Öffentlich-rechtliche Desinformation zu Mobilfunkrisiken (Medien)

H. Lamarr @, München, Mittwoch, 26.12.2018, 17:13 (vor 328 Tagen)

Öffentlich-rechtliche Sendeanstalten haben den Nimbus, frei von schnöden privaten Interessen mit lupenreinem Journalismus objektiv und neutral über das zu berichten, was uns bewegt. Soweit die Theorie. In der Praxis bleibt der hohe Anspruch nicht selten auf der Strecke. Womit ich nicht die Beanstandungen der AfD meine, sondern verkorkste Berichte über das, was seit mittlerweile 15 Jahren Thema dieses Forums ist: Das Munkeln & Raunen über vermeintlich riskante biologische Nebenwirkungen von Mobilfunk oder Elektrosmog. Der Strang sammelt ein, was Öffentlich-Rechtliche auf diesem Nischen-Kriegsschauplatz versemmelt haben. Anspruch auf Vollständigkeit erhebt das Sündenregister nicht.

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öffentliches Interesse

Deutsche Welle (2009): Funktechnik belastet

H. Lamarr @, München, Mittwoch, 26.12.2018, 17:52 (vor 328 Tagen) @ H. Lamarr

Auszug aus www.dw.com vom 06.04.2009:

"Funktechnik belastet"

Ist das Telefonieren mit dem Handy gefährlich für den Menschen? Kann Strahlung von Schnurlos-Telefonen gesundheitsschädigend sein? Im Interview ist Klaus Trost, Projektbereich Elektrosmog, vom Wissenschaftsladen Bonn.

Kritik: Warum um alles in der Welt interviewt die Deutsche Welle zu diesem Thema mit Dr. Klaus Trost ausgerechnet einen gelernten Chemiker und nicht einen ausgewiesenen Experten vom Fach Mobilfunk? Herr Trost vertritt keine wissenschaftlich gesicherten Standpunkte, sondern beruft sich auf kommerziell motivierte baubiologische Standpunkte, etwa auf baubiologische Richtwerte für Elektrosmog, ersonnen von einem Zirkel sogenannter Baubiologen (keine geschützte Berufsbezeichnung, jedermann darf sich so nennen). Der Wissenschaftsladen Bonn ist ein Verein, der seinen Elektrosmog-Experten als "Dr. Klaus Trost" vorstellt, jedoch mit keiner Silbe erwähnt, dass es sich hierbei um einen Chemiker handelt, der auf dem Fachgebiet Elektrotechnik/Nachrichtentechnik Autodidakt ist. Wer Dr. Trost zum Interview bittet bekommt ergo nicht den Stand des Wissens aus erster Hand serviert, sondern einen Stand des Wissens, der sich beliebig googeln lässt.

Selbstdarstellung der Deutschen Welle (Auszug)
Unser Auftrag: Die Deutsche Welle (DW) ist der Auslandssender Deutschlands. In journalistischer Unabhängigkeit vermitteln wir ein umfassendes Deutschlandbild, stellen weltweite Ereignisse und Entwicklungen aus europäischer Perspektive dar, greifen deutsche und andere Sichtweisen auf. So fördern wir das Verständnis zwischen den Kulturen und Völkern. Zugleich schaffen wir einen Zugang zur deutschen Sprache.

Unser Medienangebot: Diesen gesetzlichen Auftrag erfüllen wir mit einem profunden, verlässlichen Informationsangebot in 30 Sprachen. Wir erreichen unsere Zielgruppen über Fernsehen, Hörfunk und Internet und eine umfassende Präsenz auf Social-Media-Kanälen. Ein 24-stündiges TV-Programm bieten wir dem weltweiten Publikum auf Englisch – das News-Flaggschiff – sowie auf Deutsch, Spanisch und Arabisch.

Unser Publikum: Wir wenden uns insbesondere an globale Entscheider, an Menschen, die Einfluss auf die Meinungsbildung in ihrem Land haben – oder künftig haben werden. In autoritären Staaten an jene, die sich aktiv für Demokratie, Freiheitsrechte und Fortschritt einsetzen. Die deutschsprachigen Angebote richten sich vornehmlich an Menschen im Ausland, die Deutsch sprechen, Deutsch lernen oder lehren. Woche für Woche erreichen wir 162 Millionen Menschen weltweit. DW – Made for minds. Das ist unser Claim.
[...]

Hintergrund: Neubaugebiet Falge und die Angst vor Elektrosmog

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Interview, Trost, Deutsche Welle

NDR (2017): Wo strahlt es wie stark?

H. Lamarr @, München, Mittwoch, 26.12.2018, 20:08 (vor 328 Tagen) @ H. Lamarr

Auszug aus ndr.de vom 30.01.2017 (Teil 2 von 2):

Elektrosmog: Wo strahlt es wie stark?
von Carmen Woisczyk, NDR 1 Niedersachsen, Carsten Vick, NDR Info

Ist alles gut, wenn bei Messungen die Grenzwerte eingehalten werden? Oder gibt es auch unterhalb dieser Grenzwerte Auswirkungen auf unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden. Befragt man dazu einige Experten, dann ist es wie so häufig: Es gibt ganz unterschiedliche Einschätzungen und Analysen - je nach dem, wen man gerade fragt.

Michael Mumm besitzt ein Smartphone, benutzt es aber fast ausschließlich im Flugmodus. Als Ingenieur berät er den Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) in Sachen Elektrosmog. Und er ist - nach eigener Aussage - ein "Betroffener": "Wenn das Handy die ganze Zeit an wäre, dann wäre mein Kopf aus. Mein Kopf bekommt dann migräneartige Kopfschmerzen in kürzester Zeit, sodass ich das nicht die ganze Zeit anhaben könnte."

Jahre habe es gedauert, bevor er sein ständiges Unwohlsein den elektromagnetischen Strahlungen habe zuordnen können. Heute - ohne den ständigen Elektrosmog - gehe es ihm deutlich besser.
[...]

Kritik: Der Artikel stellt Michael Mumm als "elektrosensiblen" Elektrosmog-Berater des BUND vor und räumt dem "Ingenieur" viel Platz ein. Unerwähnt bleibt: Mumm ist seit 2011 ein sogenannter Baubiologe in Hamburg. Er unterliegt daher einem unübersehbaren kommerziellen Interessenkonflikt, was ihn für Journalisten als unvoreingenommenen Gesprächspartner zum Thema Elektrosmog völlig unmöglich machen sollte. Beim NDR hat man dazu offensichtlich eine ganz andere Meinung. Kann man haben. Doch dann wäre vom NDR zumindest zu erwarten gewesen, den Interessenkonflikt offen zu legen, statt diesen zu vertuschen.

Immer verdächtig ist die Nennung akademischer Grade wie "Ingenieur", ohne die Fachrichtung zu erwähnen, in welcher der Grad erworben wurde. Aus dem Kontext des NDR-Artikels heraus ist ein Leser gezwungen anzunehmen, Mumm sei Ingenieur der Elektrotechnik. Doch das ist falsch, er ist eigenen Angaben zufolge Diplom-Wirtschaftsingenieur. Aufgabe von Wirtschaftsingenieuren ist die Optimierung von technischen Betriebsabläufen, um maximale Produktivität und Wirtschaftlichkeit zu erzielen. Mumms berufliche Expertise liegt in mechanischer Schwingungstechnik, was mit E-Technik oder Nachrichtentechnik wenig bis nichts zu tun hat.

Obwohl Mumm als Baubiologe kein ernst zu nehmender Elektrosmog-Experte ist, lässt der NDR-Artikel ihn gegen zwei kompetente Meinungsgegner aus Kreisen der Wissenschaft antreten (Sarah Drießen vom EMF-Portal der RWTH Aachen und Gunde Ziegelberger vom Bundesamt für Strahlenschutz). Dies soll dem Artikel mutmaßlich zum Anschein von Ausgewogenheit verhelfen. Doch das Kompetenzgefälle ist dafür unangemessen groß. Nutznießer ist Mumm und die Branche der Baubiologen, die von Lesern irrtümlich als gleichwertig kompetente Meinungsgegner zu Wissenschaftlern wahrgenommen werden könnten. Wer sich beim NDR diese Auswahl der Kontrahenten ausdachte, er möge Asche auf sein Haupt streuen, niemand sonst käme zum Vergleich auf die Idee, anlässlich einer Diskussion über Stickoxidgrenzwerte einem Erstklässler und Sohn eines Autohändlers zwei Oberprimaner gegenüber zu stellen.

Völliges Versagen zeigt der NDR-Artikel mit dem Textkasten "Welche Geräte senden welche Strahlung aus?". Angeboten werden dort (im Original mit Links) null seriöse Informationsquellen, sondern ausschließlich (vier) baubiologisch hoffnungslos verseuchte:

► Institut für Baubiologie und Nachhaltigkeit (IBN)
► Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND)
► Ökotest
► Ökotest-Artikel: Elektrosmog im Haus/Büro
► Akademie Bauen, Wohnen, Gesundheit - Baubiologie

Und für diese dichte Desinformation aus Hamburg bezahlen wir Rundfunkgebühren :no:.

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Tags:
Baubiologie, Desinformation, Oeko-Test, Kritik, NDR, Mumm

WDR (2010): Elektrostrahlung

H. Lamarr @, München, Donnerstag, 27.12.2018, 19:16 (vor 327 Tagen) @ H. Lamarr

Am 18. Januar 2010 strahlte der WDR eine Folge seiner Sendung "markt-scanner" aus (heute: "Markt"). Diese Sendung wollte das Thema "Elektrostrahlung" angeblich tiefer durchleuchten. Heraus kam, nachlesbar in diesem Diskussionsstrang, aus meiner Sicht triste Schleichwerbung (mit pseudowissenschaftlichem Tarnanstrich) für kommerzielle Teilnehmer der Anti-Mobilfunk-Szene. Weil der Sündenfall des WDR schon so lange her ist, hat der Wind die am Linkziel gesetzten Links zu den diversen Originalquellen leider schon verweht.

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NDR (2009): Wenn das Telefon krank macht

H. Lamarr @, München, Mittwoch, 17.04.2019, 17:24 (vor 216 Tagen) @ H. Lamarr

Am 22.09.2009 strahlte der NDR zu später Stunde die Reportage "Wenn das Telefon krank macht" aus. Auszug von der damaligen NDR-Webseite zur Sendung:

Ein idyllisches Fleckchen im Schwarzwald. Die schöne Aussicht wird nur durch einen Funkmast getrübt. Ein von Kopf bis Fuß verhüllter Mann klettert hinauf und umwickelt den Sender mit mehreren Schichten Abschirmfolie.

Der Sendemast ist damit außer Betrieb, für Stunden ist die Telekommunikation gestört. Eine Protestaktion. Mit dieser "selbst schützenden Maßnahme" wollen Ulrich Weiner und seine Mitstreiter auf die Gefahren der Funkstrahlen aufmerksam machen. Ulrich Weiner ist durch die Strahlen krank geworden. Die allgegenwärtigen, unsichtbaren Funkwellen machen ihm zu schaffen. Sie verursachen bei ihm Kopfschmerzen, Schwindelgefühl und Übelkeit. Ohne seinen Ganzkörper-Strahlenschutz hält es der ehemalige Funktechniker nur noch in Funklöchern aus, und davon gibt es in Deutschland immer weniger.

Ulrich Weiner, Marina Weber, Roger März und Eva Weber haben diese Erfahrung gemacht. Der Film begleitet sie durch ihren schweren Alltag, in dem selbst das Blumengießen zur Qual wird. Experten nehmen Stellung.

Kritik: Die Kritik an der Sendung "Wenn das Telefon krank macht" umfasst einen längeren Strang im IZgMF-Forum. Eine beim NDR eingereichte Programmbeschwerde blieb erfolglos. Aus Sicht des Senders sei der Beitrag, von einem zu sparsamen Gebrauch des Konjunktivs abgesehen, in Ordnung. Die Anti-Mobilfunk-Szene rief seinerzeit dazu auf, meiner Beschwerde entgegen zu treten und den NDR mit lobenden Briefen zu der Sendung zu überschwemmen. Gleich 3-mal abgewiesen wurde mein Ersuchen, die Korrespondenz zwischen mir und den Beteiligten auf der anderen Seite auf der IZgMF-Website veröffentlichen zu dürfen: Dagegen sprachen sich aus die Hamburg Media School, deren Absolventen den Film gefertigt haben, der damalige NDR-Intendant und die damalige Vorsitzende des NDR-Rundfunkrates.

