Wolfgang Maes.

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

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Peinlich, Yakymenko, Literaturverzeichnis

Gepulste Strahlung / Access Point

diagnose:falsch, Sonntag, 15.01.2017, 16:06 (vor 1036 Tagen) @ Kuddel

"Wenn man WLAN nicht deaktiviert, hat man eine permanente Belastung mit gepulster, hochfrequenter elektromagnetischer Strahlung, auch wenn gerade niemand im Internet ist und keine Daten gesendet werden.

Der WLAN-Sender im Router strahlt bis zu 300 m weit und durch alle Wände hindurch, Non-Stop solange er aktiviert ist. Genauso die Funkkarten in PCs und Notebooks. Und je näher man jeweils dran ist, desto mehr Strahlung bekommt man ab." Ist aus einer Kommerz-Seite - diesen Satz mit der gepulsten Strahlung höre ich immer wieder. Auch die Behauptung, dass die Access-Points bei Nutzung und die Handys bei Empfang kurzzeitig weit über den Grenzwerten senden/empfangen.

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Cuiusvis hominis est errare, nullius nisi insipientis in errore perseverare. - Marcus Tullius Cicero (106 - 43 v. Chr)

Gepulste Strahlung/Access Point: olle Kamellen

H. Lamarr @, München, Sonntag, 15.01.2017, 22:14 (vor 1036 Tagen) @ diagnose:falsch

"Wenn man WLAN nicht deaktiviert, hat man eine permanente Belastung mit gepulster, hochfrequenter elektromagnetischer Strahlung, auch wenn gerade niemand im Internet ist und keine Daten gesendet werden.

Ja, das ist grundsätzlich richtig. Ein W-Lan-Acces-Point (W-Lan-Basisstation) sendet auch dann ein Signal aus (Bakensignal für die W-Lan-Clients), wenn kein Client Daten mit dem Internet austauscht. Doch die dabei auf Personen einwirkende "permanente Belastung mit gepulster EMF" ist sehr schwach und vergleichbar dramatisch wie der Heizeffekt, den z.B. eine 60-W-Glühlampe zur Raumheizung beiträgt. Das Bakensignal sind sehr kurze Impulse, die 10-mal pro Sekunde mit maximaler Sendeleistung ausgesendet werden (theoretisch 100 mW). Hört sich erstmal schlimm an. Aber: Da im Leerlauf allein die Baken ausgesendet werden und sonst nichts und die Pausen zwischen zwei Baken im Vergleich zur Dauer der Baken sehr groß sind, bleiben zeitlich gemittelt im Leerlauf von den 100 mW Spitzenleistung nur rund 0,25 mW (250 µW) effektive Sendeleistung übrig. Also praktisch nichts.

Die dramatisch unterschiedliche Sichtweisen von Baubiologen und Skeptikern erklären sich damit, dass Baubiologen immer die Spitzenwerte eines Signals betrachten, Skeptiker hingegen die zeitlich gemittelten Spitzenwerte (Effektivwerte). Bei W-Lan ist der Unterschied im Leerlauf besonders groß, bei Volllast sind Effektivwert und Spitzenwert hingegen gleich groß. Der Blick auf die Effektivwerte ist sinnvoll, denn auch die Grenzwerte sind zeitlich gemittelte Effektivwerte. Um nun nicht Äpfel mit Birnen zu vergleichen, dürfen Spitzenwerte nicht einfach 1:1 mit den Grenzwerten verglichen werden, sondern nur Effektivwerte. Da kommen wir unten nochmal drauf zurück.

Der WLAN-Sender im Router strahlt bis zu 300 m weit und durch alle Wände hindurch, Non-Stop solange er aktiviert ist.

Wer selber ein W-Lan-Netz betreibt weiß, das ist Blödsinn! Nicht einmal im Freifeld sind aus meiner Sicht 300 Meter zu erreichen und wenn doch, dann ist die Datenrate so mickrig, dass ein sinnvoller Betrieb unmöglich ist. Auch "durch alle Wände" ist Käse, denn jede Wand dämpft das Funksignal, Stahlbeton mehr als Ziegel, nach vielleicht drei oder vier Wänden/Decken/Böden ist für das Funksignal Schicht im Schacht.

Genauso die Funkkarten in PCs und Notebooks.

Falsch! Das W-Lan-Modul in Endgeräten sendet nur beim Datenaustausch. Ist z.B. eine aufgerufene Webseite fertig geladen, schweigt das W-Lan-Modul, bis die nächste Seite angefordert wird. Anders wären die passablen Akkulaufzeiten bei batteriebetrieben Endgeräten gar nicht möglich.

Und je näher man jeweils dran ist, desto mehr Strahlung bekommt man ab.

Stimmt. Genau genommen emittiert W-Lan jedoch keine Strahlung, sondern Funkfelder. Strahlung ist ein Dysphemismus, der (falsche) Assoziationen zu radioaktiver Strahlung weckt und deshalb bevorzugt jedoch nicht exklusiv von den Gegnern gebraucht wird

[...] diesen Satz mit der gepulsten Strahlung höre ich immer wieder. Auch die Behauptung, dass die Access-Points bei Nutzung und die Handys bei Empfang kurzzeitig weit über den Grenzwerten senden/empfangen.

Wer solche Grenzwertüberschreitungen behauptet, weiß nicht wovon er redet oder versucht gezielt zu desinformieren. Eine Erklärung wäre, wie oben angedeutet, die Diskrepanz zwischen Spitzenwert und zeitlich gemittelten Spitzenwerten (Effektivwert). Da auch die Grenzwerte eine zeitliche Mittelung vorsehen (über sechs Minuten), liegt es auf der Hand, dass vereinzelte Spitzenwerte den Grenzwert durchaus überschreiten dürfen. Dafür müssen dann andere Spitzenwerte den Grenzwert entsprechend unterschreiten, damit im zeitlichen Mittel der Grenzwert eingehalten wird. Beliebig hoch dürfen die Spitzenwerte jedoch nicht sein, mehr als das 32-fache des Effektivwerts sind gemäß 26. BImSchV nicht erlaubt. Sie sehen: Es gibt keine Geheimnisse, die von Gegnern "aufgedeckt" werden könnten, das ist alles schön unaufgeregt, die Regelungen sind transparent und öffentlich dokumentiert, eine gewisse fiktive Dramatik entsteht häufig allein aus Kenntnisdefiziten allzu selbstbewusster oder auch böswilliger Gegner.

Hintergrund
Immissionsmessungen an WLAN-Szenarien

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

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Spitzenwert, Immission, Access Point, Grenzwertüberschreitung, Peak-Hold, Router

Gepulste Strahlung / Access Point

Kuddel, Mittwoch, 18.01.2017, 21:22 (vor 1033 Tagen) @ diagnose:falsch
bearbeitet von Kuddel, Mittwoch, 18.01.2017, 21:59

"Wenn man WLAN nicht deaktiviert, hat man eine permanente Belastung mit gepulster, hochfrequenter elektromagnetischer Strahlung, auch wenn gerade niemand im Internet ist und keine Daten gesendet werden.

Diese "Bakensignale" haben ja auch einen technischen Sinn.
Die Endgeräte erkennen anhand der Bake, auf welchem Funkkanal ein Router sendet und ob es sich (noch) in der Reichweite befindet. Ferner ist das Bakensignal wichtig für die Stromsparfunktionen mobiler Empfänger , wie z.B. in Laptops oder Mobiltelefonen . Dazu schalten sich die Empfänger periodisch ab und nur zu vereinbarten Zeitpunkten wieder kurzzeitig an. In den "Schlaf" Phase sparen die Empfänger Strom und ankommende Daten werden vom Router zwischengespeichert, um dann zu vereinbarten "Aufwach"-Zeitpunkten,welche vom Bakentakt in einer Art "Countdown" angekündigt werden, gesammelt zum Endgerät gesendet zu werden.

Der WLAN-Sender im Router strahlt bis zu 300 m weit und durch alle Wände hindurch, Non-Stop solange er aktiviert ist.

Schon möglich (bei Sichtverbindung),aber Menschen und Tiere sind weder physikalisch noch biologisch in der Lage, diese extrem schwachen Funkwellen in irgend einer Art und Weise und schon garnicht aus 300m Entfernung zu detektieren, weil schlicht für eine derartige "Detektion" die (biologische) Ladungsträgerbeweglichkeit um einige Zehnerpotenzen zu gering ist.
Um derart schwache, hochfrequenze Funksignale zu detektieren bräuchte es Metalle/Halbleiter mit extrem hoher Ladungsträgerbeweglichkeit und sehr geringen ohmschen Widerständen, weil die Empfänger sonst ein zu starkes Eigenrauschen hätten und das schwache Signal in diesem Eigenrauschen unter ginge.
Daher haben Elektrosensible ja auch ihre Knatterboxen, denn ohne die Verstärker darinnen (aus niederohmigen Metallen und Halbleitern) wären Funkwellen oberhalb ca 10MHz nicht detektierbar.
Falls es einen "biologischen" Detektor gäbe, müßte es eigentlich auch chemische oder biologische Verbindungen geben, welche z.B. mit einem Farbumschlag auf Funkwellen reagieren (vgl. dem lichtempfindlichen Film in der Photographie), was es für Licht-, Röntgen- und Gammstrahlung ja durchaus gibt.
Gibt es für Radiowellen aber nicht, weil die Quantenenergie für solche chemischen/biologischen Effekte um mehrere Zehnerpotenzen zu gering ist. Auch die unter Esoterikern gerne gehandelten "Spinresonanzeffekte" kommen nicht in Frage, weil diese Effekte immer ein (extrem starkes) statisches Magnetfeld voraussetzen, viel stärker als das Erdmagnetfeld. Ferner sind "Spinresonanzen", per Definition (von "Resonanz") extrem schmalbandig (einige kHz bis MHz Bandbreite )...was also nicht erklären könnte, warum Elektrosensible auf alle möglichen Funkquellen, wie C-Netz,D-Netz, E-Netz, DECT und WLAN gleichermassen "reagieren" sollten/könnten.
Meiner Meinung nach reagieren sie eben nur (panisch) auf die Geräusche (Knattersignale) und Anzeigen ihrer Messgeräte (Stichwort: Konditionierung).
Mithin sind die Hersteller, Vertreiber und (kommerziellen) Anwender dieser Geräte (z.B. Baubiologen) auch die stärksten Protagonisten in der so genannten (E-Smog) Mobilfunkdebatte.


K

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Access Point, Router

Yakymenko et al

Dr. Ratto, Sonntag, 15.01.2017, 19:15 (vor 1036 Tagen) @ Kuddel

Im Forum hatten wir uns schon >hier< und >hier< damit befasst

Von der "Studie" ist meiner Meinung nach nicht viel von zu halten, da es sich nicht einmal um eine richtige (Meta) Studie handelt, sondern lediglich um das Zeitschrifteneditorial eines nahezu unbekannten Wissenschaftlers, der sich selektiv 100 "Alarm-Studien" herausgepickt hat um zu untermauern, dass dringend weitere Forschung erforderlich sei. Man könnte mutmassen, das Forscherteam würde sich mit diesem Artikel gerne ins Spiel bringen und sucht Geldgeber.

Das ist alles richtig, bezieht ich aber auf das unter dem ersten Link oben besprochene Editorial.

Inzwischen hat Yakymenko ein richtiges Review publiziert:
Oxidative mechanisms of biological activity of low-intensity radiofrequency radiation.
in dem er auf mögliche Zusammenhänge zwischen oxidativen Prozessen im Körper und EMF eingeht. Die Einleitung beschreibt oxidative Prozesse im allgemeinen und grundsätzlich korrekt, hat aber mit EMF wenig zu tun. Dann folgen 3 Tabellen in denen Studien die für oder gegen einen Zusammenhang zwischen oxidativen Prozessen und EMF sprechen gelistet werden. Hier scheint Yakymenko vollkommen unkritisch vorzugehen. Aus Gründen der Qualität müssten alle Studien die ein Mobiltelefon und keine Expositionsanlage nutzen oder die keinen SAR Wert angeben ausgeschlossen werden. Von denen die SAR angeben wären für oxidativen Stress unterhalb der Grenzwerte nur diejenigen relevant, die wirklich tief unter dem Grenzwert noch Effekte finden. Gleich Nr. 3 geht bis 27 W/kg! Auch bei 1-2 W/kg bewegt man sich im Grenzwertbereich und natürlich sind die Effekte (i) thermisch (ii) nicht gesundheitsrelevant. Es ist ja nicht so dass es unterhalb der Grenzwerte keine biologischen Effekte geben kann. Auch eine Temperaturerhöhung von 0,1 oder 0,01°C kann bestimmte Prozesse im Körper beeinflussen. Man geht aber davon aus dass dies die Gesundheit nicht gefährdet. Die verbleibenden wenigen Studien müsste man im Einzelnen prüfen, ob die etwas finden was Sinn macht und ob da weitere Forschung loht.
Die sieben Studien in Tab. 4 die nichts finden sind von ähnlicher Qualität wie diejenigen die etwas finden, den SAR-Wert gibt nur eine an.

Das alles mag grundsätzlich interessant sein, zu der Fragestellung ob eine WLAN Nutzung an Schulen gefährlich ist oder nicht trägt es aber nichts bei. Auch hier geht es um langfristige Nutzung von Handys am Körper, nicht um die viel schwächere WLAN Strahlung. Falls es sich in der Zukunft zeigen sollte, dass die IARC Einstufung korrekt ist und es zu einem Anstieg der Hirntumore bei Vielnutzern z.B. nach 30 Jahren kommen sollte, wäre oxidativer Stress ein möglicher Vorschlag für einen Wirkmechanismus.

