Baubiologe J. Gutbier will unbedingt an den runden Tisch (BfS) (Allgemein)

KlaKla, Donnerstag, 17.12.2020, 07:42 (vor 178 Tagen)

Hier abgesprungen

Wenn du unbedingt an den runden Tisch vom BfS willst, um dort deine baubiologische Überzeugung zu verankern, sind offene Briefe wie die vom EHS-Verein Gold wert. Warum, weil die Verfasser und Unterstützer sich auf so krude Art und Weise positionieren, dass erkennbar ist, dass es unsinnig wäre, diese Leute an den Tisch zu bitten.

Wenn du nicht zugelassen wirst, du aber doch unbedingt willst, dich bemühst, aber in diesen Punkt doch nur erfolglos Lobbyarbeit ableistest, dann wirst du ärgerlich, wütend, aggressiv.

Kleine Chronologie wie es mMn dazu kommt.

Alle wissen doch, dass der Baubiologe aus Herrenberg oder der Drucker aus Stuttgart besser informiert sind als die Berater oder das Personal des Bundesamt für Strahlenschutz. Jörn Gutbier berät sogar den BUND (Kühling), der als Vertreter am runden Tisch einen festen Platz hat. Anzunehmen, dass sich der Lobbyist schlecht vertreten fühl durch Kühling und selbst diesen Patze einnehmen will. Gutbier ist der Überzeugung es besser zu können!

März 2017-Neu Besetzung beim BfS König geht Paulini kommt.

Hoffnungsschimmer, sie wird mich wahrnehmen, sie wird mit mir sprechen.

Futter für die neue BfS-Chefin wird ausgestreut

Sept. 2017-Offener Brief oder Appell von Diagnose:Funk
Wissenschaftler warnen vor Risiken durch 5G Internationaler Appell fordert ein 5G-Moratorium

Feb. 2019-BfS-Chefin Paulini
"Die Personengruppen, die wir besonders im Fokus haben," sagt Paulini, "die besonders schützenswert sind - Kinder, Säuglinge, Kranke, alte Menschen, - der Ausbau der 5G-Netze sollte auf jeden Fall so erfolgen, dass sensible Orte, Orte, wo diese Menschen sich aufhalten - Kindergärten, Schulen, Krankenhäuser, – dass die erst mal ausgenommen werden." Das hört sich an wie die Sorgen aus der guten alten GSM-Zeit.

Neuer Hoffnungsschimmer, endlich eine Zitat vom BfS (Paulini).

Sept. 2019-Auszug Brandrede vom Lobbyisten Jörn Gutbier
„Das Bfs macht sich zum Sekretär, zum Assistenten oder wie man es noch übersetzen kann, zum Handlanger des industriell organisierten Wissenschaftsbetrugs.“

Jan. 2020-Flotter Dreier: Paulini & Lerchl vs. Kühling (BUND). Gutbier ist lt. Selbstauskunft Mitglied im Arbeitskreis EMF von Kühling beim BUND. Er kokettiert damit gerne.

April 2020-Ravensburg will Schutzzonen für Elektrosensible, wie angeblich Frau Paulini. Beleg dafür ihre Aussage vom Feb. 2019

Mai 2020 Der Anti-Mobilfunk-Verein Diagnose-Funk ermahnt das Bundesamt für Strahlenschutz mit einem Offenen Brief, es möge endlich seine Arbeit tun.

Nov. 2020-Baubiologe Gutbier wirft BfS Betrug vor
"Wir sagen, das Bundesamt für Strahlenschutz und die Behörden, die diese Grenzwerte festlegen, betrügen die Öffentlichkeit."

Dez. 2020-Dialoginitiative: Gutbier fragt Enders
Markus Stockhausen, der fleißige Link-Setzer platziert Diagnose-Funk bei der Dialoginitiative. Teilnehmer H.S will Diagnose-Funk und dem Ex-Tabaklobbyisten auf die Bühne verhelfen.

An den zahlreichen Kommentaren beteiligt sich der Lobbyist Gutbier nicht. Er scheint nur mit den echten Experten sprechen zu wollen. Anzunehmen ist, dass seine Azubis die Plattform fluten und mit ihnen Elektrosensible.

