Hoch signifikant? (Allgemein)

Alexander Lerchl @, Samstag, 07.02.2015, 15:22 (vor 1621 Tagen) @ Trebron

UMG Seite 187

Dieser Unterschied ist zwar klein, aber hoch signifikant; die statistische Irrtumswahrscheinlichkeit ist deutlich kleiner als 0,001 (modifizierter Vierfeldertest nach Yates)

Was mir unklar bleibt: Wozu die Berechnung der statistischen Irrtumswahrscheinlichkeit, wenn zum Geschlechterverhältnis der niedlichen rosa Schnitzel-Tierchen absolute Zahlen in der Tabelle stehen? Pseudo-mathematischer Hokuspokus?

Nein.

Also: Auf das Ergebnis des Vierfelder-Test komme ich auch (den gibt es sogar online ;-) ). Die Aussage ist aber völlig gegensätzlich: Das Geschlechterverhältnis der beiden Beobachtungs-Phasen zeigt, trotz marginaler Veränderungen, auf höchstem statistischen Niveau, dass die Zahlen eben zusammenhängen („korrelieren“). Wie könnte es auch, jedenfalls ohne Evaluationssprung, anders sein?
Zum besseren Verständnis: Der Vierfelder-Test ist ein mathematisches Verfahren, das den Zusammenhang zweier verschiedener(!) Merkmale in Zahlen widergibt. Beispiel: Männliche und weibliche Brillenträgen und männliche und weibliche Raucher. Wenn man dafür genügend große Zahlen hat (die eigene Familie ist etwas zu wenig ;-) ), dann wirft der Test aus, ob da ein Zusammenhang (aber ein rein zahlenmäßiger, kein kausaler) wahrscheinlich ist. Beim Vergleich der Mit- und ohne-Schniedelwutz-Schweinchen wird aber das gleiche Merkmal nur zeitversetzt berechnet. Das „wissenschaftliche“ Ergebnis ist dadurch vorab klar.
Jetzt hoffe ich sehr, keinem großmächtigen Denkfehler zu unterliegen.

Der Test ist richtig angewandt worden. Der Chi-Quadrat Test hat 2*2 Felder (daher Vierfeldertest) mit zwei Reihen und zwei Spalten. Zum Beispiel Raucher / Nichtraucher in der ersten Reihe und Lungenkrebs / gesund in der zweiten. Dann kann ein solcher Test angewandt werden. Dabei ist es dann egal, welche Merkmale eingetragen werden. Nur bei mehrfachen Test muss eine Korrektur vorgenommen werden.

Was mich aber an den Zahlen wundert: in der ersten Periode wurden wesentlich mehr Ferkel geworfen als in der zweiten (ausgedrückt als Ferkel pro Jahr). Das bedeutet, dass möglicherweise andere Faktoren (Stress?) die Ergebnisse mitbeeinflusst haben könnten. Dafür gibt es auch wissenschaftliche Belege, auch in der von mir angedachten Richtung. Und Ursachen kann man mit dem Test ohnehin nicht nachweisen.

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"Ein Esoteriker kann in fünf Minuten mehr Unsinn behaupten, als ein Wissenschaftler in seinem ganzen Leben widerlegen kann." Vince Ebert


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