Dabei muss betont werden, dass oxidative Prozesse im Körper ein ganz normaler Bestandteil des Energiemetabolismus sind. Es entstehen ständig freie Radikale, verursachen auch Schäden, die aber größtenteils durch Enzyme wieder reparieret werden. Das passiert infolge der Nahrungsaufnahme und der Atmung und ist vollkommen normal. Dagegen werde dann "Antioxidantien" durch die Pharmaindustrie angepriesen, wie z.B. die Vitamine A, C und E, oder Melatonin. Wer es glaubt, kann es sich was kosten lassen - und sein Leben durch Mangel an freien Radialen verkürzen!

Oxidativer Stress wurde hier diskutiert, vor allem das Dokument des RKI ist hilfreich.

Tags:
Oxidativer-Stress, Melatonin, RKI, freie Radikale, Energiemetabolismus, Enzyme

Studienübersicht

diagnose:falsch, Samstag, 07.01.2017, 18:36 (vor 1044 Tagen) @ Dr. Ratto

Sie haben 2015 einen Eintrag gepostet (s.u.). Gibt es bereits ein Update (bezüglich der WHO)? Die Klassifizierung in 2b macht mal wieder Probleme. Laien eben, aber diese sehr vehement.

Soweit der Post 2015:

International Agency for Research on Cancer (IARC) kommt 2011 zum Schluss, dass hochfrequente Felder von Handys (aber nicht Masten) möglicherweise krebserregend sind. Bei deren Sprachgebrauch heißt möglich, dass es nicht ausgeschlossen ist, da es vereinzelte Hinweise gibt. In die Kategorie "wahrscheinlich krebserregend" haben es die Felder nicht geschafft. In derselben Kategorie sind auch niederfrequente Magnetfelder, die von allen elektrischen Geräten im Haushalt sowie Stromleitungen ausgehen.
Die deutsche Strahlenschutzkommission (SSK) hat ihre Stellungnahme zu biologischen Auswirkungen des Mobilfunks (2011) vor allem auf den Ergebnissen des Deutschen Mobilfunk Forschungsprogramms begründet.
Der Health Council of the Netherlands hat zwei Bewertungen zu Mobilfunk und Krebs herausgegeben, eine über Humanstudien (2013) und eine über Tierstudien (2014).
Fazit: Es gibt kein nachgewiesenes Krebsrisiko, aber für Zeiträume über 13 Jahre fehlen Daten (die Technik ist nicht alt genug), deswegen kann man es nicht ausschließen. Das bedeutet dasselbe wie die Bewertung der IARC, ist für einen Laien aber wesentlich leichter zu verstehen.
Scientific Committee on Emerging and Newly Identified Health Risks (SCENIHR) hat im Januar 2015 die Opinion on Potential health effects of exposure to electromagnetic fields (EMF) veröffentlich. Hier sind alle biologischen und gesundheitlichen Auswirkungen berücksichtigt, nicht nur Krebs, und auch alle Frequenzbereiche
Der Schwedische Scientific Council on Electromagnetic Fields (SSM) hat 2015 eine Übersicht über gesundheitliche Auswirkungen aller Frequenzbereiche erstellt.
ICNIRP ist gerade dabei, die Grenzwertempfehlung zu Überarbeiten.
Die WHO ist gerade dabei, Environmental Health Criteria zu hochfrequenten Feldern zu aktualisieren. Die öffentliche Diskussion ist abgeschlossen, publiziert werden sie voraussichtlich 2016. Wie dabei vorgegangen wird und wer beteiligt ist, ist in dieser Präsentation dargestellt.
Es tut sich also was, es muss nicht jeder alles bis ins Detail verstehen. Besser, auf die WHO warten, und wenn schon nicht glauben, zumindest vertrauen.

Tags:
WHO, Klassifizierung, 2B

Studienübersicht

Dr. Ratto, Montag, 09.01.2017, 07:56 (vor 1042 Tagen) @ diagnose:falsch

Gibt es bereits ein Update (bezüglich der WHO)?

Leider nein, es stand bis Dezember 2014 zur öffentlichen Diskussion, mit Literaturstand 2013, was total veraltet war und bemängelt wurde. Der aktuelle Stand hier, seit Mitte 2016 leider unverändert:
Radio Frequency fields: Environmental Health Criteria Monograph

Bei ICNIRP sieht es ähnlich aus, eine für Ende 2016 geplante Konsultation der neuen HF Guidlines hat sich ebenfalls verzögert:
ICNIRP: Update HF Guidelines

Tags:
ICNIRP, WHO, Studienübersicht

Patt zwischen Gegnern und Befürwortern?

diagnose:falsch, Sonntag, 08.01.2017, 10:23 (vor 1043 Tagen) @ Dr. Ratto

Inzwischen gibt es ja eine Vielzahl an Studien pro und contra Schädlichkeit von Mobilfunk. Können wir von einem Patt beider Seiten ausgehen? Oder gibt es eine eindeutige Tendenz?

Gibt es eigentlich eine Zunahme an den von den MF-Gegnern prognostizierten Krankheiten? So neu ist die Benutzung von Mobiltelefonen inzwischen auch nicht mehr.

Weiterhin habe ich noch Fragen zu konkreten Studien:

Was ist denn von dem "Report of Partial Findings from the National Toxicology Program Carcinogenesis Studies of Cell Phone Radiofrequency Radiation" (NTP) zu halten? Welche Folgen hat dieser Report auf die Diskussion über WLAN und Mobilfunk?

Die Schweizer Studie "Beurteilung der Evidenz für biologische Effekte schwacher Hochfrequenzstrahlung" aus 2014 liefert laut Forum Evidenz für die Schädlichkeit von EMF unterhalb der Grenzwerte? Was heißt das konkret für die gesundheitliche Gefährdung?

Die kanadische Studie "Radiofrequency Toolkit for Environmental Health Practitioners" aus 2013 prognostiziert wohl Auswirkungen auf die Fruchtbarkeit.

Tags:
Psiram, EMF-Portal, Wissenschaft, Krebsregister, Pseudowissenschaft, Patt, Pseudowissen, NTP-Studie

Laute Laien, leise Fachleute ...

Trebron, Sonntag, 08.01.2017, 12:35 (vor 1043 Tagen) @ diagnose:falsch

Hallo diagnose:falsch!
Vielzahl von Studien? Wirklich?
Ich schreibe dir als jemand, der hier schon länger interessiert mitliest. (Hut ab vor der Recherche-Arbeit von Spatenpauli und seinem kleinen Team!) Und verstehe, dass dir langsam der Kopf brummt ;-).
Sache ist dieses: Die Alarm-Szene reitet auf „ihren“ wenigen „Studien“ lautstark rum. Das Meiste sind keine wissenschaftlichen Höchstleistungen, oft eher dilettantisch „gestrickt“, und typischerweise mit methodischen Schwächen oder Mängeln. Da ist die Zahl der Testpersonen zu gering, der Studienleiter nicht vom Fach oder es werden handwerkliche Fehler begangen (keine Kontroll-Gruppe, keine Doppel-Verblindung, unrealistische Versuchs-Szenarien und was noch mehr so geht). Diese in der Szene so beliebten „Studien“ werden selten bis nie in seriösen Fach-Zeitschriften veröffentlicht, dafür von der Handvoll Aktivisten umso intensiver bejubelt und eifrig weiter gereicht. Dazu kommt, dass aufwändige Studien von Fachleuten auf Englisch veröffentlich werden und auch in der Übersetzung von Laien kaum richtig verstanden werden können. Da interpretieren Laien gerne rein, was sie am liebsten lesen möchten. Echte Fachstudien erreichen andere Wissenschaftler. Und diese machen um den Sumpf der paar lauten Mobilfunk-Gegner einen großen Bogen. Wer sich auf deren Level hinab begibt, würde seine wissenschaftliche Reputation beschädigen. Wenn ein einfacher Landarzt seine Erfahrungswerte aus seinem winzigen Einzugsbereich in irgendeinem Öko-Blättchen als „Studie“ veröffentlicht, dann jubelt die Szene noch viele Jahre später. Die Fachwelt ist nicht mal peinlich berührt. Wenn du viiiiel Zeit hast, dann suche in diesem Forum mal nach Naila oder nach Reflex ;-). Oder nach beschädigten Schweinchen ;-).

Dieses Forum leistet gute Arbeit im Klarstellen, welches Gewicht eine Studie oder auch nur „Studie“ wirklich hat.
Kurzform: Nein kein Patt. Diagnose:Funk (sind das jetzt drei oder sogar vier?) proklamiert den Weltuntergang und alle Fachleute lassen ihren eigenen Kindern die Freude am Smartphone und Tablet. Und unterstützen WLAN in Schulen ... Die seriöse Wissenschaft behält das Thema im Blick, klärt noch Detailfragen und sagt offen, dass für die Auswirkungen auf Kinder kaum belastbare Studienergebnisse existieren (was sich auch nicht ändern wird, denn mit Kindern experimentiert man nicht.) Aber das Thema ist weitgehend durchgekaut, kein seriöser Wissenschaftler beteiligt sich an irgendwelchen Alarmen oder Petitionen. Der besorgte Bürger kann sich auf seine staatlichen Fach-Stellen verlassen und zurücklehnen …
Und zu deiner WLAN-Ausgangsfrage: WLAN ist allgegenwärtig, die Sendeleistungen sind in einem Bereich, mit dem man kein Fahrradlämpchen zum Leuchten bringt und bis jetzt leben noch alle froh und munter ;-). Das „Asbest des neuen Jahrhunderts“ wird sich ziemlich sicher so entwickeln wie das legendäre Waldsterben ;-)

Das Märchen vom Patt

H. Lamarr @, München, Sonntag, 08.01.2017, 18:13 (vor 1043 Tagen) @ diagnose:falsch

Inzwischen gibt es ja eine Vielzahl an Studien pro und contra Schädlichkeit von Mobilfunk. Können wir von einem Patt beider Seiten ausgehen? Oder gibt es eine eindeutige Tendenz?

Seit mindestens zehn Jahren erzählen Mobilfunkgegner an ihren Lagerfeuern das tröstliche Märchen vom Patt. Das baut auf, scheint doch der Sieg (wieder einmal) greifbar nahe.

Zuerst wurde das Patt einfach nur unbelegt behauptet. Inzwischen sind die Jungs schlauer und behaupten das Patt "faktengestützt". Diagnose-Funker Gutbier behauptet z.B. <hier> ab Minute 31:00, es gäbe in der "Referenzdatenbank der WHO" – es ist ihm offenbar unangenehm, das EMF-Portal mit Namen zu nennen – 1200 bis 1300 Mobilfunkstudien (es sind derzeit 244+1085=1329), von denen DF 700 "ausgewertet" hätte, manche sogar mit "Fachwissenschaftlern". Alle so ausgewerteten Studien hätten Effekte gefunden. Sagt er, der "Experte".

Von 1300 sind 700 ungefähr 50 %. Das riecht nach Patt. Aber: Gutbier hat die restlichen 600 Studien noch nicht ausgewertet. Und wenn er das getan hat, wird er womöglich noch immer sagen: Bei allen Effekte gefunden! Was lässt sich dagegen einwenden?

