Der Berg ruft: Nicole W. erklimmt den Mount Stupid (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Sonntag, 22.12.2019, 23:35 (vor 505 Tagen) @ H. Lamarr

Wie Nicole Wolf zu Beginn sagt, informiert sie sich seit bestimmt vier Jahren "kontinuierlich und stetig" über die Risiken des Mobilfunks. Sie habe festgestellt, oje, es gäbe dazu "eine andere Wahrheit" als die, die sie kenne oder die ihr über den Mainstream bekannt gemacht wurde. Wenn diese Zeitangabe stimmt, rüttelt die Gifhornerin am Fundament der Mount-Stupid-Theorie. Denn nach vier Jahren kontinuierlichen und stetigen Informierens müsste Frau Wolf längst über den Gipfel des Mount Stupid hinweg sein und sogar das Tal der Ahnungslosen ansatzweise überwunden haben. Widerlegt sie damit die Theorie von Dunning und Kruger?

[image]Ich meine nein. Denn selbst Schlaumeier Google weiß von einer vierjährigen Karriere Wolfs als Mobilfunkgegnerin nichts. Belegbar ist, die Raketen für den Senkrechtstart der Werkleiterin in der Anti-Mobilfunk-Szene zündeten erst dieses Jahr. Den Startknopf drückten mit Klaus Buchner und Uli Weiner ausgerechnet zwei der mit Abstand unglaubwürdigsten und faktenscheuesten Mobilfunkgegner der Republik, die am 13. April 2019 einen Auftritt in Gifhorn hatten. Nicole Wolf, die von ihren gut entwickelten Analysefähigkeiten überzeugt ist, hörte den beiden Schwurblern kontinuierlich und stetig zu. Anschließend suchte sie jedoch nicht etwa fluchtartig das Weite, dies wäre von einer strengen Analystin zwingend zu erwarten gewesen, sondern sie gründete mit anderen die Bürgerinitiative "Stopp 5G Landkreis Gifhorn", deren Sprecherin sie heute ist. Seitdem kämpft Wolf für ihre Überzeugung, als ginge es um Leben oder Tod. Vorläufiger Höhepunkt ihres kometenhaften Aufstiegs in der Anti-Mobilfunk-Szene ist eine in Karlsruhe eingereichte Verfassungsbeschwerde, der zufolge die Bevölkerung in Deutschland nicht ausreichend gegen EMF geschützt wird. Die Beschwerde zieht sich über nicht weniger als 39 Seiten hin. Dumm nur, dass die Beschwerdeführer das Bundesverfassungsgericht (BVerfG) mit einem Amtsgericht verwechselten. Keiner von ihnen machte sich die Mühe zu prüfen, welche Voraussetzungen für eine Beschwerde in Karlsruhe erfüllt sein müssen. Die Strafe für das peinliche Versäumnis war hart, das BVerfG verweigerte die Annahme der Beschwerde nicht etwa wegen des dilettantisch formulierten albernen Inhalts, sondern weil die Beschwerdeführer übersehen hatten, dass sie sich zuvor erfolglos durch alle Gerichtsinstanzen hätten klagen müssen. Das BVerfG hält extra ein Merkblatt bereit, um solche Anfängerfehler zu verhindern. Die Werkleiterin blieb hartnäckig, sie wollte die selbst verschuldete Pleite mit den Karlsruhern nicht kampflos hinnehmen und piesackte nach dem abweisenden Bescheid den Präsidenten des Gerichts mit Post.

Aus alledem folgt für mich zweifelsfrei: Frau Wolf stapft noch immer unverdrossen an der ansteigenden Flanke des Mount Stupid in Richtung Gipfel. Wenn sie Glück hat schneit es dort bald bis ins Tal der Ahnungslosen. Dann böte sich für den Abstieg eine schnelle Ski-Alpin-Schussfahrt an. Für sie wäre das mMn empfehlenswert, um sich ihre Karriere in diesem und in ihren kommenden 25 Leben nicht selbst zu vermasseln.

Hintergrund
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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Tags:
Game over, Gehilfe, Wolf, Mount Stupid, Spiritualität, Verfassungsbeschwerde, 5G-Tea-Party, Gifhorn, Stopp5G, Sozialpsychologie


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