Radar und Mobilfunk löst Krebswachstum aus (Forschung)

Doris @, Sonntag, 21.08.2011, 17:37 (vor 3037 Tagen) @ H. Lamarr

An der Sache hänge ich auch an diesem heißen Sonntagnachmittag. Und ich weiß nicht, ist es die Hitze oder die Arbeit, die mir mehr zusetzt.

Diagnose Funk hat dieser Arbeit einen 20-seitigen Brennpunkt gewidmet und die komplette Arbeit übersetzt.

http://www.diagnose-funk.org/infoformate/brennpunkt/radar-und-mobilfunk-loest-krebswachstum-aus.php

Warum diese Mühe für eine Arbeit, die mMn nach nicht den Sprung in die Gremien schaffen wird, die was zu entscheiden haben, erschließt sich mir nicht.

von den Autoren gibt es noch eine weitere Arbeit in dieser Art aus dem Jahre 2010.

In der Szene sorgt eine Übersichtsarbeit von Yakymenko et al. (PDF des Volltextes, 9 Seiten) für freudige Aufregung. Grund: Diese Metastudie listet zahlreiche Befunde - von Frau Isabel Wilke im Elektrosmog-Report (August 2011) hingebungsvoll, jedoch leider ohne Quellenangeben, aufgezählt. So eine selektive Aufzählung ist freilich banal, denn bereits im ersten Satz des Abstracts machen die Autoren klar, sie hätten allein Alarmstudien ausgewertet.

Richtig. So wurde auch eine Studie von Stang et al angeführt, die 2001 für Furore sorgte. Die gescheiterte Replikation durch dieselben Autoren, davon vernimmt man dann aber nichts mehr in dieser Review Arbeit. Und so gibt es noch manche Schwachstellen, zumindest in der 2010er Studie, die ich gerade gelesen habe. Auch Schlampigkeiten mit falschen Jahreszahlen und Linkverweise zu Studien, die eigentlich nicht unbedingt das belegen, was im Text steht. Diese Schlampereien wurden in der neuen Arbeit auch nicht korrigiert. Das zumindest habe ich beim Überfliegen bereits gesehen.

Es fehlt für eine fachkundige Meinung über die Befunde also die Gegenstimme, die keineswegs selten ist, sondern sogar erheblich häufiger als die der Alarmisten. Sich als Alarmkritiker auf die Arbeit von Yakymenko zu berufen und Grenzwertsenkungen zu fordern ist mMn so sinnfällig, wie die Wahl einer politischen Partei, nachdem man deren Wahlprogramm gelesen hat - und nur dieses eine.

Vor allen Dingen stellt sich hier zum unzähligsten Male die Frage, welche Grenzwerte meinen die? Es geht neben Radar, das ich nicht bewerten kann, vorwiegend um Mobiltelefone.

Bezüglich der Mobilfunkbasisstationen stützen die Autoren sich vorwiegend auf 2 Studien. Auf die Naila Studie und die Netanya Studie.

Und ob es für die Glaubwürdigkeit der Arbeit sinnvoll ist, bekannt schwache Studien in die Analyse mit aufzunehmen, etwa die von Eger, Santini, Navarro und Schwarz, darüber möchte ich mich jetzt gar nicht auslassen.

Das ist die eine Sache. Aber was mich viel mehr stört, ist dieser Hype (in Form eines 20-seitigen Brennpunktes) der hierzulande um gerade diese Arbeit gemacht wird. Im deutschsprachigen Raum weht den Alarmisten doch mittlerweile ein heftiger Wind entgegen. Ich frage mich da für wie blöd halten die eigentlich die Leser, aber noch viel mehr wie sollen solche Leute eingestuft werden ??

Im EMF-Portal ist die Studie derzeit ohne Ausarbeitung nur verlinkt, ich könnte mir jedoch gut vorstellen, dass die Arbeit nicht ungeschoren bleibt.

Meiner Erfahrung nach erhalten derartige Arbeiten vorwiegend noch Aufmerksamkeit in den üblichen Kreisen. Anderweitig werden sie schon gar nicht mehr erwähnt. Die Arbeit steht schon länger im EMF-Portal. Im WIK Brief wurde sie nie aufgenommen. Und denen einfach Einseitigkeit vorzuwerfen, wäre zu einfach. Denn die Hardell Arbeiten und auch die Mastbruch-Projekte etc. sind alle in den WIK-Briefen zu finden.

Tags:
Naila-Studie, Replikation, Netanya, Brennpunkt, Schlamperei


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