  • Fangen wir ganz unten an: Kein Diagnose-Funker ist fachlich qualifiziert, Mobilfunkstudien richtig auszuwerten. Richtig auswerten heißt, nicht nur emsig in den Papers nach "Effekten" suchen, sondern auch erkennen können, ob eine Studie qualitativen Mindestansprüchen genügt. Das können die Jungs nicht, tun aber so. Auch ich kann es nicht, gebe das auch offen zu. Und die "Fachwissenschaftler" kaufe ich Gutbier erst ab, wenn er deren Namen offengelegt hat. Doch welcher seriöse Wissenschaftler vom Fach will mit Diagnose-Funk in Verbindung gebracht werden? Verdacht: DF beschäftigt einschlägig bekannte Rentner(innen), die sich zur Rente etwas hinzu verdienen wollen und nichts mehr zu verlieren haben. Sollte dies zutreffen, ist nach der "Ergebnisoffenheit" dieser Truppe zu fragen und da wird Herr Gutbier wahrscheinlich rote Ohren kriegen. Ich verlasse mich nicht auf diese angeblichen "Fachwissenschaftler", es gibt genug andere nicht geheim gehaltene Experten, denen ich traue und vertraue.
  • "Effekte" allein sagt gar nichts. Das ist Desinformation, denn es gibt gesundheitlich gute und schlechte "Effekte" und es gibt welche, da wissen noch nicht einmal seriöse Experten, ob ein beobachteter Effekt überhaupt Auswirkungen auf die Gesundheit hat, geschweige denn welche. Nur Desinformanten werfen das alles in einen Topf und reden augenrollend mit besorgter Mine von "Effekten": Lehrer sind entsetzt, Eltern noch viel mehr, Experten aber lächeln leise vor sich hin und genießen ihren Status.
  • In der BEMS, das ist die Standesorganisation der "Mobilfunkwissenschaftler" (Bioelektromagnetiker), sind ungefähr 450 Wissenschaftler organisiert (Stand 2009). Etwa 40 davon haben sich bislang bei Appellen (einige wiederholt) als "Mobilfunkgegner" geoutet. Literatur-, Musik- und Pseudowissenschaftler sind in diesen Zahlen nicht enthalten. Patt sieht anders aus.
  • Nahezu alle nationale EMF-Expertenkommissionen weltweit kommen seit vielen Jahren immer wieder zu demselben Schluss: Die geltenden Grenzwerte sind angemessen, sie bieten ausreichend Schutz, eine Grenzwertsenkung oder -anhebung ist nicht zu begründen. Das lässt sich leicht recherchieren und nachlesen. Patt sieht anders aus.
  • Das Märchen vom Patt kann gut und gerne auch auf einem Trugschluss beruhen: Bei scheinbar fairen Podiumsdiskussionen wird ein Vertreter der Pro-Seite einem Vertreter der Kontra-Seite gegenüber gesetzt. Das ist zwar ausgeglichen, fair aber ist es nur dann, wenn die beiden Repräsentanten auch gleich starke Parteien vertreten und nicht etwa einer der Repräsentanten eine hirnrissige Außenseitermeinung vertritt (z.B. W-Lan in Schulen ist gesundheitsgefährdend), hinter der sich nur wenige oder inkompetente Fürsprecher versammelt haben. Für das Publikum sieht ein 1:1 besetztes Podium immer nach gleichwertigen Kontrahenten aus. Es fehlt jegliche Gewichtung der Referenten und dies ist eine Verzerrung des tatsächlichen fachlichen Meinungsbildes. Vertritt z.B. der Sprecher der Kontra-Partei eine abwegige Meinung, müsste die gegnerische Pro-Partei nicht nur 1 Sprecher haben, sondern theoretisch vielleicht 50, damit ihr Gewicht in der Auseinandersetzung angemessen berücksichtigt wird. Diese Problematik der fehlenden Gewichtung ist übrigens in den USA einer der Gründe, warum bei der Bewertung von Sachverständigen (vor Gericht) ein etabliertes Verfahren (Frye) gegen ein besseres (Daubert) ersetzt wird, bei dem Außenseitermeinungen nicht mehr gleichberechtigt neben einem unstreitigen Wissensstand auftauchen können.

Gibt es eigentlich eine Zunahme an den von den MF-Gegnern prognostizierten Krankheiten? So neu ist die Benutzung von Mobiltelefonen inzwischen auch nicht mehr.

Selbstverständlich gibt es so eine Zunahme. Aber nur, wenn Sie Diagnose-Funk glauben, die haben sogar ein lustiges Schaubild mit allerlei steil nach oben zeigenden Kurven ab dem Zeitpunk, da Mobilfunk eingeführt wurde. Dieses Schaubild ist jedoch sogar mir zu doof, um es hier zu kommentieren, wer es findet, kann es ziemlich leicht selbst widerlegen, wie alles, was von diesem Verein kommt.

Wissenschaftler haben mal untersucht, inwieweit die vom (alten) "Freiburger Appell" beschworene Zunahme von Wehwehchen und ernsten Krankheiten von den Gesundheitsstatistiken gestützt wird. Und es kam so, wie es kommen musste. Einen Auszug aus dieser (kostenpflichtigen) Studie finden Sie <hier>.

Was ist denn von dem "Report of Partial Findings from the National Toxicology Program Carcinogenesis Studies of Cell Phone Radiofrequency Radiation" (NTP) zu halten? Welche Folgen hat dieser Report auf die Diskussion über WLAN und Mobilfunk?

"Für die gesellschaftliche Diskussion sind die Resultate nicht unmittelbar bedeutsam, denn eine Verallgemeinerung auf den Menschen oder Schlussfolgerungen hinsichtlich Grenzwerten sind nicht möglich und wären zum gegenwärtigen Zeitpunkt voreilig.", sagen in der Schweiz die "Krebsliga" und die "Forschungsstiftung Strom und Mobilfunk" (FSM) in einer gemeinsamen Erklärung. Was bislang von NTP bekannt ist, ist nur ein Zwischenbericht der Forscher, es fehlen der Abschlussbericht und die wissenschaftliche Publikation der Ergebnisse.

Die Schweizer Studie "Beurteilung der Evidenz für biologische Effekte schwacher Hochfrequenzstrahlung" aus 2014 liefert laut Forum Evidenz für die Schädlichkeit von EMF unterhalb der Grenzwerte? Was heißt das konkret für die gesundheitliche Gefährdung?

Das ist keine Studie, sondern der turnusmäßig seit 2003 alle paar Jahre erscheinende Bericht einer schweizerischen EMF-Expertenkommission, deren Mitglieder von Mobilfunkgegnern übel angegriffen werden. Und weil wir hier über W-Lan reden, die geschilderte begrenzte Evidenz jedoch für SAR-Werte gilt (siehe Seite 38, Tabelle 5), die von W-Lan (50 mm Abstand zum Körper) bei weitem (Faktor 100 bis 1000) nicht erreicht werden (siehe Seite 11, Abb. 1), gibt der Bericht aus meiner Sicht 0,000 her, um Ängste gegenüber W-Lan zu schüren.

Vielleicht hilft Ihnen diese Analogie: Diagnose-Funk warnt hysterisch vor der tödlichen Bedrohung durch Dihydrogenmonoxid, bringt bestürzende Beispiele von Vergifteten und von jeder Menge Leichen. Üble Sache, mit diesem Zeug ist nicht zu spaßen. Stimmt. Ohne Dihydrogenmonoxid geht es aus naheliegenden Gründen jedoch erst recht nicht. Im Rahmen dieser Analogie wäre das Handy ein Dorfteich, W-Lan ein Glas Wasser. Es wäre mir neu, dass man im Glas ertrinken kann.

Die kanadische Studie "Radiofrequency Toolkit for Environmental Health Practitioners" aus 2013 prognostiziert wohl Auswirkungen auf die Fruchtbarkeit.

Ja, kann schon sein. Andere Studien sagen das Gegenteil. Ich kann die Qualität dieser Arbeiten nicht beurteilen und überlasse die Bewertung daher besser Qualifizierten.

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Inszenierung, Profiteur, Außenseiter, Bioelektromagnetik, Patt, BEMS, Laienorganisation, Faktencheck

Dihydrogenmonoxid, die unbekannte Gefahr!

Trebron, Sonntag, 08.01.2017, 19:34 (vor 1043 Tagen) @ H. Lamarr

Jetzt bin ich aber richtig sauer! Spatenpauli hat mir meine letzte Chance, in diesem Forum auch mal was Nettes einzubringen, weg genommen! Böser Spatenpauli!
Die Geschichte mit dem gefährlichen Dihydrogenmonoxid kann ich jetzt nicht mehr bringen .
Wem der Spaß nicht sofort klar ist:
https://de.wikipedia.org/wiki/Dihydrogenmonoxid
wirkt direkt auf den Lachmuskel …

Dihydrogenmonoxid, die unbekannte Gefahr!

H. Lamarr @, München, Sonntag, 08.01.2017, 20:38 (vor 1043 Tagen) @ Trebron

Jetzt bin ich aber richtig sauer! Spatenpauli hat mir meine letzte Chance, in diesem Forum auch mal was Nettes einzubringen, weg genommen! Böser Spatenpauli!

"Trebron", ich bin untröstlich, das wollte ich wirklich nicht! Vielleicht besänftigt es Sie, zu hören, dass dieses schreckliche Gift hier erstmals schon 2009 von einem "Ex-Mobilfunkpressesprecher" eingeschleppt wurde. Das ist mir heute vage wieder in den Sinn gekommen, da mir die genaue Bezeichnung aber entfallen war, musste ich bestimmt zehn Minuten rumgooglen, um das Dihydrogenmonoxid wieder zu finden. Da hätten Sie mit kräftigem Antritt vorbeiziehen können :-).

Am Freitag hatte ich mir für "diagnose:falsch" eine längere Antwort zur 30-Schüler-Problematik abgebrochen und nach dem ersten Einstellen bestimmt nochmal 20 Minuten dran rumgefeilt. Als ich dann endlich fertig war und das Posting fehlerfrei drin stand, musste ich ernüchtert feststellen: Oooch, "Dr. Ratto" war schneller gewesen und hatte die wesentlichen Informationen schon gebracht, während ich noch am Texten und Feilen war. Da steht man dann immer blöd da, als ob man nicht wüsste, was momentan im Forum los ist. Dabei hatte Ratto, als ich mit meinem Posting anfing, noch garnix geschrieben, sie kam später, ist aber schneller als der Schall und zog vorbei.

Das Leben ist zuweilen hart und ungerecht :wink:.

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NTP-Studie: Folgen für W-Lan- & Mobilfunkdebatte

Dr. Ratto, Montag, 09.01.2017, 11:04 (vor 1042 Tagen) @ diagnose:falsch

[Admin: Postingtitel editiert am 10.01.17, 00:00 Uhr]

Was ist denn von dem "Report of Partial Findings from the National Toxicology Program Carcinogenesis Studies of Cell Phone Radiofrequency Radiation" (NTP) zu halten? Welche Folgen hat dieser Report auf die Diskussion über WLAN und Mobilfunk?

Es handelt sich um eine große Toxikologische Studie aus den USA. Es ging um die Frage, ob hochfrequente elektromagnetische Felder so hochdosiert wie möglich krebserregend sein könnten. Mit einer alltäglichen Exposition mit einem Handy (und schon gar nicht WLAN) ist das nicht vergleichbar und kann deswegen zu dieser Diskussion gar nicht beitragen.

Die Studie wurde nach den Standards der Toxikologie durchgeführt. Die maximal mögliche Exposition der Tiere wurde nach den folgenden Kriterien festgelegt:
1.Keine erhöhte Mortalität
2.Erhöhung der Körpertemperatur um weniger als 1°C
3.Gewichtsverlust unter 10%
Das bedeutet eine ziemlich heftige Belastung der Tiere.
Die Expositionsstärke die diesen Kriterien entspricht wurde in zwei Pilotstudien festgestellt und beträgt 6 W/kg ganzkörper-SAR. Um eine Dosis-Wirkungs-Beziehung feststellen zu können wurden zusätzlich 3 W/kg, 1,5 W/kg und eine Scheinexposition (Kontrolle) angewendet. Exponiert wurden frei bewegliche Ratten und Mäuse.
Bei Mäusen wurde kein Einfluss festgestellt (dies ist bisher nicht veröffentlicht). Bei Ratten-Weibchen ebenfalls nicht. Bei Ratten-Männchen war die Krebsrate von 2 speziellen Tumoren (Gliome, Schwannome) erhöht. Gleichzeitig war die Lebenserwartung der exponierten Männchen erhöht. Was das bedeutet ist unklar, es kann sein das die Tiere mehr Krebs hatten weil sie ein höheres Alter erreicht haben und Krebs altersbedingt zunimmt, auch bei Menschen. Es kann sich bei der Fülle an Untersuchungen (es ist immer noch unklar was alles untersucht wurde und wie viele Tests durchgeführt wurden) auch um zufallsbedingte falsch positive Ergebnisse handeln.

Die Schweizer Studie "Beurteilung der Evidenz für biologische Effekte schwacher Hochfrequenzstrahlung" aus 2014 liefert laut Forum Evidenz für die Schädlichkeit von EMF unterhalb der Grenzwerte? Was heißt das konkret für die gesundheitliche Gefährdung?

Von gesundheitlicher Gefährdung steht da gar nichts, bzw. als "Gefahrenabwehr" werden ICNIRP Grenzwerte herangezogen, alles andere ist Vorsorge (S.7).
Es ist eine Literaturübersicht die alle Hinweise auf biologische Wirkungen (unabhängig von gesundheitlicher Relevanz) unterhalb der Grenzwerte zusammenfasst. Zusammenfassung und Fazit sind auf Seiten 39 - 41 nachzulesen. Für die meisten diskutierten Auswirkungen ist die Evidenz "unzureichend" oder "begrenzt" - was aber auch bedeutet dass es nicht ausgeschlossen werden kann und weiter beobachtet werden muss.
Das betrifft vor allem Langzeitauswirkungen und Krebs, da kommt man zum selben Schluss wie IARC. Weiterhin gelten Einflüsse auf Hirnströme als nachgewiesen. Das gilt im Bereich der Grenzwerte (2 W/kg) für die Nutzung am Kopf, nicht für WLAN. Gesundheitsrelevant scheint es nicht zu sein, die kognitive Leistungsfähigkeit und die Schlafqualität bleiben unbeeinflusst. Weiterhing werden Einflüsse auf oxidative Prozesse und die Spermienqualität mit unklaren Ausgang diskutiert (begrenzte Evidenz). Als mögliche Wirkmechanismen werden Radikalpaar-Mechanismen und besonders temperaturempfindliche Prozesse genannt - die wären thermisch, obwohl unterhalb der Grenzwerte und weit unterhalb von 1°C. Damit kommt der menschliche Körper Gesundheitlich normalerweise klar.

Die kanadische Studie "Radiofrequency Toolkit for Environmental Health Practitioners" aus 2013 prognostiziert wohl Auswirkungen auf die Fruchtbarkeit.

Gar nicht. Es handelt sich um eine bewertende Literaturübersicht wie sie viele Länder auf nationaler Ebene erstellen. Auf S. 10 - 11 werden widersprüchliche Ergebnisse zu Einflüssen auf Sperma beschrieben, die nicht unbedingt mit Unfruchtbarkeit einhergehen müssen. Gemeint ist dabei Handy in der Hosentaschen, nicht WLAN, welches eine wesentlich geringere Exposition verursacht. Für die Exposition während der Schwangerschaft wird überwiegend Entwarnung gegeben.

