Isabel Wilke: kleiner Kompetenztest (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Samstag, 09.05.2015, 01:19 (vor 1677 Tagen) @ H. Lamarr

Da die Lerchl-Kritiken von Frau Wilke aus meiner Sicht qualitativ drittklassig sind ...

Und wenn es nicht um Prof. Lerchl geht, wie steht es dann um die Kompetenzen von Frau Wilke?

Ein Beispiel: Am 11.04.2014 hielt Frau Wilke anlässlich des Mobilfunk-Fachgesprächs der Landtagsfraktionen von "Grünen" und SPD im Landtag von Baden-Württemberg den Vortrag: "Zum Stand der Forschung über die Auswirkungen der elektromagnetischen Felder des Mobilfunks". Daraus folgender Auszug:

4. Elektrosensibilität
Entwicklung ähnlich einer Allergie, und wie bei Allergien scheinen die Erkrankungszahlen zuzunehmen. Ähnlich wie bei Allergien, können Menschen eine Überempfindlichkeit gegen elektromagnetische Felder entwickeln. Ebenso wie Allergien scheint Elektrosensibilität zuzunehmen. Die Symptome können – auch wie bei Allergien – unterschiedlich sein, und auch die auslösenden Frequenzen sind verschieden. Häufig sind Metallunverträglichkeit und Störungen der Homöostase damit verbunden. (Genuis/Lipp 2012). So genannte Provokationsstudien sind problematisch (Leitgeb 2005, Eltiti 2007), besser: Laboruntersuchungen z. B. des Blutes (Belyaev 2005, Lymphozyten 915 MHz)

Nichts deutet darauf hin, "Elektrosensibilität" würde zunehmen, im Gegenteil, der Verein für Elektrosensible, München, hat in den vergangenen ca. fünf Jahren etwa 70 Prozent seiner Mitglieder verloren und ist bei 140 Mitgliedern angekommen. Und dieser Verein ist der mit Abstand größte für EHS in Deutschland. Auch andere Indikatoren zeigen "Elektrosensibilität" konstant als Randerscheinung. Verlässliche Zahlen z.B. aus amtlichen Quellen gibt es keine. Dennoch behauptet Frau Wilke, "Elektrosensibilität" scheine zuzunehmen. Ich behaupte: Sie weiß es nicht und äußert lediglich eine substanzlose Vermutung, die ihrer Interessenlage entspricht.

Die Hypothese, "Elektrosensibilität" sei eine "Elektroallergie", ist keine Eigenleistung von Frau Wilke, diese Idee wird seit langem in der Szene diskutiert. Dieses Erklärungsmodell hat eine gewisse Popularität erlangt, weil es Laien schnell plausibel gemacht werden kann. Dass dem plakativen aber laienhaften Erklärungsmodell das wissenschaftliche Wirkmodell fehlt, irritiert Laien nicht, Frau Wilke anscheinend ebenfalls nicht. Sollte es aber. Immerhin ist sie Dipl.-Biologin und keine Fluglotsenassistentin.

Keck ist Wilkes Rat, statt Provokationsstudien Laboruntersuchungen z.B. des Blutes durchzuführen. Sie schwingt damit auf der gleichen Welle, wie unser EHS-Experte und Maschinenbauingenieur "Charles". Als Beleg nennt die Kölnerin Belyaev 2005, Lymphozyten 915 MHz. Das EMF-Portal hat die Basisdaten dieser Studie analysiert und pulverisiert den Rat der Elektrosmog-Reporterin mit der Feststellung: Es wurde kein signifikanter Unterschied zwischen Lymphozyten von hypersensiblen und gesunden Testpersonen aufgedeckt.

Wer schützt uns sowie die "Grünen" und "Roten" im Landtag von Baden-Württemberg vor solchen Expertinnen?

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Tags:
Befangen, Bluttest, Elektrochonder, Alarmist, Frequenzen, Seniorenvereinigung, Wilke, Prognose, Fachgespräch


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