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Psychologie, Chronik, Runder Tisch, Lobbyismus, Gutbier, Diagnose:Funk, Kühling, Paulini, 5G-Moratorium, Dialoginitiative, Hochmut, BfS-Gegner, Plurv, Unternehmensziel

Baubiologe J. Gutbier will unbedingt an den runden Tisch (BfS)

H. Lamarr @, München, Samstag, 19.12.2020, 16:38 (vor 175 Tagen) @ KlaKla

Kleine Chronologie wie es mMn dazu kommt.

Eine schöne Chronik, zu der ich Ergänzungen habe.

Alle wissen doch, dass der Baubiologe aus Herrenberg oder der Drucker aus Stuttgart besser informiert sind als die Berater oder das Personal des Bundesamt für Strahlenschutz.

Das würde ich an deiner Stelle vor Gericht so nicht wiederholen.
Alternativvorschlag zu deiner Formulierung: Alle wissen doch, dass der Baubiologe aus Herrenberg oder der Drucker aus Stuttgart glauben, besser informiert zu sein als die Berater oder das Personal des Bundesamts für Strahlenschutz.

November 2017: Der baden-württembergische Landtagsabgeordnete Thomas Marwein macht zum Gedankenaustausch mit der frisch gebackenen BfS-Präsidentin seine Aufwartung in Oberschleißheim, im Schlepptau bringt er seine "Berater" Jörn Gutbier und Peter Hensinger mit. Über den Verlauf des Gesprächs ist nicht viel bekannt. Noch sind die beiden Diagnose-Funker guter Dinge, bei der bis dato unerfahrenen Nachfolgerin von BfS-Präsident Wolfram König den Fuß in die Tür zu bekommen. Die beiden ermahnen Paulini, "unkontrollierte Exposition" dürfe es nicht weiter geben, ebenso "keine Frequenzzulassung ohne Begleitforschung". Das Amt reagiert in seinem Forschungsplan 2018 noch nicht, 2019 zeigt der Forschungsplan fünf geplante Studien zur Mobilfunkbefeldung, 2020 sind es zwei. Auf die 5G-Lizenzvergabe durch die Vollzugsbehörde BNetzA hat das BfS keinen Einfluss.

April 2018: Das BfS beendet die kurze Tauwetterperiode in der Beziehung zu Diagnose-Funk, indem es die W-Lan-Review der Diagnose-Funkerin Isabel Wilke als unwissenschaftlich abkanzelt, nachzulesen in Neue Osnabrücker Zeitung und Frankfurter Rundschau. Diagnose-Funk selbst ist mächtig stolz auf Wilkes W-Lan-Review, – schließlich hat der Verein diese bezahlt, – und deshalb über die Abwertung derselben auf Ramschniveau durch das Amt groß verwundert.

April 2018: Unter dem Eindruck der BfS-Kritik an der W-Lan-Review versuchen die Diagnose-Funker Gutbier und Hensinger zu retten was zu retten ist und bitten BfS-Chefin Paulini um ein zweites Gespräch. Ob dieses zustande kam weiß ich nicht. Mutmaßlich bekamen Gutbier und Hensinger einen Korb. Darauf deutet hin, dass der ansonsten sehr redselige Verein über das Zustandekommen eines zweites Gesprächs mit Paulini rein gar nichts hat verlauten lassen. Nach der wahrscheinlichen Absage des BfS an Diagnose-Funk schaltet der Anti-Mobilfunk-Verein, der sich selbst als "Verbraucher(schutz)organisation" sieht, in den Kampfmodus: Seit Mai 2018 wird jetzt aus Stuttgart zurück geschossen.

Hintergrund
Seit der Gründung 2004 in der Schweiz bemüht sich Diagnose-Funk um Anerkennung in der Bevölkerung und will als Gesandter des Volkes gegenüber Politik und Wissenschaft in Erscheinung treten. Sich als selbsternannte "Verbraucherorganisation" auszugeben war eine schlaue Idee, die jedoch erst mit der Gründung von Diagnose-Funk, Deutschland, 2010 umgesetzt wurde. Zuzutrauen ist die Idee Uwe Dinger, ein Schweizer Ex-Astrologe und Mitgründer von Diagnose-Funk, Schweiz, der zum Geschäftsführer des neuen Vereins in Deutschland wurde. Aber: Diagnose-Funk hatte und hat mit Verbraucherschutz aus meiner Sicht so viel zu tun wie das IZgMF mit einem Mädchenpensionat der Englischen Fräuleins, nämlich nichts. Die erkennbare Außenwirkung des Vereins zielt nicht auf Verbraucherschutz, sondern auf Verunsicherung von Verbrauchern durch Übertreibung und Desinformation.

