Keine kumulierende Wirkung schwacher Funkfelder (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Samstag, 10.03.2012, 02:24 (vor 3389 Tagen) @ kureck

Dauerbestrahlung ist gefährlich, auch von einem weit entfernten Sender.

Ja, genau, an diesem Haken habe auch ich einmal gehangen und mir ausgemalt, dass bei 70'000 Sendemasten in Deutschland demnächst keiner mehr weiß wohin mit den vielen Leichen.

Irgendwann hat mir dann mal jemand den entscheidenden Satz gesagt: Im Gegensatz zu ionisierender Strahlung reichert sich unter Einwirkung nicht-ionisierender Strahlung (besser: Funkfelder) im Körper nichts an. Entfällt das Funkfeld, geht auch jede darauf beruhende Wirkung auf Null zurück. Da ist also nichts, was sich, etwa wie bei Piloten hoch fliegender Flugzeuge, Stück für Stück im Körper ansammeln kann (Piloten: Folge kosmischer Strahlung) bis es eine biologisch schädliche Intensität erreicht.

Eine Analogie: Eiweiß gerinnt bei etwa +61 °C. Nach den Vorstellungen von dilettantischen Mobilfunkgegnern ist es nun so, dass Sie ein Ei auch bei +20 °C Raumtemperatur garen können, Sie müssen es nur lange genug liegen lassen (und geruchsunempfindlich sein). Eiergaren bei -12 °C dauert dann gemäß diesem Modell einfach nur verdammt lang, aber irgendwann wird das Ding schon durch sein.

Solange nur Literaturprofessoren, Deutschlehrer, Maschinenbauer und Astrologen diesen Humbug glauben und weiter verbreiten ist das nicht ganz so schlimm. Aber es gibt unter hiesigen Mobilfunkgegnern mindestens einen Doktor der Physik, der sich für das krude Modell der "gefährlichen, weil dauernd einwirkenden schwachen Funkbefeldung" erwärmen konnte. Da wird der Mensch dann halt bei 10 µW/m² "irgendwie" nach x Jahren krank, wobei keiner für das "irgendwie" ein widerspruchfreies Wirkmodell vorweisen kann. In der Not werden Ihnen dann allerlei Studien aufgetischt, die ein Risiko angeblich belegen, derzeit stehen DNA-Schädigungen hoch im Kurs. Ein Blick auf die Feldintensitäten befördert jedoch die Mehrzahl der "Belege" in Ablage P und der Rest sind Arbeiten, zu denen es keine Bestätigungen gibt.

Die Wissenschaft hat Sendemasten als Bösewichte nahezu endgültig abgehakt, mit Langzeitstudien wie Cosmos wird jetzt körpernah betriebenen Emissionsquellen auf den Zahn gefühlt. Kommt auch da nichts bei raus, dann ist Zapfenstreich für den hochfrequenten Elektrosmog. Game over. Macht aber nix, die Generalfeldmarschälle der Szene haben längst Ersatz ausgemacht: Der HF-Elektrosmog ist tot, es lebe der NF-Elektrosmog (von neuen Hochspannungstrassen), der besonders in Verbindung mit magnetischen Nanoartikeln die Menschheit (wahrscheinlich) ausrotten wird. Es sei denn, Sie ordern unverzüglich für sich und Ihre Familie meinen Universal 50/60-Hz-Gegenphasenschwinger ;-).

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Tags:
Dilettantismus, Hochspannungstrasse, Astrologe


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