Senderstudie Hennen: Schlussfolgerungen der Autoren (Forschung)

H. Lamarr @, München, Freitag, 29.05.2009, 19:19 (vor 3792 Tagen) @ H. Lamarr

Frau Dr. Waldmann-Selsam war so freundlich, in ihrem Alarmbrief an alle Ärztinnen und Ärzte in Gesundheitsämtern vom 5. März 2009 die in der Krebsstudie publizierten Schlussfolgerungen der Autoren öffentlich zugänglich zu machen (nachfolgend kursiv, der restliche Text ist von Frau Waldmann-Selsam).

Schlussfolgerungen

Der Ansatz epidemiologischer Forschung bietet eine einfache methodische Arbeitsbasis auch für Laien, um der Forderung nach professioneller Hilfe Nachdruck verleihen zu können.

Qualitative Verbesserung der Erhebung, insbesondere die Erfassung von Risikofaktoren und die Erhöhung der Teilnehmerrate, können die Aussagekraft von Pilotstudien erhöhen. Die verfeinerte Studienplanung und Methoden der Zusatzerhebungen wurden von Legator & Strawn allgemeinverständlich zusammengestellt (LEGATOR & STRAWN 1998). In der konkreten Situation der Stadt Hennen sind eine intensive Nacherhebung auf der Basis des Wohnortregisters aller Anwohner und die Einbeziehung aller behandelnden Ärzte zur Qualitätssteigerung unabdingbar. Nur mit repräsentativen Erhebungen lassen sich auch die situationsbedingten Unterschätzungen der tatsächlichen Krebsinzidenzen im Sinne der Validierung überprüfen.

Da sich ein signifikanter Anstieg der Krebsinzidenzen innerhalb der untersuchten Kohorte in Hennen bereits ohne diese Optimierung zeigt, wird der dringend vorhandene Klärungsbedarf verdeutlicht.

Damit steht dieser Ansatz in Übereinstimmung mit den Aussagen der Bundesregierung, die der Erfassung von gesundheitlichen Effekten nach Einwirkungen durch Mobilfunk auf den Menschen höchste Priorität zubilligen.(BUNDESREGIERUNG 2008).

Eine sofortige verbesserte epidemiologische Feldstudie in Hennen und Vergleichsregionen scheint dringend indiziert, zumal Cherry in seiner bisher vom Bundesamt für Strahlenschutz nicht widerlegten Kritik der Grenzwerte der International Comission of Non-Ionizing Radiation Protection – ICNIRP auf das erhebliche Schädigungspotential hochfrequenter elektromagnetischer Felder hinweist (CHERRY 2002).“

Die Veröffentlichung unterlag einem speziellen Peer-Review-Verfahren unter Beteiligung des Wissenschaftlichen Beirats.

Im Verlauf der letzten vier Jahre haben sich Anwohner von Sendeanlagen wegen der Häufung von Tumorerkrankungen auf engem Raum aus folgenden Orten an die Ärzteinitiative gewandt: Hof, Lichtenfels, Michelau/Oberfranken, Forchheim, Langensendelbach, Nürnberg, Reichelsdorf, Oberachdorf, Icking, Oberammergau, Kirchheim, Burgheim, Helmstadt, Haibach, Schwäbisch Gmünd, Schwäbisch Hall, Rosengarten, Düsseldorf, Oelde, Völklingen, Püttlingen, Steinbach-Hallenberg, Scheibenberg, Schöneck/Vogtland, Sosa/Vogtland, Dresden, Börnersdorf.

Die um Untersuchungen gebetenen Behörden haben den Verdacht nicht geklärt. Niedergelassene Ärzte haben uns jetzt eine Methode vorgestellt.
Bitte setzen Sie sich für die Durchführung verbesserter epidemiologischer Feldstudien an verschiedenen Senderstandorten ein. Es betrifft auch die Gesundheit Ihrer Familie.

Mit freundlichen Grüssen

i.A. Dr. med. C. Waldmann-Selsam

Kommentar: Innerhalb der vergangenen vier Jahre haben sich also Bewohner von 27 Gemeinden Deutschlands an die Ärzteinitiative gewandt. Was will Frau Dr. Waldmann-Selsam damit zum Ausdruck bringen? Dass es "viele" Gemeinden sind? Es sind aber nicht viele. Sogar verdammt wenige. Immerhin wird die Republik flächendeckend und nicht nur in 27 Gemeinden mit Mobilfunk versorgt. Gemäß Wikipedia gibt es 12'141 Gemeinden in Deutschland. Wenn sich nach vier Jahren nur in 0,22 % der Gemeinden Menschen so verstrahlt fühlen, dass sie sich hilfesuchend an eine Ärztin wenden (mehr ist mWn von der Bamberger Ärzteinitiative nicht übrig geblieben), dann sind dies nicht nur gefühlt sehr wenige, sondern auch faktisch sehr wenige.

Darauf, dass Frau Dr. Waldmann-Selsam den Gesundheitsämtern eine völlig verkorkste Studie als "Methode" unterschieben will, den Bedenken von Sendemastenanwohnern nachzugehen, darauf mag ich gar nicht mehr eingehen. Offenkundig war die Frontfrau der Sendemastengegner da etwas voreilig, denn noch nicht einmal die Hardcore-Websites der Sendemastengegner haben der Hennen-Studie von Dr. Eger Aufmerksamkeit geschenkt.

Wie wenig Dr. Eger von seiner eigenen Studie überzeugt ist, Korrespondenzautor ist bezeichnenderweise nicht er, sondern sein Co-Autor, ist mMn gut an dem (oben) fett hervorgehobenen Hintertürchen in seinen Schlussfolgerungen erkennbar.

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Tags:
Dilettantismus, Waldmann-Selsam, Krebscluster, Helmstadt, Franken, Cherry, Steinbach-Hallenberg, Unbelehrbaren, Erfolglos, Forchheim


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