Anscheinend teilen meine Sicht auch Entscheidungsträger in Bundespolitik und Wissenschaft, denn niemand dort erteilte dem Verein bislang ein Mandat, als Volksvertreter in EMF-Sachfragen auftreten zu dürfen. Diagnose-Funk versucht deshalb über den großen Bruder BUND maskiert in die angestrebte Rolle zu schlüpfen. Gutbier hat es dort bisher zum zweiten stellvertretenden Sprecher des BUND-Arbeitskreises Immissionsschutz gebracht. Ein Versuch seines Gesinnungsfreundes Wilfried Kühling, BUND, ihn als seinen Stellvertreter an den "Runden Tisch Mobilfunk" (RTM) des BfS zu bringen, scheiterte jedoch. Kühling vertritt in diesem Gremium die Interessen des BUND, wird demnächst aber wohl ausscheiden. Da zudem der Stuhl des Verbraucherschutzes an dem Runden Tisch schon seit Jahren leer ist, wird sich das BfS notgedrungen nach adäquaten Ersatz für Kühling umsehen müssen.

Auch dies erklärt, warum Diagnose-Funk sich selbst als Verbraucherschutzorganisation feiert und von seinen Anhängern feiern lässt. Der Verein hofft darauf, in diesem Tarnanzug wenn schon nicht als Anti-Mobilfunk-Verein, dann als angeblicher Verbraucherschützer in wichtige Gremien berufen zu werden. Dabei braucht jemand nur die Handlungen des Vereins und die Reden seiner Frontleute analysieren, um zu der Erkenntnis zu kommen, dass die Stuttgarter mit Verbraucherschutz nichts am Hut haben, sondern eher als verkappte Lobbyorganisation von Branchen gesehen werden können, deren Geschäftsmodelle ganz oder teilweise auf irrationalen Ängsten gegenüber Elektrosmog beruhen.

Gegen Peter Hensinger persönlich spricht, dass er Peter Hensinger ist. Gegen Gutbier persönlich spricht u.a. sein Nebenjob als Baubiologe, der ihm einen nicht wegzudiskutierenden kommerziellen Interessenkonflikt bereitet. Der BUND mag auf diesem Auge blind sein, das BfS ist es sicher nicht. Es kennt seine Pappenheimer gut und deshalb bin ich zuversichtlicher, dass weder Gutbier noch Hensinger die Nachfolge Kühlings am RTM antreten werden. Schon die Feststellung aus der Präambel der RTM-Geschäftsordnung "Die Beratungen sind durch die gegenseitige Achtung unterschiedlicher Positionen gekennzeichnet", dürfte für die beiden eine nicht zu nehmende Hürde sein. Für mich übrigens auch, allerdings stehe ich gar nicht am Start. Und wenn das BfS die Kröte aus politischen Gründen doch schluckt? Dann kann sich Diagnose-Funk zwar rühmen, mit am RTM zu sitzen, am Gesamtstatus der Mobilfunkdebatte wird dies jedoch nichts ändern, schließlich sitzt Kühling dort schon seit Jahren, ohne dass sein Wirken irgendwelche sichtbaren Spuren zugunsten der Anti-Mobilfunk-Szene hinterlassen hat.

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Lobbyist Gutbier erreicht Teilziel - Münchener Rück Stiftung

KlaKla, Sonntag, 04.04.2021, 07:23 (vor 70 Tagen) @ KlaKla

Nun scheint der Baubiologe Jörn Gutbier seinem Ziel ein wenig näher gerückt zu sein.

20. Mai 2021, 18 Uhr Webinar

5G ist das neue Zauberwort. Nicht nur die Mobilfunkbranche ist davon elektrisiert, sondern auch ein großer Teil unserer Gesellschaft. Mit moderner Technik erhofft man sich eine ungeahnte Geschwindigkeitszunahme bei der Datenübertragung. Informationsaustausch soll noch besser, reibungsfreier und schneller funktionieren. Kritiker hingegen sehen noch große Mängel bei der Infrastruktur. Viele fürchten die neue Technik auch wegen potenzieller Gesundheitsrisiken. Aber auch Infrarotstrahlung, die wir längst einsetzen, beeinflusst unsere Umwelt.