Eine ausführliche und kritische Auseinandersetzung mit dem Thema männliche Fruchtbarkeit hat das BfS 2014 veröffentlicht.

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NTP-Studie, Dosis-Wirkungs-Beziehung

Hirntumore Trend

Dr. Ratto, Montag, 09.01.2017, 16:08 (vor 1042 Tagen) @ diagnose:falsch

Gibt es eigentlich eine Zunahme an den von den MF-Gegnern prognostizierten Krankheiten? So neu ist die Benutzung von Mobiltelefonen inzwischen auch nicht mehr.

Für Krebs finden die meisten Studien keinen Anstieg, in der allerletzten zeichnet sich vielleicht für mehr als 10 Jahre etwas ab.

Cellular telephone use and time trends in brain tumourmortality in Switzerland from 1969 to 2002
We conclude that after the introduction of mobile phone technology in Switzerland, brain tumour mortality rates remained stable in all age groups. Our results suggest that mobile phone use is not a strong risk factor in the short term for mortality from brain tumours. Ecological analyses like this, however, are limited in their ability to reveal potentially small increases in risk for diseases with a long latency period.

Increasing Incidence of Brain and Nervous Tumours in Urban Shanghai, China, 1983-2007
The study did not support an association between cellular telephone use and increased risk of brain and nervous tumours. However, considering of the increasing incidence rate of brain and nervous tumours now and in the future, in addition to the high prevalence of mobile phone exposure in the population and worldwide, assessment of longer follow-up time trends in brain tumour incidence rates is warranted.

Mobile phone use and incidence of glioma in the Nordic countries 1979-2008: consistency check.
No clear trend change in glioma incidence rates was observed. Several of the risk increases seen in case-control studies appear to be incompatible with the observed lack of incidence rate increase in middle-aged men. This suggests longer induction periods than currently investigated, lower risks than reported from some case-control studies, or the absence of any association.

Time Trendin Incidence of Malignant Neoplasmsof the Central Nervous System in Relation to Mobile Phone Use Among Young Peoplein Japan
Patterns in sex-, age-, and period-specific incidence increases are inconsistent with sex-, age-, and period-specific prevalence trends, suggesting the overall incidence increase cannot be explained by heavy mobile phone use.

Has the incidence of brain cancer risen in Australia since the introduction of mobile phones 29 years ago?
The observed stability of brain cancer incidence in Australia between 1982 and
2012 in all age groups except in those over 70 years compared to increasing modelled expected estimates,suggests that the observed increases in brain cancer incidence in the older age group are unlikely to be related to mobile phone use. Rather, we hypothesize that the observed increases in brain cancer incidence in Australia are related to the advent of improved diagnostic procedures when computed tomography and related imaging technologies were introduced in the early 1980s.

Inferring the 1985–2014 impact ofmobile phone use on selected brain cancer subtypes using Bayesian structural time series and synthetic controls.
There is no evidence of an increase in malignant glioma, glioblastoma multiforme, or malignant neoplasms of the parietal lobe not predicted in the ‘synthetic England’ time series. Malignant neoplasms of the temporal lobe however, have increased faster than expected. A latency period of 10 years reflected the earliest latency period when this was measurable and related to mobile phone penetration rates.

Hirntumore Trend

diagnose:falsch, Dienstag, 10.01.2017, 18:28 (vor 1041 Tagen) @ Dr. Ratto

Zunächst vielen Dank für die große kompetente Hilfe. Ich schreibe gerade mit dem Tablet auf dem Schoß.

Haben Sie noch eine Quelle zur englischen Studienübersicht? Natürlich nicht für mich - ich weiß zu schätzen, dass es kompetente Menschen gibt, die mir als Laie etwas an die Hand geben.

Was ist denn das für eine Krankheit, bei der es möglicherweise einen Anstieg zu verzeichnen gibt?

Bei den ganzen Gefahrenabwägungen wäre auch immer interessant von welchen relativen Fallzahlen wir sprechen? 1 von 10.000? 1/ 1.000.000? Wie häufig kommen denn diese Tumore überhaupt vor? Ist das was Exotisches?

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Cuiusvis hominis est errare, nullius nisi insipientis in errore perseverare. - Marcus Tullius Cicero (106 - 43 v. Chr)

Hirntumore Trend

Dr. Ratto, Mittwoch, 11.01.2017, 09:56 (vor 1040 Tagen) @ diagnose:falsch

Haben Sie noch eine Quelle zur englischen Studienübersicht?

http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0160412016303865

Was ist denn das für eine Krankheit, bei der es möglicherweise einen Anstieg zu verzeichnen gibt?

Hirntumore (verschiedene Arten), und zwar seitlich am Kopf, hinten nicht, das würde zu einer Handynutzung passen. Bezieht sich nur auf eine langjährige (über 10 Jahre) intensive Handynutzung am Kopf und nichts anderes - WLAN nicht.
Es betrifft aktuell nur England, in vielen anderen Ländern sieht man das nicht. Kommt vielleicht noch, vielleicht bleibt der Trend in England aber auch nicht bestehen. Auch in der Studie sinkt er nach 15 Jahren wieder - die Autoren spekulieren auf technischen Fortschritt und reduzierte Sendeleistung moderner Geräte. Die Mathematik dahinter ist äußerst kompliziert - sehr genau wenn alle Annahmen stimmen, falls die aber z.B. bei der Einschätzung der Latenzzeiten einen Fehler gemacht haben, dann stimmt das alles nicht. Das geben die Autoren in der Diskussion auch korrekt an. Die laufende prospektive Kohortenstudie COSMOS wird irgendwann (in 20 - 30 Jahren) für Klarheit sorgen.

Bei den ganzen Gefahrenabwägungen wäre auch immer interessant von welchen relativen Fallzahlen wir sprechen? 1 von 10.000? 1/ 1.000.000? Wie häufig kommen denn diese Tumore überhaupt vor? Ist das was Exotisches?

Das versuchen die Autoren ganz am Ende zu klären, allerdings nur bezogen auf England:
More specifically, if the calculated population impact is interpreted as a causal effect and is completely contributed to mobile phone use, then the population impact is an additional 188 cases annually in England; corresponding to about 1700 cases (range 436 to 2918) in the period 2005–2014 that would not have occurred otherwise. For reference, this corresponds to 0.02%–0.12%of new cancers during this period. If the relative effect is interpreted as a population relative risk, then a very moderate 1.35 (95%CI 1.09:1.59) is observed after a minimum 10-year latency.

Das Deutsche Krebsregister (RKI, 2013) gibt an: Die durchschnittliche Häufigkeit an einem bösartigen primären Hirntumor zu erkranken liegt in Deutschland bei 9,7 (Männer) bzw. 7,3 (Frauen) von 100.000 Menschen. Wendet man den Risikofaktor 1,35 an, würde diese Zahl auf 13,1 bzw. 9,9 (von 100.000) ansteigen. Das bezieht sich aber auf alle Hirntumore. Da in England der Anstieg nur die seitlichen Tumore betraf, müsste der Anstieg geringer sein - grob geschätzt etwa halb so groß.

Zum Vergleich - insgesamt erkranken in Deutschland irgendwann in ihrem Leben 440 Männer und 349 Frauen von jeweils 100.000 an Krebs (alle Arten). Speziell für Lungenkrebs: 59 und 28. Brustkrebs bei Frauen: 117 (Zentrum für Krebsregisterdaten). Im Vergleich dazu sind Hirntumore etwas Exotisches.

Tags:
Science

Hirntumore Trend Ergänzung

Dr. Ratto, Donnerstag, 12.01.2017, 09:01 (vor 1039 Tagen) @ Dr. Ratto

Es gibt noch eine Studie aus den USA, die keinen Anstieg findet:

Mobile phone use and glioma risk: comparison of epidemiological study results with incidence trends in the United States

"Raised risks of glioma with mobile phone use, as reported by one (Swedish) study forming the basis of the IARC's re-evaluation of mobile phone exposure, are not consistent with observed incidence trends in US population data, although the US data could be consistent with the modest excess risks in the Interphone study."

30 Schüler gleichzeitig im W-Lan-Netz

H. Lamarr @, München, Donnerstag, 05.01.2017, 14:45 (vor 1046 Tagen) @ diagnose:falsch

- Wie "gefährlich" ist ein EMF, wenn 30 Schüler gleichzeitig mit einem Tablet arbeiten? Nach wie vielen Minuten WLAN Einsatz wird es denn ungesund?

Wissenschaftlich wurde dieser Sachverhalt mWn bislang noch nicht untersucht und er wird voraussichtlich auch nicht mehr untersucht. Warum? Weil eine solche Untersuchung bereits mit Mobiltelefonen unter ungünstigsten Bedingungen (teilgeschirmte Räume) stattgefunden hat mit dem Fazit:

Grundsätzlich ist in teilgeschirmten Räumen mit einer erhöhten Exposition bei der Verwendung von Mobilfunktelefonen zu rechnen. Hinweise für eine Überschreitung von empfohlenen Expositionsgrenzwerten für Personen, die selbst nicht mobil telefonieren, wurden nicht gefunden.

Kurze Erklärung dazu, warum auch bei 100 aktiven W-Lan-Schülern im Raum grundsätzlich kein Gesundheitsrisiko zu befürchten ist: Was Funkwellen nicht reflektiert (z.B. Metall, metallisierte Fensterfronten, nasse Hauswände, Straßen ...) absorbiert sie. Absorber sind z.B. Wände, Böden, Decken, Möbel, Pflanzen, Tiere und – ja, auch die – Menschen. Je mehr dieser Absorber in einem Raum sind (Klassenzimmer, Fahrstuhlkabine, Flugzeug, Reisebus ...), umso besser, denn jeder Absorber wandelt einen kleinen Teil des im Raum wabernden Funkfeldes in Wärme um und entzieht dem Feld damit Energie. Technisch versierte Gartenlaubenbesitzer in der Nähe von starken Rundfunksendern haben diesen Effekt technisch genutzt, ihre Gartenlauben mit Hilfe der Energie des Funkfeldes elektrisch zu beleuchten (abgestimmter Schwingkreis mit Fahrradlämpchen). Doch das gab Ärger, denn das Abzweigen der Funkfeldenergie reduzierte die Reichweite der Sender, was deren Betreiber gar nicht lustig fanden.

Ein Worst-Case-Szenario wäre es, ist ein Lehrer allein in einem Raum mit 100 Tablets, die munter Daten mit dem Access-Point austauschen. Dann wird der Lehrer mit Sicherheit stärker befeldet, als wäre das Klassenzimmer voll. Strahlenhysteriker sehen darin vielleicht eine Gesundheitsgefährdung des Lehrers, ich nicht. Um es genau zu wissen, müsste man so eine Ausnahmesituation einmal simulieren. Doch das ist teuer und eigentlich interessiert es niemanden so stark, dass dafür Geld fließen würde. Es fehlt aus den genannten theoretischen Erwägungen der begründete Anfangsverdacht, dass da etwas passieren könnte (außer Schülern hat ein Klassenzimmer ja noch viele andere Absorber). Nur von diversen Vereinen Aufgehetzte sehen das "gefühlt" anders und machen ein Fass auf, obwohl der Getränkemarkt gleich nebenan ist.

Die folgende Grafik ist der verlinkten Studie entnommen, sie zeigt die Vogelperspektive auf vier mit GSM-900 telefonierende Personen (blaue Melonen) in einer metallenen Aufzugskabine. Diese Simulation der Feldstärkeverteilung (V/m) macht deutlich, schon im Abstand von wenigen Zentimetern vom Mobiltelefon ist die Feldstärke erheblich schwächer (rot bis blau) als direkt am Kopf (gelb).

[image]
Grafik: Bundesamt für Strahlenschutz

Doch Mobiltelefone sind mit W-Lan nicht vergleichbar, wenn Mobiltelefone der Goliath sind, ist W-Lan ein David in Miniaturausgabe:

  • Mobiltelefone senden mit bis zu 2 W Spitzenleistung, das übliche 2,4-GHz-W-Lan (in Europa) nur mit maximal 0,1 W Spitzenleistung, also 20-mal weniger. Außerhalb Europas sind für das 2,4-GHz-W-Lan höhere Spitzenleistungen zugelassen, in den USA z.B. 1 W.
  • Schnurlostelefone senden mit 0,25 W Spitzenleistung, sollen auch die jetzt als "gefährlich" verboten werden?
  • Mobiltelefone senden direkt am Kopf oder Körper, Tablets liegen in aller Regel auf Arbeitstischen. Jeder Zentimeter mehr Abstand zwischen Emissionsquelle (Tablet) und Körper reduziert die Immission (Einwirkung auf den Körper). Die böse Feldstärke fällt nach der Formel 1/r, die böse Leistungsflussdichte sogar mit 1/r². Heißt: Besonders im Nahbereich bringt schon jeder Millimeter mehr Abstand etwas, im Fernbereich verliert eine weitere Abstandsvergrößerung rasch an Wirkung. Aber Vorsicht: Nur wer es nicht kapiert hat, dass jeder Zentimeter mehr Abstand lediglich ein Zentimeter mehr Vorsorge ist (keine Gefahrenreduzierung), der fordert Abstände von ein paar Metern zwischen Schüler und Tablet ;-).
  • Wenn schon in einer engen Fahrstuhlkabine mit Metallwänden bei vier mit GSM 900 telefonierenden Personen kein Risiko zu erkennen ist, wieso sollte dann bei 30 Schülern mit Tablets bei geringer Sendeleistung, mehr Platz im Raum und vor allem ohne reflektierende Metallwände ein Gesundheitsrisiko drohen? Der gelernte Drucker P. Hensinger (Diagnose-Funk) fantasiert gerne von 50 Studien, die das Risiko belegen würden. Ich habe mir die erste Studie in seiner Liste mal kurz angeschaut, das Ergebnis können Sie hier nachlesen.
  • Die W-Lan-Emission eines Tablets hängt davon ab, wie viele Daten momentan über W-Lan bezogen werden (z.B. Aufruf einer Internetseite, Laden eines Dokuments, betrachten eines Videos ...). Ohne Datentransfer keine Emission! Und bei maximalem Datentransfer beträgt die maximale Emission eben nur 1/20 der maximalen Emission eines Mobiltelefons. Dies erachte ich als einen ganz wesentlichen Punkt der Diskussion. Wer gegen W-Lan anrennt, der darf kein Smartphone/Handy haben, will er sich nicht lächerlich machen.
  • Wie absurd die Diskussion über W-Lan an Schulen ist, lässt sich diesem Dokument aus kompetenter Quelle entnehmen: Bestimmung der realen Feldverteilung von hochfrequenten elektromagnetischen Feldern in der Umgebung von Wireless-LAN-Einrichtungen (WLAN) in innerstädtischen Gebieten.
  • Wer W-Lan an Schulen aus "Gesundheitsgründen" verbieten will, der darf W-Lan zuhause nicht tolerieren.