Raubkopien der Sendung "Wenn das Telefon krank macht" finden sich noch heute auf YouTube.

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rbb (2019): Mobilfunktest in Berlin – Frequenz und Risiko hoch?

H. Lamarr @, München, Mittwoch, 17.04.2019, 19:12 (vor 216 Tagen) @ H. Lamarr

Sendeanstalt: Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb)
Sendereihe: Super.Markt
Sendung: Mobilfunktest in Berlin: hohe Frequenzen, hohes Risiko?
Ausstrahlung: 18. März 2019
Beitragsdauer: 7:36 Minuten
Moderation: -
Regie: unbekannt
Autor: Thomas Förster
Produktion (Auftragnehmer): unbekannt
Auftraggeber: unbekannt
Redaktion: unbekannt

Auftretende Personen
- Till Hartmut Metzger (Anwohner)
- Franz Adlkofer (Ex-Tabaklobbyist und Mobilfunkgegner)
- Gunde Ziegelberger (Bundesamt für Strahlenschutz, BfS)
- Georg von Wagner (Deutsche Telekom)
- Reiner Wild (Berliner Mieterverein)

Nachfolgend der zugehörige Begleittext von der rbb-Website:

5G - die fünfte Generation der Mobilfunktechnik soll kommen. Muss kommen. Sagen Menschen, die in der Politik arbeiten oder in der Wirtschaft. Denn, so sagen sie, diesem Standard gehört die Zukunft, damit können Autos vernetzt werden, und das sogenannte Internet der Dinge kommt dann endlich in Fahrt.

Noch vor der Vergabe der Lizenz zum Aufbau dieses Netzes testet die Telekom in Berlin bereits die Hochfrequenztechnik an über 70 Masten zwischen Schöneberg und Mitte.

Manchen Menschen jedoch breitet der Umstieg auf 5G Sorgen. Denn es gibt ernstzunehmende Studien, die vor den Gefahren der hier noch stärkeren Funkstrahlung warnen. Was sagen die Verantwortlichen dazu? SUPER.MARKT über den aktuellen Stand beim neuen Mobilfunkstandard.

Auf Anfrage teilte mir die rbb-Service-Redaktion mit, der Autor Thomas Förster sei kein Mitarbeiter von rbb, sondern freier Mitarbeiter.

Wertung Postingautor: Der Beitrag ist tendenziös und schürt unbegründete Ängste in der Bevölkerung gegenüber "höheren Frequenzen". Welche Auswirkungen diese höheren Frequenzen auf Menschen haben, so wird fälschlich behauptet, sei nicht untersucht worden [ab Minute 1:15]. Richtig ist: Die 2019 versteigerten 5G-Frequenzen erreichen maximal 3,7 GHz, das ist lediglich rund 1 GHz über der bisher in Deutschland verwendeten LTE-Frequenz von 2,6 GHz. Es gibt keinerlei Anfangsverdacht, die nur geringfügig höhere 5G-Frequenz könnte in irgendeiner Weise gesundheitsschädlich sein.

Begründung
► Anschließend darf Franz Adlkofer als "Mobilfunkexperten" zu Wort kommen [Minute 1:20]. Mit keiner Silbe wird die lange Karriere Adlkofers als wissenschaftlicher Lobbyist der Tabakindustrie erwähnt (stattdessen wird er beschönigend als Biochemiker und Mediziner vorgestellt), ebenso wenig wird darauf hingewiesen, dass Adlkofers Wiener Mobilfunkstudie (2004) – über die er auch in der Szene redet – unter begründetem aber umstrittenen Fälschungsverdacht steht, eine Untersuchungskommission bei der Studie unstreitig wissenschaftliches Fehlverhalten feststellte und bislang jeder Replikationsversuch dieser Studie negativ verlaufen ist. Kein Wort auch davon, dass Adlkofer organisierter Mobilfunkgegner ist, der mit seiner Stiftung Pandora exklusiv Aktivitäten zum Vorteil von Mobilfunkgegnern finanziert. Der Zuschauer bekommt von Förster ein völlig verzerrtes beschönigendes Bild Adlkofers serviert. Man muss sich ernsthaft fragen, was den Autor veranlasst hat, einen derart vorbelasteten Akteur überhaupt vor die Kamera zu holen.
► Der Beitrag behauptet, unter Mobilfunkeinwirkung sei eine Temperaturerhöhung von +1 °C "gesetzlich erlaubt" [Minute 2:20]. Das ist falsch. Richtig ist, Privatpersonen dürfen maximal mit 1/50 der Leistungsflussdichte befeldet werden, die zu +1 °C Temperaturerhöhung führen würde. Offensichtlich hat sich der Autor bei seinen Recherchen der Desinformation organisierter Mobilfunkgegner bedient, statt qualifizierte Quellen wie das BfS aufzusuchen.
► Die Äußerungen zur Ramazzini- und NTP-Studie [ab Minute 2:35] sind unqualifiziert und angstschürend, es wird z.B. behauptet, die Italiener hätten eine auffällige Häufung von Tumoren bei lebenslang befeldeten Ratten gefunden, diese Tumoren wären vom selben Typ, der vermehrt auch bei Menschen auftrete, die mit Handys intensiv telefonierten. Mutmaßlich hat der Autor auch diese verzerrte Darstellung bei organisierten Mobilfunkgegnern abgeschaut. Mir ist keine seriöse Studieninterpretation bekannt, die diesen Zusammenhang konstruiert hätte. Kritik an der Ramazzini/NTP-Studie, die es durchaus gibt, wird in dem Beitrag selbstverständlich nicht erwähnt.
► Der Beitrag behauptet allein aufgrund der Tatsache einer unstreitigen Netzverdichtung bei 5G, die "Strahlendosis" (dieser Begriff ist radioaktiver Strahlung vorbehalten!) würde massiv steigen und man könne sich dem kaum entziehen [Minute 4:00]. Dass eine Netzverdichtung und adaptive Antennen auch deutlich geringere Immission für unbeteiligte Anwohner bedeuten können, wird verschwiegen.
► Selbstverständlich kolportiert der Beitrag auch das Märchen von den 180 "Wissenschaftlern", die sich gegen 5G ausgesprochen hätten [Minute 4:12], auf die Idee, die Namen der deutschen Fraktion einmal zu googeln, kam Thomas Förster offenkundig nicht.
► Ab Minute 5:13 dreht der Beitrag Gunde Ziegelberger vom BfS das Wort im Mund herum. Details dazu <hier>.

Den Rest des Beitrags möchte ich nicht weiter kommentieren, ich meine es ist schon jetzt ausreichend klar, welcher ungewöhnlich dichten Desinformation rbb mit der Abnahme dieses tendenziös recherchierten und geschnittenen Videoschnipsels aufgesessen ist. Unklar ist hingegen, wer die grobe Schieflage zu verantworten hat, der Autor oder die Redaktion der Sendung Super.Markt. Denn wenn rbb ausdrücklich einen alarmierenden Beitrag bestellte, hat der Dienstleister nur geliefert, was der Auftraggeber wollte. Andersrum muss man sich fragen, wie ein solcher Beitrag von der Redaktion abgenommen werden konnte, wenn diese einen objektiven, sachlichen und fachlich qualifizierten Bericht zum 5G-Test in Berlin bestellt hat.

Hintergrund
Zum Fragezeichen im Titel der rbb-Sendung über 5G

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Medien, Reflex, Wissenschaftliches Fehlverhalten, Adlkofer, Ablenkungsforschung, Tabak-Library, Lügenpresse, Super.Markt, Entwertung Distanzierung

rbb (2019): Mobilfunktest in Berlin – Frequenz und Risiko hoch?

KlaKla, Donnerstag, 18.04.2019, 07:43 (vor 216 Tagen) @ H. Lamarr

Den Rest des Beitrags möchte ich nicht weiter kommentieren, ich meine es ist schon jetzt ausreichend klar, welcher ungewöhnlich dichten Desinformation rbb mit der Abnahme dieses tendenziös recherchierten und geschnittenen Videoschnipsels aufgesessen ist. Unklar ist hingegen, wer die grobe Schieflage zu verantworten hat, der Autor oder die Redaktion der Sendung Super.Markt. Denn wenn rbb ausdrücklich einen alarmierenden Beitrag bestellte, hat der Dienstleister nur geliefert, was der Auftraggeber wollte. Andersrum muss man sich fragen, wie ein solcher Beitrag von der Redaktion abgenommen werden konnte, wenn diese einen objektiven, sachlichen und fachlich qualifizierten Bericht zum 5G-Test in Berlin bestellt hat.

Merkwürdig erscheint mir, dass man über den Autor Thomas Förster im www nichts findet. Längst bekannt ist, dass man tendenziöse Berichte in Auftrag geben kann. Anschließend muss man nur noch ein Organ finden welches die Desinformation aussendet. Und beim Ex-Tabaklobbyisten Dr. F. Adlkofer, hat man es mMn mit einen sehr guten Strategen zu tun. Früher wurde über ihn in den Leitmedien berichtet heute ist er selbst Autor. Und, kann man nicht auch unter einem Pseudonym schreiben?

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Meine Meinungsäußerung

Arte (2019): Elektrosmog – Eine unterschätzte Gefahr?

H. Lamarr @, München, Sonntag, 19.05.2019, 21:49 (vor 184 Tagen) @ H. Lamarr

Sendeanstalt: Arte
Sendereihe: Xenius - Das Wissensmagazin
Sendung: Elektrosmog – Eine unterschätzte Gefahr? [Video online bis 03.08.2019]
Ausstrahlung: 6. Mai 2019
Beitragsdauer: 27 Minuten
Moderation: Dörthe Eickelberg und Pierre Girard
Regie: Kristina Graß
Autorin: Kristina Graß
Produktion (Auftragnehmer): Labo M
Auftraggeber: NDR (2019)
Redaktion NDR: Matthias Latzel

Auftretende Personen
- Michael Bauske (Baubiologe)
- Judith Rommel (überzeugte Elektrosensible)
- Mario Babilon (überzeugter Elektrosensibler)
- Harald Banzhaf (Umweltmediziner)
- Wilfried Kühling (Raumplaner)
- Gunde Ziegelberger (Bundesamt für Strahlenschutz, BfS)

Wertung Postingautor: Ein fachlich unqualifizierter tendenziöser Beitrag, der mit Hilfe einer elektrotechnisch unbedarften Moderation, von zwei "Elektrosensiblen" und drei selbsternannten Experten übertriebene Ängste gegenüber Elektrosmog schürt. Die Helferdienste der Baubiologie werden in ein so auffallend günstiges Licht gestellt, dass es mich nicht erstaunt hätte, wäre im Abspann ein Baubiologenverband als Sponsor genannt worden.