  • Wie wirken Infrarotstrahlen eigentlich genau?
  • Können Handystrahlung oder WLAN im Alltag tatsächlich krank machen?
  • Und wie genau macht sich die Medizin solche "gefährlichen" Arten der Strahlung zunutze?

Geplante Podiumsgäste:

Prof. Achim Enders, Leiter des Instituts für Elektromagnetische Verträglichkeit an der Technischen Universität Braunschweig
Jörn Gutbier, Vorsitzender des Vereins „diagnose:funk“
Dr. Inge Paulini, Präsidentin des Bundesamtes für Strahlenschutz

Moderator der Veranstaltung: Dr. Patrick Illinger

Dialogforen 2021
Hier kann man sich anmelden (noch gibt es 20 freie Plätze).

Kommentar: Schauen wir mal ob er diesmal wenigstens das Seepferdchen schafft. :wink:

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Infrarot, Gutbier, VLC, WLan, Enders, Paulini

Vorsicht WLAN - Vorsicht Baubiologe

KlaKla, Freitag, 09.04.2021, 06:53 (vor 65 Tagen) @ KlaKla

Wer vorab wissen will, was der Baubiologe in den Ring wirft, der kann sich seine neue Werbebroschüre "Ratgeber Vorsicht WLAN" (4,- Euro) rein ziehen. Passend zur Broschüre gibt es für aktive Stopfgänse auch noch ein "Musterbrief" welcher an Schulen und Kitas weiter geleitet werden sollten. Informativ ist da nichts, er dient der Werbung. Schulleiter, Pädagogen und Eltern sollen so auf den privaten Lobbyverein des Baubiologen gelenkt werden. Waldorfschulen unterliegen schon seinem Einfluss.

Mit seiner kostenpflichtigen Broschüre verteufelt er WLAN an Schulen und wirbt für VLC in Klassenzimmern. Da behauptet er u.a.:

Die kurzfristigen biologischen Wirkungen von Mobilfunkstrahlung zeigen sich für viele Kinder und Jugendliche vor allem in folgenden sog. Befindlichkeitsstörungen, die auch unter dem Begriff Mikrowellensyndrom bekannt sind:

- zunehmende und anhaltende Kopfschmerzen (inkl. Migräne), schnelle Erschöpfung;
- (Ein-) Schlafstörungen, zeitlich verkürzte Tiefschlafphasen, Tagesmüdigkeit;
- Lernstörungen: vor allem (Kurzzeit-) Gedächtnisstörungen, Konzentrationsstörungen;
- Verhaltensauffälligkeiten: Reizbarkeit, Gereiztheit, innere Unruhe und Nervosität, zunehmendes Auftreten von ADHS, depressive Tendenzen;
- Herz-Kreislauf-Störungen (Herzrasen) (Havas 20103); Schwindel und Ohrgeräusche,zum Teil auch Hör- und Sehstörungen

Die Befindlichkeitsstörungen werden unter dem Einfluss aller Mobilfunkquellen beobachtet, u. a. in der Nähe von Basisstationen, bei Schnurlostelefonen (DECT-Standard), insbesondere auch bei aktiven WLAN-Sendern. Sie treten nach Inbetriebnahme eines Senders für manche sofort, für andere erst nach Tagen, Wochen oder Monaten auf. Viele Betroffene waren vorher beschwerdefrei. Die Erfahrung vieler Eltern und Lehrenden bestätigt die Zunahme dieser Symptome bei immer mehr Kindern in den letzten Jahren. Wie sehr diese Risiken tatsächlich bereits Realität geworden sind, belegen vor allem auch die Jahresstatistiken der Krankenkassen: Bei Schülerinnen und Schülern zeigen sich diese Wirkungen vor allem in Kopfschmerzen, die in den letzten Jahren dramatisch angestiegen sind (Barmer Arztreport 20174, Fendrich et al 20075, Redmayne et al 20136), sowie in kognitiven Beeinträchtigungen: Insbesondere sind Konzentration und Gedächtnis betroffen.

Kommentar: Bis heute fehlt jedoch der Beweis, dass Funk Befindlichkeitsstörungen verursacht. Es ist mMn eine schlichte Behauptung von einem Baubiologen, der seine Geschäfte mit Angst vor Funk macht. Ob es nun kostenpflichtige Vorträge sind Broschüren, Messungen oder Abschirmungen. Was sagt die Forschung, nicht der Baubiologe, zu Elektrosensibilität? Das ...