Fazit: Schüler sind vielen Risiken ausgesetzt, in Syrien sind es noch viel mehr und heftigere Risiken als in Deutschland. W-Lan wird von Laien und einigen selbsternannten Experten als Gesundheitsrisiko eingestuft, echte Experten winken ab. Auch das BfS "warnt" nicht vor W-Lan an Schulen, wie immer wieder gerne behauptet wird, es empfiehlt Ängstlichen nicht mehr und nicht weniger als Vorsorge. Ich halte dies bei W-Lan wegen der mickrigen und in aller Regel körperfern freigesetzten Sendeleistung zwar für übertrieben, ein Amt trägt aber (rechtlich) ganz andere Verantwortung als ein dahergelaufener Nachrichtentechniker wie ich. Also gut: Wer unbedingt Vorsorge mit W-Lan an Schulen betreiben will, der soll unten an die Platten der Arbeitstische eine Lage Alufolie pappen – und gut ist's. Aber bitte den Hausmeister und keinen umsatzfixierten Baubiologen mit dieser Arbeit beauftragen, sonst haben W-Lan-an-Schulen-Gegner schon eines ihrer "nicht kommunizierten" Ziele erreicht ;-).

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Lehrer, Schüler, Router, Klassenzimmer, Tablets, Absorber

HF Grenzwerte

Dr. Ratto, Donnerstag, 05.01.2017, 15:03 (vor 1046 Tagen) @ diagnose:falsch

- Stimmt es, dass die Grenzwerte W/m² in Deutschland tatsächlich viel höher ist als in anderen Ländern?

So pauschal kann man das nicht sagen. Die meisten Länden richten sich nach Empfehlungen von ICNIRP und EU und haben dieselben Regelungen wie Deutschland.

In rechtsgültigen Dokumenten (EU Ratsempfehlung, 26. BImSchV) sind Grenzwerte als Feldstärken (V/m) und nicht als Flussdichten (W/m²) definiert. Das lässt sich umrechnen, ist aber nicht linear, Faktor 10 bei V/m bedeutet Faktor 100 bei W/m². Es sieht dann also in W/m² angegeben viel bedrohlicher aus.

Eine Übersicht der internationalen Grenzwerte findet sich bei der WHO: Interaktive Karte
und beim BfS: Internationaler Vergleich der rechtlichen Regelungen im nicht-ionisierenden Bereich
Für diese Frage ist Übersichtstabelle 1, Seiten 23 - 32 und die dort befindlichen Diagramme relevant.

Bekannte Ausnahmen sind Belgien und Schweiz. Schweiz hat generell denselben Grenzwert wie Deutschland, nur für empfindliche Orte gilt ein 10x geringerer Anlagengrenzwert. Der bezieht sich aber auf einzelne Anlagen, nicht auf die gesamte Exposition. Wenn sich also 10 Anlagen addieren und alle den Grenzwert ausschöpfen ändert sich nichts. Auch in Deutschland wird 10% des Grenzwertes nur selten erreicht, s. hierzu auch die EMF-Datenbank der Bundesnetzagentur.

Diese Grenzwerte beziehen sich allerdings nur auf ortsfeste Anlagen ("Sendemasten") mit einer Sendeleistung von 10 W und mehr. Mit WLAN in Schulen hat das nichts zu tun, hier gilt das Produktsicherheitsgesetz und internationale Normen, und die sind EU Weit identisch.

Tags:
, Vorsorgewert, Grenzwert, Baubiologischer Richtwert

HF-Grenzwerte: Eines von beiden kann nicht stimmen!

H. Lamarr @, München, Freitag, 06.01.2017, 17:06 (vor 1045 Tagen) @ Dr. Ratto

und beim BfS: Internationaler Vergleich der rechtlichen Regelungen im nicht-ionisierenden Bereich
Für diese Frage ist Übersichtstabelle 1, Seiten 23 - 32 und die dort befindlichen Diagramme relevant.

Danke für diesen Link, das Dokument am Ziel muss viel Arbeit gemacht haben und ist eine ungewöhnlich originäre Quelle.

Wenn man sich dort das Tohuwabohu der in den einzelnen Ländern unterschiedlichen Grenzwerte anschaut und dann die Grundthese unserer Zivilisation in Erinnerung ruft "Alle Menschen sind gleich", dann beschleicht einen das ungute Gefühl: Eines von beiden kann nicht stimmen!

Kommentar: Die Widersprüchlichkeit der internationalen EMF-Grenzwertfestsetzungen ist ein unfreiwilliges Lebenselixier für Vereine wie Diagnose-Funk. Die können a) loskreischen, wenn in Land A ein Grenzwert um sagen wir mal 10 Prozent überschritten wird (obwohl derselbe Wert in einem anderen noch Land weit unter Grenzwert ist), und b) in allen Ländern mit höheren Grenzwerten mit tränenerstickter Stimme auf "Musterknabenländer" mit niedrigeren Grenzwerten verweisen. Dieses Durcheinander der Grenzwerte erschwert auch jedem Messtechniker die Interpretation der Messwerte, was in Land A der Rede nicht wert ist löst in Land B Hysterie aus. Anscheinend ist die WHO mit ihrem vor rd. zehn Jahren formulierten Appell, die EMF-Grenzwerte weltweit zu harmonisieren, noch nicht sehr weit gekommen.

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Tags:
Vorsorgewert, Widersprüchlichkeit

Handys das Problem?

diagnose:falsch, Sonntag, 08.01.2017, 10:50 (vor 1043 Tagen) @ H. Lamarr

In einem Posting von 2007 (also nach der Abwendung vom Feind Sendemasten) fand ich folgende Feststellung:

Mit Mobilfunk-Sendemasten bekämpfen wir schlicht das falsche Ziel. Das Problem, so es eines geben wird, sind die Handys (Kopftumore). Aus Sendemastengegner Handygegner zu machen würde die Betreiber zusätzlich an einer schmerzhaften Stelle treffen, beim Umsatz.

Das Motto des IZgMF steht auch noch unter Antworten (Nicht die...). Ist es nach all den Jahren nicht sinnvoll, auch das differenzierter zu sehen? Sind die Handys und zunehmend auch die Tablets zu bekämpfen, da sie alle Arten von Krankheiten eventuell befördern könnten?

Handys das Problem? Ja, wenn überhaupt!

H. Lamarr @, München, Sonntag, 08.01.2017, 14:56 (vor 1043 Tagen) @ diagnose:falsch

In einem Posting von 2007 (also nach der Abwendung vom Feind Sendemasten) fand ich folgende Feststellung:

Mit Mobilfunk-Sendemasten bekämpfen wir schlicht das falsche Ziel. Das Problem, so es eines geben wird, sind die Handys (Kopftumore). Aus Sendemastengegner Handygegner zu machen würde die Betreiber zusätzlich an einer schmerzhaften Stelle treffen, beim Umsatz.

Das Motto des IZgMF steht auch noch unter Antworten (Nicht die...). Ist es nach all den Jahren nicht sinnvoll, auch das differenzierter zu sehen? Sind die Handys und zunehmend auch die Tablets zu bekämpfen, da sie alle Arten von Krankheiten eventuell befördern könnten?

"Nicht die Masten sind das Problem, sondern ..." ist nicht das Motto des IZgMF, es ist nur meine Signatur hier im Forum. Sie können sich in ihrem Benutzerkonto ebenfalls eine eigene Signatur zulegen, die steht dann unter allen ihrer Postings (rückwirkend bis zum ersten). So banal diese Signatur heute wirkt, bei ihrer Entstehung vor ungefähr sieben Jahren empfand ich sie als Meilenstein: Endlich hatten wir etwas, was die zahllosen Widersprüche in der damaligen Anti-Mobilfunk-Szene auf den Punkt brachte und eine klare Marschrichtung vorgab. Dass der Signatur ein Link hinterlegt ist haben Sie hoffentlich schon bemerkt, denn dieser Link führt zu einem Aha-Erlebnis. Um den Zeitgeist früher Mobilfunkgegner zu fühlen, blättern Sie mal zurück zum Anfang des IZgMF-Forums und staunen Sie über den Stuss, den ich verbreitet habe. Das ist in etwa dieselbe Preisklasse, die Diagnose-Funker noch heute herumreichen. Nunja, nicht nur Tomaten reifen mit der Zeit.

Ihr Einwand, die Signatur sei nicht mehr zeitgemäß, ist jedoch zutreffend. Ursprünglich sollte dort auch stehen "Nicht die Masten sind das Problem, sondern, wenn überhaupt, die Handys". Doch dagegen intervenierte ein späterer Diagnose-Funk-Landesfürst und ich habe dem damals nachgegeben. Mal schauen, vielleicht fällt mir umgehend eine treffender Signatur ein.

Tablets mit Handyfunktion zähle ich stillschweigend zu den Handys (gleiche Elektronik für die Telekommunikation), das kann ich noch vertreten. Aber es rollt mit "Wearables" und vor allem mit dem "Internet of Things" (IoT) ein Tsunami an funkvernetzter und nicht selten körpernah betriebener Mikroelektronik auf uns zu. Da wird es dann problematisch, vermutlich wird die beste (übersichtlichste) Differenzierung dann primär nach der Sendeleistung vorgenommen und nicht nach dem Gerätetyp (denn das werden mit der Zeit wohl hunderte werden). Bekämpfen werden wir (IZgMF) diese Entwicklung sicher nicht, längst haben meine Frau und ich auch Smartphones, die wir nicht mehr missen möchten. Bekämpfen werden wir, solange es uns noch Spaß macht, weiterhin verlogene oder unerträglich überzeugte Mobilfunkgegner, es gäbe aber auch noch mehr als genug anderes zu tun.

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Handys das Problem? Ja, wenn überhaupt!

diagnose:falsch, Sonntag, 08.01.2017, 17:24 (vor 1043 Tagen) @ H. Lamarr

Vielleicht gelingt ja ein neuer Slogan?

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Cuiusvis hominis est errare, nullius nisi insipientis in errore perseverare. - Marcus Tullius Cicero (106 - 43 v. Chr)

Et tu dexteram

H. Lamarr @, München, Sonntag, 08.01.2017, 19:26 (vor 1043 Tagen) @ diagnose:falsch

Et tu dexteram.

Wie wir La-Bayern (mit Googles Hilfe) sagen täten :-).

Das ging ja schnell, mit Ihrer Signatur.

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Ärzteverbände

Dr. Ratto, Donnerstag, 05.01.2017, 15:19 (vor 1046 Tagen) @ diagnose:falsch

- Wie stehen denn die Ärzteverbände zu den Ärzteappellen der Mobilfunkgegner?

Das einzige was ich dazu kenne ist eine Publikation von Herrn Kappos von der Bundesärztekammer aus 2009 - das ist nicht gerade aktuell, es gibt inzwischen neue Erkenntnisse, und er war damals extrem vorsichtig:
Das Mobilfunk-Risiko aus ärztlicher Sicht

Das Elektrosensibilität nicht kausal mit elektromagnetischen Feldern zusammenhängt ist inzwischen wissenschaftlich belegt, obwohl es die Betroffenen nicht wahrhaben wollen. Das neueste dazu hier.

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Kappos, Aerzteverband

Gruppierung von Ärzten die warnen

KlaKla, Freitag, 06.01.2017, 11:34 (vor 1045 Tagen) @ Dr. Ratto
bearbeitet von KlaKla, Freitag, 06.01.2017, 11:57

Wie stehen denn die Ärzteverbände zu den Ärzteappellen der Mobilfunkgegner?