Begründung
► Der Beitrag ist unausgewogen, fünf überzeugten Mobilfunkkritikern steht allein eine Mitarbeiterin des Bundesamtes für Strahlenschutz gegenüber. Damit wird die gesellschaftliche und wissenschaftliche Außenseiterrolle von Mobilfunkkritikern auf den Kopf gestellt, der Zuschauer in die Irre geführt. Die BfS-Mitarbeiterin ist lediglich das Feigenblatt, um wenigstens eine Gegenstimme vorweisen zu können. Gunde Ziegelberger ist von den sechs auftretenden Personen die einzige Wissenschaftlerin (Biologie), die sich beruflich mit Elektrosmog beschäftigt, die anderen fünf sind fachliche Laien oder selbsternannte Experten. Auch wegen dieser Schieflage konnte der Beitrag per se zu keinem anspruchsvollen qualitativ guten Ergebnis führen.
► Nicht tolerierbar ist die Unausgewogenheit besonders deshalb, weil die Kritiker und der Sprecher im Hintergrund unwidersprochen die üblichen haltlosen Behauptungen aus der Anti-Mobilfunkszene vortragen dürfen.
► Dem Baubiologen wird unangemessen viel Raum gegeben, der Beitrag wirkt wie eine verkappte Werbesendung für die (unnötigen) EMF-Dienstleistungen der Baubiologie.
► Welchen Mehrwert bringt es den Zuschauern, wenn die beiden Moderatoren (technische Laien) sich ab Minute 9:30 von einem banalen baubiologischen Taschenspielertrick (Prüfstift zur Anzeige harmloser elektrischer Felder) beeindruckt zeigen? Wo bleibt der Anspruch "Wissensmagazin"?
► In Deutschland gibt es schätzungsweise höchstens 300 überzeugte Elektrosensible, der Beitrag räumt "Elektrosensiblen" dennoch weit überproportional viel Raum widerspruchslos ein. Unter wissenschaftlicher Aufsicht konnte bisher weltweit kein einziger "Elektrosensibler" seine behauptete Fähigkeit zur Wahrnehmung schwacher EMF unter Beweis stellen. Die kommerziellen Interessen des "Elektrosensiblen" Mario Babilon (Elektrosmog-Beratung und -Messung für Laien) bleiben unerwähnt.
► Ab Minute 4:43 räumt Babilon ehrlich ein, "Elektrosensibilität" sei bei ihm ein "Selbstbefund" oder eine "Selbstdiagnose". Der Beitrag erweckt hingegen den falschen Eindruck, "Elektrosensibilität" sei objektivierbar und medizinisch seriös diagnostizierbar. Das Phänomen der "Selbsttäuschung" wird ebenso wenig angesprochen wie die fehlende "Verblindung" bei Babilons Selbstversuchen.
► Der Interessenkonflikt von Dr. med. Banzhaf, in dessen Praxis angeblich "viele Elektrosensible kommen", bleibt unangesprochen. Die Behauptung Banzhafs, das Herz eines Menschen würde auf (schwache) EMF (eines W-Lan-Routers) reagieren, halte ich für stark fragwürdig. Ein kritisches Hinterfragen dieser Behauptung findet jedoch, wie im gesamten Beitrag, nicht statt.
► Das Märchen von "amtlichen Schätzungen", denen zufolge in Deutschland und Frankreich fast 3 Mio. Menschen unter "Elektrosensibilität" leiden würden, bleibt ohne Quellenangabe. Das BfS widersprach auf Nachfrage des IZgMF bereits 2015 einer ähnlichen Behauptung.
► Babilon wird als Kernphysiker vorgestellt, der an der "Uni" unterrichte. Tatsächlich aber leitet er den Studiengang Informatik an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg.
► Ab Minute 4:03 wird behauptet, Mobilfunk, W-Lan und DECT würden mit der genau gleichen Frequenz wie eine Mikrowelle [Mikrowellenherd] senden. Diese Behauptung, mit der anscheinend Ängste gegenüber Funkwellen geschürt werden sollen, ist irreführend. Mikrowellenherde arbeiten auf 2,455 GHz in einem lizenzfreien ISM-Frequenzband (Industrial, Scientific, Medical), in dem unter anderem auch W-Lan angesiedelt ist, nicht aber Mobilfunk und DECT.
► Ab Minute 8:06 behauptet einer der beiden Moderatoren: "Die Arbeitgeber [in Frankreich] müssen mittlerweile Strahlungsmessungen durchführen, das schreibt seit 2017 das Gesetz vor. Und infolgedessen mussten z.B. Pariser Bibliotheken die Sendeleistung von W-Lan reduzieren [...]. Doch da kann etwas nicht stimmen, denn vier Pariser Bibliotheken schalteten bereits 2007 W-Lan ab, 2008 folgte die Französische Nationalbibliothek.
► Ab Minute 11:25 behauptet Baubiologe Bauske, die Bundesärztekammer empfehle (für Elektrosmog) eine Maximalbelastung von 1000 µW/m². Doch davon weiß die Kammer anscheinend nichts, denn die Suche nach einem Beleg für die Behauptung auf ihrer Website blieb erfolglos.

Angekommen bei Minute 11:30 habe ich die Hoffnung aufgegeben, der Beitrag könnte sich noch zum Besseren wenden. Angesehen habe ich mir den Rest noch, es ist mir jedoch zu viel Arbeit, die weiteren Mängel aufzulisten. Ich meine, die bisherigen Kritikpunkte zeigen bereits deutlich genug, dieser Beitrag ist weder für Arte noch für den NDR ein Ruhmesblatt, sondern wertloses Fernsehen aus der Trash-Ecke. Doch wer nun die tendenziöse Ausrichtung auf vermeintlichen Elektrosmogalarm zu verantworten hat, die NDR-Redaktion (Auftraggeber) oder Labo M (Auftragnehmer), das bleibt offen.

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Beratung, Angst, Werbung, Desinformation, Falschmeldung, Filmkritik, Arte, Babilon, Irreführend

Arte (2019): Arbeitgeberpflicht für Strahlungsmessungen

H. Lamarr @, München, Montag, 20.05.2019, 13:26 (vor 183 Tagen) @ H. Lamarr

► Ab Minute 8:06 behauptet einer der beiden Moderatoren: "Die Arbeitgeber [in Frankreich] müssen mittlerweile Strahlungsmessungen durchführen, das schreibt seit 2017 das Gesetz vor.

Mutmaßlich meint Pierre Girard die Verordnung Nr. 2015-136 vom 9. Februar 2015. Von einer Verpflichtung der Arbeitgeber zu Strahlungsmessungen findet sich dort allerdings keine Spur.

Also suchte ich weiter und fand die Verordnung Nr. 2016-1074 vom 3. August 2016 (gültig seit 1. Januar 2017). Diese Verordnung gilt allerdings nicht für Privatleute, um die es in der Arte-Sendung ausschließlich geht, sondern für Arbeitnehmer. Dann gelten wie in Deutschland auch in Frankreich andere Regeln, denn Arbeitnehmer lassen sich in definierter Arbeitsumgebung durch Arbeitsschutzmaßnahmen besser und gezielter schützen als Privatpersonen in freier Wildbahn. Üblicherweise sind deshalb für Arbeitnehmer weitaus höhere Expositionswerte zulässig als für Privatpersonen. Doch Girard sagte in dem Beitrag auf Arte nur die halbe Wahrheit. In der Verordnung ist zwar tatsächlich von Messungen der Arbeitgeber die Rede, das aber ist nur eine von drei zugelassenen Möglichkeiten:

Messung, Berechnung oder numerische Simulation der elektromagnetischen Felder

Damit unterscheidet sich in diesem Punkt Frankreich kaum von Deutschland, denn auch hierzulande sind Arbeitgeber verpflichtet, an einem Arbeitsplatz herrschende EMF zu ermitteln und zu bewerten. Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin weiß mehr und schreibt in ihrem "Praktischer Leitfaden".

Die EMF-Richtlinie enthält die eindeutige Anforderung, dass Arbeitgeber die Gefährdung ihrer Arbeitnehmer bewerten müssen, die von elektromagnetischen Feldern am Arbeitsplatz ausgeht. Im Rahmen dieser Gefährdungsbeurteilung müssen die Arbeitgeber die elektromagnetischen Felder am Arbeitsplatz ermitteln und bewerten. Jedoch beinhaltet diese Pflicht nicht, dass die Arbeitgeber Berechnungen oder Messungen durchführen müssen, da sie berechtigt sind, die von den Geräteherstellern oder -vertreibern bereitgestellten Emissions- oder anderen sicherheitsbezogenen Daten zu verwenden. Nur wenn die Einhaltung der Expositionsgrenzwerte mit anderen Mitteln nicht zuverlässig nachgewiesen werden kann, müssen die Arbeitgeber Berechnungen und Messungen anstellen.

Da auch mit diesem Suchbegriff keine Anhaltspunkte für Girards Behauptung zu finden sind, Pariser Bibliotheken hätten aufgrund der EU-Arbeitnehmerschutzrichtlinie ihre W-Lan-Emissionen reduzieren müssen, sehe ich die Äußerung von Girard als unbelegte an, die, weil mit hoher Wahrscheinlichkeit Desinformation, in einem "Wissensmagazin" nichts verloren hat.

Pierre Girard ist Gesellschafter der Produktionsfirma Labo M. In der journalistischen Selbstsicht sieht sich Labo M so:

Labo M hat sich echte journalistische Sorgfalt auf die Fahne geschrieben. Mit dieser Sicherheit können sich unsere Autoren, wenn nötig, in ihrer Geschichte weit vorwagen. Und komplexe Themen korrekt und verständlich vereinfachen - zur Freude der Zuschauer.

*räusper*, *hüstel*

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Arte (2019): Wer auf die Sendung verlinkt

H. Lamarr @, München, Montag, 20.05.2019, 16:14 (vor 183 Tagen) @ H. Lamarr

Wertung Postingautor: Ein fachlich unqualifizierter tendenziöser Beitrag, der mit Hilfe einer elektrotechnisch unbedarften Moderation, von zwei "Elektrosensiblen" und drei selbsternannten Experten übertriebene Ängste gegenüber Elektrosmog schürt. Die Helferdienste der Baubiologie werden in ein so auffallend günstiges Licht gestellt, dass es mich nicht erstaunt hätte, wäre im Abspann ein Baubiologenverband als Sponsor genannt worden.

Mit meiner Kritik an der Sendung stehe ich (fast) allein da. Doch wer verlinkt (wohlwollend) auf das Werk? Ich habe mir die ersten 40 von etwa 53 Treffern unter Google angeschaut und nur Selbstverlinkungen der ARD, Programmhinweise und Irrläufer übersprungen. Übrig blieben 21 Treffer. Die Nummer nennt die Platzierung in der (meiner) Trefferliste:

3. Baubiologie Plauen
4. Verein für Elektrosensible, München
6. Elektrosmog und Gesundheit (Baubiologin Barbara Newerla)
8. Umweltkalender Berlin
9. Baubiologie Blank
10. Weiße Zone Rhön e.V. (Elektrosensible)
12. Stadt Gaildorf (Vereins-News) [zum Abfragezeitpunkt nur über Google-Cache erreichbar]
15. Apotheke Adorf
16. Uhlen-Apotheke Uhlstädt
21. Das Nachbarschaftsnetzwerk für Hamburg
22. Diskussionsstrang auf redddit (mit kritischen Anmerkungen)
25. Vitashield Baubiologie (auf FB)
27. Kronen-Apotheke Cadenberge
30. Westerntor-Apotheke Werningerode
31. Markus Stockhausen (Musiker und überzeugter Mobilfunkgegner)
32. Elektrosensibilität
34. Rathaus-Apotheke Waghäusel
35. Atelier für Abschirmkleidung
36. Lambertus Apotheke Heinsberg
37. Twitter-Eintrag von "Papiertiger"
39. Baubiologie Sachsen

Von den 21 Treffern sind ...
... 1 Website eines überzeugten Mobilfunkgegners
... 3 Websites von "Elektrosensiblen"
... 6 Websites von kommerziellen Nutznießern der Angst vor Elektrosmog
... 6 Websites von Apotheken (die wahrscheinlich alle denselben Dienst abonniert haben)

Lässt man die Apotheken außen vor, bleiben zehn Anti-Mobilfunk-Websites übrig, das sind rd. 50 Prozent aller relevanten Treffer, Arte erreichte mit der Ankündigung der Sendung also hauptsächlich die "interessierten Kreise", die ihrerseits für die Sendung warben. Unter den ersten 40 Treffern war heute bemerkenswerterweise jedoch kein einziger Anti-Mobilfunk-Verein und auch nicht das IZgMF.

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"Elektrosmog – Eine unterschätzte Gefahr?" auf spektrum.de

H. Lamarr @, München, Donnerstag, 23.05.2019, 20:52 (vor 180 Tagen) @ H. Lamarr

Sendung: Elektrosmog – Eine unterschätzte Gefahr? [Video online bis 03.08.2019]

Bietet jetzt auch "Spektrum" (der Wissenschaft) das Arte-Video an? Das wäre enttäuschend! Gegenwärtig wird jedenfalls auf spektrum.de ein Video angeboten, dessen Begleittext genauso beginnt wie bei dem Video auf Arte (siehe Screenshot). Gemäß Google wurde das Video vor zwei Tagen auf der Spektrum-Website eingestellt.

