Nicole Wolf: WLAN-freie Schulen (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Sonntag, 31.05.2020, 23:41 (vor 1453 Tagen) @ H. Lamarr

Bevor Frau Wolf ihre politische Heimat bei der Kleinpartei ÖDP fand, und deren Kreisverband Gifhorn gründete, schaffte sie es als Beisitzerin bis in den Landesverband Niedersachsen der noch kleineren Kleinpartei Deutsche Mitte. Der Wikipedia-Eintrag dieser Splitterpartei mit bundesweit rd. 3000 Mitgliedern gibt Anlass eine Augenbraue hochzuziehen. Für die Deutsche Mitte fertigte Wolf im März 2018 das 8-seitige Papier WLAN-freie Schulen an, das von der Partei im www noch immer angeboten wird.

Sich ihrer Sache zweifelsfrei gewiss und unter dem Einfluss des Anti-Mobilfunk-Vereins Diagnose-Funk lässt sie die Leser im Schlusswort wissen:

Wir von der Deutschen Mitte halten den Vorstoß des Kultusministeriums, Schulen im Rahmen der Digitalisierung flächendeckend mit WLAN und kabellosen Medien auszustatten, für kopflos und unqualifiziert. Digitalisierung mit Kabel anstatt ohne – das ist wirklich cool. Die aktuelle Studienlage lässt gar keinen anderen Schluss zu. Alternativ sind WLAN Installationen durch qualifizierte Messungen mithilfe von Spektrumanalysatoren zu begleiten, um die Vorsorgewerte nicht zu überschreiten. Aber, allein die WLAN-aktivierten Endgeräte, z.B. Tablets verursachen die höchste Belastung bei den Schülern. LAN-Kabel sind die bessere und kostengünstigere Alternative und sie schützen die Gesundheit unserer Kinder.

In Ihrem Papier tischt Frau Wolf weitgehend das auf, was die Anti-Mobilfunk-Szene üblicherweise an Behauptungen, Verdrehungen und purer Desinformation hergibt. Was sie mit "Vorsorgewerten" meint bleibt offen und natürlich ist es Blödsinn pauschal zu behaupten, W-Lan-Engeräte würden bei Schülern die höchste Belastung verursachen. Die höchste Belastung geht in aller Regel von den Smartphones der Schüler aus, und zwar immer dann, wenn der Empfang in Schulen schlecht ist (Stichwort: Leistungsregelung) weil Laien wie Wolf gerne hysterisch protestieren, sobald Netzbetreiber in der Nähe von Schulen einen Mobilfunksendemasten errichten wollen. Nur wenn der Empfang gut ist, können Smartphones tatsächlich mit weniger Strahlungsleistung auskommen als W-Lan-Endgeräte. Aber: W-Lan-Endgeräte funken sowieso nur während einer aktiven Datenübertragung, also z.B. beim Laden einer HTML-Website, nicht aber beim Lesen auf der geladenen Seite. Es ist anzunehmen, Frau Wolf hat sich mit solchen schnöden technischen Details einer W-Lan-Übertragungsstrecke nicht befasst, weil ihre Stichwortgeber ihr davon listigerweise nichts gesagt haben.

Wolfs W-Lan-Papier von 2018 ist mEn ihre erste öffentliche Wortmeldung zum Thema Elektrosmog.

Hintergrund
Wirksame Gesundheitsvorsorge mit Sendemasten in Wohngebieten

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Jedes komplexe Problem hat eine Lösung, die einfach, naheliegend, plausibel – und falsch ist.
– Frei nach Henry Louis Mencken (1880–1956) –


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