Wen hätten sie gern? Hier ein paar Gruppierungen, die längst unterwandert sind mit personeller Überschneidung von Verein zu Verein. Ein Arzt, ist nicht nur Multiplikator sondern durchaus ein Profiteur (Funklochklinik) der fehl geleiteten Debatten.
2006 hat das Bundesamt für Strahlenschutz die damals lautstarken Ärzten zum Fachgespräch eingeladen. Am Ende standen sie dar, als peinliche Selbstüberschätzer, ohne autorisierten Auftrag. Auch heute noch sind welche von damals aktiv und symbolisieren die Lernresidenz von Ärzten, die sich selbst als EHS betroffen sehen. Ein Fehler, der mangels Personal nie behoben wurde.

Die Verbandszeitschrift UMG sorgt seit vielen Jahren dafür, dass eine Vielzahl von Laien dort ihren Unsinn veröffentlichen. Auf medizinische Fachkompetenz wird da anscheinend kein großer Wert gelegt. Da publiziert ein Physiker oder ein Allgemeinarzt genauso wie ein Theologe. Es kommt nur auf die richtig Ausrichtung an. ;-)

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Die Argumentationsmuster

diagnose:falsch, Freitag, 06.01.2017, 12:54 (vor 1045 Tagen) @ KlaKla

Die Seite von Diagnose:Funk ist ja wirklich gut gemacht, dass muss man anerkennend sagen. Kein Wunder finden hier (und auf anderen Seiten) die Gegner Futter, schön zubereitet und Kompetenz verbreitend. Die Argumentationskette (die ich auch kennenlernen durfte):

a) Was ist WLAN-Strahlung überhaupt? Mit einigen Fachbegriffen und Formeln lassen sich zu Beginn alle Laien (also 99,9 Prozent der Zuhörer) kurz beeindrucken
b) Die eigene Legitimation des gerechten Kampfes und zugleich der Paukenschlag in der Diskussion über Schulen und Mobilfunk oder WLAN: Kinder und Jugendliche werden gefährdet (vermischt mit richtigen pädagogischen Bedenken).
c) (Ganz in antiker römischer Tradition:) Die Zeugen! Professoren, Doktoren, Physiker....natürlich international und unendlich viel Studien. Ärzteappelle (Freiburg, Stuttgart, Österreich) nicht zu vergessen.
d) Die Kritik an denen da oben, am Staat und dessen Institutionen: Traut dem BfS nicht, denkt an die Radarsoldaten, denkt an Asbest, denkt an das Staatsversagen, die nicht gehaltenen Versprechungen des Staates(hier treffen sich populistische Strömungen aller Couleur)
e) Die Frage des Nutzens: Staat und Industrie verdienen am Verschweigen der Gefahren (wie beim Rauchen!)- UMTS-Lizenzen, Schutz der Industrie (Kapital vs. Gesundheit).
f) Noch nicht überzeugt? Obwohl unglaubwürdig, schaut doch auf die Institutionen (bayrischer Landtag, WHO, BfS, Europäische Umweltagentur EEA, Umweltausschuss des Europarats), denn die warnen oder sind bei ihren Empfehlungen sehr vorsichtig. Wenn alles so unschädlich ist, warum warnen die dann dennoch vor Exposition? Also muss das Zeug ja sehr gefährlich sein.
g) Abschließendes Argument: Finger weg, so lange die Unschädlichkeit nicht ein für alle mal feststeht. Oder wollt Ihr nach weiteren 30 Jahren sehen, wie recht wir hatten? Es soll ja keiner sagen, wir hätten nicht vor Krebs, ADHS und allen anderen "Funk-Krankheiten" gewarnt.

Dieser Narration etwas entgegenzusetzen, kostet leider viel Zeit und Nerven - umso mehr freut es mich, dass es doch einige Menschen gibt, die nicht alles unhinterfragt so stehen lassen. Die Punkte oben sind sicher für die Teilnehmer des Forums nicht neu, für Menschen wie mich, die über die Szene vor einigen Jahren allenfalls mal in der Zeitung gelesen haben (der Mast muss weg..), schon. Das postfaktische Diskutieren macht mir indessen etwas Sorge, auch eine Auswirkung moderner Medien, die seriöse Berichterstattung immer mehr in den Hintergrund drängen.

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Argumentationsmuster von Scheinriesen

H. Lamarr @, München, Freitag, 06.01.2017, 16:11 (vor 1045 Tagen) @ diagnose:falsch

Die Seite von Diagnose:Funk ist ja wirklich gut gemacht, dass muss man anerkennend sagen. Kein Wunder finden hier (und auf anderen Seiten) die Gegner Futter, schön zubereitet und Kompetenz verbreitend.

Kunststück, dahinter stecken ja auch Geld, eine kommerzielle Interessenwahrnehmung, ein Netzwerk an Helfern und Helfershelfern sowie Vollzeitbeschäftigte. Damit unterscheidet sich Diagnose-Funk von allen anderen Sites der Szene. Zum Vergleich: Das IZgMF ist pures Freizeitvergnügen, wir können weder personell noch finanziell mit Diagnose-Funk mithalten. Allerdings behaupte ich: Bei Diagnose-Funk ist die Verpackung der Information prächtig, der Inhalt aber mies, bei uns isses genau umgekehrt.

Bevor Diagnose-Funk 2006 erstmals (in der Schweiz) in Erscheinung trat, war die deutsche "Bürgerwelle" Platzhirsch der Szene. Mangels Alternative gelang diesem Verein ab Ende der 1990er Jahre der Aufstieg zum führenden Akteur der Anti-Mobilfunk-Szene in Deutschland. Wer Siegfried Zwerenz, Chef der "Bürgerwelle" einmal live erlebt hat, kann das nachvollziehen: Er ist ein brillanter Selbstdarsteller, auf Podien rhetorisch geschickt und überzeugend für jeden, der es nicht sowieso besser weiß. Wenn er wie aus dem Ei gepellt im gut sitzenden Anzug vor Publikum auftrat, steckte er auch schon mal geschätzt 400 aufgebrachte Wutbürger in die Tasche und ließ seinen Argumentationsgegnern (Referenten der Mobilfunkbetreiber) praktisch keine Chance (ebensogut hätte man freilich einen Schwarzen als Redner auf die Jahrestagung des KuKluxKlan schicken können). Dagegen empfand ich die Website der Bürgerwelle als grauenhaft: Schrilles Layout, vor Polemik triefende Artikel, grenzwertige Angriffe auf Meinungsgegner und was sonst noch so das Gegenteil von Seriosität ist. Zwerenz sah seine Stärke immer in seinen Liveauftritten und der Vereinsarbeit, die Website lief nebenher. Dies sollte sich als unverzeihlicher Fehler erweisen.

Diagnose-Funk erkannte den Kardinalsfehler der Bürgerwelle, setzte von Anfang an auf eine seriös wirkende professionell gestaltete Website und schöpfte damit in der Szene zügig alle Mobilfunkgegner ab, die mit der hemdsärmeligen Bürgerwelle unzufrieden waren – und das waren nicht wenige. Nach ungefähr zwei, drei Jahren war der Widerstand der Bürgerwelle gebrochen und Diagnose-Funk begann ab 2010 die deutsche Anti-Mobilfunk-Szene zu dominieren. Dabei kamen dem Verein drei Umstände zugute:

  • Die Szene befand sich seit ungefähr 2004 in einem steten Niedergang und die verbleibenden Akteure (Bürgerinitiativen) sehnten sich nach einem sicheren Hafen.
  • Die Szene ist stark auf Meinungsmacher angewiesen. Diagnose-Funk bedient dieses Bedürfnis mit allerlei schön gestaltetem Informationsmaterial, das Helfer verteilen können, ohne sich schon bei der Überreichung schämen zu müssen.
  • Die Szene ist, was die Sache angeht, praktisch kompetenzfrei, niemand aus diesem Kreis lehnt sich öffentlich gegen Desinformation durch Diagnose-Funk auf.

Der Trick von Diagnose-Funk besteht also darin, sich mit dem Habitus von Seriosität und Kompetenz zu umgeben, um intuitive Abwehrmechanismen bei uns Menschen zu überwinden. Ist dies erst einmal geschafft und haben die Menschen Vertrauen gewonnen, beginnt die systematische Desinformation. Auch die verläuft nicht plump mit dem Holzhammer, sondern professionell, indem die Desinformation zwischen unstreitig wahren Behauptungen eingestreut wird. Damit ist Diagnose-Funk per se erfolgreicher als die Bürgerwelle es je war.

Diagnose-Funk kann überall dort den Fuß in die Tür bekommen, wo fachliche Laien den Behauptungen der Vereinsreferenten nichts entgegenzusetzen haben. Dies ist nichts Ungewöhnliches, mir z.B. ergeht es nicht anders, wenn mir ein geschulter Versicherungsvertreter gegenüber sitzt, dem habe ich in aller Regel auch nichts entgegen zu setzen.

Diagnose-Funk scheitert bislang ausnahmslos dort, wo Entscheider mit eigener Fachkompetenz oder mit qualifizierten Beratern sitzen. Dies erklärt, warum sich die Wirkung von Diagnose-Funk bisher praktisch nur auf Kreisebene entfalten kann. Sich dieser Defizite durchaus bewusst, sucht der Verein die Gunst mächtiger Freunde, die das Eis brechen können. Einer dieser gewonnenen Freunde ist der BUND. Kunststück? Nein, denn auch der BUND vertritt ganz ungeniert offen die Interessen der deutschen "Baubiologie" und steckt daher bis zum Hals in einem Interessenkonflikt. Seine fachliche Inkompetenz in EMF-Sachfragen dokumentierte 2008 der BUND mit einem unsäglichen Positionspapier.

Ihre Wahrnehmung, Diagnose-Funk sei eine Gefahr, teile ich nur bedingt, denn in der Abendsonne lange Schatten zu werfen ist selbst für Zwerge keine Kunst und die Schwächen des Vereins sind so gravierend, dass er sie nicht schmerzfrei abstellen kann. Andere sehen dies genauso, Ämter und Behörden ziehen Personal von der Mobilfunkfront ab und auch die Industrie hat mit der Schließung des IZMF Ende 2015 klar gemacht, dass sie Diagnose-Funk nicht als ernst zu nehmenden Gegner sieht. Es knackt und knistert also nur im Unterholz, nicht unähnlich den Bemühungen diverser Interessenverbände, die Homöopathie vom nur allzu berechtigtem Stigma des Hokuspokus und Aberglauben zu befreien. Unterschätzen darf man Diagnose-Funk jedoch nicht, man sollte diesen Verein, wie gewisse andere Gruppierungen, unter Beobachtung haben und genau hinschauen, was er macht. Und solange das Bundesamt für Verfassungsschutz dies nicht tut, muss behelfsweise das IZgMF diesen Job ausüben ;-).

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Es quält sie der Baubiologe Gutbier aus Herrenberg

KlaKla, Freitag, 06.01.2017, 16:36 (vor 1045 Tagen) @ diagnose:falsch
bearbeitet von KlaKla, Freitag, 06.01.2017, 16:58

Vielleicht kennst du diesen Hörbeitrag (drei Stunden) schon.


Diagnose-Funk möchte als fachlich kompetent, unabhängig und seriös wahr genommen werden. Um diesen Eindruck beim Zuhörer zu gewinnen benötigt Herr Gutbier ca. 45 min. Wie bekannt aus der Strategie der Tabakindustrie werden Zweifel gesät sowie staatliche Behörden/Institution und deren Personal entwertet. Angeblich arbeitet Diagnose-Funk mit Wissenschaftler zusammen, nur einen öffentlich einsehbaren Beleg dazu gibt es nicht.
Herr Gutbier ist Baubiologe und hat natürlich ein kommerzielles Interesse. Je mehr Angst, desto mehr Rubel rollen.
An der Wahrheit, sind Nutznießer meiner Beobachtung nach überhaupt nicht interessiert. Daher auch dümmliche Vorschläge wie, ein Mobilfunkanbieter statt vier. Damit sind Laien und möglicherweise auch Behörden erst mal eine Zeit lang beschäftigt, den Unsinn zu widerlegen, und Gutbier kann die nächste Runde einläuten ...

Beispiel (sinngemäß, ab Minute 37:00): Wenn wir jetzt anfangen, unsere Klassenzimmer mit WLAN auszustatten, in denen 20-30 Schüler mit Tables/PC arbeiten, führen sich die Kinder eine Grundstrahlenbelastung von 10-30000 µW/m² zu. Ob dies eine gute Idee ist, wenn doch Funkstrahlung zu Befindlichkeitsstörungen, Störung des Zentrale Nervensystem führen kann?


Von hier abgetrennt: Der Baubiologe Gutbier quält weiter in Halle

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Gutbier und die 30 Räuber: Panikmache für Anfänger

H. Lamarr @, München, Samstag, 07.01.2017, 13:25 (vor 1044 Tagen) @ KlaKla

Beispiel (sinngemäß, ab Minute 37:00): Wenn wir jetzt anfangen, unsere Klassenzimmer mit WLAN auszustatten, in denen 20-30 Schüler mit Tables/PC arbeiten, führen sich die Kinder eine Grundstrahlenbelastung von 10-30000 µW/m² zu. Ob dies eine gute Idee ist, wenn doch Funkstrahlung zu Befindlichkeitsstörungen, Störung des Zentrale Nervensystem führen kann?

Herr Gutbier ist bekannt dafür, an der Wursttheke nicht 100 Gramm Salami zu bestellen, sondern 100'000'000 Mikrogramm. Macht mehr Eindruck auf die (Laien), die hinter ihm in der Schlange stehen, die Wurstverkäuferin (Experte) ist nur genervt. Dieser Trick mit dem klein, groß oder plemplem reden von Messwerten gehört zum kleinen Einmaleins eines jeden Baubiologen, das lernen die in der 1. Klasse.