[image]

Aber: Das Video lässt sich auf spektrum.de nicht aufrufen, weder über Google noch über Spektrum direkt. Aufrufversuche führen momentan zu der Fehlermeldung "Seite nicht gefunden".

Was ist da los? Anfrage läuft.

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Spektrum der Wissenschaft distanziert sich von Arte-Video

H. Lamarr @, München, Montag, 27.05.2019, 18:46 (vor 176 Tagen) @ H. Lamarr

Was ist da los? Anfrage läuft.

Die Antwort von Spektrum der Wissenschaft traf heute ein und macht zuversichtlich: Das besagte Video wurde von Arte automatisch eingespielt, anschließend von der Spektrum-Redaktion jedoch entfernt, aus "Qualitätsgründen", wie es in der Antwort heißt.

:danke:

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Arte (2019): Taschenspielertrick war Schwindel

H. Lamarr @, München, Samstag, 08.06.2019, 16:24 (vor 164 Tagen) @ H. Lamarr

► Welchen Mehrwert bringt es den Zuschauern, wenn die beiden Moderatoren (technische Laien) sich ab Minute 9:30 von einem banalen baubiologischen Taschenspielertrick (Prüfstift zur Anzeige harmloser elektrischer Felder) beeindruckt zeigen? Wo bleibt der Anspruch "Wissensmagazin"?

Ab Minute 9:21 findet in dem Video folgender Fachdialog statt:

Moderatorin: Was mache ich mit dem Stift?
Baubiologe [siegessicher]: Mal an die Lampe halten.
Moderatorin [Stift piept]: Öäh, öäh! – Was war das jetzt!?
Baubiologe: Das war die Feldbelastung durch eine Nachttischlampe.
Moderatorin: Auweia! Also das ist jetzt diese niederfrequente Strahlung. Das piept, dabei ist die Leuchte noch nicht einmal an!
Baubiologe: Ja, Lampen die nicht leuchten können auch strahlen.
Moderatorin [Baubiologen mädchenhaft anschmachtend]: Okay, aber wie sorgt man dafür, dass die Strahlenbelastung so gering wie möglich wird – bei einer Nachttischlampe?
Baubiologe [siegessicher]: Zum Beispiel, indem man den Stecker umdreht.
Moderatorin: Häh ... wie?
Baubiologe: Einfach um 180 Grad umdreht, ja!
Moderatorin: Okay, ich mach' das mal. So ist der Stecker drin, Aha [zieht Stecker ab]. Und den hier nach vorne. Und jetzt drehe ich das mal um, [ratlos] sieht genauso aus, Auweia [steckt Stecker zurück in die Steckdose und hält Prüfstift wieder an die Lampe], Häh? Zauberei! [entzückt, da Stift stumm bleibt]
Baubiologe [triumphierend]: Ja!

So weit so gut.

Aber: Ein aufmerksamer Betrachter des Videos hat mich darauf aufmerksam gemacht, die gezeigte Szene ist getürkt. Die technisch überforderte Moderatorin zieht den Stecker aus der Steckdose, dreht ihn zuerst tatsächlich um 180 Grad, dann aber wieder zurück und steckt ihn deshalb exakt wieder so in die Steckdose, wie er zuvor darin steckte. Ich habe mir die Szene in Zeitlupe angeschaut und kann die Beobachtung bestätigen. Dafür, dass im weiteren Handlungsablauf ohne Schnitt die Moderatorin den Prüfstift an die Lampe hält und dieser stumm bleibt (obwohl er piepen müsste) gibt es die simple Erklärung: Zwischen den Szenen mit dem erst piependen und dann stummen Prüfstift wurde ohne Kamera "geübt" und der Netzstecker der Lampe mehrfach gezogen. Unmittelbar vor der Szene mit dem stummen Prüfstift wurde dann der Stecker (irrtümlich) bereits so gesteckt, dass der Prüfstift keine Spannung melden konnte. Der Fehler der Moderatorin, den Stecker nicht um 180 Grad zu drehen hatte deshalb keine irritierende Auswirkung.

Entscheidender Moment (Minute 9:59): Die Moderatorin dreht den Stecker nicht um 180 Grad, sondern hin und her.
[image]

Was bei dem Taschenspielertrick des Baubiologen im Video überhaupt nicht zur Sprache kommt: Biologisch ist es völlig belanglos, ob der Stift Spannung an der Lampe meldet oder nicht. Ein Gesundheitsrisiko für Schläfer gibt es auch dann nicht, wenn der Stecker der Nachttischlampe zufällig so in der Steckdose steckt, dass, im flexiblen Kabel zur Lampe, der spannungslose Neutralleiter und nicht der spannungsführende Außenleiter vom Schalter der Nachttischlampe unterbrochen wird. Denn elektrische Felder des Haushaltsstroms sind zweifelsfrei harmlos. Unter Hochspannungsleitungen sind z.B. Feldstärken von bis zu 5000 V/m unbedenklich. Diesen Wert erreicht man in Häusern und Wohnungen mit 230-V(AC)-Versorgung nur dann, wenn man sich einem spannungsführenden Leiter bis auf 4,6 Millimeter Abstand nähert. Üblicherweise verhindern bei fest verlegten Verkabelungen bereits dickere Putzschichten das Erreichen eines derart kleinen Abstands. In 30 Zentimeter Abstand ist die Feldstärke bereits auf rd. 767 V/m gefallen, in 50 Zentimeter Abstand auf 460 V/m (siehe Feldstärkerechner). Der Taschenspielertrick suggeriert also unausgesprochen ein Risiko durch "niederfrequente Strahlung", wo keinerlei Risiko ist.

Geschäftsmodell Netzfreischalter

In den 1970er Jahren sannen Baubiologen und ihnen zugetane Mediziner nach einem neuen Geschäftsmodell, mit dem sich irrationale Ängste der Bevölkerung mühelos in bare Münze verwandeln lassen konnten. Denn damals schwand im Volk die zuvor kunstvoll gepflanzte Angst, durch die schirmende Wirkung von Stahlbetonbauten drohe durch das Leben im "Nullfeld" feldfreier Behausungen allerlei gesundheitlicher Ungemach, von Kinderlosigkeit bis hin zu Krebs. Die patente neue Idee war damals der automatische "Netzfreischalter". Ein objektiv zu 100 Prozent überflüssiges Gerätchen für Sicherungskästen, das Stromleitungen in Haushalten mit dem Abschalten des letzten Verbrauchers automatisch solange spannungsfrei schaltet, bis wieder ein Verbraucher nach Strom verlangt. Seither schüren interessierte Kreise fleißig Ängste gegenüber harmlosen elektrischen Feldern und preisen Netzfreischalter als Problemlösung. Erfolgreich sind sie bei Esoterikern, Öko/Bio-Freaks, ängstlichen Menschen, Elektrochondern und allen anderen, die in der Schule das Fach Physik gerne geschwänzt haben. Mittlerweile haben sich Netzfreischalter, die es schon ab gut 30 Euro gibt (teuer wird erst der Einbau) als eine Art Standardprodukt etabliert, bei dem in Vergessenheit geriet, dass es überflüssig wie ein Kropf ist.

Um irrationale Ängste gegenüber niederfrequenten elektrischen Wechselfeldern zu schüren wird zuweilen darauf hingewiesen, die Internationale Krebsagentur (IARC) hätte 2001 derartige Felder als möglicherweise krebserregend (2B) eingruppiert. Doch diese Behauptung ist falsch, sie gilt für niederfrequente magnetische Wechselfelder. Elektrische Wechselfelder konnte die IARC 2001 nicht als krebserregend befinden, sie wurden deshalb in die Gruppe 3 eingeordnet (nicht bewertbar).

Hintergrund
IARC Monograph 80: Non-Ionizing Radiation, Part 1: Static and Extremely Low-Frequency (ELF) Electric and Magnetic Fields

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Baubiologie, IARC, Falschmeldung, Klassifizierung, Trick, Kommerz, Netzfreischalter, Nullfeld

SWR (2019): Proteste gegen superschnelles 5G

H. Lamarr @, München, Freitag, 07.06.2019, 13:26 (vor 165 Tagen) @ H. Lamarr

Sendeanstalt: SWR
Sendereihe: Zur Sache Baden-Württemberg
Sendung: Proteste gegen superschnelles 5G [Video online bis 05.06.2020]
Ausstrahlung: 6. Juni 2019
Beitragsdauer: 5:49 Minuten
Moderation: –
Regie: unbekannt
Autor: Christian Saathoff
Produktion (Auftragnehmer): unbekannt
Auftraggeber: unbekannt
Redaktion: unbekannt

Auftretende Personen
- Mario Babilon (überzeugter Elektrosensibler)
- Klaus Dold (Allgemeinmediziner, Homöopathie, Naturheilverfahren, Psychotherapie)
- Alexander Lerchl (Wissenschaftler, Biologe)
- Gunde Ziegelberger (Bundesamt für Strahlenschutz, BfS; Biologin)

Wertung Postingautor: Der Autor des Beitrags bemüht sich um Ausgewogenheit, die vordergründig auch mit je zwei Vertretern aus den gegnerischen Lagern gegeben ist. Wäre da nicht wieder ein krasses Kompetenzgefälle: Die beiden Wissenschaftler Lerchl und Ziegelberger treffen nicht etwa auf zwei Wissenschaftler der Gegenseite, sondern auf zwei fachliche Laien (Autodidakten). Auf diese Weise trifft professionelles Wissen auf dilettantische Meinung. Der Zuschauer (Laie) erkennt dies nicht, ihm wird fälschlich eine Pattsituation suggeriert, die in Wirklichkeit nicht gegeben ist. Der Beitrag bietet fachlichen Laien aus der Anti-Mobilfunk-Szene eine Plattform, ihre Außenseitermeinung öffentlich zu verbreiten. Hinzu kommt ein kurzer tendenziöser redaktioneller Begleittext auf der SWR-Website, der irrationale Ängste schürt und unachtsame Zuschauer auf die gewünschte Rezeption des Beitrags programmiert.

