Bundestagswahl: Die Linke will Mobilfunknetze verstaatlichen (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Donnerstag, 05.08.2021, 00:39 (vor 296 Tagen) @ e=mc2

Die Idee, dass weniger Netzbetreiber zu weniger Emissionen führen stammt aus der 2G Zeit als tatsächlich ein großer Teil der Emissionen auch im Stand-by Betrieb stattfand. Mittlerweile ist dies nur noch ein geringer Anteil und schlussendlich werden die Immissionen (und die Anzahl Basisstationen) vom Ausmaß der Nutzung bestimmt. Ob auf einen oder drei Netzbetreiber verteilt ist sekundär. Das weiss selbst ein Laie.

Dunkelrote Laien in Deutschland wissen das anscheinend noch nicht. In ihrem Programm zur kommenden Wahl des Deutschen Bundestages vertritt Die Linke jedenfalls die gleichen Ansichten wie Diagnose-Funker Gutbier. Das Portal inside.digital hat sich am 3. August 2021 die Wahlprogramme aller größeren Parteien auch mit Blick auf 5G/Mobilfunk angeschaut. Über das Programm, das Die Linke umzusetzen gedenkt, würde sie denn Regierungspartei, ist dort zu lesen:

[...] Beim Mobilfunk plädiert die Linke dafür, die drei – bald vier - getrennten Netze in Deutschland abzuschaffen. “Wir wollen ein einheitliches Mobilfunknetz aus einer Hand, das eine Abdeckung der gesamten Fläche sichert. Ein einziges Netz ist kostengünstiger als parallele Netze und mindert die Strahlenbelastung. Die Konkurrenz der Anbieter führt zu unnötigen Mehrfachstrukturen und an vielen Stellen zu gar keinem Netz.” Netzausbau und -betrieb sollen daher aus Sicht der Partei “durch die öffentliche Hand erfolgen. Das sichert eine flächendeckend gute Netzqualität sowie die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten. Eine bundeseigene Gesellschaft betreibt das öffentliche Mobilfunknetz.” Die bisherigen Anbieter ”können ihre Dienstleistungen über das öffentliche Netz anbieten”. [...]

Den Trugschluss, ein Netz anstelle von drei oder vier würde die Strahlenbelastung senken, haben die Genossen ebensowenig erkannt wie Gutbier. Und auf die Chance, ihren Denkfehler im Praxistest vorgeführt zu bekommen, werden die Vordenker der Partei verzichten müssen. Denn nach dem gegenwärtigen Stand der Dinge friert eher die Hölle ein, als dass Die Linke Regierungspartei wird. Unter diesen Umständen darf man schon mal laut vor sich hinträumen. Auch Donald Trump soll 2018 vorübergehend solche Verstaatlichungsträume gehabt haben.

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Jedes komplexe Problem hat eine Lösung, die einfach, naheliegend, plausibel – und falsch ist.
– Frei nach Henry Louis Mencken (1880–1956) –

Tags:
Strategie, Kinderpost, Wahlkampf, Populismus, Trugschluss, Linke, Monopol, Trittbrettfahren


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