Was Herr Gutbier vergessen hat zu erwähnen: Unter der Annahme, die von ihm genannten Werte treffen zu, was keineswegs sicher ist, dann bedeuten 30'000 µW/m² (gleichbedeutend mit 30 mW/m² oder 0,03 W/m²) eine Grenzwertausschöpfung von schlimmstenfalls 3 Prozent. Wahnsinn, nicht wahr!

Mit albernen 3 Prozent Grenzwertausschöpfung zu versuchen, Panik zu verbreiten, ist mutig. Doch Baubiologen müssen immer mutig sein, sie laufen stets Risiko, einem über den Weg zu laufen, den sie nicht für dumm verkaufen können. Vermutlich würde Herr Gutbier versuchen, den 3-Prozent-Einwand mit Hinweis auf die viiiel zu hohen Grenzwerte in Deutschland zu entkräften und auf Belgien, Italien und Oberammergau verweisen. Und wenn ich ihm dann den Ländervergleich um die Ohren hauen würde, wäre die Diskussion für die Zuhörer bereits so abstrakt, dass die in einen Wachschlaf verfallen oder ein Moderator den Fortgang der Tiefenbohrung beenden würde. Oberflächlichkeit, daran ist Laufkundschaft interessiert, verträgt keine tiefgehende Diskussionen, deshalb haben bei "Infoveranstaltungen" immer die eingeladenen Referenten den Heimvorteil. Und das sind nahezu immer die Gegner, so gut wie nie richtige Experten.

Aus welchen Hut Gutbier die von ihm genannten Messwerte der "Grundbelastung" für 30 Schüler zaubert, konnte ich auf die Schnelle nicht recherchieren. Und ich behaupte, er bringt falsche Zahlen. Falsch in dem Sinne, dass er sich auf irgendwelche Simulationen oder Messungen in einem leeren Klassenzimmer beruft. Wie oben schon einmal dargelegt, ist dies unrealistisch und führt zu überhöhten Werten, weil die unvermeidbare Funkfeldabsorption durch die Schüler unberücksichtigt bleibt.

Da ich aus gutem Grund Herrn Gutbier kein Wort glaube, empfehle ich zu W-Lan-Grundlagen und sauber dokumentierten Messwerten dieses Dokument. Damit kann man sich belastbar bei echten Experten informieren und wird nicht von einem selbsternannten Experten für dumm verkauft. Prof. Wuschek, einer der Autoren, ist Prüfer für Experten, die im Fachgebiet EMF in den Rang eines "öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständigen" aufsteigen wollen. Leider braucht man für diese Lektüre jedoch ein gewisses technisches Verständnis der E-Technik, die Kost ist nicht populistisch zubreitet, sondern technische Rohkost.

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Es quält sie der Baubiologe Gutbier aus Herrenberg

diagnose:falsch, Samstag, 07.01.2017, 17:18 (vor 1044 Tagen) @ KlaKla

Ich tue mir den Vortrag erst einmal nicht an - bin im Moment bedient mit ähnlichen Argumentationsketten, die unglaublich Nerven und Zeit fressen. Aber danke.

Die Herren liefern in der Tat die Argumente und das sogar Menschen, die aufgrund ihrer Ausbildung etwas mehr Skepsis mitbringen sollten.

Gutbier über Leszczynski

H. Lamarr @, München, Montag, 09.01.2017, 00:16 (vor 1043 Tagen) @ diagnose:falsch

Ich tue mir den Vortrag erst einmal nicht an ...

Gute Entscheidung! Ich habe an diversen Stellen stichprobenweise reingehört und bin der Bewußtlosigkeit wieder einmal nahe. Gutbier tischt den Leuten eine Packung komprimierten Stuss auf. Es ist empörend, der helle Wahnsinn. Irgendeine Eigenleistung Gutbiers konnte ich nicht erkennen, alles, restlos alles was ich von dem bis jetzt gehört habe, hat sich der Mann, man mag es kaum fassen – zusammengegoogelt. Und das, was er sich da aus dem Internet geangelt hat, das bringt er stellenweise auch noch falsch, verzerrt oder unvollständig.

Beispiel: Der Wissenschaftler Dariusz Leszczysnki stand von 1992 bis 2013 auf unterschiedlichen Positionen in Diensten der Strahlenschutzbehörde STUK. Die wohnt in der finnischen Hauptstadt Helsinki. Von 2003 bis 2007 leitete er dort das strahlenbiologische Labor der Behörde (Quelle). Und was erzählt Gutbier dem Publikum? (27:50 min): "Und klar ist auch – Prof. Leszczynski, der hat zehn Jahre lang die Strahlenschutzkommission [nuschel] ein Strahlenschutzinstitut in Schweden geleitet [...]".

*Seufz*

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Gutbier über Leszczynski

KlaKla, Montag, 09.01.2017, 12:48 (vor 1042 Tagen) @ H. Lamarr

28:00 min ... Leszczynski soll gesagt haben, "Das nahezu alle wissenschaftlichen Organisationen weltweit, die mit dem Strahlenschutz der Bevölkerung befasst sind, sei es mit der Stellung der Sicherheitsstandart, oder Berater von Regierung, werden von den Industrie mit Hilfe von Wissenschaftler die sich der besonderer Gunst erfreuen kontrolliert". Das sind keine Sätze die wir formulieren, als Laie, sondern das sind die Sätze die in der internationalen Wissenschaft diskutiert werden, von den Wissenschaftler, die Fachmagazine leiten, die internationales Renommee haben.

Dariusz Leszczynski, war bei der STUK bis Ende 2013, dann wurde er wie hier Herr Adlkofer schrieb gefeuert. STUK 2012 wurden die Forschungsarbeit von Herrn Leszczynski eingestellte und Ende 2013 das Arbeitsverhältnis mit ihm beendet. 2014 ließ er sich mWn erstmals von der Stiftung Pandora, deren Frontmann Dr. Franz Adlkofer ist, bezahlen. Die beiden Herren kennen sich u. a. vom Projekt Reflex. Das Projekt, dass einst für Mobilfunkgegner das "Schlachtschiff" war, bis sich 2010 herausstellte, dass Teilergebnisse wissenschaftlichem Fehlverhalten unterliegt. Der zuvor "starke" Widerstand unter Laien bröckelt. Bürgerinitiativen und Kleinstvereine lösten sich auf. Diagnose-Funk übernahm und Dr. Adlkofer benutze mMn Laienorganisationen wie Diagnose-Funk, die KO-Ini sowie den Elektrosmog-Report als sein Sprachrohr. Dr. Franz Adlkofer war einst Deutschlands Führender Tabaklobbyist, der das Gesundheitswesen und die Politik Puncto Nichtraucherschutz maßgeblich beeinflusste.

Ein Zeit lang lassen sich Zuhörer blenden. Wenn sie merken, dass sie nicht weiter kommen, werden sie hoffentlich nachdenklich.

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Gutbier: Krebshäufung um Rundfunksender gefunden

H. Lamarr @, München, Sonntag, 08.01.2017, 18:07 (vor 1043 Tagen) @ KlaKla

Vielleicht kennst du diesen Hörbeitrag (drei Stunden) schon.

Auch du meine Güte: Der Gutbier ist ja noch schlimmer als der Hensinger :surprised:. Jetzt sind angeblich auch Radio- und Fernsehsender krebserregend, der Warnke habe das festgestellt. Um alle untersuchten Rundfunksendern wären mit "sauberen" epidemiologischen Studien Krebshäufungen im Vergleich zu unbefeldeten Kontrollgruppen gefunden worden. Aha. Ich glaub' dem kein Wort.

Geradezu irre: Die Tonaufzeichnung des Gutbier-Vortrags wird regelmäßig von der typischen demodulierten GSM-Signalisierung gestört. Der Mobilfunkgegner, der diesen gut verzichtbaren Vortrag aufgenommen hat, er muss ein Handy gehabt haben, das in die Tontechnik einstrahlte! Mensch, ist das peinlich!

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Vortrag von Peter Hensinger im Gsiesertal

KlaKla, Montag, 09.01.2017, 17:34 (vor 1042 Tagen) @ KlaKla

Und hier, mit was der gelernte Drucker Peter Hensinger 2011 im Gsiesertal die Leute aufschreckte.

Warum Dr. Günther Bittel aus Duisburg den Vortrag auf der Webseite Umweltratschlag hat ist mir nicht verständlich. Aber auch ein Mitschnitt Dr. Klaus Buchners Aussage zu "Steuerung der Wissenschaft durch Industrieverbände", aus dem Jahr 2011 findet sich da. Und auch da, so nehme ich an, hat sich Herr Gutbier von inspirieren lassen. Wenn der Prof. Dr. Klaus Buchner ungestraft sagen kann, das sich Vodafone die UNI aus Bremen, hält um ..., dann kann ich auch sagen, dass ...

Gibt man hier Stichworte wie z.B. Ferkeldrama aus Ruhstorf, Salford, Naila-Studie, Rüdiger UMTS-Studie, oder ATHEM-Studie bekommt man das zu lesen, was man nicht bei Diagnose-Funk zu lesen bekommt. Und schon wird mMn klar warum sich seit Jahren nichts geändert hat und man auch heute noch mit dem alten Zeug versucht Laien zu beeindrucken.

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Gruppierung von Ärzten die warnen

Dr. Ratto, Freitag, 06.01.2017, 21:59 (vor 1045 Tagen) @ KlaKla

Am Ende standen sie dar, als peinliche Selbstüberschätzer, ohne autorisierten Auftrag. Auch heute noch sind welche von damals aktiv und symbolisieren die Lernresidenz von Ärzten, die sich selbst als EHS betroffen sehen.

Wenn man sich das unten anschaut, kein Wunder. Die brauchen alle Nachhilfe, welche sie aber verweigern.

2005: Macht Elektrosmog krank? Eine Umfrage unter Österreichs Allgemeinmedizinern

"Das Wissen über Elektrosmog, die bestehenden Grenzwerte und die Größe der elektromagnetischen Umgebungsfelder im Vergleich zu ihnen ist gering, und 99 % der Ärzte empfinden die Informationen über elektromagnetische Überempfindlichkeit als nicht ausreichend. Es ist bemerkenswert, dass die Behörden eine marginale Rolle bei der Information spielen. Nur 4 % der Ärzte geben an, von ihnen Informationen über Elektrosmog zu erhalten. Es ist eher einzigartig, dass es einen derartig weit verbreiteten Widerspruch zwischen den Meinungen von Ärzten und der anerkannten nationalen und internationalen Risikobewertung gibt. Angesichts der Häufigkeit der Begegnung mit dieser Thematik zeigen die Ergebnisse einen dringenden Handlungsbedarf auf."

2009: Risiken elektromagnetischer Felder aus Sicht deutscher Allgemeinmediziner
Publikationen daraus: die nächsten beiden

2010: The views of primary care physicians on health risks from electromagnetic fields.

"CONCLUSION: Primary care physicians often discuss the putative health risks of electromagnetic fields with their patients, yet their recommendations very often are not evidence-based and might have major consequences in their patients' lives."

2015: General practitioners using complementary and alternative medicine differ from general practitioners using conventional medicine in their view of the risks of electromagnetic fields: a postal survey from Germany.

2016: Electromagnetic hypersensitivity (EHS) in occupational and primary health care: A nation-wide survey among general practitioners, occupational physicians and hygienists in the Netherlands.

"Results show that about one third of occupational hygienists, occupational physicians and general practitioners had ever been consulted by one or more EHS subjects. Many of these professionals considered a causal relationship between EMF and health complaints to some degree plausible, and their approach often included exposure reduction advice. Given the lack of scientific evidence for EHS and how low level EMF exposure could cause reported health complaints and given the finding that the majority of these professionals felt insufficiently informed about EMF and health, targeted information campaigns might assist them in their evidence based dealing with subjects who attribute symptoms to EMF."

Das ist Europaweit verheerend, Allgemeinärzte als kompetente Informationsquelle kann man leider vergessen. Durch das Umweltbundesamt annerkannte umweltmedizinische Beratungsstellen sind da anders aufgestellt. Niedegelassene Umweltmediziner nicht.

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Gruppierung von Ärzten die warnen

H. Lamarr @, München, Samstag, 07.01.2017, 00:16 (vor 1045 Tagen) @ Dr. Ratto

Das ist Europaweit verheerend, Allgemeinärzte als kompetente Informationsquelle kann man leider vergessen. Durch das Umweltbundesamt annerkannte umweltmedizinische Beratungsstellen sind da anders aufgestellt. Niedegelassene Umweltmediziner nicht.

2012 kam die Bundesärztekammer zu einer ähnlich kritischen Einschätzung niedergelassener Umweltmediziner:

Mit Sorge wurde die Ausübung der Umweltmedizin in Arztpraxen betrachtet, die vielfach durch dubiose Diagnoseverfahren neue Umweltprobleme und -belastungen erst generieren, z. B. die Umweltbelastung durch Arsen. Hier bedarf es einer klaren Abgrenzung zur seriösen Umweltmedizin. [...]

