Evas Erzählungen: Fehler im Kopf des Lesers provozieren (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Samstag, 31.12.2011, 18:29 (vor 3415 Tagen) @ AnKa

Die chronologische Kapitelfolge seiner Beiträge lässt jedoch erahnen, wie wuffs Methode des Spin-Offs funktioniert, nämlich in der Weise, in der sich bei Menschen Assoziationsketten herleiten.

Auch unsere Eva W. arbeitet mit Assoziationsketten, allerdings sind sie bei ihr deutlich kürzer als bei "wuff", Assoziationshalskettchen sozusagen.

Ein typisches Beispiel dafür bringt sie bei Gigaherz, dort tauchte am 30. Dezember ein echter "Weber" auf: Tod durch Leukämie.

Mit keinem von beiden, Tod und Leukämie, ist zu spaßen. Durch Wahl dieses Titels stimmt Eva W. den Leser auf ein tragisches Ableben ein, eine Person aus ihrem Bekanntenkreis ist kürzlich an Leukämie verstorben, eine von ungefähr 7000 Leukämietoten, die diese Krankheit jährlich in Deutschland fordert.

Wer sich das Posting von Eva W. durchliest wird nicht um die Assoziation umhin kommen, der Leukämietod der Bekannten sei die logische Konsequenz der schweren Elektrosensibilität, unter der die Bekannte der Schilderung zufolge seit Jahren gelitten hat. Im Vergleich zu anderen Fallschilderungen ist die von Eva W. geradezu sachlich, nur wenig erweckt spontan Misstrauen, wie etwa dieser Satz: "Sie bat daraufhin alle Bewohner des Hauses ihnen doch neue Telefone kaufen zu dürfen, die nur strahlen, wenn telefoniert wird. Es wurde ihr mit Rechtsmitteln gedroht." Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit unterschlägt Eva W. hier etwas, erfahrungsgemäß drohen Menschen bei freundlichen Angeboten nicht mit Rechtsmitteln, sondern dann, wenn sie sich in unzumutbarer Weise bedrängt sehen.

Worauf ich hinaus will ist jedoch etwas anderes. Was hier von Eva W. zu lesen ist, ist ein ganz anderes Meisterwerk als das, das sie aus Sicht von Anka 2007 dem WDR zuschickte. Die Eva W. von 2011 hat sich weiter entwickelt, sie schreibt keine albernen Briefe mehr, sondern setzt geschickt auf Assoziation. Genauer: Auf fehlerhafte Assoziation. Denn sie selber ist inzwischen schlau genug, um unhaltbare Behauptungen zu vermeiden. Mit keiner Silbe behauptet sie deshalb, die Bekannte hätte infolge Elektrosmog Leukämie bekommen und sei sozusagen dann wegen Elektrosmog verstorben. Diesen Fehlschluss provoziert sie lediglich bei anderen, die dramatische Fallgeschichte dient dem Einfädeln des fehlerhaften Gedankens. Wie gut das funktioniert bestätigt eine Dumpfbacke mit dem Pseudonym "GastX", die begierig die Steilvorlage aufgreift und den Leukämie-Elektrosmog-Faden eilfertig weiter spinnt.

Unsere Eva W. kann sich zufrieden zurück lehnen: der Depp heißt "GastX", nicht Eva W. Sie kann sogar, und das macht sie gerne, hoffnungsvoll mit Argusaugen darüber wachen, ob ihr ein Unachtsamer unterstellt, einen Zusammenhang zwischen Leukämie und Elektrosmog hergestellt zu haben. Dies wäre ein Fehler, auf den Eva W. erfahrungsgemäß über lange Zeit hinweg immer wieder einmal in ihren Postings hinweisen würde, um die infamen Unterstellungen böswilliger Skeptiker an ehrbaren Elektrosensiblen herzzerreißend anzuprangern. Und nein, ich bin mir ziemlich sicher, Eva W. damit nicht zu überschätzen. Das Spielchen, den Fehler im Kopf des Lesers entstehen zu lassen, wir haben es hier im Forum mehrfach thematisiert gehabt. Eva W. hat die Methode erkannt, für gut befunden, erlernt und wendet sie nun ebenso an, wie ein auf Diagnosen spezialisierter Anti-Mobilfunk-Verein.

Ob es ethisch vertretbar ist, den Tod der Bekannten zur Verbreitung eines ideologischen Assoziationshalskettchens zu nutzen, darüber möchte ich mich nicht äußern.

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Tags:
EHS-Geschichte, Fehler im Kopf


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