Die NF-Komponente der "Reflex"-Studien (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Sonntag, 12.07.2015, 12:33 (vor 1587 Tagen) @ H. Lamarr

Von Herrn Jakobs obigem Geschreibsel ist aus meiner Sicht nur eine einzige Passage brauchbar, nämlich diese: "[...] die Reflex-Studie, welche auch niederfrequente Effekte untersucht hat, sei gefälscht worden." Achnee! Klammheimlich kommt jetzt die NF-Komponente von "Reflex" ins Spiel. Diese passt zwar besser zu Hochspannung als die HF-Komponente, doch der Streit Elisabeth K. vs. Lerchl hat mit der NF-Komponente von "Reflex" mWn nichts zu tun, dabei ging es ausschließlich um die HF-Komponente von "Reflex".

Nein, das stimmt so nicht. Das Urteil im Streit Kratochvil vs. Lerchl benennt keine der Studien konkret, an denen die Klägerin im Zusammenhang mit dem "Reflex"-Projekt beteiligt war. Eine Eingrenzung auf HF, wie ich das gemacht habe, ist daher nicht zulässig.

Aber hat die AG Rüdiger in Wien überhaupt NF-Experimente gemacht und wenn ja, mit welchem Ergebnis? Diese Frage beantwortet mühsam der fast 300 Seiten umfassende "Reflex"-Abschlussbericht. Schneller zum Ziel kommt man über die "Reflex"-Seite der Stiftung Verum. Dort sind 27 Publikationen aufgelistet, die aus "Reflex" hervorgegangen sein sollen, darunter diverse der AG Rüdiger zu "extremely-low-frequency electromagnetic fields".

Und über die Ergebnisse der "Reflex"-NF-Befunde ist auf dieser Seite zu lesen:

Die Daten, die wir während des Projektes erhielten, zeigen, dass NF-EMF gentoxische Wirkungen auf primäre Zellkulturen von mensch-lichen Fibroblasten und auf weitere Zelllinien haben. Die Ergebnisse erhielten wir in zwei der beteiligten Labors und sie wurden in zwei Labors außerhalb des Projektes bestätigt, während ein weiteres Labor die genannten Wirkungen nicht beobachten konnte. NF-EMF führte zu signifikanten DNA-Strangbrüchen bei der sehr niedrigen Flussdichte von 35 µT. Die Zunahme von Einzel- und Doppelstrangbrüchen in der DNA und das vermehrte Auftreten von Mikronuklei zeigten eine eindeutige Wechselbeziehung zwischen Intensität und Dauer der NF-EMF-Exposition. Überraschenderweise wurde diese gentoxische Wirkung nur beobachtet, wenn Zellen einem intermittierendem NF-EMF ausgesetzt waren, nicht aber bei kontinuierlicher Exposition. Die Reaktionen von Fibroblasten unter NF-EMF nahmen sowohl bei Zellen von älteren Spendern als auch bei Zellen mit besonderen genetischen Reparaturdefekten zu. Reaktionen unterschieden sich auch bei anderen Zelltypen, die untersucht wurden. Insbesondere Lymphozyten von erwachsenen Spendern reagierten nicht. Bei menschlichen Fibroblasten wurden nach NF-EMF-Exposition Chromosomenabweichungen festgestellt. Die Labors machten folgende Beobachtungen: (1) NF-EMF mit einer Flussdichte von ungefähr 2 mT reguliert die Expression von frühen Genen wie p21, c-jun und egr-1 in embryonalen, p53-defizienten Mäuse-Stammzellen nach oben, jedoch nicht in gesunden Wildtypzellen, (2) NF-EMF mit einer Flussdichte von 0,1 mT steigerte die Ausbreitungsrate von Neuroblastomazellen und (3) NF-EMF mit einer Flussdichte von 0,8 mT förderte die Differenzierung von Mäusestammzellen zu Kardiomyozyten. Jedoch konnten keine klar erkennbaren und eindeutigen Wirkungen von NF-EMF auf DNA-Synthese, Zellzyklus, Zelldifferenzierung, Zellausbreitung und Apoptose (Zelltod) entdeckt werden.

Diese NF-Ergebnisse sind, ob nun wahr oder nicht, bei weitem nicht so spektakulär und alarmierend wie die HF-Ergebnisse. Durchschnittliche Magnetfelder ≥ 0,2μT sind in Deutschland selten. Nur in 1,4 % der für die Allgemeinbevölkerung repräsentativen Wohnungen wurden Magnetfelder ≥ 0,2 μT gemessen. In etwa 77 % aller Wohnungen war der Meßwert kleiner als 0,05 μT. Magnetfelder während der Nacht waren im Durchschnitt noch niedriger (Quelle). Aus meiner Sicht ist es noch aus einem anderen Grund wurscht, ob die NF-Ergebnisse von "Reflex" gefälscht sind oder nicht. Denn die von "Reflex" gemeldeten DNA-Schädigungen wurden nur bei intermittierenden Magnetfeldern beobachtet (Ständiger Wechsel zwischen Einwirken und Nicht-Einwirken eines Magnetfeldes), nicht aber bei kontinuierlicher Einwirkung, wie dies entlang von Hochspannungstrassen der Fall ist.

Diese Faktenlage erklärt in keiner Weise das Theater, das in Salzburg um die "Reflex"-Studien gemacht wird, erst recht nicht irgendein Ausschlachten der gerichtlichen Auseinandersetzung Elisabeth K. vs. Lerchl. Wenn dies dennoch geschieht, dann müssen andere Gründe dahinter stecken. Für mich sieht es derzeit ganz danach aus, dass ein "nützlicher Idiot" aus der Schweiz einen "nützlichen Idioten" in Österreich gefunden hat, um seinen Frust gegen Prof. Lerchl zu entladen. Derweil sitzt in Berlin einer, der dem Treiben der beiden "nützlichen Idioten" wohlwollend nickend zuschaut und sich die Hände reibt.

Hintergrund
Intermittierende Strahlung ist biologisch wirksamer als Dauerstrahlung

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Tags:
Niederfrequenz, Puppenspieler


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