Hintergrund
Ärzte und Mobilfunk: schlechte Noten für Mediziner

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Bundesärztekammer

Mobilfunkgegner warnen vor Gefahren von WLAN an Schulen

KlaKla, Freitag, 06.01.2017, 13:37 (vor 1045 Tagen) @ diagnose:falsch

An vorderster Front ein alter Bekannter der Szene, Hensinger, -leider darf dieser sogar bei wichtigen Verbänden wie dem Philologenverband PhV publizieren. http://www.phv-bw.de/Veroeffentlichung/Publikationen/GBW_2015_11/14-wlan.html


2012 "Digitalisate" und "Schultrojaner"
Der Philologenverband wendet sich entschieden gegen das vollkommen unzeitgemäße Digitalisierungsverbot. "Aus dem Zeitalter des multimedialen Unterrichts werden die Schulen so in die Kreidezeit zurückgeworfen," stellt PhV-Vorsitzender Bernd Saur fest.

2013 verfasste der Philologenverbandes Baden-Württemberg ein Postionspapier zu WLAN an Schulen.
Siehe hier ... Bernd Saur/Stuttgart

2014 Gab es in BW ein "Fachgespräch Mobilfunk", eingefädelt von Thomas Marwein. Er bereitet Jörn Gutbier, Dr. K. Scheler, Isabel Wilke (ElektrosReport) eine Bühne. Und da hatte man den Philologenverband BW schon auf den Schirm. Ist nur noch die Frage, ob Peter Hensinger sich Herrn Saur angeboten hat oder der Stuttgarter Herr Saur auf Hensinger zu ging.

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Bayerischer Landtag rät zu langer Leitung

H. Lamarr @, München, Samstag, 07.01.2017, 14:10 (vor 1044 Tagen) @ diagnose:falsch

Rät der Bayrische Landtag tatsächlich von WLAN an Schulen ab?

Fragen Sie sich einmal selbst "diagnose:falsch": Was wäre, mit Blick auf die Fachkompetenz in der W-Lan-Frage, der Unterschied zwischen Politikern des Bayerischen Landtags und Mitgliedern der Bayerischen Landfrauenvereinigung? Oder anders formuliert: Welche Relevanz hat ein solcher Rat aus dem Bayerischen Landtag für Sie?

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Keine höhere Kompetenz aber Gewicht

diagnose:falsch, Samstag, 07.01.2017, 14:43 (vor 1044 Tagen) @ H. Lamarr

Nein, spatenpauli, das Wissen ist hier nicht größer - aber die Auswirkung in der politischen Diskussion. Wenn ein Landtag warnt, dann ist das Thema WLAN für Schulen tot. Nun sind ja schon über 6 Jahre seither vergangen, es wäre aber mal sinnvoll, wenn es a) eine einheitliche Richtung der Grenzwerte und b) eine ähnliche Empfehlung der Cracks in der Wissenschaft geben könnte.

Der Teilerfolg der Gegner in Berkeley wurde auch den Gegnern zitiert, dann muss das Ganze ja furchtbar bedrohlich sein. Ist ja wie bei Zigaretten http://www.nbcbayarea.com/news/local/Berkeleys-Right-to-Know-Cell-Phone-Radiation-Warning-Ordinance-Now-in-Effect-373027781.html

Keine höhere Kompetenz aber Gewicht

H. Lamarr @, München, Samstag, 07.01.2017, 16:58 (vor 1044 Tagen) @ diagnose:falsch

Der Teilerfolg der Gegner in Berkeley wurde auch den Gegnern zitiert, ...

Selbstverständlich.

... dann muss das Ganze ja furchtbar bedrohlich sein. Ist ja wie bei Zigaretten http://www.nbcbayarea.com/news/local/Berkeleys-Right-to-Know-Cell-Phone-Radiation-Warning-Ordinance-Now-in-Effect-373027781.html

Ja, aber nur im klitzekleinen Städtchen Berkeley. Im großen San Franzisko haben sie es auch versucht, dort gingen die Boys und Girls der Anti-Cell-Phone-Forces jedoch baden.

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Krebsgefährdent? 2B

diagnose:falsch, Samstag, 07.01.2017, 14:36 (vor 1044 Tagen) @ diagnose:falsch

Wer kann etwas zu folgenden Einwänden sagen?

"Die Risikobewertung durch das BfS ist eine andere als die der Schweiz und Kanadas." Es schwingt mit: Das BfS ist nicht verlässlich, Kanada und die Schweiz schon.

"Weiterhin wird nicht-ionisierende Strahlung von der IARC als krebsgefährdend in Gruppe 2B eingeordnet." In dieser Gruppe finden sich auch Blei und Kobalt und nicht nur Kaffee. Es schwingt mit: Die Gruppe 2b ist wirklich schon heftig. Wo kann man denn die Gesamtliste im Netz mit der Beschreibung finden?

Tags:
IARC, Risikobewertung, Klassifizierung, 2B

Krebsgefährdent? 2B

Dr. Ratto, Montag, 09.01.2017, 08:48 (vor 1042 Tagen) @ diagnose:falsch

"Die Risikobewertung durch das BfS ist eine andere als die der Schweiz und Kanadas."

"Weiterhin wird nicht-ionisierende Strahlung von der IARC als krebsgefährdend in Gruppe 2B eingeordnet." In dieser Gruppe finden sich auch Blei und Kobalt und nicht nur Kaffee. Es schwingt mit: Die Gruppe 2b ist wirklich schon heftig. Wo kann man denn die Gesamtliste im Netz mit der Beschreibung finden?

Kaffe Nicht mehr: IARC Monographs evaluate drinking coffee, maté, and very hot beverages

Wie IARC Monographs zu verstehen sind können Sie hier in der Preambel nachlesen. Die Bewertungskriterien unter Punkt 6. Evaluation and rationale
1. Krebserregend
2A Wahrscheinlich krebserregend (wahrscheinlich aber nicht sicher)
2B Möglicherweise krebserregend (ist möglich, kann nicht sicher ausgeschlossen werden)
3 Nicht bewertbar (zu wenig Daten)
4 Nicht Krebserregend

Eine Komplette Liste der bisher bewerteten Stoffe: Agents Classified by the IARC Monographs, Volumes 1–117

Tags:
Krebs, IARC, Klassifizierung, 2B, krebserregend

Krebsgefährdent? 2B

Dr. Ratto, Montag, 09.01.2017, 09:19 (vor 1042 Tagen) @ diagnose:falsch

"Die Risikobewertung durch das BfS ist eine andere als die der Schweiz und Kanadas."

Das stimmt ganz einfach nicht. Das BfS weist auf IARC 2B hin und empfiehlt Vorsorge.

Das schweizerische BAFU kommuniziert ähnliche Informationen; der einzige Unterschied ist der niedrigere Anlagengrenzwert an sensiblen Orten, das wurde hier bereits diskutiert

Health Canada hat 2015 die Grenzwerte aktualisiert: Safety Code 6. Vorangegangen ist 2014 eine umfangreiche öffentliche Diskussion. Die Grenzwerte und auch die Argumentation unterscheiden sich nicht wesentlich von den Europäischen Regelungen. Ganzkörpergrenzwerte sind dieselben. Teilkörpergrenzwerte: für Kopf gilt 1,6 W/kg gemittelt über 1 g Gewebe (das ist dasselbe wie in den USA; EU: 2 W/kg, 10 g Gewebe). Auch die Argumentation zur Sicherheit der Grenzwerte entspricht der in der EU, bei ICNIRP oder dem BfS.

Tags:
Vorsorge, BfS, Anlagengrenzwert, Bafu, 2B

Hensingers Kannä: 20 cm Sicherheitsabstand zu Tablets

H. Lamarr @, München, Samstag, 07.01.2017, 15:54 (vor 1044 Tagen) @ diagnose:falsch

An vorderster Front ein alter Bekannter der Szene, Hensinger, -leider darf dieser sogar bei wichtigen Verbänden wie dem Philologenverband PhV publizieren. http://www.phv-bw.de/Veroeffentlichung/Publikationen/GBW_2015_11/14-wlan.html

Die Anti-Mobilfunk-Szene funktioniert wie ein Informationsvertrieb nach dem Schneeballprinzip: Ganz oben ist eine Handvoll Wissenschaftler und Pseudowissenschaftler (etwa 40 an der Zahl). Die verkünden zuweilen Erkenntnisse. Ebene 2 sind die Frontleute der Szene, also Websitebetreiber, Vereinsmeier, Geschäftemacher. Die saugen wie ein trockener Schwamm alles auf, was von oben kommt, verarbeiten das Zeugs, lassen weg oder dichten hinzu wie es gerade opportun ist, und speisen damit Ebene 3. Das sind die "Bauern", die gewöhnlichen Mobilfunkgegner. Wir nennen die "nützliche Idioten", weil sie unkritisch alles schlucken und sich kinderleicht instrumentalisieren lassen. Das Gros der Ebene 3 bilden Sendemastengegner, die sich in Bürgerinitiativen organisieren und die von oben angelieferte Desinformation bis ins letzte Dorf und den entlegensten Briefkasten tragen. Und das auch noch gratis, befeuert allein von der Überzeugung, etwas Gutes zu tun und die Menschheit (zuerst aber mal sich) zu retten.

Das Ganze ist ein weltumspannendes "Kolportagenetzwerk" und dies erklärt plausibel, warum in der Anti-Mobilfunk-Szene so unglaublich viel Stuss und Desinformtion verbreitet wird. Kommt der Unsinn nicht schon aus Ebene 1, entsteht er spätestens beim mehr oder weniger verdrehten Weitertratschen des Ursprünglichen (siehe Gesellschaftsspiel "Stille Post"). Wie soll ein gelernter Drucker wie Hensinger auch Durchblick in Detailfragen der E-Technik oder Biologie haben. Nicht diese Wissenslücken sind Hensinger vorzuwerfen, sondern die Dreistigkeit, sich sozusagen als Einäugiger vor Blinde zu stellen und den "Experten" in 3D zu geben.

Peter Hensiger werkelt in Ebene 2. Zu seinen Aufgaben gehört es zu verbreiten, was aus Ebene 1 herabplumpst. Dazu ein Beispiel:

In dem Philologenblatt verkündet Hensinger Ende 2015 selbstbewußt:

Die Hersteller kennen die Risiken: für Smartphones wird in Gebrauchsanweisungen empfohlen, sie nur in 25 mm Abstand vom Körper zu nutzen. Die US - Federal Communications Commission empfiehlt bei Laptops (Tablets) gar 20 cm Abstand. Ist dies praktikabel? Wohl nicht, es ist eine juristische Absicherung für mögliche Folgeschäden.

Mir geht es hier um die rot markierte Passage.

Wo hat der Mann diese Behauptung her? Kann er dies in den USA bei der FCC recherchiert haben? Im Prinzip ja, doch wer sich diese Mühe macht, der verlinkt in aller Regel auf so ein aufwendig recherchiertes Dokument. Hensinger verlinkt nicht. Auch <hier> (keine Datumsangabe) wird keine saubere Quellenangabe gemacht und <dort> (Februar 2016) ebenfalls nicht, stets nur der vage Verweis auf die FCC.

Um es kurz zu machen: Ich behaupte, Hensinger hat seine Behauptung nicht bei einer Primärquelle recherchiert, er hat sie lediglich abgeschrieben von einem, der in Ebene 1 werkelt. Und dieser eine ist der finnische Wissenschaftler Dariusz Leszczynski. Mobilfunkgegner sehen in ihm eine Lichtgestalt, denn er füttert sie gerne und regelmäßig. Leszczynski brachte den 20-cm-Hype 2014 von einer Fachtagung mit nachhause. Seither bedienen sich daran Mobilfunkgegner nach Herzenslust und kolportieren, was das Zeug hält. Dabei gibt es begründete Bedenken, ob das, was Leszczyski da 2014 erbeutet hat, überhaupt stimmt, und nach einigem hin und her räumte der Wissenschaftler sogar ein, selbst nur etwas kolportiert zu haben, was auf der Tagung vorgetragen wurde.

Dass die behaupte 20-cm-Abstandsregelung vollendeter Stuss ist, dessen bin ich mir zu 99 Prozent sicher. Das fehlende Prozent hat seine Ursache in den unübersichtlichen, fremdsprachigen und technisch komplexen FCC-Regelwerken, die einen bei der Recherche übern großen Teich empfangen.

Bezogen auf Deutschland bin ich mir jedoch zu 100 Prozent sicher, dass Hensinger vor den Philologen vollendeten Stuss verbreitet hat. Denn W-Lan ist nicht W-Lan. Was in den USA gültig ist, muss noch lange nicht im alten Europa gelten. Konkret: In Europa ist für das gängige W-Lan im 2,4-GHz-Frequenzbereich eine maximale Strahlungsleistung von 100 mW erlaubt (Strahlungsleistung EIRP = Sendeleistung x Antennengewinn).

In den USA gilt eine ganz andere Regelung der FCC: Dort ist die maximale Sendeleistung auf 1 W begrenzt, die maximale Strahlungsleistung auf 4 W.

Heißt im Klartext: Tablets und andere W-Lan-Gerätschaft, die im weltweit unlizensierten 2,4-GHz-Frequenzbereich unterwegs ist, darf in USA bis zu 40-mal stärker senden als in Europa! Eine nur in den USA gültige Regelung unter diesen Umständen einfach nach Europa zu importieren und damit vor Publikum zu treten, um Ängste gegenüber W-Lan zu schüren, dies belegt die Komptenzen eines Druckers, nicht die eines verantwortungsvoll mit dem sensiblen Thema umgehenden Fachmanns.

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Tags:
Filz, Strategie, Copy-Paste, Hensinger, Blendwerk, Leszczynski, Trick, Kolportage, GBW

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