Begründung
► Eine Studie in Österreich attestierte 2005 Allgemeinmedizinern erhebliche Kenntnisdefizite in Elektrosmog-Sachfragen. Der Studienautor resümierte seinerzeit: "Es ist eher einzigartig, dass es einen derartig weit verbreiteten Widerspruch zwischen den Meinungen von Ärzten und der anerkannten nationalen und internationalen Risikobewertung gibt. Angesichts der Häufigkeit der Begegnung mit dieser Thematik zeigen die Ergebnisse einen dringenden Handlungsbedarf auf."
► Der Begleittext zur Sendung auf der SWR-Website lautet tendenziös: "Gegen den neuen Mobilfunkstandard 5G regt sich Widerstand. Die Handystrahlung gefährde die Gesundheit und könne sogar Krebs auslösen." Die Zuschauer werden damit schon vor Start des Videos einseitig auf Alarm gebürstet, eine berichtigende Gegenstimme fehlt.
► Die Frage, warum ausgerechnet die beiden Mobilfunkgegner Babilon und Dold für den Film ausgewählt wurden, beantwortet der Beitrag nicht. Die Auswahl wirkt willkürlich, als ob die beiden gerade zur Hand waren. Mutmaßlich sollen die akademischen Titel "Informatikprofessor" und "Doktor" dem Zuschauer Kompetenz in EMF-Sachfragen vorgaukeln.
► Mario Babilon ist eigenen Angaben zufolge ein selbstdiagnostizierter "Elektrosensibler", d.h. es gibt keine objektive wissenschaftlich sattelfeste Bestätigung für sein gefühltes Leiden unter EMF-Einwirkung. Dies hätte ein Ausschlusskriterium für Babilon sein müssen. Denn es ist trivial, ausgerechnet einen überzeugten "Elektrosensiblen" vor der Kamera gegen 5G protestieren zu lassen, seine Voreingenommenheit lässt ihm gar keine andere Wahl. Die kommerziellen Aktivitäten Babilons in der Mobilfunkdebatte (Elektrosmog-Beratung und -Messungen) werden auch in diesem Beitrag verschwiegen.
► Babilon hält ein Hobby-Messgerät aus bayerischer Produktion werbewirksam ins Bild (Minute 1:20). Die gezeigte Szene ist messtechnisch unqualifiziert, da sich das Smartphone unzulässig nah an der Antenne des Messgeräts befindet. Szenen wie diese verleiten Laien zu ähnlichen Falschmessungen im reaktiven Nahfeld von EMF-Emissionsquellen.
► Der Allgemeinmediziner Klaus Dold leidet wie viele Mobilfunkgegner an einer bedrückenden Selbstüberschätzung seines Kenntnisstandes (siehe Mount Stupid). Er hält sich ab Minute 2:57 für klüger als EMF-Expertenkommissionen in aller Welt. Die von Dold vorgetragenen "eindeutigen Hinweise auf DNA-Strangbrüche [...]" können Laien nur deshalb Angst machen, weil er vergessen hat zu erwähnen, dass jede Zelle eines Menschen wegen vielfältiger Einwirkungen auch ohne Funkwellen pro Tag etwa 50'000 DNA-Strangbrüche verkraften muss und von Natur aus gut damit umzugehen weiß. Was ist von einem Arzt zu halten, der dies verschweigt?
► W-Lan- und 5G-Gegner Dold ist seit April 2019 in den Regionalmedien gut vertreten (Schwarzwälder Bote, noch einmal Schwarzwälder Bote, Südkurier, noch einmal Südkurier). Dass er unbelehrbar ist oder möglicherweise ein Geschäftsmodell verfolgt ist daran erkennbar, schon 2001 witterte er Gefahren des Mobilfunks, damals gab es allein GSM. Mit der Einführung von UMTS war Dold abermals zur Stelle, nur LTE hat er verschlafen. Einige Mediziner, die sich in der Szene der Mobilfunkgegner und "Elektrosensiblen" bekannt gemacht haben, hoffen auf Zulauf durch zahlungskräftige Privatpatienten.
► Der Historiker Norbert N. Proctor hat nachgewiesen, dass das Märchen von amtlicher Untätigkeit trotz bekannter Risiken des Asbests, für Deutschland nicht zutrifft. Hierzulande wurden bereits 1936 Maßnahmen gegen Gesundheitsschäden durch Asbest ergriffen. Dold scheint davon nichts zu wissen (Minute 4:47).
► Der Beitrag ist so geschnitten, dass Gunde Ziegelberger (BfS) ab Minute 5:21 keine gute Figur macht (strahlt Unsicherheit aus). Dass der Beitrag absichtlich so geschnitten wurde möchte ich nicht behaupten, Tatsache ist, dass organisierte Mobilfunkgegner seit langem versuchen, das Bundesamt für Strahlenschutz bei der Bevölkerung in Misskredit zu bringen.
► Die beiden Mobilfunkgegner bekommen in dem Beitrag etwas mehr Raum und sie dürfen das argumentative Fernduell eröffnen (Aktio). Die Entgegnungen sind "nur" Reaktio.

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EHS, Sendemastgegner, Medien, SWR, Risikobewertung, Ueberzeugungstäter, Geltungssucht, Laien, 5G-Tea-Party

ZDF (2019): 5G - Zwischen Datenspeed und Strahlenangst

H. Lamarr @, München, Freitag, 26.07.2019, 20:55 (vor 116 Tagen) @ H. Lamarr

Sendeanstalt: ZDF
Sendereihe: planet e
Sendung: 5G - Zwischen Datenspeed und Strahlenangst [Seite, abgefragt am 23.10.2019, derzeit nicht abrufbar. Ursache]
Ausstrahlung: 28. Juli 2019
Beitragsdauer: 28:42 Minuten
Moderation: -
Regie: unbekannt
Autoren: Volker Wasmuth und Patrick Zeilhofer
Produktion (Auftragnehmer): Blue Moon Media
Auftraggeber: ZDF
Redaktion: Martin Ordolff
Leitung der Sendung: Volker Angres

Auftretende Personen (nur Themenblock Strahlenangst)
- Jörn Gutbier (Mobilfunkkritiker, Architekt, Baubiologe)
- Irmgard Wehner (Mobilfunkgegnerin, Stuttgart, Rohrer Höhe)
- Wilfried Kühling (Mobilfunkkritiker, Raumplaner, BUND)
- Piero Lercher (Mobilfunkkritiker, Umweltreferent der Wiener Ärztekammer)
- Gunde Ziegelberger (Bundesamt für Strahlenschutz, Biologin)
- Inge Paulini (Präsidentin Bundesamt für Strahlenschutz)

Wertung Postingautor: Die ersten zehn Minuten gelten dem Themenblock "Datenspeed". Dazu werden diverse meist am Interesse von Privatpersonen vorbeigehende symbolische Anwendungen von 5G präsentiert, die einem, weil abstrakt, kaum im Gedächtnis bleiben. Die restlichen 18 Minuten gehören der Strahlenangst und es kommt wieder zu dem schon vorhersehbaren Dilemma des Kompetenzgefälles: Zu den beiden Fachfrauen des BfS präsentieren die Autoren keine Wissenschaftler der "Gegenseite", sondern, drei fachliche Laien, die sich privat mit Mobilfunk beschäftigen. Irmgard Wehner gehört einer Bürgerinitiative gegen einen Mobilfunksendemasten an, sie ist ein Fremdkörper in dem Beitrag, mit 5G haben ihre Ängste nichts zu tun. Es gab schon schlimmere Beiträge der Öffentlich-Rechtlichen über das "Risiko Mobilfunk", doch auch dieser hier lässt die Funkgegner unkommentiert ihre angstschürende und teils völlig unqualifizierte Außenseitermeinung vortragen. Anscheinend erkennen die Autoren nicht, dass sie damit der permanenten Risikoinszenierung der Funkgegner und ihrer Geschäftsmodelle Vorschub leisten. Hinzu kommt, der Sprecher aus dem Off liest teils tendenziöse Texte vor und das alte Übel, dass das Wort Mobilfunkstrahlung als Synonym zum Vernebeln des wichtigen Unterschieds von Handystrahlung und Sendemastenstrahlung gebraucht wird, das haben die Autoren 1:1 von unseriösen/unqualifizierten Mobilfunkgegnern übernommen. Eine kompetente Qualitätskontrolle hätte dem Beitrag daher gut getan.

Begründung (ohne Anspruch auf Vollständigkeit)
► Jörn Gutbier profitiert als Baubiologe kommerziell von wachsender Angst gegenüber Mobilfunk. Ihm üppige Gelegenheit zum interessengelenkten Angstschüren zu geben kann nicht Aufgabe eines öffentlich-rechtlichen Senders sein. Angreifbare Stichworte: Strahlenoverkill; Es ist klar, dass die Strahlenbelastung steigen wird; Die Zunahme von Glioblastomen, den gefährlichsten der Hirntumoren, hat sich verdoppelt in den letzten 50 Jahren [:no:, Minute 11:53]; Leukämie; Lymphdrüsenkrebs. Gutbier misst mit einem Amateur-Messgerät die Funkfelder von Sendemasten, trägt dazu jedoch strittige Argumente vor, die zum Teil keinerlei Bezug zu Sendemasten haben (sondern zu Mobiltelefonen). Ein beliebter Trick der Funkgegner, Laien irrationale Ängste zu pflanzen (z.B. Hirntumor wegen Sendemast).
► Über den aussichtslosen Protest gegen einen neuen Mobilfunkstandort im Stuttgarter Ortsteil Rohrer Höhe gibt dieser Strang im Forum detailliert Auskunft. Frau Wehner muss sich die unbequeme Ego-Frage gefallen lassen, ob Sie ein Mobiltelefon nutzt und warum sie den geplanten Standort vor ihrem Balkon bekämpft, nicht aber die etwa 84'2345 anderen in Deutschland.
► Der Beitrag behauptet (Minute 14:48), Wilfried Kühling habe gemeinsam mit 180 anderen Ärzten und Wissenschaftlern eine Petition gegen 5G unterschrieben. Doch Kühling taucht in der Liste der bislang rund 30 Mitzeichner aus Deutschland gar nicht auf. Warum ihm dies eher zum Vorteil gereicht, statt zum Nachteil, lässt sich <hier> erforschen.
► Kühling behauptet über 5G-Sendemasten (Minute 15:02): "Es ist bekannt, dass Bäume in ihrem Zellwachstum geschädigt werden." Einen Beleg nennt er nicht. Da gerade erst damit begonnen wird, 5G-Sendemasten zu errichten, dürfte der Wahrheitsgehalt der Behauptung gegen Null gehen. Wie alle Funkgegner reißt auch Kühling bei der Sichtung des wissenschaftlichen Kenntnisstandes ein Auge weit auf, drückt das andere hingegen fest zu. Daraus resultiert eine grob verzerrte Risikowahrnehmung. 2008 ging dies so weit, dass ein unter Kühlings Leitung entstandenes Positionspapier zum Risiko Mobilfunk sich exklusiv alarmistisch den (harmlosen) Sendemasten widmete. Mobiltelefone spielten keine Rolle, ein gravierendes Versäumnis, das auch in der Szene der Gegner nicht gut ankam.
► Kühling behauptet im Anschluss semantisch fragwürdig: "Es ist bekannt, dass Tiere, beispielsweise Bienen, in ihrem Rückfindevermögen zu den Stöcken beeinflusst werden [...]". Wie es sich wirklich verhält lässt sich hier aus einer Primärquelle erfahren (Forumdiskussion dazu). Die spätere Hauptstudie war unspektakulär, sie konnte die Ergebnisse der Vorstudie nur begrenzt bestätigen.
► Kühling behauptet (Minute 16:19): "Es ist wissenschaftlich bewiesen, ernsthaft bewiesen, dass die Gehirnströme verändert werden." Stimmt, dies ist Stand des Wissens aus dem vorigen Jahrhundert. Was Kühling nicht sagt: Die Veränderungen sind physiologisch gering und kein Wissenschaftler kann bislang Auskunft geben, ob diese Änderungen gesund, schädlich oder bedeutungslos sind. Nach bald 30 Jahren Mobilfunk hat die Wertung "bedeutungslos" eine gewisse Berechtigung. Hinzu kommt: Beobachtet wurde der Effekt aufs Gehirn mit leistungsstarken GSM-Mobiltelefonen, moderne Mobiltelefone haben eine wesentlich schwächere Einwirkung. Schlecht: Entweder sagt es Kühling tatsächlich nicht oder der Beitrag wurde sinnentstellend geschnitten: Der Effekt beruht auf dem Gebrauch von Mobiltelefonen, Sendemasten haben keine Auswirkungen auf Hirnströme.
► Ab Minute 17:06 bringen die Autoren die unvermeidbare NTP-Großstudie, dampfen deren Resultat auf einen einzigen Alarmsatz ein und stellen wie gelernte Mobilfunkgegner die tendenziöse Frage: "Tumorbildung bei Ratten. Sind Mobilfunkstrahlen also Krankmacher?" Die Stammleser dieses Forums werden den Trick sofort erkennen. Tatsache ist: Die NTP-Studie hat einzig und allein für Mobiltelefone Bedeutung, nicht für Mobilfunksendemasten! Wer das verschweigt, sollte auch in der Mobilfunkdebatte besser schweigen.
► Der österreichische Mediziner Piero Lercher kommt ab Minute 18:00 zu Wort. Was das IZgMF-Forum über diesen Mobilfunkkritiker zu berichten weiß, lässt sich <hier> erkunden.
► Gunde Ziegelberger (BfS) sagt ab Minute 21:18: "Ich wäre froh, wenn diese kritischen Wissenschaftler eigene Daten auch einem wissenschaftlichen Publikum vorstellen würden und man das diskutiert." Sie sagt das, weil Mobilfunkkritiker ausschließlich vor Laienpublikum auftreten, dem sich risikolos ein X für ein U vormachen lässt. Auf großen Fachkongressen wie zuletzt der BioEM 2019 mit rund 800 Referaten sucht man selbsternannte Experten wie Gutbier, Kühling oder Lercher vergeblich unter den Referenten. Sie versammeln sich lieber im kleinen Kreis Gleichgesinnter und verunsichern mit pseudowissenschaftlichen Auftritten, wie demnächst in Mainz, ahnungslose Laien.
► Ab Minute 21:48 zeigt der Beitrag eine Grafik mit Grenzwerten europäischer Länder. Für 5G-Antennen werden als zulässiger Maximalwert 90 V/m genannt. Jegliche Erklärung fehlt, dass dieser Wert nicht ständig einwirken darf, sondern ein Maximalwert ist, der zeitlich gemittelt zu betrachten ist. Diese Grafik ist pure Desinformation. Den Autoren scheint nicht klar zu sein, dass technisch überforderte Funkgegner nur auf solche Gelegenheiten warten, um damit irrationale Ängste in der Bevölkerung zu schüren (mehr dazu ab hier).
► Ab Minute 25:30 wird es lustig. Erst wird eine Absorberhalle von Huawei wohl wegen der EMF-Absorberkegel, die wie Schallabsorber aussehen, irrtümlich als "schallisoliert und störungsfrei" gerühmt und dann lassen die Autoren einen Huawei-Mitarbeiter (in der Deutsch-Übersetzung) sagen, in Zukunft würden die 5G-Antennen des Konzerns "brummfrei" sein. Das hat Lu Liu, Chef der Absorberhalle, so sicher nicht gesagt. Doch was er dann über adaptive Antennen sagt, ist interessant: "Wir versuchen folgendes: Wenn jemand in der Nähe einer Antenne steht, wird das stärkste Signal nicht genau dorthin abstrahlen." Dieser wegweisende Satz ist mMn das Beste an dem gesamten Beitrag.

