Frage zu möglichen Confoundern (Allgemein)

Kuddel, Samstag, 14.03.2015, 14:25 (vor 1728 Tagen) @ Alexander Lerchl

Zum Beitrag von Herrn Lerchl: "Neue Studie zu Tumorpromotion erschienen"

Als Laie auf dem Gebiet der Biologie hätte ich ein paar Fragen (falls Sie Zeit haben):

Wurde eigentlich die gleiche Expositionsanlage verwendet, wie bei der Fraunhofer Pilotstudie ?

Welche Maßnahmen wurden ergriffen, um denkbare, durch die Art der Expositionsanlage bedingte Confounder auszuschließen ?

Hintergrund:
Da die Lebendbedingungen innerhalb einer Expositionskammer sicher nicht den "natürlichen" Lebensbedingungen von Mäusen gerecht werden (z.B. Kunstlicht, Geräuschkulisse, Enge) , könnte ich mir denken, daß die Mäuse in diesen Versuchen generell einem erhöhten Stress-Pegel ausgesetzt sind, im Vergleich zum Leben in freier Natur.

Die generelle Frage ist also, ob wirklich sichergestellt ist, daß dieser bereits erhöhte Stress-Pegel nicht durch durch Confounder im Expositionsfall unterschiedlich ausfällt, wie:
- Geräuschkulisse von Infraschall bis Ultraschall,
- mechanischer Vibrationen des TEM-Zellen
- "Wind"-Geschwindigkeit innerhalb der Kammern
- Exposition durch niederfrequente Magnetfelder

Beispiele:
1)
Befindet sich die Hochfrequenzendstufe in unmittelbarer Nähe oder gar "an" der Expostionskammer, könnte die Hochfrequenz-Endstufe z.B. niederfrequente Mangetfelder oder Vibrationen in die Expostionskammer einkoppeln. Die exponierten Kammern hätten also u.U. andere NF-Feld-Expositionen bzw zusätzliche, z.B.von Netzteilen der Sendestufen hervorgerufene Vibrationen.

=> Wurden die niederfrequenten Magnetfelder und Vibrationen innerhalb der Expositionskammern im AN/AUS Zustand der Sender untersucht ?

Eine andere Möglichkeit eine "Confounders könnte z.B. niederfrequente Tone sein (ca 20..40000 Hz), die in den Sendeendstufen, aber auch in nichtlinearen Widerständen innerhalb der Expositionskammern durch Hüllkurvendemodulation des UMTS Signals entstehen (thermische Demodulation) => typisches "UMTS-Fiepen"
=> wurden die Expositionsanlagen diesbezüglich akustisch untersucht (Testmikrofon in Expositionskammer und NF Spektralanalyse von Infraschall bis Ultraschall) => Unterschiede - Exposition/Sham ?

2)
Prinzipbedingt müssen ja die Temperaturen in der Expostionskammer "konstant" gehalten werden, damit die Mäuse konstante Lebendbedingungen haben.
Da sich aber in einer Expositonsphase die Temperatur in der Kammer erhöht (Hochfrequenzfeld => Wärme) muss die Temperatur über eine Art Regelmechanismus konstant gehalten werden. Dies könnte beispielsweise durch Lüfter erreicht werden, welche abhängig von der Kammertemperatur die Stärke des Luftstroms regeln.
Das würde aber bedeuten, dass die Luftströme in exponierten und nicht exponierten Kammern verschieden sind.
Die "Geräuschkulisse" (Strömungsgeräusche, z.B. Infra-Schall) zwischen der exponierten und nicht exponierten Kammern könnte also verschieden sein und bei den Mäusen einen unterschiedlichen "Stresslevel" hervorrufen.
Ferner wären in diesem Beispiel auch eventuelle, durch die Lüfter verursachte Vibrationen unterschiedlich , da die Lüfter während Expositionsphasen schneller drehen. (jeder Lüfter hat eine Unwucht, welche sich als Vibration auf das Gehäuse übertragen könnte).


Dann hätte ich noch eine Frage bezüglich der Exposition durch eine TEM Zelle.
Ist diese 1:1 vergleichbar mit einer Exposition durch einen Sender im freien Raum ?
=> Ich könnte mir vorstellen, daß trotz vergleichbarem SAR, das Verhältnis E-Feld/H-Feld in einer TEM Kammer (Z=50Ohm ??) nicht dem einer Funkwelle im freien Raum entspricht (Z=377Ohm).

Kuddel

Tags:
Stress, NF, Confounder, Expositionskammer, Modulation, Magnetfelder


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