Coronakrise: Gefundenes Fressen für Impfgegner (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Mittwoch, 11.11.2020, 22:29 (vor 267 Tagen) @ Gast

Da der Sachstand mehr nicht hergibt, reiten Mobilfunkgegner liebend gerne z.B. auf vereinzelte (zufällige) Krebscluster herum, Impfgegner ergötzen sich an Einzelfällen schief gegangener Impfungen. Noch ist es an der Sars-CoV-2-Impffront ruhig, das wird sich aber bald ändern. Die NZZ erfreut schon jetzt unabsichtlich Impfgegner mit der Meldung:

Zwei Frauen sind nach Erhalt einer Kandidatenvakzine gegen Sars-CoV-2 schwer erkrankt. Das könnte auf eine Nebenwirkung hindeuten – muss aber nicht.

Leider gibt das einsehbare Sniplet des kostenpflichtigen Beitrags keine Auskunft, wie viele Probanden die Kandidatenimpfung erhielten. Erkrankten 2 von 100, das wäre besorgniserregend, oder sind es 2 von 43'000, das wäre mMn ein tolerierbares Risiko.

Wenn ich meine Erfahrung mit Mobilfunkgegnern auf Impfgegner übertrage, kommt bei Impfgegnern die NZZ-Meldung, eingedampft auf die Wunschbotschaft, so an:

Zwei Frauen sind nach Erhalt einer Kandidatenvakzine gegen Sars-CoV-2 schwer erkrankt.

Der Alarm wird dann vielleicht noch etwas ausgeschmückt, massenhaft durch die erprobten Desinformationskanäle für alternative Fakten gejagt, und die kleine Schar der Faktenchecker muss sich nachträglich abrackern, um mit der Enttarnung der Desinformation wenigstens einen Bruchteil der Instant-Besorgten zu erreichen und auf den Boden der Tatsachen zu holen. Noch bevor sie damit fertig sind, haben ihre Gegenspieler in diesem bösartigen Katz-und-Maus-Spiel längst zehn weitere Pseudoalarme in die Welt gesetzt.

Einst freudig begrüßt steht das Informationszeitalter aus meiner unmaßgeblichen Sicht vor einem Scherbenhaufen, es weicht, wenn diesem nichts dazwischen kommt, dem aufziehenden Desinformationszeitalter.

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!


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