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Baumsterben: BUND vs. Kühling

H. Lamarr @, München, Freitag, 26.07.2019, 22:53 (vor 116 Tagen) @ H. Lamarr

► Kühling behauptet über 5G-Sendemasten (Minute 15:02): "Es ist bekannt, dass Bäume in ihrem Zellwachstum geschädigt werden." Einen Beleg nennt er nicht.

Es sieht so aus, als ob Mobilfunkkritiker Kühling hier seine persönliche Meinung vorgetragen hat, denn in einer am 24. Juli 2019 von dpa verbreiteten Meldung zum gegenwärtigen Waldsterben meldet der BUND ganz andere glaubwürdigere Gründe, warum Deutschland den massiven Waldverlust erleidet. Auszug:

Deutschland verzeichnet einen enormen Waldverlust. Anhaltende Trockenheiten und extreme Hitze, Stürme und maximale Niederschläge sowie Schädlinge und Pilzerkrankungen machten den Bäumen zunehmend zu schaffen, so der BUND.

Wie ich feststellen konnte, setzt die mörderische Hitze sogar meinen robusten Radieschen zu :-). Obwohl die Erde gut feucht ist, lassen die Pflanzen unter praller Sonne die Blätter hängen, als ob sie am Verdursten wären. Kommt Schatten, erholen sie sich schnell.

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Planet e aktualisiert - Kommentar von David O. Carpenter

Gast, Sonntag, 28.07.2019, 09:47 (vor 115 Tagen) @ H. Lamarr

Neues Mobilfunknetz - 5G - zwischen Datenspeed und Strahlenangst
von Volker Wasmuth heute 28.07.2019 um 06:56 Uhr

Die Mobilfunkgeneration 5G gilt als Netz der Superlative: Daten werden 100mal so schnell übertragen wie im derzeitigen LTE-Netz. Doch Wissenschaftler warnen vor der Strahlengefahr.

Kommentar von David O. Carpenter zur NTP-Studie

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Wo sind die deutschen Wissenschaftler die warnen

KlaKla, Sonntag, 28.07.2019, 11:00 (vor 114 Tagen) @ Gast

Doch Wissenschaftler warnen vor der Strahlengefahr.

Wenn doch Wissenschaftler warnen, frage ich, wo sind die Stimmen der deutschen Wissenschaftler die vor 5G warnen? Ich nehme an, es gibt sie nicht. Riskiert mal einen Blick auf diesen Threads "5G-Tea-Party: 180 Wissenschaftler und Ärzte warnen – wirklich?"

Und hier noch was zu David O. Carpenter. Wer sich von so was nicht distanziert, der verspielt das eh schon geringe Vertrauen. Und Medien füllen ihre Sendezeit mit allem was da her kommt.

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Immer mehr Forscher warnen

KlaKla, Montag, 29.07.2019, 10:59 (vor 113 Tagen) @ KlaKla

Forscherin Dr. Diana Henz hat die erste wissenschaftlich Studie veröffentlicht, die die Wirksamkeit ... eines Handy-Chips (Gabriel-Chip) bei elektromagnetischer Strahlungsexposition auf die Gehirnaktivität überprüfte. So steht es auf der Seite von Salusmed.

Auszug: Schwarzwälder Bote
Für diese Forscherin liegen die Risiken auf der Hand
Wer sich für mögliche Risiken interessiert, könnte sich mit Diana Henz vom Institut für Sportwissenschaft an der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz unterhalten. Auch sie würde den Brief an Minister Scheuer unterschreiben. Für die Forscherin liegen die Risiken buchstäblich auf der Hand: Sobald sie mit einem leistungsstarken Gerät in menschliche Gehirne leuchtet, die elektromagnetischer Strahlung ausgesetzt sind, und beobachtet, in welcher Hinsicht Veränderungen sichtbar werden.

Und es passiere so einiges, wenn "wir regelmäßig Strahlung ausgesetzt sind" – ob am Arbeitsplatz oder zuhause, ob durch Laptop oder Handy: Die 37-jährige Neurowissenschaftlerin geizt nicht mit dem Begriff "Stress fürs Gehirn". Etwas genauer ausgedrückt: Ohne einen Dauerbestrahlungs-Cocktail weise das Gehirn bei Testpersonen eine Mischung aus Alpha- und Beta-Frequenzen auf (wobei der Alpha-Anteil überwiege). Bereits nach einer halben Stunde am Handy oder Laptop (und Wlan-Nutzung) drängen sich die Gammafrequenzen vor. "Für das Gehirn bedeutet das Stress pur; es wird auf Dauerleistung umgepolt." Die bereits messbaren Folgen: Schlaflosigkeit, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen und Burn-out bei "Dauerberieselung".

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[Admin: Texteinstieg editiert am 29.07.2019, 18:25 Uhr]

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Lobbyarbeit - W. Kühling spricht ...

KlaKla, Sonntag, 28.07.2019, 11:41 (vor 114 Tagen) @ H. Lamarr

Auszug: Frankfurter Rundschau

Mit der vor acht Jahren getroffenen Einschätzung argumentieren nun auch Kritiker gegen 5G und die langfristig absehbare Aufstellung neuer Sendeanlagen quer durch Deutschland. Wilfried Kühling vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) geht sogar einen Schritt weiter als der IARC. Der Vorsitzende des Bundesarbeitskreises Immissionsschutz bei der Umweltschutzorganisation BUND spricht ganz selbstverständlich von „der Krebswirksamkeit hochfrequenter Felder und auch anderer gesundheitlicher Effekte des Mobil- und Kommunikationsfunks“. Er schließt sich daher Wissenschaftlern an, die fordern, dass der IARC Handystrahlung gar mit einem „wahrscheinlich krebserregend“ belegt, also von der Kategorie 2B auf 2A hochstuft.

...

Allerdings wurden die Ratten und Mäuse für die NTP-Studie am ganzen Körper bestrahlt – und noch dazu mit deutlich höherer Strahlungsintensität als beim Mobilfunk. Dort gelten Grenzwerte, um gesundheitliche Gefahren durch die elektromagnetische Mobilfunkstrahlung abzuwenden. Einschlägig ist die spezifische Absorptionsrate, die berechnet, wie viel Strahlungsenergie in den Körper übergeht. Das Bundesamt für Strahlenschutz (BFS) empfiehlt für die Bestrahlung des ganzen Körpers, etwa durch Mobilfunkantennen, einen Grenzwert von 0,08 Watt pro Kilogramm – für die NTP-Studie wurden die Versuchstiere bei Ganzkörperwerten von 1,5 bis zehn Watt pro Kilogramm bestrahlt. Deshalb sieht das BFS auch in der NTP-Studie „keine aussagekräftigen Belege, dass Handystrahlung das Krebsrisiko beim Menschen erhöht“.

Kommentar: Der BUND hat sich vor Jahren verkauft. Über viele Jahre kooperierte er mit den Verbänden der Baubiologie. Mit ihnen hielten sie über viele Jahre das sogenannte Mobilfunksymposium ab. Baubiologen wie Jörn Gutbier von Diagnose-Funk oder Laien wie der Literatur Professor aus St. Ingbert saßen/sitzen im Arbeitskreis Immissionschutz-BUND und üben ihren Einfluss aus. Verbandsarbeit und Seilschaften.

Wenn du nicht mehr weiter weißt, gründe einen Arbeitskreis (Trebron)
BUND 5G - Immissionsschutz Dr. Kerstin-Mara Schröder

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ZDF (2019): Das 90-V/m-Märchen

H. Lamarr @, München, Sonntag, 28.07.2019, 16:43 (vor 114 Tagen) @ H. Lamarr

► Ab Minute 21:48 zeigt der Beitrag eine Grafik mit Grenzwerten europäischer Länder. Für 5G-Antennen werden als zulässiger Maximalwert 90 V/m genannt. Jegliche Erklärung fehlt, dass dieser Wert nicht ständig einwirken darf, sondern ein Maximalwert ist, der zeitlich gemittelt zu betrachten ist. Diese Grafik ist pure Desinformation.

Die Desinformation des ZDF über angebliche 5G-Grenzwerte startet bereits in Minute 21:28.

Das Bundesamt für Strahlenschutz setzt Grenzwerte für die Leistung der Sendeantennen fest. Aber reichen diese aus, um die Bevölkerung zu schützen? In einigen Ländern sind die Grenzwerte für elektromagnetische Felder der Antennen deutlich strenger als in Deutschland oder Frankreich. Für die neuen 5G-Antennen sind in Deutschland Feldstärken von bis zu 90 V/m erlaubt.

Soso, das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) setzt also Grenzwerte für die Leistung der Sendeantennen fest. Das klingt so, als ob sich die Mitarbeiter des Amtes ab und zu in einem klimatisierten Besprechungsraum treffen, um eine Ziehung der EMF-Grenzwerte vorzunehmen.

Richtig ist: Das Amt legt keine EMF-Grenzwerte fest, denn hierzulande werden diese Grenzwerte auf dem Verordnungsweg mit einer Verordnung (26. BImSchV, Anhang 1b) verbindlich fixiert, die nach ausgiebiger Diskussion vorgelegter Entwürfe, auch Funkgegner durften ihren Senf dazu geben, von Bundeskabinett und Bundesrat genehmigt werden muss. So geschehen erstmals im Dezember 1996. Die bislang einzige Novellierung der 26. BImSchV fand 2013 statt. Doch die Grenzwerte in der Verordnung gelten allein für ortsfeste Sendeanlagen mit mehr als 10 Watt Strahlungsleistung, sie gelten nicht für Mobiltelefone (für deren Grenzwerte gilt europaweit die EU-Empfehlung 1999/519/EG). Die Autoren des Beitrags sind bei ihren Recherchen offensichtlich genauso sendemastenfixiert vorgegangen wie organisierte Mobilfunkgegner. Den wichtigen Grenzwert für Mobiltelefone bei einer 5G-Grenzwertbetrachtung einfach zu ignorieren sagt viel über "Ausrichtung" und Kompetenz des planet-e-Beitrags. Denn eigentlich sollte heute jeder wissen: Wenn überhaupt von Mobilfunk ein Risiko ausgeht, dann von den körpernah betriebenen Mobiltelefonen und nicht von den Sendemasten. Hinzu kommt: Auch über die "Leistung der Sendeantennen" befindet das BfS nicht, dafür ist die Vollzugsbehörde BNetzA zuständig (Standortbescheinigung).

Richtig schlimm wird es jedoch erst mit der Behauptung:

Für die neuen 5G-Antennen sind in Deutschland Feldstärken von bis zu 90 V/m erlaubt.

Wo sie diesen angeblichen Grenzwert aufgeschnappt haben, verraten die Autoren nicht. Also machte ich mich notgedrungen auf die Suche nach einer Quelle.

