5G-Paranoiker: öffentliche "Hinrichtung" in Gifhorn (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Mittwoch, 11.03.2020, 13:03 (vor 1059 Tagen) @ KlaKla

Der Populist Dr. Klaus Buchner ist längst nicht mehr an der TU München.

Stimmt, und anlässlich des 2. Münchener Mobilfunk-Hearings hatte Buchners Arbeitgeber schon 2003 genug davon, dass der ÖDP-Mann sich zuvor auf Veranstaltungen als Professor der TU München vorstellte, um das Publikum mit seiner fachlichen Autorität zu beeindrucken (Schopenhauer, Kunstgriff 30). Die TU bestand darauf: Buchner musste zu Beginn der Anhörung zur Kenntnis geben, er trete als Privatperson auf und nicht als Vertreter der TU München.

Den schicken Mantel der TU München hat Buchner abgestreift, heute trägt er den noch schickeren Mantel des Europaparlaments, um sein Publikum zu beeindrucken.

Hier noch ein pikantes Detail zu der Veranstaltung vom 5. März 2020. Diese war für Klaus Buchner bereits sein zweiter Auftritt in Gifhorn. Der erste am 13. April 2019 war für ihn risikolos, denn er trat gemeinsam mit Deutschlands indiskutablen Parade-"Elektrosensiblen" Ulrich Weiner auf, Widerspruch hatte er damals nicht zu fürchten, vielmehr spielten sich die beiden die Bälle gegenseitig zu. Ein Jahr später war es ganz anders, da musste er gegen zwei Experten der TU Braunschweig antreten, die ihm Kontra gaben und vielleicht sogar demontierten.

Auffällig ist nun: Die risikolose Veranstaltung vom 13. April 2019 wurde öffentlich beworben, auch von Buchner selbst, man findet Spuren davon noch heute im Netz. Ganz anders verhält es sich mit der riskanten aktuellen Veranstaltung vom 5. März 2020, Werbung dafür suchte ich soeben vergeblich! Ich interpretiere dies so, der ÖDP-Star rechnete damit, bei seinem zweiten Auftritt in Gifhorn von seinen Kontrahenten abgewatscht zu werden, sein Mut, sich dennoch zu stellen, ist anerkennenswert. Um den Schaden für sich klein zu halten, verzichtete er diesmal jedoch auf die Werbung im Vorfeld. Mit Erfolg, seiner mutmaßlichen "Hinrichtung" in Gifhorn wohnten nur etwa 50 Besucher leibhaftig bei.

Wie zu hören ist, soll von der zweiten Veranstaltung allerdings ein Video ins Netz gestellt werden. Das würde mich wundern. Da beseelte Mobilfunkgegner ihre Helden jedoch gerne durch eine rosarote Brille sehen, halte ich es nicht für ausgeschlossen, würde Nicole Wolf das Video tatsächlich veröffentlichen. Alternativ könnte es die SPD-Ortsgruppe Gifhorn tun, leidenschaftsloser Initiator der Veranstaltung. Wahrscheinlich hängt alles davon ab, wie die "Hinrichtung" verlief, war sie human, werden wir das Video sehen, war sie grausam, werden wir es nicht sehen :-).

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Jedes komplexe Problem hat eine Lösung, die einfach, naheliegend, plausibel – und falsch ist.
– Frei nach Henry Louis Mencken (1880–1956) –


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