Mit schützenden Textbausteinen gegen wissenschaftl. Argumente (Medien)

H. Lamarr @, München, Sonntag, 08.07.2012, 22:32 (vor 2715 Tagen) @ Lilith

Mit schützenden Textbausteinen gegen wissenschaftliche Argumente

Nun.

Dieser Satz ist ein typischer Freud'scher Versprecher. Pardon, -schreiber.

Das verstehe ich jetzt nicht, Freud'scher Versprecher rutschen einem doch unbewusst raus. Herr Hensinger will mMn aber schon mit dem Titel ganz bewusst deutlich machen:

Die doofen Behördenvertreter konnten nur fade Textbausteine herunterleiern, wir aber brillierten mit schlagkräftigen wissenschaftlichen Argumenten! Gell, Magerl, da schaugst!

Aus meiner Sicht ist dies eine unverschämte 180-Grad-Verdrehung des tatsächlichen Verlaufs der Anhörung. Und neutral gesehen ist der Titel immerhin noch ein Manipulationsversuch ersten Grades, wär' ich der Magerl, ich würde den Brief allein schon deshalb meinem Vorzimmer überlassen.

Die maßlose Selbstüberschätzung, die mir bei vielen Frontleuten der Mobilfunkgegner auffällt, sie kommt auch in diesem Brief wieder abstoßend zum Ausdruck. Dr. Magerl saß den zehn Sachverständigen während der Anhörung von Angesicht zu Angesicht direkt gegenüber, er nickte zwischendrin auch nicht ein, sondern folgte den Ausführungen bis zum Schluss aufmerksam - dieser Mann braucht mit Sicherheit keine Anleitung von "Hinterbänkler" Peter Hensinger, wie er die Stellungnahmen zu werten hat. Das kann, soll und muss er aus eigener Kraft fertig bringen.

Ausgerechnet Hensinger, der sonst in Sachen Lobbyismus den Hohepriester der Kritik gibt, betätigt sich ungeniert selber als Lobbyist. Das muss man sich mal vergegenwärtigen! Wenn überhaupt, dann dürften - nach Aufforderung durch den Ausschuss - die Sachverständigen beider Seiten mit einer schriftlichen Zusammenfassung dem Ausschuss Bonusmaterial nachreichen, nicht aber ein Laienorchester, wie der Anti-Mobilfunk-Verein Diagnose-Funk.

Wäre 2006 vor den Fenstern des Peter Hensinger kein Sendemast errichtet worden, er wäre am 5. Juli 2012 nicht in München, sondern vielleicht in der Stuttgarter Wilhelma gewesen, um sich seltene Vögel anzusehen. Der Mann macht sein persönliches Schicksal zur öffentlichen Angelegenheit. In Stuttgart kann er das meinetwegen tun, in meiner Stadt nicht.

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Tags:
Selbstüberschätzung, Hinterbänklern


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