Gutbiers Wunsch nach einer Datenautobahn statt viele, keine Indoor-Versorgung von Basisstationen und VLC statt WLAN geht an der Realität vorbei. Wer geht schon gerne auf die Straße, nur weil er eine TAN für seine Überweisung benötigt.

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Gesundheitliche Effekte durch Mobilfunk sind gut untersucht

Gast, Sonntag, 30.05.2021, 12:20 (vor 14 Tagen) @ KlaKla

Es gibt keine wissenschaftlich gesicherten Belege für negative Gesundheitseffekte durch 5G unterhalb der bestehenden Grenzwerte. ​Dr. Inge Paulini, Präsidentin des Bundesamtes für Strahlenschutz​

Risiken wissenschaftlich eingrenzen

Dabei nehme man eine weltweite Gesamtschau vor und gehe der Frage nach, wo besteht Gefährdungspotenzial, gibt es eine Beziehung zwischen Strahlendosis und Wirkung, und inwieweit ist der Mensch der Strahlung tatsächlich ausgesetzt? Auch Erkenntnisse aus Tierstudien oder aus Zellexperimenten würden herangezogen. Ihr Fazit: „Es gibt keine wissenschaftlich gesicherten Belege für negative Gesundheitseffekte durch Mobilfunk unterhalb der Strahlungsgrenzwerte, die in Deutschland gelten.“ Allerdings schränkte sie ein: „Die Nichtexistenz eines Risikos lässt sich wissenschaftlich nicht beweisen, aber eine entsprechende Studienlage erlaubt, das Ausmaß eines möglichen Risikos einzugrenzen.“ Weil der Mobilfunk zudem eine relativ junge Technologie sei, müsse man bezüglich absoluter Aussagen über die Langzeitgefährdung vorsichtig sein. „Dazu betreiben wir laufend Forschung.“

„Es gibt sehr wohl eine Reihe von Studien, die jenseits der Erwärmung von Körpergewebe, auf die das Bundesamt für Strahlenschutz Bezug nimmt, gesundheitsschädliche Effekte von Mobilfunk nachweisen“, entgegnete Jörn Gutbier, Vorsitzender des Vereins „diagnose:funk“. Er bezieht sich auf 94 Reviews unterschiedlichster Studien, in denen etwa gentoxische Effekte, Fruchtbarkeitsschäden oder neurologische Effekte wie schlechtere Gedächtnisleistung betrachtet werden...

... Eine gänzlich andere Meinung vertritt der Physiker und Mediziner Prof. Achim Enders, Leiter des Instituts für Elektromagnetische Verträglichkeit an der Technischen Universität Braunschweig. Wenn das Thema wirklich relevant wäre, so seine Argumentation, würden sich viel mehr Wissenschafter*innen mit den Auswirkungen von Elektrosmog befassen. „Ich kann mit der Fragestellung, inwieweit technische Geräte durch Funkstrahlung gestört und damit indirekt Menschen gefährdet werden, wesentlich mehr für die Sicherheit bewirken“, ist er überzeugt. Mögliche biologische Auswirkungen der Mobilfunkstrahlung bei Einhalten der Grenzwerte hält er für minimal. Und da solche Effekte bislang nicht real nachgewiesen seien, sollte man sich um dringendere Probleme der Strahlungssicherheit kümmern. „Die Studien, die wissenschaftlichen Standards folgen, belegen meine Aussagen nachdrücklich", betonte Enders.

Emotionen spielen große Rolle

„Warum wird dann der Elektrosmog als allenfalls minimale hypothetische Gefahr so breit in der Gesellschaft diskutiert?“, fragte er und schickte die Antwort hinterher: Wissenschaft könne zwar versuchen, die Menschen mit Fakten, Wissen und Bewertungen aufzuklären. Aber die Corona-Pandemie habe gezeigt, dass bei alledem eine höchst emotionale Komponente mitschwinge, die die Menschen gegenüber rationalen Argumenten taub mache. In Europa gebe es jedes Jahr rund 800 Tote durch schwarzen Hautkrebs, und zwar ausschließlich durch die zusätzliche Nutzung von Solarien. In Deutschland stürben schätzungsweise zwischen 1000 und 2000 Menschen durch Radonbelastung in den Häusern. „Die Forschungsfragen bezüglich eines hypothetischen minimalen Restrisikos bei Mobilfunk ist da doch ein Luxusproblem.“ Mehr ...

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