Wärmeeffekte bei 0,4 W/kg (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Samstag, 07.03.2015, 11:38 (vor 2515 Tagen) @ KlaKla

Ein Beispiel: Die Leistungsflussdichte 4,8 W/m² ist für Menschen deutlich unter Grenzwert, in Mäusen verursacht dieselbe Befeldung jedoch eine SAR von etwa 0,4 W/kg, gleichbedeutend mit einer 5-fachen Grenzwertüberschreitung!

Verstehe ich das richtig, dass man hier unterhalb des Grenzwertes ist bzgl. des Menschen aber bezogen auf eine kleine Maus weit drüber. Hat man es dann nicht eher mit einem termischen Effekt zu tun (5-fache Grenzwertüberschreitung) ?

Ja, klar, bei 5-fach über Grenzwert wären thermische Wirkungen keine Überraschung. Aber: Die Exposition mit 0,4 W/kg bezieht sich auf die Tillmann-Studie. Bei der Lerchl-Studie bekamen die Mäuse dagegen (auch) 0,04 W/kg ab, das ist 1/2 Ganzkörper-Grenzwert, thermische Effekte sollten jetzt nicht mehr auftreten. Tun sie auch sicher nicht im großflächigen Sinn, dass sich die ganze Maus erwärmt. Doch da gibt es ja noch die Möglichkeit der unbemerkten Hotspotbildung. Diese werden, weil unbemerkt, in den Rechenalgorithmen zur SAR-Bestimmung vermutlich nicht berücksichtigt. Hotspots treten bei inhomogenen Feldern auf, wenn sich durch Reflexionen mehrere Feldkomponenten (hinlaufende Wellen, reflektierte Wellen) chaotisch überlagern und sich gegenseitig auslöschen oder eben verstärken. Die Entwickler von Expositionseinrichtungen wissen das natürlich und versuchen so homogene Felder wie möglich zu erzeugen, um solche Hotspots auszuschließen. Bei Tillmann/Lerchl kommt hinzu: Die Versuchsmäuse waren nicht fixiert, sie konnten sich in ihren Käfigen unter Exposition frei bewegen. Sollte es also unbeabsichtigte Hotspots gegeben haben, wirkten die nicht ständig auf dieselbe Stelle ein. Das spricht gegen einen unerkannten thermischen Effekt. Andererseits gibt eine schweizerische Expertengruppe zu bedenken:

Was ich hier schreibe ist allerdings so dicht am Rande meiner Kompetenz, dass ich jede Verantwortung, die über Stammtischdiskussionen hinaus geht, strikt ablehne. Wer es wirklich belastbar wissen möchte, den verweise ich auf kompetentere Stimmen wie Prof. Lerchl oder Dr. Ratto.

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Tags:
Hotspot, Wärmeeffekt


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