100 Millionen Atombömbchen in Deutschland (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Samstag, 23.10.2010, 12:17 (vor 4314 Tagen) @ Sektor3

  • Die in der Tauber-Studie genannten Auswirkungen auf die DNA sollen vergleichbar sein mit einer Strahlendosis von 0,5 Gy. Das ist jenseits von gut und böse und entspricht der Strahlung bei einer Atombombenexplosion in wenigen km Entfernung.

Ihre Überlegungen sind für mich nachvollziehbar. Nur mit der Bewertung der 0,5 Gy komme ich nicht klar, denn gemäß dieser Seite sind noch 0,3 Gy "ungefährlich". Die beängstigende Mikrokernentwicklung bei SAR=1,3 W/kg, die dicht an die von 0,5 Gy herankommt, tritt zudem erst nach mindestens 24 Stunden Dauereinwirkung auf, ein Szenario, das in der Praxis der Handy-Telefonate eher selten sein dürfte. Ob eine Kumulation vieler kürzerer Handytelefonate zulässig ist, also 24 x 1-Stunden-Telefonate mit (beliebigen) Pausen dazwischen ebenso wirksam sind wie ein 1 x 24-Stunden-Telefonat, weiß ich nicht, meine Erfahrungen mit "Sonnenbädern" deuten aber darauf hin, dass sie unzulässig ist.

Die Darstellung in dem Reflex-Vortragsmanuskript ist durchaus dazu angetan, dass Überlegungen wie die Ihre angestellt werden. Der Bezug zu "echter" Strahlung ist sicherlich ein hochwirksamer Alarmfaktor. Ob dieser in dem PDF gezielt eingesetzt wurde, damit Bürger den Einsatz der GSG-9 fordern, wage ich nicht zu behaupten.

Womit ich sagen möchte: Möglicherweise überschätzen Sie den Alarmpunkt 0,5 Gy stark und die GSG-9 kann den Leuten unbesorgt ihr Spielzeug lassen. Wäre es anders, wären weltweit inzwischen gut 4,6 Mrd. Atombömbchen auf Achse und die Menschheit, die gestern am Abgrund stand, einen Schritt weiter.

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Jedes komplexe Problem hat eine Lösung, die einfach, naheliegend, plausibel – und falsch ist.
– Frei nach Henry Louis Mencken (1880–1956) –


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