WDR-Rubrik "Scanner": Elektrostrahlung bringt Pinke-Pinke (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Samstag, 23.01.2010, 18:14 (vor 3607 Tagen)

Im Gigherz-Forum bin ich auf eine Sendung des WDR aufmerksam geworden, nachfolgend der Beginn des Begleittextes (PDF) zur Sendung ...

Elektrostrahlung

Nur wenige Menschen führen Gesundheitsbeschwerden auf Elektrostrahlung zurück. Dabei rät inzwischen auch die Bundesregierung zu einem vorsichtigen Umgang mit Geräten, die stark abstrahlen.

markt scannt die Belastung im Haushalt und beobachtet einen Laborversuch, bei dem Reaktionen des menschlichen Körpers auf Strahlung gemessen werden sollen.
In den Forschungsräumen für umweltphysikalische Messungen in Wiesenthal bereitet Dr. Lebrecht von Klitzing einen Test vor. Die Testperson ist Heike Keuser. Sie ist an Multiple Sklerose erkrankt. Elektrosmog gilt als besonders problematisch bei Menschen mit Vorerkrankungen.

„Also ich merke, wenn ich von meiner MS-Erkrankung her sage, es ist im Moment soweit alles im Lot und es läuft gut, dass Verschlechterungen ganz klar und deutlich da sind, wenn ich der Strahlung ausgesetzt bin in irgendeiner Form", berichtet Heike Keuser.

Die Fragestellung für den Test von Dr. von Klitzing lautet: Leidet Heike Keuser tatsächlich unter Elektrosmog oder ist alles nur Einbildung? Für den Medizinphysiker zählen nicht Empfindungen, sondern nur das, was sich messen lässt. Reagiert das Herz auf Strahlen? Verändern sich Hautfunktionen?

Die Reizquelle ist die Basisstation eines schnurlosen Telefons. Heike Keuser weiß nicht, wann sie eingeschaltet wird. Die Strahlung beträgt 1.000 Mikrowatt pro Quadratmeter. Und tatsächlich zeigen sich auf den Monitoren schon bald deutliche Reaktionen. Dr. von Klitzing beschreibt sie so: „Die Veränderungen zeigten genau die Charakteristik von Spasmen - also krampfartige Zustände des Muskelsystems an der Hautoberfläche." Außerdem registriert er Veränderungen bei den Herzaktionen.

Kommentar: Unter der Rubrik mit der vielsagenden Bezeichnung "markt-Scanner" will der WDR Themen "tiefer" durchleuchten - heißt es. Beim Thema Elektrosmog wurde diese Durchleuchtung bereits einmal über rund 11 Minuten hinweg exemplarisch ausgeführt, was dabei an Erleuchtung herausgekommen ist, das kann man sich hier ansehen. Nicht ganz so krass wie bei der NDR-Sendung, von einer angemessenen Berichterstattung mMn jedoch noch immer weit entfernt und gerade einmal im Range einer auf leisen Pfoten schleichenden Werbesendung. Baubiologe Moldan ist zwar nicht gerade ein Lichtblick im Nebel des Grauens, auch er misst z.B. eiskalt Spitzen- statt Effektivwerte, aber wenigstens bläst er die Immission von außen nicht zum Drama auf, sondern weist deutlich auf die selbstgemachten stärkeren häusliche Immission hin, auch wenn von dieser im Licht der Objektivität noch immer keine Gefahr ausgeht. Aus meiner Sicht ist auch dies wieder einer dieser scheinheiligen TV-Beiträge, der vorgibt, Laien zu informieren, der jedoch aufgrund der verzerrten Darstellung (Beispiel: Das BfS "warnt" nicht, wie es in dem Film heißt, sondern es "empfiehlt" vorsorglich) den Zuschauern doch wieder nur die Desinformation eingehämmert: Funk ist irgenwie gefährlich, das sagte so ein Typ, der mit einem Haufen Messgeräten ausgestattet war. Und Kranke werden von dem Zeugs noch kränker, Helga, das Baby! Bring' mir doch mal das Branchenbuch, ich glaube wir sollten auch bei uns mal messen lassen ...

Prädikat: Triste Schleichwerbung mit pseudowissenschaftlichem Tarnanstrich

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Tags:
Werbung, Moldan, WDR, Wiesenthal, Klizing


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