Das Ergebnis dieser Recherche ist peinlich, denn statt belastbarer amtlicher Quellen konnte ich die 90 V/m nur auf belanglosen privaten Websites finden, etwa auf diesen hier:

https://www.5g-anbieter.info/technik/grenzwerte.html *)
https://www.diagnose-funk.org/themen/mobilfunk-versorgung/5g/5g-technik
https://www.gigaherz.ch/dringende-warnung-vor-5g/

Primärquelle ist die Website des Anti-Mobilfunk-Vereins Gigaherz, die anderen haben davon lediglich abgeschrieben. Doch was Gigaherz-Präsident Jakob über den 90-V/m-Grenzwert schreibt ist unqualifiziert, eine nachvollziehbare Widerlegung seiner laienhaften Grenzwerterfindung lässt sich seit März 2019 hier nachlesen. Es ist kaum zu glauben: Auch die Autoren des ZDF-Beitrags müssen sich bei dem 80-jährigen Schweizer Ex-Elektriker bedient haben, um hierzulande das 5G-Märchen von dem 90-V/m-Grenzwert verwursten zu können.

Screenshot aus dem ZDF-Beitrag: 5G - Zwischen Datenspeed und Strahlenangst
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Bild: ZDF

Diagnose-Funk greift den märchenhaften 5G-Grenzwert von 90 V/m auf eine Weise auf, die einmal mehr die Inkompetenz dieses Anti-Mobilfunk-Vereins deutlich macht. Der Verein importiert dazu die Grenzwertbehauptung des Schweizers nicht nur kritiklos als wahr, sondern will ihr mit folgender Textpassage auch noch einen wissenschaftlichen Anstrich geben:

[...] Dariusz Leszczynski hat hierzu noch mal bei Dr. Eric van Rongen nachgefragt, nachdem THE TELEGRAPH am 3. März 2019 ein Interview mit ihm veröffentlich hat. Die Nachfragen und Antworten sind (in Englisch) nachzulesen auf BRHP >>>

Hätte der Verein seinen eigenen Link nur einmal benutzt, gelesen und auch verstanden was am Linkziel zu erfahren ist, er hätte seinen Import sofort löschen müssen. Denn ICNIRP-Vorsitzender van Rongen bestätigt Jakob in keiner Weise, sondern legt, auch für Laien gut verständlich dar, wie und warum sich die kommende neue ICNIRP-Grenzwertempfehlung von der bisherigen unterscheiden wird. Warum Diagnose-Funk dennoch den Blödsinn von Jakob weiter verbreitet bleibt das Geheimnis des Vereins.

Wenn die Erfindung Jakobs aber unzutreffend ist, wie steht es dann wirklich um die 5G-Grenzwerte für Sendemasten in Deutschland?

Wie sich in der 26. BImSchV mühelos nachlesen lässt, gilt für den Frequenzbereich von 2 GHz bis 300 GHz, also auch für die 5G-Pionierbänder, konstant der Grenzwert 61 V/m.

Eine Anhebung dieses Grenzwerts wäre nur mit einer weiteren Novelle der 26. BImSchV machbar gewesen, davon ist aber weit und breit keine Rede. Doch wie kann es dann sein, dass seit kurzem auch in Deutschland erste 5G-Antennen errichtet werden?

Anhang 3 der 26. BImSchV löst das Rätsel mit folgender Textpassage:

Bei gepulsten elektromagnetischen Feldern im Frequenzbereich über 10 MHz bis 300 GHz darf der Spitzenwert für die elektrische und die magnetische Feldstärke das 32-fache der Werte des Anhangs 1b nicht überschreiten.

So ist das also. Der in Anhang 1b festgehaltene Grenzwert von 61 V/m darf also kurzzeitig (Immissionsspitzen) auf maximal 1952 V/m ansteigen. Um Mobilfunkgegner nun davor zu bewahren, bewusstlos zusammenbrechen, sei der Hinweis gestattet: Diese Regelung ist nicht neu, sie hat mit 5G nichts zu tun, denn sie steht bereits seit 1996 in der 26. BImSchV. Bislang hat lediglich noch kein Sendemast der Mobilfunksysteme 2G, 3G und 4G von dieser Regelung Gebrauch gemacht. Bei 5G wird dies anders sein, weil hier erstmals adaptive Antennen zur Anwendung kommen. Diese versorgen mobile Teilnehmer mit stark gebündelten und beweglichen Hauptstrahlen, ähnlich den Spotscheinwerfern der Bühnentechnik. Wer nun nahe einer solchen Antenne wohnt, kann kurzzeitig in einen Hauptstrahl geraten und in dieser Zeitspanne mehr als 61 V/m Immission erfahren, theoretisch bis zu 1952 V/m, in der Praxis wird es nur ein Bruchteil dieses Spitzenwerts sein. Denn entscheidend ist: Über ein beliebiges 6-Minuten-Intervall betrachtet darf ein Mensch auch von 5G-Antennen quadratisch gemittelt mit nicht mehr als 61 V/m befeldet werden. Auch dies regelt die 26. BImSchV schon seit 1996 so und nicht anders.

In Deutschland deckt die betagte 26. BImSchV somit auch die zulässige Immission durch moderne 5G-Antennen ab. Und niemand wird effektiv durch 5G stärker befeldet als zuvor durch 2G-, 3G, oder 4G-Antennen. Der einzige Unterschied ist: Wurden bisher Menschen durch Sendemasten eher gleichmäßig befeldet, kommt es bei 5G zu erheblichen Schwankungen der Immission, wobei sich Immissionsspitzen und feldschwache Phasen nach dem Zufallsprinzip abwechseln. Gemittelt über die Zeit bleibt auch bei 5G alles beim Alten.

Nicht wenige organisierte Mobilfunkgegner haben Mühe, diese technisch/mathematisch nur wenig anspruchsvollen Zusammenhänge zu begreifen. Sie schüren anlässlich der mit 5G kurzzeitig zulässigen Immissionsspitzen irrationale Ängste gegenüber dieser Technik und versuchen mit einfachen Analogien, ihre Bedenken plausibel erscheinen zu lassen. Eine dieser Analogien ist der "Schießplatz". Würde dort ein Schuss fallen, wäre dieser laut zu hören. Über eine Zeit von sechs Minuten gemittelt wäre der Schuss hingegen leiser oder gar nicht mehr hörbar. Auf diese Weise soll bei Laien gegen die quadratische Mittelung von Immissionsspitzen Front gemacht werden. Andere Analogien der Funkgegner bauen auf die grellen Lichtblitze von Stroboskoplampen oder die Wucht einer saftigen Ohrfeige. So nett diese Analogien auch sein mögen, – eine zündende simple Entgegnung will mir auf die Schnelle nicht einfallen, – so gegenstandslos sind sie aus wissenschaftlicher Sicht. Denn gegen die oben beschriebenen Regelungen konnten in den seit 1996 vergangenen Jahren keine substanziellen Bedenken vorgebracht werden, nette Analogien mögen viele Laien beeindrucken, nicht aber viele Wissenschaftler und politische Entscheidungsträger.

*) Der Betreiber der Website 5g-anbieter.info hat am 15. August 2019 seine Darstellung berichtigt. Der unzutreffende 5G-Grenzwert in Text und Grafik wurde entfernt.

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Grenzwert, Gerücht, ZDF, Immission, 26. BImSchV, BNetzA, Faktencheck, 5G, ICNIRP-Empfehlung, Rongen, planet e, 90V

Das 90-V/m-Märchen: ZDF schweigt

H. Lamarr @, München, Mittwoch, 07.08.2019, 12:43 (vor 104 Tagen) @ H. Lamarr

Es ist kaum zu glauben: Auch die Autoren des ZDF-Beitrags müssen sich bei dem 80-jährigen Schweizer Ex-Elektriker bedient haben, um hierzulande das 5G-Märchen von dem 90-V/m-Grenzwert verwursten zu können.

Weil sogar das Bundesamt für Strahlenschutz über die Herkunft der 90 V/m rätselt, habe ich am 1. August 2019 das ZDF via E-Mail um Auskunft gebeten, aus welcher Quelle "planet e" diesen Wert geschöpft hat. Antwort traf bislang nicht ein.

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Das 90-V/m-Märchen: ZDF antwortet

H. Lamarr @, München, Donnerstag, 15.08.2019, 23:36 (vor 96 Tagen) @ H. Lamarr

Es ist kaum zu glauben: Auch die Autoren des ZDF-Beitrags müssen sich bei dem 80-jährigen Schweizer Ex-Elektriker bedient haben, um hierzulande das 5G-Märchen von dem 90-V/m-Grenzwert verwursten zu können.

Weil sogar das Bundesamt für Strahlenschutz über die Herkunft der 90 V/m rätselt, habe ich am 1. August 2019 das ZDF via E-Mail um Auskunft gebeten, aus welcher Quelle "planet e" diesen Wert geschöpft hat. Antwort traf bislang nicht ein.

Die Antwort der ZDF-Presseabteilung traf gestern ein, wegen Urlaub des Sachbearbeiters verspätet. Die Autoren der planet-e-Sendung ließen bezüglich meiner Nachfrage mitteilen, der Grenzwert von 90 V/m Feldstärke (für die künftigen 5G-Frequenzen über 6 Gigahertz) sei eine Empfehlung des offiziellen ICNIRP-Konsortiums – dieser Wert solle in diesem Jahr verabschiedet werden. Doch als Beleg kam in der E-Mail des ZDF kein Link auf den Entwurf der neuen ICNIRP-Empfehlungen (in der 90 V/m unauffindbar sind), sondern ein Link auf https://www.5g-anbieter.info/technik/grenzwerte.html inklusive eines Screenshots der dort angebotenen Balkengrafik mit den Grenzwerten der Funksysteme (siehe Bild). Ergo muss ich annehmen, die Autoren haben sich nicht bei ICNIRP bedient, auch nicht wie zunächst vermutet bei Gigaherz-Jakob, sondern bei 5g-anbieter.info:

Screenshot der fehlerhaften Balkengrafik, die inzwischen berichtigt wurde
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Heute fragte ich nun bei einem der Betreiber von 5g-anbieter.info nach, woher er die Information habe, einen 5G-Grenzwert von 90 V/m beziffern zu können. Die Antwort war entwaffnend: Er wisse es nicht mehr genau, vermutlich habe er sie von dieser Webseite des Vereins Diagnose-Funk übernommen. Nach einem kurzen konstruktiven E-Mail-Wechsel, in dem ich die beiden Postings ...

- Gigaherz-Jakob: 5G bringt uns 90 V/m bis 200 V/m
- ZDF (2019): Das 90-V/m-Märchen

... mitteilte, räumte der Sitebetreiber ein, er könne nun nach eigenen Recherchen meine Angaben nachvollziehen und sei offenbar einer Fehlinterpretation aufgesessen. Respekt: Nur wenige Stunden nach dem Erstkontakt sind auf seiner Seite der Satz ...

Doch für 5G hat das ICNIRP diese angehoben auf 90 V/m für die Bevölkerung und satte 200 V/m am Arbeitsplatz.

... ersatzlos entfernt, die Balkengrafik der Grenzwerte berichtigt und ein Korrekturvermerk hinzugefügt worden. Respektlos: Der Verein Diagnose-Funk lässt seit nunmehr acht Jahren eine ebenfalls angemahnte Falschmeldung (Resolution 1815 des Europarats) unberichtigt auf seiner Website stehen.

Zurück zum ZDF: Um zweifelsfrei sicher zu gehen, dass die Autoren der planet-e-Sendung ihre Falschinformation von 5g-anbieter.info übernommen haben, habe ich meinen Ansprechpartner gebeten, dies mit den Autoren zu klären – und vorsorglich schon einmal eine Berichtigung vorzubereiten. Wie diese für eine zurückliegende planet-e-Sendung aussehen könnte, ist mir allerdings nicht klar.

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Diagnose-Funk, Richtigstellung, Falschmeldung, 5G, ICNIRP-Empfehlung, 90V

Das 90-V/m-Märchen: ZDF antwortet

Alexander Lerchl @, Freitag, 16.08.2019, 08:45 (vor 96 Tagen) @ H. Lamarr

... ersatzlos entfernt, die Balkengrafik der Grenzwerte berichtigt und ein Korrekturvermerk hinzugefügt worden. Respektlos: Der Verein Diagnose-Funk lässt seit nunmehr acht Jahren eine ebenfalls angemahnte Falschmeldung (Resolution 1815 des Europarats) unberichtigt auf seiner Website stehen.

