Deutschlandfunk (2020): 2000 5G-Gegner demonstrieren in München (Medien)

H. Lamarr @, München, Sonntag, 15.11.2020, 19:29 (vor 155 Tagen) @ H. Lamarr

Am 13. November 2020 brachte das Ressort Kultur des Deutschlandfunks den Artikel 5-G-Technologie: Der härteste Widerstand kommt aus Bayern von Michael Watzke. Gleich der Beginn des ansonsten kundigen und objektiven Artikels ließ mich stutzen, steht dort doch u.a. die markierte Textpassage:

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Wie konnte das nur passieren, dass mir als EMF-Trüffelschwein in München dieser machtvolle Auftritt der 5G-Gegner verborgen geblieben war? Eine Schnellrecherche im www ergab: Weder in anderen Medien, noch in der Anti-Mobilfunk-Szene ließen sich Hinweise auf diesen Paukenschlag finden, keine Ankündigungen des Events, keine Nachberichterstattung, nichts. Sollte es den Spin-Doktoren "der da oben" oder der bösen Mobilfunkindustrie gelungen sein, den zweiten weltweiten Protesttag gegen 5G aus (fast) allen Medien hinauszumobben, sogar aus der Szene selbst? Immerhin stellte sich am ersten Stopp-5G-Protesttag im Januar 2020 vor der Münchener Feldherrnhalle noch der Bayerische Rundfunk mit einem Kamerateam ein, und das, obwohl sich damals dort nur ein Häuflein von schätzungsweise 300 5G-Gegnern versammelt hatte. Nicht ganz ausschließen konnte ich, der zweite Protesttag, der ursprünglich für Mitte 2020 geplant war und wegen der Coronakrise ausfiel, wurde kurz vor dem jetzigen Corona-Teillockdown spontan auf Anfang November angesetzt.

Oder stimmt an dem Artikel etwas nicht? Demonstrierten Anfang November möglicherweise Gegner der Coronamaßnahmen in München und hatten sich nur eine Handvoll 5G-Gegner unter die Menge gemischt, um die Gunst der Stunde für ihre Zwecke zu nutzen?

Die beiden unscheinbaren Zeilen im Artikel des Deutschlandfunks lösten bei mir Fragen über Fragen aus. Um diese verbindlich zu beantworten, fragte ich bei Michael Watzke, Autor des Artikels nach und trug auch meine Vermutung vor, die Demo sei gar keine Anti-5G-Demo gewesen, sondern von Gegnern der Coronamaßnahmen veranstaltet und mit Teilnehmern beschickt worden.

Watzke bestätigte meine Vermutung als völlig zutreffend und erklärte, die fraglichen zwei Zeilen stünden so auch nicht in seinem Originalmanuskript. Die Irreführung müsse bei einer nachträglichen Bearbeitung seines Textes unbeabsichtigt entstanden sein, er wolle der Angelegenheit nachgehen und sich um eine Änderung des Textes auf der Website bemühen. Sollte sich der Autor durchsetzen, was wahrscheinlich ist, denn er ist Landeskorrespondent des Deutschlandfunks in Bayern, wird der Text seines Artikel demnächst anders lautend beginnen, als oben im Screenshot abgebildet.

Merkregel für Mobilfunkgegner: Etwas schwarz auf weiß vor sich zu haben bedeutet nur, etwas schwarz auf weiß zu sehen. Es bedeutet nicht, dass alles, was dort steht, auch den Tatsachen entspricht.

Hintergrund
Deutschlandradio-Intendant warnt vor Radiozukunft mit 5G (Juli 2019)

Deutschlandfunk Kultur (DLF Kultur) ist ein kulturorientiertes Hörfunkprogramm. Es ist neben Deutschlandfunk und Deutschlandfunk Nova eines der Programme des nationalen Hörfunks, des Deutschlandradios. [...] Zum 1. Januar 1994 wurde DS Kultur zusammen mit dem Kulturprogramm des West-Berliner US-amerikanisch geprägten RIAS und dem Deutschlandfunk (DLF) unter dem Dach einer öffentlich-rechtlichen Körperschaft, dem DeutschlandRadio zusammengeführt (Quelle).

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Tags:
Deutschlandfunk, 5G-Tea-Party, Coronakrise


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