Diagnose-Funk: Professor Adilza Dode von der UFMG/UMFG (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Dienstag, 27.09.2011, 14:59 (vor 3290 Tagen) @ H. Lamarr

Dem Hang von Mobilfunkgegnern, ihnen zugetane Wissenschaftler üppig mit akademischen Titeln zu beschenken (hier: Professor Dode), widerspricht im konkreten Fall die Uni, an der Frau Dode promoviert hat.

Adilza Dode ist tatsächlich Professorin. Allerdings nicht an der UFMG (laut Diagnose-Funk "eine der presigeträchigsten Universitäten ganz Brasiliens sowie als beste Universität des Bundesstaates Minas Gerais"), sondern an der Methodistenuniversität "Izabela Hendrix" in Belo Horizonte, sie gibt dort Kurse in Fach Umwelttechnik. Und dann hat sie noch eine Gastprofessur an der "Universidade de Uberaba – UNIUBE".

Verblüffenderweise war Frau Dode also schon Professorin, noch bevor sie an der UFMG 2010 mit immerhin fast 55 ihren Doktor machte.

Beide Unis, an der Dode lehrt, tauchen in der Wikipedia-Liste Brasilianischer Unis übrigens nicht auf.

Dies und der übrige akademische Werdegang von Adilza Dode ist hier beschrieben: http://www.icems.eu/docs/brazil/bios/Dode.pdf
Und die Methodistenuni weiß auch noch ein bisschen was über ihre Professorin zu berichten.

So, und nun schauen wir uns zum Schluss mal an, was der Verein Diagnose-Funk (DF) aus alledem in seiner Studienzusammenfassung daraus gemacht hat:

"Von einer der angesehensten brasilianischen Universitäten wurde 2011 in der internationalen wissenschaftlichen Zeitschrift „Science of Total Environment“ eine aufsehenerregende Arbeit veröffentlicht. (1) Die Autoren um Frau Prof. Adilza Dode von der UMFG [sic!] (Universidade Federal de Minas Gareis in Belo-Horizonte) haben die Idee der „Naila-Studie“ aufgegriffen und epidemiologisch nachuntersucht."

Da ist so ziemlich alles falsch, was zu verfälschen ist:

1) Unis publizieren nicht, sondern Autoren (meist an Unis beschäftigt). DF konnte einmal mehr der Gelegenheit zum Wichtigmachen nicht widerstehen.

2) Noch ein Hinweis auf Wichtigmacherei: "internationale wissenschaftliche Zeitschrift".

3) "Aufsehenerregend"? Ja, bei Mobilfunkgegnern. Nur, die finden jede Alarmstudie aufsehenerregend, jede Entwarnstudie dagegen aufsehenabregend, weil Entwarnstudien konsequent nicht zur Kenntnis genommen werden.

4) Adilza Dode ist nicht von der UFMG, sie hat dort keinen Lehrauftrag und keine Professur. Von den zehn Autoren der Studie gehören augenscheinlich drei der Familie Dode an, (nur) zwei andere sind tatsächlich "von der UFMG".

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Tags:
Fehler, Diagnose-Funk, Verbraucherorganisation, Belo-Horizonte-Studie


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