Zurück zum ZDF: Um zweifelsfrei sicher zu gehen, dass die Autoren der planet-e-Sendung ihre Falschinformation von 5g-anbieter.info übernommen haben, habe ich meinen Ansprechpartner gebeten, dies mit den Autoren zu klären – und vorsorglich schon einmal eine Berichtigung vorzubereiten. Wie diese für eine zurückliegende planet-e-Sendung aussehen könnte, ist mir allerdings nicht klar.

Klasse Recherche, Respekt! Es ist mitunter sehr mühsam, solche Dinge geradezurücken, aber es lohnt sich. In diesem Fall ist die Kette lückenlos dokumentiert, vorbildlich!

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"Ein Esoteriker kann in fünf Minuten mehr Unsinn behaupten, als ein Wissenschaftler in seinem ganzen Leben widerlegen kann." Vince Ebert

Das 90-V/m-Märchen: Buchbinder Wanninger

H. Lamarr @, München, Freitag, 20.09.2019, 13:02 (vor 60 Tagen) @ Alexander Lerchl

Klasse Recherche, Respekt!

Danke, aber momentan stecke ich in einer Endlosschleife. Bislang kommunizierte ich ausschließlich über die ZDF-Pressestelle mit den Autoren der Sendung. Zuletzt kam über diese Achterbahn am 6. September die Nachricht bei mir an, die Autoren der planet-e.-Dokumentation hätten wegen des streitigen 90-V/m-Werts "einem weiteren Experten die 5G-Berechnung vorgelegt". Dieser habe die Berechnung für korrekt erklärt, bei der Interpretation der Berechnung seien aber "offenbar unterschiedliche Schlussfolgerungen möglich". Nun kann ich in dieser vagen Auskunft einen unbedingten Willen zur verständlichen und transparenten Klärung des Sachverhalts nicht erkennen. Das schrieb ich auch dem ZDF und bat darum, den Autoren für einen Direktkontakt mit mir "Redeerlaubnis" zu geben. Auf diese E-Mail blieb bislang die Antwort aus, deshalb telefonierte ich heute mit Volker Wasmuth, dem Inhaber der Produktionsfirma Blue Moon Media und einer der beiden Autoren. Das Gespräch verlief freundlich aber ergebnislos, denn Wasmuth wollte mir keine Auskunft geben, wo er den angeblichen 5G-Grenzwert aufgegabelt habe und wer denn der Experte sei, der die Richtigkeit der 90 V/m bestätigt habe. Er entgegnete, er dürfe mir keine Auskunft geben, er hätte nicht einmal die Rechte an dem von ihm gedrehten Filmmaterial, ich müsste meine Recherche deshalb über die Pressestelle des ZDF laufen lassen. Das sei der richtige Weg. Mein Einwand, dass ich ratlos von eben dort käme und auch er doch ein Interesse daran haben müsste, einer offensichtlichen Falschmeldung auf den Grund zu gehen, hatte keinen Erfolg.

So stehe ich jetzt also wieder am Anfang. Da der Weg über die Fachebene steiniger als erwartet ist, werde ich wohl oder übel den Weg über die Instanzen einschlagen müssen. Kurios, wie zäh es ist, die Gültigkeit einer Zahl zu ergründen, die aus nur zwei Ziffern besteht. Das Rätsel um die Zahl 42 wurde inzwischen geknackt, ob mir das mit der Zahl 90 gelingen wird, weiß der Himmel.

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Das 90-V/m-Märchen: Ende gut, alles gut

H. Lamarr @, München, Mittwoch, 23.10.2019, 19:21 (vor 27 Tagen) @ H. Lamarr

So stehe ich jetzt also wieder am Anfang. Da der Weg über die Fachebene steiniger als erwartet ist, werde ich wohl oder übel den Weg über die Instanzen einschlagen müssen. Kurios, wie zäh es ist, die Gültigkeit einer Zahl zu ergründen, die aus nur zwei Ziffern besteht. Das Rätsel um die Zahl 42 wurde inzwischen geknackt, ob mir das mit der Zahl 90 gelingen wird, weiß der Himmel.

Am 11. Oktober 2019 gab ich die mir hier im Forum schon früh vorgeworfene Harmoniesucht auf, legte notgedrungen den zweiten Gang ein, und schrieb meinem Ansprechpartner beim ZDF, mit Kopie an Volker Angres, Leiter der planet-e-Sendereihe, die folgende freundliche Mail:

Sehr geehrter Herr XXXXXXXX,

inzwischen habe ich mit Herrn Volker Wasmuth (Blue Moon Media) gesprochen, er ist einer der Autoren der besagten planet-e-Sendung. Doch Herr Wasmuth wollte mir meine Frage nach der Quelle des 5G-Grenzwerts von 90 V/m nicht beantworten. Er sagte er sei dazu nicht autorisiert und ich solle mich (hartnäckig) an die Pressestelle des ZDF wenden.

Üblicherweise versuche ich Sachfragen auf der Fachebene zu lösen und nicht über das Management. Wenn das aber nicht funktioniert, wie bisher im konkreten Fall, will ich eine Programmbeschwerde an den Intendanten des ZDF und den Fernsehrat als letztes Mittel nicht ausschließen. Ich bitte Sie daher noch einmal um verbindliche Auskunft, aus welcher konkreten Quelle Blue Moon Media den angeblichen 5G-Grenzwert von 90 V/m bezogen hat, wie dieser in der planet-e-Sendung vom 28. Juli 2019 ab Minute 21:48 in einer Grafik gezeigt wird. Mit Quelle meine ich z.B. eine zielführende Webadresse oder eine namentlich benannte Person und deren berufliche Position inkl. Kontaktdaten oder eine andere nachprüfbare Angabe. Denn ich behaupte – und kann dies auch nachvollziehbar begründen, – der genannte Grenzwert von 90 V/m ist falsch, dieser Wert wurde von einem 81-jährigen ehemaligen Schweizer Elektriker aufgrund einer fehlerhaften Interpretation des Entwurfs der maßgebenden neuen ICNIRP-Empfehlungen in die Welt gesetzt und von einigen privaten Websites, darunter auch 5g-anbieter.info.de (siehe Ihre Mail vom 14. August 2019) ohne Prüfung übernommen.

Stellt sich heraus, dass planet e tatsächlich einen falschen 5G-Grenzwert berichtet hat, bitte ich vorsorglich um Auskunft, wie das ZDF gedenkt, diese fehlerhafte Angabe zu berichtigen. Denn das Video der Sendung ist gegenwärtig bis 26. Juli 2024 in der ZDF-Mediathek abrufbar. Mein Vorschlag wäre, die Sendung nach Klärung des Sachverhalts aus der Mediathek zu nehmen und auf der Website der Sendung eine Berichtigung hinzu zu fügen. In Anbetracht der gegenwärtig grassierenden Anti-5G-Hysterie in der Bevölkerung, halte ich diese Maßnahmen für angebracht und verantwortungsbewusst.

Bitte beachten Sie den Termin: Sollte ich bis 25. Oktober 2019 keine oder eine unbefriedigende Antwort erhalten haben, sehe ich mich widerstrebend gezwungen, eine Programmbeschwerde auf den Weg zu bringen.

Mit freundlichen Grüßen

Danach herrschte – Schweigen. Mist, dachte ich mir vor ein paar Tagen schon, jetzt musst du deine Drohung wahr machen und die Programmbeschwerde formulieren. Dabei wollte ich mir dafür die kostbare Zeit lieber nicht nehmen.

Heute dann die erlösende Nachricht von Angres. Er bedauert, dass sich der Vorgang so in die Länge gezogen habe, das sei unüblich. Jedenfalls hätten sie meinen Fehlerhinweis nunmehr abschließend geprüft mit dem Ergebnis: 90 V/m sind falsch, "61 V/m sind korrekt". Angres sagt weiter zu, das ZDF werde die fehlerhafte Grafik aus dem Film entfernen und auch die Internetseite korrigieren (die Seite war heute abend abgefragt nicht mehr erreichbar).

In die Freude über dieses Einlenken des ZDF mischt sich bei mir jedoch das Gefühl, einen Pyrrhussieg errungen zu haben. Denn der Aufwand, diese winzige aber wichtige Änderung herbei zu führen, war unverhältnismäßig hoch. Und zwar deshalb, weil der Urheber der ganzen Misere, Gigaherz-Präsident Hans-U. Jakob, in fünf Minuten mehr Stuss verbreitet, als ein Teilnehmer des IZgMF-Forums in seinem ganzen Leben widerlegen kann. Jakob aber sprudelt nicht nur fünf Minuten, er produziert seit rund 20 Jahren Stuss wie am Fließband und verseucht damit die Mobilfunkdebatte in den D-A-CH-Ländern auf Lichtjahre hinaus mit Desinformation :-(.

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Korrektur, Anfrage, ZDF, planet e, 90V, Angres

ZDF (2019): Die Dosis macht's

H. Lamarr @, München, Montag, 29.07.2019, 17:51 (vor 113 Tagen) @ H. Lamarr

Auszug aus der ZDF-Website zur Sendung:

[...] Zwei Jahre lang setzten Forscher Laborratten intensiver Strahlung aus: neun Stunden täglich, mit einer Dosis von 900 und 1.900 Megahertz - gebräuchlichen Mobilfunk-Frequenzen. [...]

*schluck*

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ZDF (2019): Mobilfunkkritiker und andere Experten

H. Lamarr @, München, Donnerstag, 01.08.2019, 02:02 (vor 111 Tagen) @ H. Lamarr

Auszug aus der ZDF-Website zur Sendung:

[...] Mobilfunkkritiker fühlen sich durch die Studie bestätigt [NTP-Studie; Anm. Postingautor]. Andere Experten geben zu bedenken, dass Menschen nicht so intensiv und kontinuierlich bestrahlt werden wie in der Studie, und die Ergebnisse deshalb nicht übertragbar seien. [...]

Wie kommt die ZDF-Redaktion, die obigen Text verfasst hat, nur auf die Idee, unter Mobilfunkkritikern gäbe es Experten? Gäbe es dort tatsächlich Experten, müssten die Redaktionen der diversen Sendungen, wie dieser Diskussionsstrang zeigt, nicht ständig auf selbsternannte private Pseudoexperten zurückgreifen, wenn sie Mobilfunkkritikern eine Stimme geben wollen :no:.

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5G beim ZDF: Geld verdienen mit Strahlengegnern?

Gast, Freitag, 02.08.2019, 07:59 (vor 110 Tagen) @ H. Lamarr

[Admin: Posting wg Sachbezug hierher verschoben am 4. August 2019, 21:00 Uhr]

Tarnkappe.info von Clemens

Auszug: In der Dokumentation “5G – Zwischen Datenspeed und Strahlenangst” lässt das ZDF extrem fragwürdige 5G-Kritiker zum Thema Strahlen zu Wort kommen. Außerdem zitiert man namentlich nicht genannte Wissenschaftler, die vor dieser Technologie eindringlich warnen…

Dabei wird anfangs 5G fälschlicherweise wie etwas komplett Neues behandelt. Dabei sollen “Daten 100 mal so schnell wie im LTE-Netz” übertragen werden, heißt es in der Dokumentation. Im gezeigten Speedtest werden Werte von ca. 1.300 Mbps erreicht. Dabei sind beim Standard LTE laut Vodafone bereits Werte von bis zu 1.000 Mbps möglich. Auch wird über die vielen Vorteile von 5G für die Industrie sowie für Privatanwender berichtet.

Das ZDF veröffentlichte auch eine Beschreibung der Sendung auf ihrer Webseite. Dort ist von einer “Dosis von 900 und 1.900 Megahertz” die Rede. Hierbei ist der Begriff “Dosis” in Verbindung mit den genutzten Frequenzen falsch. Dieser Begriff kommt in Kombination mit Watt/kg zum Einsatz. Auch kommen Frequenzen um 1.900 Megahertz momentan in Deutschland gar nicht zum Einsatz. Dennoch ist im Beitrag die Rede von “gebräuchlichen Mobilfunk-Frequenzen”. Das ist schlichtweg falsch. Weiter ...

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