BfS Jahresbericht 2009 (Allgemein)

Eva Weber, Sonntag, 24.10.2010, 23:11 (vor 4228 Tagen) @ Sektor3

oder in den Lehrbüchern für Arbeits- und Umweltmedizin z.B.

  • „Arbeitsmedizin und klinische Umweltmedizin“ von Dennis Nowak (war auch schon mal hier in der Diskussion), mit Danksagung an Herrn Prof. Dr. H.W. Rüdiger. Laut Nowak werden Genotoxische Effekte „kontrovers“ diskutiert.
    „Merke! Athermische Effekte der Mobilfunkexposition sind naturwissenschaftlich derzeit nicht eindeutig belegt“

Athermische Effekte der Mobilfunkexposition sind naturwissenschaftlich derzeit nicht eindeutig belegt

"..derzeit nicht eindeutig belegt" heißt für Betroffene stets, entsprechend Prof. Eikmann am 7.12.2006 im Bayer. Landtag in etwa: "Wenn Patienten zu uns kommen und ihre Beschwerden mit Mobilfunk in Zusammenhang bringen, so sagen wir ihnen, dass es das eigentlich nicht gibt." Davon dass dies nicht eindeutig belegt ist, ist nicht die Rede. Nachdem Prof. Lerchl, Prof. Eikmann, Prof. Herr, Prof. Otto zusammen mit dem IZMF Info-Zentrum der Mobilfunkbetreiber für die Fortbildung niedergelassener Ärzte sorgen, entsprechend dem Motto "das gibt es eigentlich nicht" sind Betroffene vonvorneherein chancenlos und Ärzte treten ihnen in den meisten Fällen schon skeptisch gegenüber.

Wie ist der Stand der Forschung zum Thema Mobilfunk?" IZMF Auszug:
http://www.izmf.de/html/de/2509.html

"Es ist wichtig zu wissen, dass der Nachweis eines Effektes durch elektromagnetische Felder nicht gleichbedeutend ist mit dem Beweis einer Gesundheitsgefährdung. So hat jeder Austausch mit der Umwelt Effekte auf den menschlichen Körper. Nach Genuss einer Tasse Tee beispielsweise lassen sich deutliche physiologische Veränderungen feststellen, ohne dass dadurch die Gesundheit in Gefahr geraten würde. Aufgabe der Forschung ist es herauszufinden, ob die elektromagnetischen Felder des Mobilfunks bei Einhaltung der derzeit geltenden Grenzwerte schädigende Wirkungen verursacht."

Koffein (Tee, Kaffee) am Spätnachmittag kann bei Menschen schlechtes Einschlafen bzw. schlechteren Schlaf, Herzrhythmusstörungen bewirken. Was wird der Betroffene tun? Er wird dieses Genussmittel meiden und wenn er davon seinem Arzt erzählt wird dieser sagen, lassen sie das Koffein weg. Er wird nicht sagen, dass er weiterhin unbesorgt seinen Tee/Kaffee trinken soll, denn er weiß, dass Schlafstörungen etc. auf Dauer schädlich sind. Er wird dem Patienten nicht sagen, ich verordne ihnen dagegen Schlaftabletten und Beta-Blocker, machen sie ruhig so weiter.

Bei Effekten von EMF ist das anders. Man hat zwar ebenso wie bei Tee Effekte gefunden und die Betroffenen leiden an Schlafstörungen, Herzrhythmusstörungen, ja einer ganzen Palette von Beschwerden, doch da empfiehlt die WHO (fact sheet 296) nur die Symptome zu behandeln, nicht die Strahlung zu verringern, wie der Patient es für nötig hält, weder am Arbeitsplatz noch im persönlichen Umfeld. Alleine diese Behandlungsvorschrift zielt mMn schon auf eine Psychiatrisierung der Betroffenen hin. Zu den üblichen Schlaf- Kopfschmerz- und Blutdrucktabletten gibt es dann auch noch Psychopharmaka. Der Patient wird, entgegen der WHO, in seinem persönlichen Umfeld entsprechende Geräte entfernt haben um die EMF zu reduzieren. Aber der Gesamtbelastung durch die Infrastruktur, durch Nachbarn mit WLAN und DECT-Telefonen, durch immer mehr Gebrauch von Handys und Notebooks in öffentlichen Verkehrsmitteln kann er sich nicht entziehen.

Eine überbordende Technik, die Mensch und Natur jeden Tag mehr belastet - bis ins Uferlose steigerbar aufgrund thermischer Grenzwerte - bedeutet für Viele Verlust der Lebensqualität, der Arbeitskraft und völlige Aussichtslosigkeit.

Ein Vergleich wie ihn das IZMF macht, eine Tasse Tee und elektromagnetische Felder ist in meinen Augen menschenverachtend. Eine Weitergabe derartiger Informationen an Ärzte ebenfalls.

Eva Weber

Tags:
Betroffene, Fortbildung, Eikmann, Menschenverachtend, Herr


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