Wie das BfS über Gesundheitsgefahren "informiert" (Allgemein)

Sektor3, Freitag, 22.10.2010, 16:03 (vor 4117 Tagen) @ Sektor3

Ansonsten: Es ist kein Zufall, dass Ärzte über "Elektrosmog" "so" informiert sind. Ärzte bekommen weder in ihrer Ausbildung noch in ihrer Praxis etwas vernünftiges zum Thema zu sehen.

"wie"?

so:

oder so:
Nehmen Sie einmal an, ein Mediziner (oder sonst jemand) fände die Zeit um sich durch eine gezielte Recherche selbst über das Thema zu informieren. Bei der Suche nach Hinweisen auf genschädigende Wirkungen bei hochfrequenter Befeldung fände er auf der Internetseite des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) (Link funktionierte bei mir nur noch im Cache) folgende Untersuchungsergebnisse der Arbeitsgruppe Tauber:

"Von dieser Arbeitsgruppe wird ein so genannter "Fenstereffekt“ beschrieben, das heißt der Effekt tritt bei SAR-Werten von 1.3 und 1.6 W/kg auf, nicht jedoch darunter bei 1 W/kg und auch nicht darüber bei 3 W/kg."

Die Stellungnahme des BfS dazu:

"Der von Tauber beobachtete „Fenstereffekt“ zwischen 1 und 2 W/kg ist zur Zeit biologisch nicht erklärbar, kann prinzipiell jedoch nicht ausgeschlossen werden. Methoden und Ergebnisse sind nachvollziehbar beschrieben. Die Daten sind bisher jedoch nicht in einem Fachjournal publiziert."

Beim IZgMF findet unser Mediziner dann noch in diesem Bericht auf Seite 6 einen Vergleich der Mobilfunk-Befeldung mit ionisierender Strahlung. Demnach hat die Mobilfunk-Befeldung mit 1,3 W/kg über 72 Stunden eine ähnliche Wirkung wie eine Strahlendosis von 0,5 Gy (Strahlung wie bei einer Atombombe in wenigen km Entfernung, weit über allen Grenzwerten für berufliche Exposition).

Beim European Health Risk Assessment Network on Electromagnetic Fields Exposure findet unser Mediziner auf Seite 17 die Aussage, dass in Krebsstudien In vitro gentoxische Effekte mit „limited Evidence“ gefunden wurden, nur eine Stufe unter der Kategorisierung als gesicherte Erkenntnis.

Wen wunderts wenn unser Mediziner bei der abschließenden Bewertung des BfS die Hände über dem Kopf zusammenschlägt:

"Bei der Befeldung mit hochfrequenten elektromagnetischen Feldern wurden in vitro Effekte bei solchen Werten der Spezifischen Absorptionsrate (SAR) beobachtet, die während eines Handytelefonats unter schlechten Bedingungen oder beim Verbindungsaufbau im Kopf des Mobilfunknutzers durchaus auftreten können, allerdings um mehrere Größenordnungen oberhalb der Exposition durch Mobilfunkbasisstationen liegen. In diesem Sinne decken die vom BfS empfohlenen Vorsorgemaßnahmen, strahlungsarme Handys zu benutzen und Leistungsspitzen der Handys durch einfache Verhaltensmaßnahmen zu vermeiden, den in vitro beobachteten möglichen Wirkbereich ab."


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